Die Verlorene

Erschienen: August 2018

Bibliographische Angaben

  • New York: Little, Brown and Co., 2016, Titel: 'The wrong side of goodbye', Seiten: 392, Originalsprache
  • München: Droemer, 2018, Seiten: 560, Übersetzt: Sepp Leeb

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Annette Wolter
Don’t mess with Harry Bosch

Buch-Rezension von Annette Wolter Jan 2019

Harry Bosch ist so etwas wie das schwarze Schaf unter den amerikanischen Ermittlern. Seit der Leser denken kann läuft irgendeine Untersuchung gegen ihn, er wird vom Dienst suspendiert oder steht sogar wegen Mordverdacht vor Gericht. Im aktuellen Band 21 ist Bosch bereits ein Rentner, arbeitet aber trotzdem noch ehrenamtlich sowohl für die Polizei in San Fernando CA, als auch auf eigene Rechnung.

Ein Fall zu viel

Auch den Auftrag eines reichen Milliardärs nimmt er an. Dieser hatte als junger Mann eine nicht standesgemäße Affäre mit einer jungen Mexikanerin, die laut des Alten dann angeblich „seine einzige große Liebe“ war.
Bosch soll diskret nach Erben suchen. Er findet auch Spuren, die ihn bis in den Vietnamkrieg zurückführen. Bosch ist ja selbst vom diesem Krieg so traumatisiert, dass er nicht einmal mehr mit seiner Tochter die asiatische Küche genießen kann.
Parallel kämpft Bosch mit seinem offiziellen Fall. Ein Vergewaltiger, der mit Vorliebe junge Latinas überfällt und scheinbar immer einen Schritt voraus ist. Gibt es Gemeinsamkeiten?

Michael Connelly, geboren 1956 in Philadelphia, studierte zunächst Journalismus und Kreatives Schreiben in Florida. Anschließend (ab 1980) arbeitete er für verschiedene Zeitungen in Fort Lauderdale und Daytona Beach, wo er sich auf Polizeireportagen spezialisierte. Nachdem 1986 eine seiner Reportagen für den Pulitzer Preis nominiert worden war, wechselte er als Polizeireporter zur „Los Angeles Times“.

Für sein Thrillerdebüt, „Schwarzes Echo“, den ersten Band der Harry-Bosch-Serie, erhielt er 1992 auf Anhieb den Edgar Award, den renommiertesten amerikanischen Krimipreis. Zahlreiche Bestseller folgten, die ihn zu einem der erfolgreichsten Thriller Autoren der USA machten. Heute lebt er mit seiner Familie wieder in Florida.
Die Serie um Bosch wurde erfolgreich in den USA verfilmt.  Dabei ist wichtig, dass bei der Serie die Chronologie nicht eingehalten wird, sondern immer Versatzstücke aus den mittlerweile 21 Büchern zusammengesetzt wurden.

Bosch ist nicht immer ein Sympathieträger, und stellt die Aufklärung der meistens fiesen und grausamen Morde über alles. Sogar über seine Familie. Auch muss er seine traurige Historie von Beginn an aufarbeiten, und das ist auch ein Grund für seine leicht depressive und zynische Grundeinstellung. Harry arbeitet mit Bella Lourdes zusammen, einer aufgeweckten Latina, die aber schon verheiratet ist. Auch sonst ist Harry nicht der Frauenheld, hat also zumindest die privaten Probleme nicht, die sich mit Frauen zu tun haben.

Der Screen Cutter

In San Fernando stößt Harry durch akribisches Vergleichen von Akten ungelöster Fälle auf die Spur eines Serienvergewaltigers, der seit Jahren hier sein Unwesen treibt. Da dieser Typ die Angewohnheit hat, den Fliegenschutzschirm vor der Hintertür zu zerschneiden, gibt er ihm den Decknamen Screen Cutter.

Das Sonderbare und Beunruhigende an diesem Täter ist der Umstand, dass er immer genau weiß, wann seine weiblichen Opfer ihre fruchtbaren Tage haben und dass er in ihnen sein Sperma hinterlässt. Er hat also keine Angst, durch DNS identifiziert zu werden.
Weil Bosch, die ganze Zeit mit den Erben und Vietnam beschäftigt ist, wird der eigentliche Fall von Bosch bei der Polizei vernachlässigt. Mit fatalen Folgen.

Fazit:

Michael Connelly kann es einfach. Er schafft es die Handlungsstränge intelligent zu verknüpfen und kreiert immer wieder echte Pageturner. Vor allem das Vietnam Thema ist exzellent recherchiert.
Der Fall des Screen Cutters war marginal, so dramatisch der Showdown auch ist. Die Hieronymus-Bosch-Geschichte ist wohl nicht so schnell auserzählt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, auch wenn es hier etwas behäbiger zuging. Wer es härter mag, sollte sich lieber andere Bosch-Bücher zur Hand nehmen oder gleich alle chronologisch lesen.

Sollte Bosch zu alt werden, um zu ermitteln, könnte Connelly es wie Mankell mit Wallanders Tochter Linda halten. Immerhin studiert Boschs Tochter Madeleine ja schon Psychologie mit dem Ziel, Profilerin zu werden. Das kann doch kein Zufall sein. „Unputdownable“, wie die Amis sagen, obwohl das Ende nicht wirklich überraschend ist.

Die Verlorene

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Letzte Kommentare:
03.09.2018 12:20:42
Oldman

Harry Bosch gehört nicht zu meinen großen Lieblingsfiguren, aber die Stories mit ihm besitzen immer eine Klasse, die sie lesenswert machen. So auch diese, die m.E. über dem Durchschnitt liegt. Es werden 2 Fälle miteinander verknüpft, das wird stingent und ohne großen Firlefanz erzählt, die Auflösungen sind spannend und logisch. Was will man da noch mehr? Connelly behält sein Niveau, obwohl er ein Vielschreiber ist. Den nächsten Bosch-Plot werde ich sicherlich wieder lesen.