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Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Athen: Gabrielides, 2014, Titel: 'Τίτλοι Τέλους', Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 2015, Seiten: 355, Übersetzt: Michaela Prinzinger
  • Zürich: Diogenes, 2016, Seiten: 355

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Warum geht es in Griechenland nicht endlich aufwärts? Die unbekannte Gruppierung »Griechen der fünfziger Jahre« glaubt die Schuldigen zu kennen. Aber geht die jüngste Mordserie wirklich auf ihr Konto? Kommissar Charitos ermittelt im Chaos der Stadt Athen, wo der labile soziale Frieden von radikalen Splittergruppen gefährdet wird, nicht zuletzt auch von der »Goldenen Morgenröte«.

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Letzte Kommentare:
13.03.2016 19:17:38
Süntelgeist

Markaris hat diesmal einen eher schwachen Krimi geschrieben. Er weist zwar das bekannte Ambiente der Reihe auf - Charitos liebt seine Familie, aber schon das Umfeld im Polizeipräsidium ist diesmal eher zahn- und kraftlos.
Um den Krimi besser verstehen zu können, sind Kenntnisse der griechischen Geschichte sinnvoll, da doch der griechische Bürgerkrieg und die verschiedenen verfeindeten Gruppen eine große Rolle spielen.
Der Hauptmangel liegt aber in der unbefriedigenden Auflösung des Falles. Wenn erst in den letzten fünfzig Seiten die eigentlichen Verdächtigen eingeführt und dann schnell überführt werden, ist das doch schon ärgerlich. Das ist so die Mörder=Gärtner-Methode. Zudem sind die Motive der Täter auch wenig glaubwürdig.

12.01.2016 19:24:37
walli007

Die Deutschen
Kommissar Kostas Charitos veräppelt sie gerne mal diese Deutschen. Zum Beispiel diesen Lebensgefährten von Mania, einer Freundin und Geschäftspartnerin Katerinas, der mit deutscher Gründlichkeit bemüht ist, Grieche zu sein. Auf dem Weg zu einem Gerichtstermin wird Katerina von zwei Neonazis zusammengeschlagen. Der Vater Kostas ist natürlich sehr besorgt, der Polizist Charitos geht mit Vorsicht vor, denn schließlich will er die Täter überführen, ohne ihren Parteifreunden Zulauf zu verschaffen. Da scheint der Selbstmord eines Deutschgriechen zunächst nur eine Nebensache. Als allerdings eine Gruppe, die sich „Die Griechen der fünfziger Jahre“ nennt, ein Schreiben veröffentlicht, mit dem beklagt wird, eben jener Deutschgrieche sei ermordet worden, nimmt Kommissar Charitos die Ermittlungen auf.

Den Griechen geht es schlecht, sie fühlen sich als das Armenhaus Europas, seitdem nicht nur so viele Vergünstigungen gestrichen wurden, sondern die Streichungen inzwischen an die Substanz gehen. Da gibt es Bohnen und Linsen statt Fleisch und öffentliche Verkehrsmittel statt Auto. Man mag sich das nicht vorstellen. Dennoch muss Recht und Ordnung aufrecht erhalten werden. Manchmal sogar gegen Wiederstände in den eigenen Reihen. Leicht hat der es Kommissar wahrlich nicht. Zum Glück hat er seine Adriani, die selbst aus den einfachsten Zutaten ein schmackhaftes Mal bereitet.

Gerne soll die Schuld auf die Ausländer geschoben werden. Und Menschen, die eben für diese eintreten, so wie die Anwältin Katerina, werden nieder geprügelt. Fast wie ein Gegenpart oder wie ein vorgehaltener Spiegel wirkt da die Schilderung des Systems. Von politischen Klassen geschafften nährt es sich selbst aus widersinnigen Anweisungen und Vorschriften, die sich kaum befolgen lassen. Und trotz der Krise fehlt es an Mut und Durchsetzungskraft wirklich etwas zu ändern, schließlich sitzen immer noch die selben Personen an den entsprechenden Stellen. Recht schonungslos schildert der Autor die Verhältnisse, die nur im ersten Moment schwer verständlich erscheinen. Man sollte nicht meinen, dass es hier kein System gibt, mit dem es schwierig ist umzugehen, wenn man von draußen kommt. Auch hier kann man von Pontius zu Pilatus rennen. Auch wenn man nicht in jedem Augenblick einen Geldschein in der Hand halten muss, gegen ein System anzugehen, ist nahezu immer ein Ding der Unmöglichkeit. Man kann nur scheitern und zwischen seinen Mühlsteinen zermahlen werden.

Spannend.

01.07.2015 08:59:20
vifu

Leider schon wieder ausgelesen! Dieses Buch beschreibt sehr schön präzise die Veränderung der griechischen Verhältnisse während unserer andauernden Finanzkrise. Der Kriminalfall dient nur als Vehikel um Einzelpersonen zu beschreiben und verschiedene Lebensverläufe darzustellen. Sehr "süffig" geschrieben. Prima Urlaubsbegleitung.viellleicht in Griechenland

28.06.2015 14:18:13
D. Linck

Buch ist erschienen.
Erschütternt, wie sich die grieschiche Verwaltung gegen die Zukunft und die Befölkerung stemmt.
Wirklich nicht erfunden, sondern bei eigenen grieschichen Freunden erlebt. Noch nie war der soziale Zusammenhalt so wichtig, er funktioniert aber nur innerhalb der Familie. Wer sich, wie die Tochter von Charitos, für die Ärmsten (Ausgestoßenen) einsetzt, wird nicht unterstützt sondern bekämpft.
Traurig