Rattenkinder

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Köln: Lübbe Audio, 2015, Übersetzt: Volker Wolf

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Andreas Kurth
Geraubte Kinder und skrupellose Machtmenschen

Buch-Rezension von Andreas Kurth Okt 2015

Viktor Maly, Patient in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik in Linz, lässt die Polizei rufen, weil er angeblich eine wichtige Information für die Ermittler hat. Seine Therapeuten sind mehr als überrascht, immerhin leidet Maly an einer retrograden Amnesie. Chefinspektor Tony Braun bekommt von Maly einen blutverschmierten Zettel mit scheinbar sinnlosen Zahlen in die Hand gedrückt. Doch dann zeigt sich, dass die Ziffernfolge die Koordinaten eines kleinen Parks direkt an der Donau bezeichnet. Dort findet die Polizei eine grausam getötete Frau, neben ihr ein blank polierter Rattenschädel, und ihr Baby in einem Kinderwagen.

Das Team um Tony Braun, Franka Morgen und Bruno Berger ermittelt zunächst im persönlichen Umfeld der Toten, doch schon bald gibt es ganz andere Hinweise. Eine heiße Spur führt nach "Dogcity", in ein berüchtigtes Roma-Ghetto in Tschechien. Viktor Maly gerät ebenfalls ins Visier der Polizei, aber richtig turbulent wird es, als eine zweite Frau ermordet wird. Auch bei ihr liegt ein polierter Rattenschädel - Franka Morgen gerät deshalb geradezu in Panik, und Maly ist scheinbar besser informiert, als er gegenüber Therapeuten und Polizisten offenbaren möchte. Bis zur Lösung des verzwickten Falls haben die Ermittler noch einige Krisen-Situationen zu bewältigen.

Ein rasantes Werk mit einem guten Spannungsbogen

Barbara und Christian Schiller haben mit Rattenkinder die fünfte Folge ihrer Reihe um den Linzer Polizisten Tony Braun vorgelegt. Das Buch ist auch für Neueinsteiger in die Serie ohne Mühe zu verstehen, dürfte aber bei vielen Lesern dazu führen, dass sie sich auch die Vorgänger-Bände zur Hand nehmen. Denn hier steht nicht nur Thriller drauf, sondern es ist auch ein wirklich enorm spannendes und rasantes Werk. Das Autoren-Paar hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil und baut von Beginn an große Spannung auf.

Der Prolog ist mehr als rätselhaft, und kann vom Leser erst sehr viel später eingeordnet werden. Aber er bietet einen tollen Einstieg, und in Linz geht es dann so richtig zur Sache. Es wird ein großes Personal-Tableau aufgebaut, hier wäre ein Personenverzeichnis am Ende des Buches hilfreich gewesen - aber man kann nicht alles haben. Mit der Zeit strukturiert sich das Ganze, und der Leser kann die einzelnen Protagonisten und ihre Bedeutung für die Geschichte einordnen. Allerdings muss man das Buch auch hellwach lesen, um eingestreute Hinweise und mögliche Querverbindungen nicht zu übersehen.

Szenen- und Perspektiv-Wechsel mit kleinen Cliff-Hangern

Schnelle und häufige Szenen- und Perspektivwechsel mit kleinen Cliffhangern sorgen dafür, dass man dieses Buch schon bald kaum noch aus der Hand legen möchte. Das ist mal wieder ein Thriller, bei dem ich empfehle, ihn an einem Wochenende oder im Urlaub zu lesen, damit man nicht zu lange Lese-Unterbrechungen hat. Denn es passiert wirklich viel, an verschiedenen Schauplätzen, mit vielen falschen Fährten und anderen Verwicklungen.

Und im Schlussdrittel zieht das Autoren-Duo das Tempo sogar nochmals an, was man vorher kaum für möglich hält. Erzählt wird aus drei Perspektiven. Zum einen begleiten die Leser Tony Braun und seine Kollegen bei ihrer Polizei-Arbeit, zum anderen ist Viktor Maly als Erzähler tätig. Und es gibt Rückblicke in die Vergangenheit, die in ihrer Bedeutung aber auch erst stückweise enthüllt werden.

Die Personen, und nicht nur die Hauptfiguren, sind dem Autoren-Duo wirklich gut gelungen. Bei den Polizisten ist Tony Braun keineswegs die zentrale Figur, die alle anderen an den Rand drückt. Franka Morgen ist aufgrund ihrer Bedeutung für die Geschichte mindestens ebenso wichtig. Dr. Karen Jansen bleibt lange, eigentlich bis kurz vor Ende, ziemlich undurchsichtig. Viktor Maly ist in mehrfacher Hinsicht eine nicht nur gelungene, sondern überaus wichtige Figur. Wie wichtig, merkt man erst im Laufe der Lektüre - mehr sei hier nicht verraten.

Politisch spannende Themen werden hier angepackt

Viele Personen, viele Irrungen und Wirrungen, große Spannung. Wird am Ende alles miteinander verknüpft und aufgelöst? Nicht alles, der Leser hat auch nach dem Ende genug Raum, einige Aspekte selbst weiter zu durchdenken. Es geht hier um einige politisch spannende Themen. Um die Diskriminierung der Roma, nicht nur in Tschechien, sondern auch in Österreich. Um Macht und das skrupellose Ausleben von Trieben und Bedürfnissen - nur weil man es kann. Um die Bewältigung von traumatischen Erlebnissen, um Aberglaube, Drogenhandel und vieles mehr.

Rattenkinder ist aber auch mal wieder ein Buch, bei dem ich davon ausgehe, dass man es ein zweites Mal lesen sollte. Unter Umständen kommen manche Nuancen und Feinheiten erst dann richtig zur Geltung, oder finden den Weg in das Bewusstsein des Lesers. Und man sollte darauf achten, wann der nächste Roman mit Tony Braun im Handel ist, denn einige offene Fragen dürften da aufgegriffen werden.

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Letzte Kommentare:
03.09.2016 15:00:01
oldman

Das Buch fiel mir eher zufällig in die Hände, gab grad nichts Besseres, da habe ich es dann gelesen, obwohl ich eigentlich psychologisch überfrachtete Krimis nicht wirklich mag. Zumeist deutsche Autoren führen dort einen Seelenstriptease auf der Hälfte der Seiten vor, und die Stringenz einer guten Story bleibt auf der Strecke. Dieser Plot ist zum Glück anders. Ein ordentlicher Spannungsbogen, die Hauptfiguren sind ganz nett charakterisiert, und der oder die Schurken gewaltig böse. Glaubwürdig ist alles nur teilweise, aber die Story ist durchaus unterhaltsam. An einen erstklassigen Krimi reicht das Buch nicht heran, hat mich aber unterhalten, das ist die Hauptsache. Tony Braun ist eine Sereienfigur, ich werde ihn im Auge behalten und evtl. sehen,welche Abenteuer das Autorenduo im nächsten Band für ihn bereithält.

07.07.2016 12:33:44
Crimehands.com

Gleich zu beginn des Romans passieren einige Dinge. Da ist einerseits Jan Maly, der nach einem Jahr in der Psychiatrie wieder spricht und Braun einen Zettel überreicht, auf dem sich Koordinaten und ein Blutstropfen nebst einer aufgemalten Parkbank befinden. Da ist ein Mord und da ist ein fast verunglücktes Baby. Und das sind nur die ersten 50 Seiten – aber in dieser Rasanz geht es weiter, und das ist das tolle an dem Buch, das ein Thriller sein will, aber weit mehr als das ist. Es geht auch um Politik, aber vor allem um von der Politik geduldeten, wenn nicht sogar tolerierten Menschenhandel. Die Kapitel sind mit zwei bis sieben Seiten kurz und knackig gehalten – wenn es spannender wird, wird es seitenmäßig meistens enger, was allerdings gar nicht nötig wäre.

Es ist mein erster B.C Schiller und mir war auch nicht bewusst, dass es sich hier um ein österreichisches Schreiberduo handelt, denn am Schreibstil erkennt man es nicht – wohl aber an der Verortung der Handlung, die im oberösterreichischen Linz spielt. Die Ausdrucksweise in den Dialogen ist allerdings eher an ein deutsches Publikum gerichtet, denn oberösterreichischer bzw. österreichischer Dialekt findet im Buch keinen Eingang. Auch bei den Namen der Charaktere, die Jan, Karen, Urs oder Franka heißen, sind eher nicht österreichisch. Nur der eingecoolte Tony, der eigentlich Anton heißt, aber doch von allen nur beim Nachnamen Braun genannt wird, lässt erahnen, dass wir uns nicht in einer deutschen Großstadt befinden.

Oberinspektor und Chefermittler Braun tritt als typischer Österreicher auf, ist tendenziell grumpy unterwegs, mit einem leichten Hang zum Alkoholismus. Abgesehen davon hat er ein Aggressionsproblem, das in manchen Situationen auch zu Eskalationen führen kann. Er trägt gerne Springerstiefel, die allerdings kein politisches Statement sind – generell ist Braun wohl die unpolitischste Figur im ganzen Buch
Seine Kollegin ist Franka Morgen. Die 24-jährige und Jahrgangsbeste auf der Polizeiakademie ist durch und durch sympathisch, wenn zunächst auch etwas geheimnisvoll, was sie aber sehr interessant macht. Sie hilft mehrmals die Woche in einer Obdachlosenunterkunft aus und träumt von der Moto Guzzi, die schon seit Ewigkeiten beim nahegelegenen Gebrauchtwagenhändler steht.

Was mir beim Charakter Jan, der oben bereits namentlich erwähnt wurde und der Braun immer wieder bei Recherchen hilft, aufgefallen ist: Er sitzt im Rollstuhl und wohnt in einem Kellerloft, welches nur über Stufen erreichbar ist (logisch, weil Keller) – nur: wie kommt er da hinein oder hinaus? Offensichtlich lebt er alleine, hat keine Heimhilfe oder etwas ähnliches. Also wie macht er seine Einkäufe, Amtswege, was weiß ich? Diese Erklärung fehlt mir, auch wenn Jan nicht der wichtigste Charakter in der Geschichte ist – der unwichtigste allerdings auch nicht.

Etwas seltsam mutet eine Szene an, in der eine Vernehmung auf dem Dach der „Schwarzen Halle“ - wie das Kommissariat durchgängig genannt wird – stattfindet. Das erinnert eher an Szenen aus einem schlechten Krimi. Der Showdown am Ende war mir persönlich etwas zu theatralisch und wirft mehr Fragen auf als er beantwortet.

„Rattenkinder“ hat mich dennoch von Beginn an positiv überrascht; es ist eine durchwegs lebhafte und spannende Geschichte, die nicht zu aufgesetzt wirkt, aber leider ein paar Authentizitätsprobleme birgt. Ich denke, eine Prise Dialekt würde der Geschichte nicht schaden, und vermutlich hätte auch das deutsche Publikum kein Problem damit.

09.06.2016 13:12:36
Martin

Hab selten so ein schlechten Krimi gelesen. Schlechte Szenen wechsel. Spannungslos und völlig wirr. Alles durchschaubar und seltsame Geschichte. Selbst wenn man das letzte kapit3l nicht liest würde man kein Gedanken drüber verschwenden. Es wäre eine Erlösung.300 zeichen an die kritik des Buches zu verschwenden ist zuviel. Absolut nicht empfehlenswert

09.03.2016 09:17:45
claudiah

Die Personen sind völlig unglaubwürdig konstruiert,schlecht bearbeitet, voller Unreinheiten ,schwach und unübersichtlich.Niemand spielt wirklich eine klare Rolle.Dazu, eine Geschichte die deutlich hingehauen oder einfach an den Haaren herbei gezogen wurde.
Schade,denn man kann sich schon vorstellen,dass die Autoren es wirklich besser machen könnten,manchmal zeigen sich gut-beschriebene Stimmungen.Ich kann das Buch nicht empfehlen!

08.03.2016 18:31:31
Pascal

Mein erstes Schillerbuch. Rasant gut geschrieben, Einschübe grenzwertig, Szenen teilweise überflüssig und zu lange. Vielleicht kommen auch die Romas etwas zu schlecht weg. Wäre schön, wenn auch da noch etwas Licht dazu käme. 250 Seiten würden auch reichen. Die Leserbewertung 50 Punkte spricht Bände!

25.10.2015 18:51:43
Schneeglöckchen

Also Rezensentin Nicole, ich finde, Sie verraten in Ihrer Rezension viel zuviel. Ich bin im Begriff, dieses Buch zu lesen. Ich möchte doch vorweg keine Inhaltsangabe! Jetzt brauche ich das Buch doch fast nicht mehr zu lesen. Sie haben mir die Spannung genommen.
Stellen Sie sich vor, Sie möchten sich einen Film ansehen und jemand erzählt Ihnen dessen Inhalt in vielen Einzelheiten im voraus. Würde Ihnen das gefallen?

24.10.2015 13:40:39
Nicole

Absolut fesselnd!«Rattenkinder» war mein erstes Buch des Autorenduos B.C. Schiller und ich bin total begeistert!Die Geschichte, die in der Psychiatrie Linz beginnt und deren Wegen immer wieder dorthin - zu Viktor Maly, dem Verdächtigen - führt, fesselt von der ersten Seite an. Chefermittler Tony Braun wird von der Psychiaterin aus dem Bett geklingelt und trifft auf Viktor Maly, der ihm einen Zettel mit Koordinaten zusteckt. Diese Koordinaten führen ihn zu einer Parkbank, auf der eine ermordete Mutter sitzt - ein blank polierter Rattenschädel neben ihr. Parallel zu den Ermittlungen wechselt die Erzählung zu der bedrückenden Stimmung im Slum Dogcity in die Tschechische Republik und zu einer jungen Mutter Tara, deren Sohn verschwunden ist, während sie bewusstlos in einem Gesundheitszentrum vermeintlich in Sicherheit war. Trotz dem Ortswechsel sind die Handlungsstränge gut nachvollziehbar. Bald schon stellt sich für den Leser heraus, dass die junge Polizistin Franka ebenfalls aus Dogcity stammt, sie wird im Laufe der Ermittlungen von Unbekannten bedroht und erpresst, die Ermittlungen vom Hauptverdächtigen Viktor Maly fernzuhalten, sonst würde ihre Vergangenheit ans Licht geholt werden. Derweil begibt sich Tara auf die Suche nach ihrem Sohn und landet ebenfalls in Österreich, wo sie aufgegriffen wird und ihre Schwester Franka wiedertrifft. Ein weiteres Mal hat Viktor Maly Koordinaten für Tony Braun und wieder kommt er zu spät. Eine weitere Mutter mit Baby, ein weiterer Rattenkopf. Die Ermittlungen führen zu einem Babyhändlerring, der den Müttern in Dogcity ihre Babys klaut und an reiche Österreicher mit Kinderwunsch verkauft. Die Handlung wird schneller, Braun verliebt sich in die Psychiaterin, wird betäubt und am Ende bei der Leiche des Staatsanwalts gefunden, wird suspendiert, ermittelt auf eigene Faust weiter. Alles mit Hilfe seiner loyalen Kollegen, die ihn auch weiter mit Informationen versorgen. Und am Ende ist er es, der den wahren Mörder findet, die Person, die in einer Nebenrolle auftritt und komplett unverdächtig erscheint...

21.10.2015 08:48:48
Emilia

Das neue Buch von B.C. Schiller ist wieder super gelungen. Es ist meiner Meinung nach rasanter und dunkler geschrieben. Der Inhalt über neuen Hannibal Lector wurde hier schon oft beschrieben. Ich kann nur zustimmen, dass Viktor maly eine dunkle Seite hat, ist manipulativ und kaltherzig. Ideale Voraussetzung für den Bösewicht.

Ausser 2 Mordfällen wird auch die Situation von Roma geschildert. Da ich selbst aus der damaligen Tschechoslowakei komme, und die Situation kenne, gefiel mir gut wie es im Buch beschrieben wurde. Es gab in meiner nähe keine Romasiedlung wie Dogcity, aber die Lebensbedingungen waren wirklich schlecht. Schön, dass es jemand anspricht

Weiterer Pluspunkt ist richtige Rechtschreibung von Tschechischen Orten und Namen (wie oft habe ich mich schon darüber geärgert)

Und zu letzt möchte ich mich bei Kemal - Dönerbudebesitzer - für seine Weissheiten bedanken... Er spricht hier wirklich wahre Worte

FAZIT

ich kann das Buch nur empfehlen, außer einen düsteren Thriller hat man hier wahre Einblicke mit kritischen Punkten an unsere Gesellschaft.
Danke Barbara und Christian Schiller, weiter so

13.10.2015 16:20:15
Lilofee

rattenkinder ist ein sehr spannender und auch
ein politischer thriller.
es gibt immer wieder überraschende wendungen. das thema roma
und der handel mit babys ist keine leichte kost. alles ist sehr gut recherchiert und logisch aufgebaut. das ende läßt einiges offen.
da wird die phantasie des lesers angeregt.
alles in allem ist es ein sehr lesenswertes buch das lust auf mehr macht um chefinspektor tony braun.

08.10.2015 10:18:07
BookHook

Ein Vorzeigethriller – extrem spannend, verwirrend, überraschend und am Ende nachvollziehbar

Zum Inhalt:
Grausame Vorgänge in einem tschechischen Ghetto, zwei brutale Morde an jungen Müttern in Linz und ein für Inspektor Tony Braun dringend Tatverdächtiger, der seit einem Jahr in der geschlossenen Psychiatrie einsitzt…

Meine Meinung:

Mit „Rattenkinder“ legt das erfolgreiche Autorenpaar B.C. (Barbara und Christian) Schiller den nunmehr fünften Teil ihrer Thriller-Reihe um den österreichischen Ermittler Tony Braun vor. Da ich die vorherigen Bände selbst noch nicht gelesen habe, kann ich bestätigen, dass man „Rattenkinder“ problemlos auch einzeln lesen, verstehen und genießen kann. Dass dieses Buch aus der Feder zweier Autoren stammt, habe ich an keiner Stelle gemerkt. Es liest sich absolut flüssig, ohne Brüche und weist einen durchgängig sehr angenehmen Schreibstil auf.

Die Story selbst startet mit einem rätselhaften und mysteriösen Prolog und macht direkt neugierig. Aber auch nach dem Prolog nimmt der Thriller sehr schnell an Fahrt auf. Lediglich mit der Zuordnung der ganzen Namen hatte ich zu Beginn ein paar Probleme, was sich aber relativ schnell gebessert hat. Durch einen stetigen Wechsel der Schauplätze und immer wieder eingeschobene Kapitel eines dem Leser über lange Strecken unbekannten Erzählers bleibt das Spannungsniveau stets auf einem hohem Niveau, so dass dieser Thriller für mich ein waschechter Page-Turner ist.

In diesem Thriller passiert wirklich sehr viel und es ist bis zum Finale ein Verwirrspiel par excellence. Gerade auf den ca. letzten 150 Seiten sind Tempo und Action so hoch, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zum Finale, nach mehreren kleineren Show-Downs, präsentieren die Autoren noch einen richtig packenden Show-Down in einem sehr atmosphärischen Setting. Am Ende wurden die wesentlichen Fragen für mich nachvollziehbar beantwortet. Manches bleibt allerdings auch nach der letzten Seite der Fantasie des Lesers überlassen, was ich als bewusstes Stilmittel empfunden habe. Anderes wird wohl erst im bereits geplanten nächsten „Tony Braun“-Thriller Erwähnung finden. Alles in Allem war der Plot und dessen überraschende Auflösung sehr rund.

Auch die Charaktere gefallen mit außergewöhnlich gut. Sie sind für meinen Geschmack detailliert „ausgearbeitet“ und sehr unterschiedlich, so dass man es mit „wirklichen Individuen“ zu tun bekommt. Als echtes „Highlight“ habe ich den zentralen Charakter des „Viktor Maly“ empfunden. Er ist absolut undurchschaubar, geradezu ein Phantom, und hatte für mein Empfinden etwas „Hannibal Lecter artiges“. Dass uns die beiden Autoren einen Blick in sein Innerstes erlauben ohne dass es dem Leser „dank“ der Amnesie Malys zu viel verrät, finde ich äußerst raffiniert. Aber auch die Nebencharaktere sind den beiden Autoren für meinen Geschmack wirklich gut gelungen (allen voran der „Dönerbuden-Poet“ Kemal).

FAZIT:
Ein Verwirrspiel par excellence, das diesen wahnsinnig spannenden Thriller zu einem echten page-Turner macht. Nichts für schwache Nerven!