Die heimliche Macht

Erschienen: Januar 1996

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Forum, 1993, Titel: 'Förgörarna', Seiten: 573, Originalsprache
  • Köln: Klein und Blechinger, 1996, Seiten: 378, Übersetzt: Erik Gloßmann
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 494

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Sabine Reiß
Svedelid kann mit den bekannteren schwedischen Krimiautoren mithalten

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

 

"Verdammt, wir kommen nicht weiter! Wir haben tausend Spuren, aber alle führen ins Leere. Fernsehteams aus ganz Europa und Amerika sind hier, um Dokumentarfilme über das Eindringen der russischen Mafia in Schweden zu drehen, und wundern sich, dass wir keinen der Oberbosse dingfest machen können..." (S. 461)

 

Simon Palm, Leiter einer Fahndungstruppe bei der Stockholmer Polizei, bringt es auf den Punkt.

28. Februar 1986: Ministerpräsident Olof Palme wird in Stockholm auf offener Straße hinterrücks erschossen - der Attentäter ist bis heute nicht gefunden.

Simon Palms Nachname ist vielleicht nicht zufällig gewählt. Nicht nur, dass er einmal mit Palme angesprochen wird, Svedelid lässt seine Figuren auch mehrmals erwähnen, wie frustrierend es ist, dass die Ermittlungen nie von Erfolg gekrönt wurden. Und wäre das Buch nicht schon 1993 erschienen, hätte auch bestimmt der tragische Tod von Anna Lindh Eingang gefunden. Palmes Ermordung hat zwar nichts mit der Handlung zu tun, wir Leser werden aber über die Befindlichkeit der Schweden aufgeklärt. Da ist nichts mit Pipi-Langstrumpf-Idylle, schwedischem Königshaus und wunderbarer Landschaft. Da sind auch keine schrecklichen (Serien-)Morde oder psychologischen Dramen, wie sie in anderen schwedischen Krimis zuhauf auftreten, auch wenn sie wie bei Mankell oder Sjöwall/Wahlöö mit Sozialkritik gepaart werden. Svedelid dreht hier auf Deutsch gesagt ein ganz großes Ding, denn die russische Mafia droht, Schweden zu übernehmen.

Von Schweden nach Moskau

Ein so umfassender Plot ist faszinierend. Und doch ist es kein Spionagethriller, den ich gerade aus der Hand gelegt habe. Der Zufall will es, dass ein "ganz normaler" Kriminalinspektor in einen Sog gerät, aus dem er sich nicht so schnell befreien kann. Der arme Roland Hassel muss während der Ermittlungen aber auch eine Menge erleiden, er wird mehrmals verprügelt, bedroht und entgeht dem Tod einige Male nur knapp. Dabei fing alles so harmlos an: Er will eine Prostituierte retten, die gerade von dem bekannten Kriminellen Kajan Lilja auf offener Straße misshandelt wird, dieser flieht. Als er sie wieder zurück an ihren "Arbeitsplatz" bringen will, werden sie in seinem Auto überfallen und die Frau wird auf seinem Beifahrersitz erschossen. Rolle Hassel soll nach Moskau fliegen, um mit den Eltern des Opfers mittels eines Dolmetschers zu sprechen, auch die Drohung, dass er seine Familie nicht lebend wiedersehen wird, kann ihn nicht davon abhalten. Er nimmt das Gespräch mit den Eltern auf zwei Tonbänder auf, aber diese kommen ihm bei einem Überfall abhanden. Kajan Lilja scheint die Schlüsselfigur zu sein und mit der Suche nach ihm beginnt das Elend.

Angeschossen, verprügelt, bedroht, gerettet

Obwohl ich "Die heimliche Macht" für absolut lesenwert halte, möchte ich zum Schluss noch ein paar kleine Kritikpunkte anbringen: Zunächst, dass Svedelid ziemlich viele Personen ins Spiel bringt, was etwas verwirrt, wenn man das Buch nicht in einem Rutsch lesen kann. Ich musste ein paar Mal zurückblättern, damit ich wieder Anschluss fand. Dennoch liest sich alles recht flott. Die etwas zäh vorangetriebene Handlung im Mittelteil wurde durch das Ende absolut wieder wettgemacht. Und dann kann man sich natürlich über die Chuzpe von Hassel wundern: so viele gefährliche Situationen und immer wieder kommt er davon, das ist schon ein bisschen übertrieben, auch wenn er nie als strahlender Superheld dargestellt wird - im Gegenteil.

Das Buch ist beklemmend. Es hallt noch nach, obwohl es so langsam beginnt. Schade eigentlich, dass es Svedelid in Deutschland noch ein wenig an Bekanntheit mangelt, denn Hassel kann mit den anderen schwedischen Ermittlern durchaus mithalten.

Die heimliche Macht

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Letzte Kommentare:
18.09.2006 13:11:29
hoffmann peter

Eigentlich begeistert der Anfang mit seiner (in schwedischen Bücher ungewöhnlichen) Lebensfreude und dem Humor. Man ist anfangs selbst von den dargestellten Personen (besonders von Simon Palm !) mehr als angetan.
Auch der Plot wird mit der Zeit immer interessanter. Und dann hat der Autor wohl keine Lust mehr gehabt. Die Auflösung ist so lange vorher erkennbar und enthält wirklich null Überraschung. Alle Figuren verblassen am Ende immer mehr. Schade.