Der tibetische Agent

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Rütten & Loening, 2013, Seiten: 400, Übersetzt: Thomas Haufschild
  • New York: St. Martin´s Press, 2012, Titel: 'The mandarin gate', Originalsprache

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Shan, der Ermittler im tibetischen Hochland, kehrt zurück. Vier rätselhafte Morde und eine Verschwörung, die nicht nur das Leben der Tibeter bedroht. Mit seinem Freund, den Lama Lokesh hilft Shan einem Mönch eine Gebetsstätte, die von Chinesen zerstört wurde, wieder aufzubauen. Doch plötzlich ergreift der Mönch eine Pistole - und erschießt sich. Selbst der gelassene Lokesh ist entsetzt. Shan versucht herauszufinden, warum der Mönch sich getötet haben könnte. Und er stößt auf drei weitere Tote: eine tibetische Nonne, einen Chinesen und einen dritten, den er später als deutschen Filmemacher identifiziert. Doch wie hängen diese Morde zusammen? Kann tatsächlich ein Mönch der Mörder sein? Shan begreift, nur die Freundin des Filmachers kann Auskunft geben, doch sie ist irgndwo im Hochland verschwunden.

Der tibetische Agent

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Letzte Kommentare:
26.05.2016 13:20:10
walli007

Die große Sünde

Shan und Lokesh helfen bei Wiederaufbau alter tibetischer Schreine. Dabei haben sie die Bekanntschaft mit einem Lama geschlossen, dessen kluge und vorsichtige Handlungen in ihren Augen von großer Erleuchtung zeugen. An einem besonders schönen Tag muss Shan entsetzt mit ansehen wie sich eben jener Lama vor seinen Augen erschießt, eine der größten Sünden, die ein tibetischer Mönch begehen kann. Was kann nur die Ursache für diese Tat sein. Sofort macht Shan sich ins nahe gelegene Kloster auf, um mehr über die letzten Wege des Erleuchteten herauszufinden. Dort allerdings erwarten ihn keine Informationen, sondern er muss mit Grauen feststellen, dass im Innenhof drei weitere Menschen den Tod gefunden haben.

Shan, der ehemalige Ermittler in Peking in Ungnade gefallen und dem Gulag entkommen, beginnt seine Nachforschungen. In großer Dankbarkeit gegenüber seinem Freund Lokesh, der ihn im Lager über die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit hinweg geholfen hat, beschäftigt sich Shan eingehend mit der erhaltenswerten tibetischen Kultur und unternimmt was in seiner Macht steht, um Unheil von der tibetischen Bevölkerung abzuwenden. Die chinesische Staatsmacht sähe es am Liebsten, wenn von der Kultur Tibets nur noch eine Touristenattraktion bliebe. Ein tibetischer Staat, das tibetische Volk - beides soll mit Freude im chinesischen Staat untergehen. Um diese Entwicklung voranzutreiben sind sich Polizei und Geheimdienst fast für nichts zu schade. Doch wer sollte ein Interesse daran haben gleichzeitig eine Nonne, einen ausländischen Fotografen und einen chinesisches Bandenmitglied umzubringen.

Wie schon gewohnt, entführt Eliot Pattison seine Leser in das Hochland Tibets. Er beschreibt Orte, die kaum je ein Tourist zu sehen bekommt und Begebenheiten, die sicher wahr sein könnten und die ebenso sicher nicht nach außen dringen sollen. Es überschauert einen bei dem Gedanken wie systematisch die Kultur des tibetischen Volkes kaputt gemacht werden soll. Schon Kleinigkeiten werden hergenommen, um Menschen für Jahre in Straflager zu bringen. Verschwindet jemand, gibt es keine Sicherheit, ob er je wieder auftauchen wird. Doch der stille Widerstand der Tibeter und auch Shans intelligent ausgefeilte Ideen, die Wege der Macht zu Gunsten der Schwachen auszunutzen, lassen einen hoffen, dass noch nicht alles verloren ist. Die Reihe um den Ermittler Shan ist ausgesprochen lesenswert und geeignet das Interesse an den Vorgängen in Tibet zu schüren.