Gesetz des Todes

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • New York: G. P. Putnam´s Sons, 2010, Titel: 'The first rule', Seiten: 308, Originalsprache
  • München: Heyne, 2014, Seiten: 416, Übersetzt: Jürgen Bürger

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Jörg Kijanski
Kurzweilige Action mit kleinen Überraschungen

Rezension von Jörg Kijanski Dez 2013

Als Joe Pike von der brutalen Ermordung Frank Meyers und dessen Familie erfährt, nimmt er umgehend mit Hilfe seines Partners Elvis Cole die Ermittlungen auf, denn Meyer war bis vor zehn Jahren in Pikes Team als Vertragssöldner. Hoch riskante Aufträge haben beide gemeinsam erfüllt bevor Meyer seine Frau Cindy heiratete und seitdem eine Importfirma im Modebereich betreibt. Der Kontakt riss ab, doch Pike fühlt sich für seine Männer verantwortlich selbst über deren Tod hinaus.

 

"Sie hatten darauf vertraut, dass ihre Teamkameraden sie aufhoben, wenn sie stürzten. Keiner wurde zurückgelassen, denn diese Verpflichtung reichte über jegliche Logik und Vernunft hinaus. Es war ein Versprechen gegenüber den Lebenden, das über den Tod hinaus bestehen blieb."

 

Nun wurde also Meyer von einer Einbruchsbande erschossen, die bereits zuvor sechs Überfälle verübte und auch dabei über Leichen ging. Durch das lebensgefährlich verletzte, aus Serbien stammende Kindermädchen der Meyers kommt Pike in Kontakt mit deren Schwester Rina Markovic. Diese führt Pike auf eine erste heiße Spur, direkt in das Zentrum der serbischen Mafia von Los Angeles. Die Jagd auf den Mörder von Frank Meyer kann beginnen, wobei Pike einmal mehr auf die Hilfe altbewährter Freunde zählen kann. Allerdings sind auch Polizei und ATF, das Bureau of Alcohol, Tobacco und Firearms, hinter den Mördern her...

"Das Gesetz bin ich" (frei nach Charles Bronson).

Wer sich für den bisherigen Werdegang von Elvis Cole und Joe Pike interessiert, der möge bitte die zu diesem Thema ausführliche Rezension zu Straße des Todes lesen, um hier Wiederholungen zu vermeiden. Nun ist also Joe Pike endgültig aus dem Schatten seines Partners Joe Cole herausgetreten und zum Protagonisten der Handlung mutiert.

 

"Ich bin niemals jemandem begegnet, der so viele Leute umgebracht hat wie Sie und trotzdem nach wie vor frei herumläuft."

 

Dies bedeutet auch, dass Pike deutlich mehr zu reden hat wie in vorausgehenden Büchern, in denen er ähnlich schweigsam agierte wie Clint Eastwood in seinen früheren Meisterwerken. Pike war einst Berufssöldner, umgab sich mit den besten Männern des Metiers und erfüllte gefährlichste Aufträge über den Globus verteilt. Dies zahlt sich nun aus, denn im Kampf gegen führende Köpfe der serbischen Mafia von L.A. ist er auf die unterschiedlichsten Hilfen seiner Ex-Kollegen angewiesen. Detailliert beschreibt Robert Crais die Arbeit Pikes, der zunächst jedes Terrain sorgfältig auskundschaftet bevor er, selbst für Ermittler der Special Investigation Section (SIS) des LAPD, unsichtbar bleibt.

 

"Moment mal. Dis SIS observiert diesen Typen, und du bist in seine Bude eingebrochen?"
"Ja."
"Das ist krass."

 

Robert Crais liefert mit Gesetz des Todes einen gradlinigen und schnörkellosen Pageturner, in dem der Protagonist das Gesetz in die Hand nimmt; Selbstjustiz inklusive. Wem der eine oder andere Mord in diesem Zusammenhang aus Gründen der "political correctness" sauer aufstößt, der darf gerne gleich zu einem anderen Buch greifen; die Auswahl ist ja groß genug. Wer aber derartige Verhaltensweisen – ähnlich wie bei Filmen der Marke "Expendables" – eher locker nimmt und Filme von Arnold Schwarzenegger als gute Action versteht und nicht etwa als Werbefilme für die amerikanische Waffenindustrie, der wird an diesem Thriller seine Freude haben. Hierzu muss man allerdings anmerken, dass die Werke von Robert Crais ausdrücklich nicht mit den vorgenannten Filmen verglichen werden sollen; eher drängt sich ein Vergleich mit seinem Kollegen Don Winslow auf. Gesetz des Todes hat keine Längen, der Mix aus Ermittlung und Action ist ausgewogen, Sprache und Erzählstil dem Genre entsprechend, die Unwissenheit der polizeilichen Behörden versteht sich fast von selbst.

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