Der große Schlaf

Erschienen: Januar 1950

Bibliographische Angaben

  • London: Hamish Hamilton, 1939, Seiten: 301, Originalsprache
  • Nürnberg: Nest-Verlag, 1950, Titel: 'Der tiefe Schlaf', Seiten: 262, Übersetzt: Mary Brand, Bemerkung: Krähen-Bücher
  • Frankfurt am Main: Verlag Das Goldene Vlies, 1956, Titel: 'Der tiefe Schlaf', Seiten: 174, Übersetzt: Mary Brand
  • Frankfurt am Main, Berlin: Ullstein, 1969, Titel: 'Der tiefe Schlaf', Seiten: 172, Übersetzt: Mary Brand
  • Zürich: Diogenes, 1974, Titel: 'Der große Schlaf', Seiten: 200, Übersetzt: Gunar Ortlepp
  • Berlin: Volk und Welt, 1976, Titel: 'Der tiefe Schlaf', Seiten: 254, Übersetzt: Mary Brand, Bemerkung: mit Chandler über Chandler: Briefe, Notizen, Essay
  • Beltershausen: Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen, 2000, Seiten: 6, Übersetzt: Hans Eckardt
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Seiten: 192, Übersetzt: Gunar Ortlepp
  • Zürich: Diogenes, 2008, Seiten: 200, Übersetzt: Gunar Ortlepp
  • Zürich: Diogenes, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Christian Brückner

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Thomas Kürten
Marlowe zum Ersten

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2003

Es ist 1939, als ein 33-jähriger Detektiv in Los Angeles eine erste literarische Ermittlung aufnimmt. Philip Marlowe heißt die Figur, ein Schnüffler mit einem schäbigen kleinen Büro in Hollywood. Von hier aus sollte er mit Logik, Fäusten und blauen Bohnen die Welt der Kriminalliteratur erobern. Bis heute haben die Romane Raymond Chandlers, Marlowes schriftstellerischen Vaters, nichts an ihrer Faszination verloren. Und Dank eines Humphrey Bogart hat Hollywood dieser Figur ein bis heute unverwechselbares Gesicht geschenkt.

Der sterbenskranke General Sternwood hat zwei missratene Töchter. Die ältere mit einem Schnapsschmuggler verheiratet, der seit kurzem verschollen ist, die andere eine orientierungslos naive Nymphomanin, und beide mit einem Hang zum Glücksspiel. Als der General mit einem Schuldschein erpresst wird, der die Unterschrift der jüngeren trägt, wird Marlowe zur Hilfe gebeten. Er soll den Gläubiger finden und ihm klar machen, dass er sich keine falschen Hoffnungen machen soll. Doch der Erpresser ist für Marlowe nicht in seinem Laden zu sprechen. Der Detektiv bringt jedoch in Erfahrung, dass der Mann in seinem Antiquariat mitnichten alte Bücher, sondern Pornographie verkauft. Als er den Erpresser am Abend in dessen Haus zur Rede stellen will, fallen Schüsse. Marlowe findet den Antiquar tot in einer Art Fotostudio, während sich auf dem dortigen Bett die sturzbesoffene jüngere Tochter des Generals räkelt. Vom Täter keine Spur.

Wie lautet Ihr Auftrag?

Am nächsten Morgen passieren drei Sachen: Jemand räumt das Hinterzimmer des Antiquariats aus, die ältere Tochter wird mit den Aktaufnahmen ihrer jüngeren Schwester erpresst und der Chauffeur des Generals wird samt Limousine aus dem Pazifik gefischt. Marlowe ermittelt weiter, weil er hinter kleinen Gaunereien ein größeres Verbrechen wittert. Warum fragt ihn alle Welt, ob er den verschwundenen Ehemann der älteren Tochter sucht? Je mehr Marlowe ans Licht bringt, umso gefährlicher wird die Situation für ihn.

 

Ich bin nicht Sherlock Holmes oder Philo Vance. Ich schnüffle nicht, nachdem die Polizei schon da war, noch mal am Tatort rum, um ´ne zerbrochene Füllfeder aufzulesen und ´nen Fall drauf aufzubauen (S. 186)

 

Deutlicher konnte Chandler sein Anliegen nicht formulieren. Er besaß den Ehrgeiz, die seinerzeit populäre Form der Detektivgeschichte, die nach immer dem gleichen Schema abzulaufen schien, literarisch aufzuwerten und zu einem realistischen und gesellschaftskritischen Roman zu erweitern. Der geniale Denker im karierten Lodenmantel mit Pfeife und Lupe hatte sich selbst überholt und ein neuer, moderner, bodenständiger Kämpfertyp war seine Ablösung. Philip Marlowe als Ich-Erzähler war eine Figur, mit der sich die Leser viel eher anfreunden konnten als die Superhirne des Golden Age.

Heute noch aktuell

Der große Schlaf ist einer der absoluten Klassiker der Kriminalliteratur. Chandler präsentiert eine Geschichte voller Überraschungen und rasanter Entwicklungen in den Personenkonstellationen. Seine Themen sind auch heute noch aktuell, der Roman bräuchte nur wenig umgeschrieben zu werden und könnte dann auch noch in der Gegenwart spielen. Den besonderen Charme entwickelt der Roman durch die immer wieder locker-lakonischen Kommentare des Protagonisten, der sich mitunter als großer Zyniker präsentiert. Allerdings ist dieser Marlowe auch mit sehr moralischen Charakterzügen ausgestattet: Die einfache Beute auf seiner Bettkante passt nicht in sein Jagdschema.

Phasenweise scheint sich der Roman in Szenenbeschreibungen zu verlieren. Dadurch dass der Autor seinen Marlowe ausführlich Details schildern lässt, schafft er Atmosphäre, muss dafür jedoch Tempo aus seiner Erzählung heraus nehmen. Nur hier wirkt der Roman heute manchmal etwas holprig, was jedoch durch Stilblüten wie"Auf einer angeknabberten Gummimatte stand ein fleckiger, gern verfehlter Spucknapf" immer wieder entschädigt wird. Chandlers Der große Schlaf ist ein grandioser Hardboiled, tempo- und actionreich, witzig, überraschend und vor allem mit einem Gespür für die Schilderung der Realität ausgestattet, wie es bei damaligen Kriminalromanen nicht selbstverständlich war. Die besondere Qualität liegt jedoch darin, dass Chandler heute zugestanden werden muss, ein zeitloses Stück Kriminalgeschichte geschrieben zu haben.

Der große Schlaf

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Letzte Kommentare:
02.08.2020 21:06:29
Manuel Paul

Der zynische, lakonisch Stil und damit verbunden eine Reihe an Zitaten aus Chandlers Marlowe Geschichten ist für mich unerreicht. Ich lese die Romane auf Englisch - kann also die deutschen Übersetzungen nicht bewerten. Denke aber, dass Chandlers kunstvoller Umgang mit der englischen Sprache sich im Original am Besten erfahren lässt. Bin dabei alle Werke nochmals zu lesen und immer noch von vielen Passagen fasziniert.

10.04.2019 17:56:05
Markus Wildenblanck

Einer der ganz grossen stilprägenden Klassiker des Hardboiled-/Noir-Krimis

Chandlers "Der grosse Schlaf"/"The big sleep" um den Detektiv Phillip Marlowe ist mit Hammetts "Der Malteser Falke"/"The Maltese Falcon" um den Detektiv Sam Spade zusammen einer der grossen amerikanischen Hardboiled-Krimiklassiker der 30er/40er. Beide Romane wurden auch als Verfilmung mit der Ikone Humphrey Bogart zum Prototyp des Film Noir.

Ich denke, dass die meisten heutigen Leser dieses Buches so wie ich mit dem Film Noir schon vertraut sind, die typischen Merkmale des Film Noir und vielleicht auch die Verfilmung dieses Buches bereits kennen, und auch mal neugierig sind wie sich das wohl als Buch liest.

Von daher fasse ich mich kurz. Dieser Roman ist, wie man nicht anders erwarten würde, absolut stilprägend: Phillip Marlowe ist auch hier der zynische, harte amerikanische Detektiv mit dem goldenen Herzen, der damals in der Literatur so anders war als die Gentlemen und Ladies, die wir aus dem klassischen englischen Detektivroman gewohnt waren, wie eine Miss Marple oder ein Sherlock Holmes.

Das LA des Philip Marlowe ist eine harte Welt des falschen Scheins und der Illusionen, in der Gut und Böse verwischt, alle ihren eigenen Leidenschaften und Nöten nachgehen und viele ein falsches Spiel treiben. Eine realistische oder gar hyperrealistische Welt des Verbrechens, der Erpressung und des Mordes, in der der Detektiv und Ermittler nicht schlauer kombiniert als die Polizei, sondern mehr erfährt weil er das Leben und die Gesetzte der Strasse kennt. Natürlich dürfen auch die Femmes Fatales nicht fehlen.

Ein wirklich schönes Buch, mit einer überraschenden Auflösung des Verbrechens am Ende, und einfach Pflichtlektüre für jeden Krimi- und Noir-Fan. Klasse von der Atmosphäre und vom Stil her. Leider jedoch sehr verwirrend, von der Handlung, wer nach dem Sehen des Filmes hier mehr Klarheit erwartet, wird enttäuscht sein. Lieber diesen Krimi, seine Stadt und seine Handelnden Personen wie ein Gemälde auf sich wirken lassen denn es als intellektuelle Herausforderung begreifen zu wollen.

01.11.2016 15:41:07
Ojott

Seltsam, aber immer wenn ich Krimibegeisterte dabei erwische, wie sie Chandler in einem Atemzug mit Hammett oder McDonald usw. nennen weiss ich genau, dass wir zwar denselben Helden haben, aber auf sehr unterschiedlichen Wegen zu ihm gelangt sind. Nichts gegen die anderen und ein Hoch auf die Vielfalt, aber Chandler spielt in einer eigenen Liga. Für mich war das "whodunnit" immer sekundär, die Handlungsstränge in den komplexeren Geschichten habe ich oft erst spät durchschaut. Aber das habe ich nie als Nachteil empfunden, weil es primär auf die Situationen und die Charaktere ankommt und Chandlers einzigartige Fähigkeit Sprache so einzusetzen, dass ich komplett in der Geschichte bin.

15.10.2015 21:01:49
klaus meier-pauken

Chandler hat eine ganz eigene Sprache. So wie er Bilder im Kopf durch seine genaue Beobachtungsgabe und der entsprechenden Beschreibung entstehen lässt, ist einzigartig. Man ist ganz dabei und geht neben den Akteuren. Jede Seite wird zum überraschenden Genuss, weil man niemals auf die Idee käme oder überhaupt in der Lage wäre, dieselben Dinge oder Situationen so auszudrücken wie er. Seine Bücher sind sind mehr als nur Krimis. Es ist einfach ganz große Literatur!

13.06.2015 17:17:35
DEWI

Leute wie Chandler gibt es heute leider nicht mehr. Stattdessen 800 Seiten Krimis, wie Val McDermid und andere, die Gänseblümchen am Wegesrand bedeutend erscheinen lassen. Die solten mal erst chandler oder Hammett lesen, dann schreiben und nicht mehr als 180 Seiten. Das schafften im Augenblick nur Didier Daenninckx, Andrea Camilleri, Jean Claude Izzo und früher Jörg Fauser. Alle andern, vor allem die schlachtplatten Schweden-Autoren, bitte nach Hause gehen und nie wieder schreiben.

04.10.2014 19:14:56
Uwe Dietmar Bogenreuther

Es steht für mich außerfrage, daß dieser
General Sternwood mit John D.Rocke-
feller, der 1937 98jährig starb das vorbild
hat. Die hingeklatschten haare(verm. perücke beim original)... alles stimmt---
nur dasz Ray das original überhaupt
nicht sympathisch fand.Letztendlich ist es Rays abrechnung mit der ölwirtschaft.
Ich bin mir auch nicht sicher, ob Dade
Trevilyan(ein ca. 12-15 jähriger junge)
nicht mit David Rockefeller identisch ist.
Als oil executive könnte Ray diesen durch-
aus kennengelernt habe.Ab der"ölwirt-
schaft" ist alles aber müßige spekulation

09.02.2014 09:57:28
DStatt

Als Bücherleser mit Jahrzehnten an Erfahrung würde ich jedem raten, dieses Buch mindestens zweimal zu lesen. (Das ist übrigens ein grundsätzlicher Tipp.)
Anfangs etwas verwirrend und auch holperig im Ablauf, kann man eine interessante Art des Schreibens erkennen. Keine einfache Geschichte, keine geordnete Darstellung der Dinge, sondern ein Ablauf mit Szenen, wie im Film. Die etwas schnodderigen Kommentare von Marlowe wirken heute vielleicht seltsam, sind aber schon viel passender, wenn man sich einen Typen wie Humpfrey Bogart in der damaligen Zeit vorstellt.
Ich habe das Buch dreimal gelesen, obwohl mir Krimis mit so vielen Leichen grundsätzlich eher nicht so gefallen.

10.12.2012 08:52:27
Klaus-Günther Beck-Ewerhardy

So, ich habe das Buch auch noch einmal gelesen und muss sagen, dass ich erstaunt gewesen bin, dass ich die Dichte und die Bildhaftigkeit der Sprache genauso vergessen hatte, wie auch die sehr überlegte Art des Helden mit den Vorurteilen seiner Zeit umzugehen. Ein wirklicher Klassiker der Detektivliteratur.

02.09.2012 15:09:37
Stefan83

Auch wenn es Dashiell Hammett war, der das "Hardboiled"-Genre eigentlich aus der Taufe hob - kein anderer hat es so geprägt und letztlich salonfähig gemacht, wie Raymond Chandler. Sein Stil gilt bis heute als richtungsweisend und taktgebend, für alle Schriftsteller, die sich im "Noir"-Bereich tummeln. Kaum einer, der den in Chicago gebürtigen Autor nicht als Vorbild angibt. Wann immer man zu einem Buch von Connolly, Lehane und Co. greift - der Name Chandler fällt einem, meist schon auf dem Klappentext, direkt ins Auge. Das diese an Heldenverehrung grenzende Würdigung durchaus seine Berechtigung hat, wird man bereits nach der Lektüre von Chandlers Erstling "Der große Schlaf" feststellen.

Im Jahre 1939 erschienen, war die Wirkung dieses Buchs mit einem Urknall in der Literatur vergleichbar. Während auf der anderen Seite des Atlantiks die Morduntersuchung als fairer Sport unter Gentleman das "Golden Age" der "Whodunits" trug, stellte Philip Marlowe eine gänzlich neue Art des Ermittlers dar. Er ist der Ur-Typus des unbestechlichen, harten und melancholischen Einzelgängers. Ein Privatdetektiv, dem der Auftrag wichtiger ist als Geld, der gnadenlos tötet, wenn es sein muss und der sich doch zwischen all den korrupten und geschmierten Bullen des sonnigen Kaliforniens seine Moral bewahrt hat. Chandler hat ihn mit lakonischem Witz, tiefschwarzem Sarkasmus und einer unerreichten Coolness aufs Papier gebracht, die bis heute beeindruckt und seinesgleichen sucht. Weit weg vom Glamour Hollywoods tauchen wir in düstere Gassen ein, harren in dunklen Ecken aus und treffen bildhübsche Frauen, deren Attraktivität aber letztlich nicht reicht, um uns von unserem Weg, der Aufklärung, abzubringen.

Über knapp 200 Seiten führt uns Chandler durch die erstaunlich komplexe Geschichte aus Erpressung, Entführung, Mord und Prostitution - mit einer Sprache, die schnurrt wie ein Kätzchen, mit einer atmosphärischen Dichte, welche man mit dem Messer schneiden könnte, mit Twists and Turns, die uns mit den Ohren schlackern lassen. "Der große Schlaf" ist nicht mehr und nicht weniger, als ein (auch sprachlich) herausragendes Kunstwerk. Ein kultiger Klassiker, der keinerlei Staub angesetzt hat, der in jeder Zeile vor Leben sprüht, und der alles, ja, aber auch alles bietet, was ich an dem "Hardboiled"-Genre so liebe.

03.08.2010 13:19:12
tedesca

Irgendwie hat mich dieser erste Teil der Philip-Marlowe-Reihe nicht so richtig gepackt, obwohl das Buch an sich witzig geschrieben ist, die Typen gut rüberkommen und auch die Geschichte nicht unspannend ist. Es spielt ja Ende der Dreissigerjahre, und diese Gangstersprache (ich hab das Buch im englischen Original "The Big Sleep" gelesen) klingt für mich wie eine Parodie, es fällt mir schwer, nicht laut aufzulachen, wenn der Oberboss sagt "The girl can dust" für "Die Kleine kann abhauen" - wahrscheinlich hab ich schon zu viele Filme und Perssiflagen auf dieses Genre gesehen, um das wirklich ernstnehmen zu können.


Grundsätzlich ist die Geschichte sehr vielschichtig und birgt bis zum Schluss größere und kleinere Überraschungen. Philip Marlowe, den wir hier ja zum ersten Mal treffen, gewinnt immer deutlichere Züge und wird einem immer sympathischer. Sehr ansprechend finde ich seine ganz persönlichen Gedanken, die er als Ich-Erzähler ja mit uns Lesern teilt. Somit bekommt er noch eine Chance, der zweite Teil ist bereits bestellt.

14.01.2010 15:02:27
Cordevole

Ein Meisterwerk!In der Tat ist die Handlung etwas komplex. Man muss sich schon ein wenig hineinarbeiten. Aber ein musikalisches Meisterwerk wie den Parsifal muss ich mir auch erst erarbeiten, während sich irgend ein Ohrwurm aus dem Radio aufs erste erschließt, aber genauso schnell auch wieder abnutzt.Die Handlung steht hier auch gar nicht so im Vordergrund, sondern vielmehr das Erzählen als solches. Es ist eine bilderreiche Sprache, die den Personen Charakter und der Geschichte Atmosphäre verleiht. Man kann die Zeit und die jeweilige Situation problemlos nachempfinden, sich quasi hineinfallen lassen.Das alles ist gewürzt mit Witz, Ironie, Zynismus, es fehlt aber auch nicht an Spannung und (zeitloser) Aussage.Dass an der Erzählweise "etwas holprig" sein soll, wie der Rezesent meint, ist mir nicht aufgefallen. Es mag symptomatisch für unsere Zeit, aber nicht für einen guten Roman sein, wenn das Tempo immer gleichbleibend hoch ist. Ein Kriterium für gute Musik ist ja auch nicht die Zahl der bpm. Gerade der kunstvolle Tempowechsel macht die Geschichte lebendig und baut Spannung auf.

27.03.2007 20:26:23
Fabian

Was die Darstellung des Philip Marlowe von Humphrey Bogart angeht:Da Bogart auch 5 Jahre zuvor schon Samuel Spade gespielt hatte,der Marlowe zwar ähnlich ist,aber da Spade eine völlig andere Art hat und ein völlig anderes Aussehen,denke ich,dass Bogart als Marlowe nicht so überzeugend wirkt.

27.02.2007 19:23:07
D. Schäfer

Ich lese es gerade als Schullektüre und bin eher mäßig begeistert. Die Story ist ja ganz gut aber wie schon in anderen Meinungen zu lesen ist, sind die vielen Beschreibungen einfach zu viel des Guten. Dadurch fällt einem das Verfolgen der Gesamthandlung schwerer und ich finde, dass sich das buch auch schleppender liest als andere Romane.
Gut, das kommt jetzt von einem Schüler, aber ich habe wirklich schon packendere Bücher gelesen.

17.09.2006 16:38:54
hoffmann peter

Die vorhergehenden Kommentare treffen das Problem dieses Kriminalromans richtig: Man denkt beim ersten Lesen, daß alles viel zu undurchschaubar , viel zu detailversessen und damit langatmig wird. Da sind wir aber mehr Opfer unserer heutigen Lesegewohnheiten als Opfer der schlechten Schriftstellerarbeit. Vor etwa 70 Jahren war es für einen Schriftsteller gar nicht einfach, dieses pralle Drogen- und Sexualproblem in "verkaufbare" und vor allem erlaubte Worte zu packen. Somit ergibt sich tatsächlich ein passagenweise umständlicher Krimiplot und damit der wohl schwächste "Marlow".

25.01.2006 20:58:41
milla

Einer DER großen Klassiker des Krimi-Genres aus der Feder des berühmtesten Hardboiled-Autoren. Leider ging er an mir fast komplett vorüber. Die vielzitierte Lakonie schimmerte zwar durch, aber statt ihrer beherrschte eine teilweise sehr ermüdende, nicht enden wollende Anhäufung von Detailbeschreibungen die Szenerie. Bestimmt ein Drittel verbringt Chandler damit, die Deckenbalken oder Teppiche zu beschreiben, was bei mir zumindest ab der dritten Wiederholung eher Langeweile als Faszination hervorrief. Möglicherweise habe ich deshalb den Verwicklungen des eigentlichen Falles nicht ganz folgen können, und ich häufig zurückblättern musste. Vielleicht war es nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit, aber für mich war es eine Enttäuschung, schade!

26.07.2005 14:03:23
Sam Spade

Sicherlich der schwächste Marlowe-Roman. Die Hauptfigur ist nicht so gut ausgearbeitet wie in den folgenden. Ich glaub der Autor selber, wusste selbst nicht wo hin er mit ihr gehen wollte und wie sie sich entwickeln sollt

05.06.2005 22:41:13
fahrens

Lese das Buch gerade im Deutschunterricht ...
ist nicht so schwer zu lesen ...
halte es fuer eins der besten Krimibuecher die ich gelesen hab
muss aber zugeben "der lange abschied" ist viel gelungener doch auf jeden Fall würde isch das Buch weiterempfeheln!!!
zumindest für diejenigen die krimis moegen!

27.05.2005 01:49:34
Dennis

Tja, den berühten Film, mit Bogart als Marlowe mußte ich mir einige male ansehen und verstand ihn leider trotzdem nicht.

Daher schnell das Buch gekauft und alles war verständlich ;-)

Wer den Film auch nur ansatzweise mag, wird das Buch lieben.


P.S.: Zu Bogart als Marlowe -

Meiner Meinung wird der beste Marlowe von Robert Mitchum in "Farewell my lovely / Fähr zur Hölle Liebling gespielt. Dieser Film ist absolut sehenswert für jeden Marlowe-Fan.

05.04.2005 11:26:05
Albert Endrass

Dieses Buch ist ein Meisterwerk !
Schließe mich Franks Meinung an.
Ich habe Chandler damals durch einen gleichaltrigen Freund entdeckt. Sein Vater hatte die Taschenbücher zu Hause rumliegen. Erst fanden wir nur die Sprüche cool ( Ich bin ein großer Junge und kann auch schon alleine .... ) nach und nach entdeckten wir das ganze Universum eines Chandlers. Von dort gings im Eiltempo zu Hammet und Ross MacDonald. Diese Autoren sind eine wohltuende Abwechslung zu den klinisch reinen Landhausmorden ihrer britischen Schreiberkollegen.

21.03.2005 11:33:56
Lundegaard

Nach „Der lange Abschied“ eher enttäuschend. Das Buch beginnt erst ab der Hälfte zu „wirken“ und dass es der großen Zufälle - im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein - gleich zwei gibt, auf dessen ersten dann sogar die Story aufbaut, wirkt ein wenig an dern Haaren herbeigezogen. Die Übersetzung von Gunar Ortlepp ist beschönigend, ja teilweise fast verniedlichend und entstellt dadurch den Hardboiled-Jargon. Sie wirkte nach Wollschlägers Übersetzung von „Der lange Abschied“ wie ein anderer Synchronsprecher für einen geliebten Schauspieler.
Wollschläger Übersetzungen von Chandler – leider bis auf „Der lange Abschied“ keine Marlowes:
- Der lange Abschied
- Erpresser schießen nicht
- Der König in Gelb
- Englischer Sommer
- Mord im Regen
- Gefahr ist mein Geschäft

09.03.2005 16:30:41
alice

mir gefällt das buch "der große schlaf" im großen und ganzen sehr gut. es ist interessant die vorgehensweise des detektives marllowe zu verfolgen. ich denke jedoch, dass es an manchen stellen etwas langartmig geschrieben wurde und hätte mir u.a. mehr spannung gewünscht. jedoch es ist auf jeden fall weiterzuempfehlen

11.01.2005 20:34:45
little marlow

Tja, das buch hab ich ja nicht gelesen.... Aber ich hab den film gesehen... wunderbare geschichte. Habs aber erst beim 2. Anschauen verstanden! Die Zusammenhänge sind erst spät zu erkennen! Das Buch würde ich jederzeit lesen, wenn ich Ziet hätte...

08.01.2005 09:59:04
Rolf Wamers

Die Chandler-Neuübersetzungen bei Diogenes waren sicher gut gemeint aber leider nicht gut gemacht. Es gibt da den berühmten Verriss von Martin Compart im SPIEGEL (!!), berühmt deshalb, weil Compart zwar Recht hatte, aber sich durch ein paar dumme Eigentore selbst diskreditierte.
Fazit: Man lese besser die alten Übersetzungen von Peter Fischer und Mary Brand , erschienen in der Reihe "Krähen-Bücher" im Nürnberger Nest-Verlag, auch wenn da einige wenige Passagen fehlen.

06.01.2005 15:44:46
nina

ich muss dieses buch auch im deutschunterricht lesen und ich verstehe das buch überhaupt nicht!ich weiss auch nicht wo ich mir hilfe her holen kann,da im internet auch nur die zusammenfassung steht!die beschreibungen vonn den personen die im buch vorkommen sind langweilig und viel zu schwer verständlich.dieses buch ist für schüler und jugendliche nicht geeignet.

03.01.2005 11:14:54
Die richtige

Die deutsche Übersetzung holpert an manchen Stellen extrem. Der Übersetzer will alles zu leger herüberbringen. Das klingt manchmal sehr aufgesetzt ("ich zisch jetzt ab"). Nur an wenigen Stellen kann er den Sarkasmus des Protagonisten glaubhaft darstellen.

03.11.2004 15:47:33
katrin

ich lese dieses buch gerade im deutschunterricht mit meiner klasse. ich finde es ziemlich schwer zu lesen, weil es manchmal ziemlich langweilige stellen gibt. wir müssen jede woche eine kleine zusammenfassung von den seiten die wir lesen haben müssen schreiben und das letzte mal hat nicht ein einziger aus meiner klasse die seiten gelesen, weil es wie schon gesagt sehr langweilig ist.

17.06.2004 08:51:06
Rolf Wamers

Danke Frank, genauso isses. Chandlers Abstand(literarisch) zu fast allen anderen Autoren, die sich hier auf der Krimi-couch tummeln, ist etwa so groß wie der von Boris und Steffi zu den heutigen Tenniscracks. Eine andere Liga eben.

14.01.2004 01:01:44
Frank Henningsen

Tja, Chandler... er sagte ja bekanntlich mal auf die Frage eines entnervten Lesers, was zum Teufel das alles bedeuten solle, er wisse es selbst nicht; aber darauf kommt es bei ihm auch nicht an (jedenfalls nicht in erster Linie). Wer auf Plots mit messerscharfer Logik und hoher Nachvollziehbarkeit steht, ist bei Chandler an der falschen Adresse. Aber die Athmosphäre! Permanenter Regen, Korruption allüberall (bei den Polizisten am meisten), und dann dieser Underdog-Detektiv, der einsteckt, einsteckt, einsteckt, nur noch zusammengehalten von einer ebenso diffusen wie zähen Moral, Whiskey und der ungewissen Aussicht auf ein schäbiges Honorar (wenn er denn den Fall überhaupt überlebt),das weitgespannte Panoptikum aus schrägen Typen, das macht ihm keiner nach, das ist, alles in allem, große Literatur im Gewand kleiner, dreckiger Hardboiledgeschichten aus den 40ern. Ein Meisterwerk. (und ich hab´ natürlich auch nur die Hälfte verstanden...)

11.12.2003 13:19:46
hilfe

Ich muss ein Referat in englisch über das buch machen...is wirklich nich witzig ich hab die Zusammenhänge wenig verstanden!

26.10.2003 13:45:45
Lutschi

Ich habe dieses Buch im Englischunterricht gelesen. Nicht zu empfelen. Die deutsche Übersetzung ist zwar auch noch schwer zu lesen, aber ist trotzdem einigermaßen spannend.

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