Finnisches Requiem

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Helsinki: Tammi, 2002, Titel: 'Koston komissio', Originalsprache
  • Berlin: Gustav Kiepenheuer, 2004, Seiten: 372, Übersetzt: Peter Uhlmann
  • Berlin: Aufbau, 2006, Seiten: 372
  • Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2007, Seiten: 1, Übersetzt: Mehne, Julian, Bemerkung: MP3

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Peter Kümmel
Töten für ein freies Europa

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2005

Eine weiße Schneelandschaft mit blauem Hintergrund und zwei kleine Häuschen im nordischen Stil sind auf dem Titelbild von "Finnisches Requiem" zu sehen - genauso stellt man sich eine finnische Landschaft vor. Diese hat aber nun wirklich überhaupt nichts mit der Handlung auf den Seiten zwischen dem Einband zu tun. Denn diese spielt in Großstädten, hauptsächlich in Helsinki, aber auch in Sevilla, Budapest und Kopenhagen. Genauso international wie die Schauplätze ist auch das zentralen Thema der Geschichte: es geht nämlich um die EU, für die der Autor kaum ein gutes Wort findet.

"Pastor" nennt sich der stets gutgekleidete junge Mann, der für das Attentat auf den deutschen EU-Kommissar Walter Reinhart in Helsinki verantwortlich ist. Als Journalisten getarnt folgen die beiden Attentäter dem Politiker in ein Kunstmuseum. Profikiller scheinen am Werk gewesen zu sein, denn der Plan verläuft reibungslos und endet mit dem Tod von Reinhart und der gut organisierten Flucht der Mörder.

Der Leser erfährt nun bald zwar "Pastors" Motive für die Tat, doch erst nach und nach kommt man dahinter, dass die Mörder eigentlich nur Subunternehmer in vierter Stufe sind. Über einen Finnen in Budapest reichen die Verbindungen über einen Serben, einen Ungarn und einen Schweizer bis zur Mafia und im Hinblick auf die Motive der einzelnen Herrn oder Organisationen herrscht, je weiter die Handlung voranschreitet, um so mehr Verwirrung. Offiziell übernimmt die Bewegung "Freies Europa" die Verantwortung für das Attentat, doch hat bislang noch keiner von einer solchen Gruppierung gehört.

Nach dem zweiten Mord an einem EU-Kommissar in Sevilla gerät der Finne Ismo Varis in Verdacht. Mit seiner Gruppe "Global Block" nimmt Varis an allen Demonstrationen gegen die Globalisierung teil und steht im Verdacht, an zahlreichen Anschlägen beteiligt gewesen zu sein.

Durch die Erzählweise mit wechselnden Perspektiven ist der Leser stets umfassend informiert. Allein die letzten Zusammenhänge und Motive sind es, die sich noch seiner Kenntnis entziehen. Wesentlich ahnungsloser dagegen sind die Ermittler: Arto Ratamo, Ex-Wissenschaftler und seine Lebensgefährtin Riita Kuurma als EU-Expertin der finnischen Sicherheitspolizei werden auf den Fall angesetzt. Doch die Ermittlungen gestalten sich aufgrund von Kompetenzstreitigkeiten schwierig. Der alternde Chef Jussi Ketonen scheint sich geistig schon in Pension zu befinden und Erik Wrede, der sich mit allen Mitteln auf dessen Posten drängen will, macht sich bei den Mitarbeitern zunehmend unbeliebt.

Taavi Soininvaara ist ein unkonventioneller und vor allem abwechslungsreicher Roman gelungen. Quer durch Europa schickt er nicht nur seine Leser, sondern auch seinen Protagonisten Arto Ratamo, ohne aber dessen Privatleben zu vernachlässigen. Als alleinerziehender Vater einer kleinen Tochter hat er es nicht leicht, die manchmal gefährliche Arbeit mit dem Privatleben in Einklang zu bringen. Große Unterstützung erhält er bei der Erziehung von seiner Schwiegermutter, hinter deren Geheimnis der Leser auch schneller kommt als Ratamo selbst.

Gleich mehrere Einzelschicksale von mehr oder minder symapthischen Charakteren vermag der Autor mit viel Tiefgang darzustellen.

Zu guter Letzt kommt es in Kopenhagen zum großen Showdown und zur überraschenden Auflösung. Doch ganz uneingeschränktes Lob vermag ich über den finnischen Autor nicht auszuschütten. Denn die Verwicklungen des Geschehens werden immer verworrener und sind am Ende auch nicht alle so eindeutig aufzudröseln. Trotz recht rasantem Geschehen lässt Soininvaara den Spannungsbogen immer wieder abreißen.

Finnisches Requiem

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Letzte Kommentare:
08.05.2018 17:56:17
trafik

Finnisches Requiem war mein erstes Buch, daß ich von Taavi Soininvaara gelesen habe. Ich war total begeistert von diesem Autor.
Diese Geschichte war sehr sehr spannend und ein richtiger Eurothriller. Auch der Schreibstil war sehr flüssig und überhaupt nicht langweilig. Auch die Personenbeschreibungen sind richtig gut gelungen. Werde noch viele Bücher von diesem finnischen Autor lesen.

03.04.2016 16:40:30
wampy

Buchmeinung zu Taavi Soininvaara – Finnisches Requiem

Die Originalausgabe erschienen 2002 unter dem Titel „Koston komissio“, die deutsche Ausgabe erstmals 2004 in der Übersetzung von Peter Uhlmann bei Gustav Kiepenheuer. Ich habe die ungekürzte Lesung von Julian Mehne als Download des Radioropa Hörbuchs gehört, die 2012 erschienen ist. Dies ist der dritte Band um Arto Ratamo..

Klappentext:

Kaltblütig wird der deutsche EU-Kommissar Walter Reinhart in Helsinki erschossen. Die finnische Sicherheitspolizei aktiviert ihre besten Köpfe, um das brutale Attentat aufzuklären, dem in schneller Abfolge weitere folgen. An vorderster Front kämpfen Arto Ratamo und Riita Kuurma, privat wie beruflich ein Paar. Der alleinerziehende Vater und Ex-Wissenschaftler hat Mut und einen siebten Sinn; Riita verfügt über die nötige Beharrlichkeit, um die Mörder ausfindig zu machen. Doch es sind die Hintermänner, die sich dem Zugriff entziehen - bis sie selbst zuschlagen.


Meine Meinung:

Auch in seinem dritten Fall ermittelt Arto Ratamo von der finnischen SUPO in einer komplizierten Angelegenheit. Man muss schon aufmerksam zuhören, um am Ball zu bleiben. Der Autor entwirft ein komplexes Gespinst um die Anschläge auf EU-Kommissare. Vieles bleibt lange Zeit unklar und es stellt sich heraus, dass einige Beteiligte ihr eigenes Süppchen kochen wollen. Auch spielen private Probleme eine Rolle und auch die Zusammenarbeit bei der SUPO funktioniert nicht einwandfrei. Der Chef denkt an Ruhestand, und der ein oder andere Mitarbeiter möchte sich präsentieren. Die Darstellung der Geheimdienstmitarbeiter kommt mir sehr realistisch vor. Auch Arto Ratamo ist kein Superheld und muss auch einiges einstecken. Trotzdem gefallen mir die Fälle um Arto Ratamo gut und sorgen für einige entspannte Hörstunden.

Zum Sprecher:
Julian Mehne passt sehr gut zu dieser Reihe. Er trägt ruhig und gelassen vor und trifft die Grundstimmung des Romans nahezu perfekt.

Fazit:
„Finnisches Requiem“ hat mir einige entspannte Hörstunden beschert. Auch regt es dazu an, über einige Themen etwas intensiver nachzudenken. Wie stellt sich die EU aus der Sicht eines kleinen Staates dar? Der Showdown am Ende war etwas überzogen und passte nicht so ganz zum Buch. Trotzdem reicht es zu vier Sternen oder 80 / 100 Punkten.

11.10.2008 09:40:40
Falcon

Da tat ich mich an den Namen schon schwer. Nicht immer einfach zu wissen wer gerade gemeint ist, da die Namen mir fremd und schwer auszusprechen (lesen) sind, und zwischen Vor- und Nachname permanent gewechselt wird.
Der Plot ist zeitweilig gar politisch mit viel Blabla um EU. Ansonsten ein recht interessantes Ermittlerpaar, dass trotz allem Lust auf macht auf mehr. Zudem ein gelungener spannender Schluss.
Sicherlich nicht mein lezter Soininvaara.

29.09.2008 15:12:31
Anni

Ich bin erstaunt über die doch sehr positive bewertung von 84°. habe das buch geschenkt bekommen und bin froh keinen cent dafür ausgegeben zu haben.vielleicht liegts an mir, aber ich komme einfach nicht über die ersten 100 seiten hinaus. besonders genervt haben mich die beziehungsprobleme des hauptprotagonisten und seiner freundin. das nimmt einfach einen viel zu großen raum ein und verdrängt die eigentliche handlung.den plot finde ich für sich nämlich gar nicht schlecht.fazit: gute idee, miese umsetzung

28.11.2005 10:08:57
Ulrike

Ich fand diesen Krimi sehr spannend und informativ in Bezug auf das politische Parkett der Europäischen Union.
Die Verflechtungen der Politik als auch der Organisationen untereinander sowie innerhalb der EU sind für mich sehr realistisch dargestellt.
Die häufig wechselnden Perspektiven erzeugen sehr viel Spannung.
Ich finde auch die Charaktere der vielen Protagonisten sehr gut dargestellt, allen voran Arto Ratamo.
Freue mich auf weiter Veröffentlichungen des Autors.

10.07.2005 13:01:22
olli

Dieser erste ins deutsche übersetzte Thriller des Finnen ist sicherlich nicht einer der schlechtesten. Dafür sprechen einige überraschende Wendungen, parallel erzählte Passagen sowie urige Charakterstudien bei.

Allerdings merkt man dem Buch doch sehr an, von wem es geschrieben wurde, so das einem manchmal in den Sinn kommen könnte, man liest eine wissenschaftliche Abhandlung über die Rolle Finnlands in der EU und die Aufgaben dieser Institution.

Deshalb nur eingeschränkt zu empfehlen. Trotzdem:

Note: 3+