Gefährliche Riten / Spanische Blumen

Erschienen: Januar 1998

Bibliographische Angaben

  • Barcelona: Grijalbo, 1996, Titel: 'Ritos de muerte', Seiten: 261, Originalsprache
  • München: Goldmann, 1998, Titel: 'Spanische Blumen', Seiten: 320, Übersetzt: Sybille Martin
  • Zürich: Unionsverlag, 2002, Titel: 'Gefährliche Riten', Seiten: 315, Bemerkung: von der Übersetzerin bearbeitet
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2004, Seiten: 332
  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2005, Seiten: 2, Übersetzt: Lena Stolze, Bemerkung: Bearbeitung: Leonhard Koppelmann. Regie: Leonhard Koppelmann

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Sabine Reiß
Schlicht gestrickte Handlung ohne jeden Pfiff

Buch-Rezension von Sabine Reiß Nov 2003

Es ist Petra Delicados erster Fall: Sie, die Anwältin, die ihr Dasein im Archiv fristete, wird tatsächlich die Ermittlungen in einem realen Fall leiten, allerdings nur, weil ein Kollege erkrankt ist. Und an ihrer Seite steht Subinspector Garzón, der gerade von Salamanca nach Barcelona versetzt wurde. Die beiden sind ein seltsames Pärchen, sie gebildet, aber ohne Erfahrung in Ermittlungen, er eher bäuerlich, ein gestandener Mann, dem man so leicht nichts vormachen kann. Sie müssen sich erst zusammenraufen, denn so recht scheint Fermín Garzón das Verhalten seiner neuzugeteilten Chefin nicht zu passen. Er scheint ein wenig altmodisch zu sein.

In Barcelona werden mehrere Mädchen vergewaltigt und dabei mit einem Mal in der Form einer Blume gezeichnet. Fermín und Petra tappen im Dunkeln und schon ruft die Öffentlichkeit nach der Ablösung der beiden. Tatsächlich werden sie von dem Fall wieder entbunden, doch die Inspectora rebelliert, bis sie wieder ermitteln dürfen. Und wieder gibt es ein neues Opfer. Die beiden gehen dem einzigen Hinweis nach, den sie haben: In der Wunde eines der Mädchen blieb ein kleiner Stachel zurück, der mit einem bestimmten Material überzogen war, das zu einem Juwelier führt. Dieser kann eine ungefähre Täterbeschreibung abliefern. Endlich kommen die Untersuchungen in Gang.

Die Teile einer Serie wirken zweifellos auf den Leser in Abhängigkeit davon, in welcher Reihenfolge sie gelesen werden. Hätte ich den vorliegenden ersten Band "Gefährliche Riten" als erstes Buch von Alicia Giménez-Bartlett gelesen, wäre dem sicherlich kein weiteres gefolgt. Bei "Tote aus Papier", der vierten Geschichte, faszinierten mich die Figuren und in Kombination mit ihnen auch die Konstruktion des Falles. Die Story war zwar nicht herausragend, aber man konnte insgesamt von einem stimmigen Paket sprechen, bei dem das Lesen einfach Spaß machte. Hier ist die Story dagegen so platt und nichtssagend, dass es fast schade um die vertane Zeit gewesen wäre, wenn die Autorin nicht auch schon gezeigt hätte, wie intensiv sie sich mit ihren Charakteren auseinandergesetzt hat. Die Ermittler sind präzise gezeichnet und vermitteln ein glaubwürdiges Bild.

Viel mehr lässt sich zu diesem Buch wirklich nicht sagen: Eine solch schlicht gestrickte Handlung ohne jeden Pfiff, der es an jeglicher Spannung mangelte, habe ich schon seit einiger Zeit nicht mehr gelesen. "Gefährliche Riten" ist nur aus dem einen Grunde empfehlenswert, nämlich um das Ermittlerduo Petra Delicado und Fermín Garzón näher kennenzulernen und vor allem zu erfahren, wie sie ein Team wurden, das, obwohl die beiden so unterschiedlich sind, doch so gut zusammenarbeitet. Davon erfährt man im vierten Band nämlich nichts. Petra und Fermín sind sehr sympathisch, was mit der Story zumindest ein klein wenig versöhnt.

Gefährliche Riten / Spanische Blumen

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