Bretonische Verhältnisse

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Der Audioverlag, 2012, Seiten: 5

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Wolfgang Weninger
Wein, Weib und Mord.

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Feb 2012

Auch der Verlag Kiepenheuer & Witsch gibt einem schriftstellerischen Neuling eine Chance und lässt Jean-Luc Bannalec in Bretonische Verhältnisse den Kommissar Dupin auf über 300 Seiten ans ermittelnde Werk gehen.

Und dieser Kommissar Georges Dupin, der in der "Blauen Stadt" Concarneu residiert, ist so gar nicht erfreut, wenn er im "Admiral", ganz am Ende der Bar, sein Frühstück einnimmt und dabei von seinem von seinem Adlatus Kadeg gestört wird. Mord zum Frühstück ist so ganz nicht nach seinem Geschmack, aber er muss nach Port Aven und das in der Hochsaison, denn der legendäre Hotelier des Central wurde im einundneunzigsten Lebensjahr Opfer eines Messerattentats.

Das Hotel Central ist eine Institution in Port Aven, haben sich hier doch scharenweise die bildnerischen Künstler der Bretagne niedergelassen und nicht selten anstatt mit Geld mit ihren Schöpfungen bezahlt, von denen einige die Wände schmücken. Keiner kann sich vorstellen, wer dem alten Herrn das Lebenslicht ausgeblasen hat und alle Befragungen scheinen in die Richtung zu gehen, dass der überaus beliebte Hotelier mit Ausnahme seiner Nachkommenschaft nirgendwo angeeckt sei. Dass der Sohn und dessen Frau schon mal ein wenig von der Erbschaft genascht hätten, wird auch Dupin schnell klar, aber ein wirklich zwingendes Motiv sieht er darin nicht. Es muss noch einen anderen Grund in der Vergangenheit von Monsieur Pierre-Louis Pennec geben und der Kommissar weiß, dass er etwas übersehen hat ... und nirgendwo kann man besser darüber nachdenken, als bei einem Spaziergang an den malerischen Klippen, wo auch alsbald eine weitere Leiche die Ruhe stört.

Kommissar Dupin, das ist so ein Großvatertypus, grantig, wenn er gestört wird, eigensinnig und eigenwillig in seinen Methoden und immer darauf erpicht, ein wenig um die Ecke zu denken. Dass er bei diesen Gedankenexperimenten seine Ruhe benötigt und keinesfalls gewillt ist, seine smarte Sekretärin Nolwenn und seine Helferlein Kadeg und Riwal einzuweihen, ist nur eine seiner Eigenheiten. Und was wäre das Leben im Finistère ohne hervorragendes Essen, einen kräftigen Schluck aus der Flasche und eventuell auch angenehme Damengesellschaft, die ihm bei seinen Befragungen begegnet?

Dupin, der ein Nachkomme von Kommissar Maigret sein könnte, beherrscht diesen Roman völlig. Alle anderen Personen sind nur stimmiges Beiwerk und dazu da, die nicht sonderlich originelle Handlung zu bevölkern, wobei die Spannung nur in sehr knappen Dosen an den Leser verabreicht wird. Es scheint Jean-Luc Bannalec in erster Linie darum gegangen zu sein, die Gegend touristisch so auszuschlachten, dass der Leser sofort nach der Lektüre zur Reise nach Port Aven und Umgebung aufbricht. Der Autor zaubert Bilder einer Landschaft und lässt Dupin die Highlights vorstellen, ohne allerdings dabei gänzlich zu vergessen, dass hier eigentlich ein Verbrechen aufzuklären ist.

Das macht Monsieur le Commissaire natürlich und das auf ganz althergebrachte Art durch Gespräche, Beobachtung und Nachdenken. Computer sind ein Spielzeug für die Jungen, die damit umgehen können. Dupin braucht Spaziergänge an den Hafen und die frische Luft für seine kleinen, grauen Zellen (pardon, das war wohl Hercule Poirot aus britischer Feder) . Und der Leser möchte ihn ständig begleiten, wenn der alte Kauz im nächsten Ort ins nächste Café spaziert. Denn das macht den Reiz dieses Buches aus, bei dem der Kriminalfall eher lustlos bis zur Klärung abgehandelt wird.

Monsieur Bannalec darf sich in weiteren Fällen durchaus steigern, was Spannung und Konstruktion betrifft, am Kommissar braucht er nichts zu ändern, denn den muss man einfach ins Herz schließen und da freut man sich schon auf etwas intensivere Krimikost.

Bretonische Verhältnisse

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Letzte Kommentare:
24.01.2018 14:54:09
uknig

Der Kommissar ist ein ganz starker Charakter der Sorte Einzelkämpfer, dazu macht das Buch Lust auf die Bretagne. Das sind auch die Qualitäten des Werkes, „Bretonische Verhältnisse“ ist eine leichte Sommerlektüre mit einem interessanten Hauptdarsteller.
Aber die eigentliche Krimi-Geschichte hätte Bannalec doch etwas vertrackter erzählen können. Die Zahl der Verdächtigen ist sehr begrenzt, erfahrene Krimileser erkennen den Täter schnell. Aber ich fand die Geschichte nicht fad und das ist doch positiv.

21.01.2018 22:28:33
gina

Das ist mein 1. französischer Krimi. Bisher hatte ich immer ein wenig Respekt vor Madame und Monsieur. Aber zu Unrecht. Es sind Menschen wie Frau und Herr, Mrs. and Mr., Frou un Man oder Frú og hr. Die Bretagne mit ihrer faszinierenden Landschaft und ihren eigenwilligen, stolzen Bewohnern, die in einer eigenen Welt leben, haben mich neugierig gemacht. Ich möchte Commissaire Dupin bei seinen weiteren Fällen liebend gerne begleiten und künftig krimitechnisch auch in Frankreich im Bilde sein.

09.09.2017 15:30:31
C. Rosenow

Kritik an der Kritik des Herrn Weninger:
Wer andere kritisiert, sollte die deutsche Grammatik beherrschen: Helferlein anstatt Helferleins, ihren Schöpfungen anstatt Schöpfung. Schade, so etwas nimmt einer Kritik den Wert. M.E ist Dupin kein Großvatertyp oder Kauz, siehe auch die Verfilmungen. Wer die Bretagne kennt und liebt, findet hier keine touristischen Ausschlachtungen, sondern viele interessante Informationen. Auch der Lokalpatriotismus ist typisch für die Region, bessonders in der Haltung gegenüber Paris.

30.08.2017 13:59:14
buchbube

Ein solider, fast kammerspielartiger und angenehm unblutiger Krimi mit einem interessanten Fall und der Bretagne als schöner Kulisse. Schade nur, dass die Handlung nur recht schleppend Fahrt aufnimmt und zudem für meinen Geschmack gut und gerne ein wenig mehr Tempo vertragen hätte. Auch Kommissar Dupin selbst bleibt bei seinem ersten Auftritt ein wenig farblos.

28.08.2017 17:47:26
kritikaster

aha, jörg borg ist zu banal für einen, der ganz gewiss bei keinem anderen verlag mit diesem langatmigen pseudokrimi einen fuß auf den boden gebracht hätte. da klingt jean luc doch viiiel besser.
das ist eine interessante werbebroschüre für die bretagne und eine - etwas angeberische - demonstration von wissen über malerei.
arg langweilig. eine prise krimi drüber, fertig ist ein roman. und dann auch noch derart langweilige titel, bretonisches dies, bretonisches das. null phantasie.
na denn. wems gefällt.

30.04.2017 16:24:06
Zeno Amrein

Zugegeben: als klassische Krimis gehen die Bücher von Jean-Luc Bannalec kaum durch.Aber die Begeisterung für die bretonische Lebensart und Landschaft ist so grossartig, dass jeder Leser früher oder später in die Bretagne fahren wird. Und er wird unschwer feststellen, dass die Realität und deren Beschreibung im Buch ausgezeichnet zusammenpassen. Kurz: diese "Liebesromane an eine Landschaft" machen süchtig!

13.06.2016 19:53:16
Lisa

Daß der Autor kein Franzose ist, merkt man am Stil der Bücher. Spätestens aber dann, wenn er französisches "einstreut", da gibt es grobe Fehler, z.B. "Madame Maitre".arg. Maitre (also Anwalt) wird NIE mit Monsieur oder Madame benutzt. Es gibt leider einige dieser groben Fehler, schade!
Vielleicht sollte er die Stellen durch eine frankophone Person kontrollieren lassen! Im grossen und ganzen finde ich die Bücher ganz amüsant, leichte Ferienlekture, etwas zuviele
Klischees und manches doch zu konstruit.
Vielleicht nach zuviel Lambig??

10.01.2016 14:56:43
Sofia

Ich bin großer Bretagne-Fan und kenne somit auch einige der beschriebenen Ort.
Kommissar Dupins Angst vor der Schifffahrt kann ich mir sehr gut vorstellen, habe ich auch. Und einfach nur in Cafés bei Kaffee und Croissantes zu sitzen macht riesigen Spaß.
Die Bücher sind nicht nur zum lesen sondern auch zum träumen. Und das ist mir das Wichtigste.

27.05.2015 12:02:14
Anfangsverdacht

Als Beschreibung eines Sehnsuchtsorts gelungen. Ebenso als Naturbeschreibung. Auch einige Eigenheiten des Kommissars überzeugen und erheitern.
Andererseits ist es bieder ohne es zu wissen.
Das Buch meine ich.
Eines überzeugt noch:
Ich mag jetzt Gaugin.
Der Rummel aber um den Autor ist nicht tourismustauglich.
Lach.

24.04.2015 16:33:16
Kathrin

Habe es gerade mit dem 3. Band versucht und habe Gefühl in einem Jugendroman gelandet zu sein, die Figuren farblos, der Kommisar scheint auch ein bisschen eine Adamsberkopie sein zu sollen, aber nur holperig und wenig überzeugend. Aber als Vorkage für seichte deutsche Fernsehfilme noch am ehestn zu gebrauchen. Nö, schade, weil die Gegend ist ja wirklich interessant.

20.03.2015 09:23:42
Angela

Die Krimiserie gefällt mir sehr gut. Gibt es die Romane auch in französischer Sprache?
Ich finde sie so spannend und die Landschaft ist ja auch total toll. Auch die Schauspieler sind gut gewählt. Ich werde mir sämtliche Folgen ansehen. die ersten beiden waren ja sehr vielversprechend. Ich fand sie gar nicht langweililg.

26.09.2014 17:55:47
Oldman

Meine Güte, das ist tatsächlich ein Krimi. Es kommt teilweise ein wenig Spannung auf, vor allen Dingen bemüht sich der Autor seine Hauptfigur einzuführen, die wohl in Serie gehen wird. Als Urlaubslektüre im Garten angenehm zu lesen, habe durchaus Lust bekommen einmal die mir noch unbekannte Bretagne zu besuchen. Und das zeichnet einen guten Reiseführer ja aus, oh sorry, ist ein Krimi, na egal.

04.08.2014 11:59:25
mrk

Erst dachte ich, es handle sich ganz einfach um eine lausige Übersetzung, aber dann musste ich feststellen, dass ja das Original auf Deutsch ist. Da erscheinen dann Sachen wie "Wie kommen Sie zu dieser ridikülen Annahme" oder die andauernde, irritierende Verwendung von französischen Wörtern, wo es weder notwendig noch angebracht wäre, wie im Fall von "café" (Er brauchte jetzt einen café). Die Dialoge sind hölzern und unnatürlich und tönen wie eine Niederschrift aus Columbo. Die Sprache ist allgemein holprig und der Stil ermüdend, mit der ständigen Aneinanderreihung von Hauptsätzen, die mit Kommas getrennt sind. Dazu ist die Geschichte ziemlich simpel und birgt kaum Überraschungen. (Bitte, bitte: nicht mit Hercule Poirot oder gar Maigret vergleichen; da gibt es wirklich nichts Gemeinsames!) Der einzig positive Punkt ist die Beschreibung der Örtlichkeiten; die ist dem Autor tatsächlich gelungen und macht Lust, selbst in die Bretagne zu reisen.Das ist aber leider völlig ungenügend, um so viele Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen. Da nun ja bekannt ist, dass das Buch vom Geschäftsführer des Fischer-Verlags stammt, muss man sich schon fragen, wie weit dieses Manuskript bei seinem eigenen Verlag gekommen wäre, wenn es von einem anderen Autor eingereicht worden wäre. Persönlich bin ich überzeugt, dass es umstandslos abgewiesen worden wäre. Zudem ist anzunehmen, dass all die lobenswerten Kritiken kaum sehr objetiv sind; eine Hand wäscht die andere.
Alles in allem: recht ärgerlich; mit dem Geld könnte man ein besseres Buch kaufen.

29.06.2014 18:08:40
Edith Sprunck

Diesen Krimi habe ich mir als Atempause zu den blutrünstigen, Action geladenen gegönnt und wurde diesbezüglich nicht enttäuscht.Er war ein angenehmer Spaziergang durch die französische Lebensart und herrliche bretonische Landschaft, deren Beschreibung trefflich gelungen sind. Der Kommissar, Monsieur Dupin, gleicht manch anderm in Frankreich handelnden Krimi, was m.E. aber bedingt ist durch das französische Flair, das das Buch durchweht.
Was mir missfällt, ist der Umgang des Kommissars mit seinen Untergebenen. Bei solch einem Chef hätte ich längst die Abteilung gewechselt.
Die Spannung der Handlung hielt sich für mich in bescheidenen Grenzen, was aber durch die Beschreibung des französischen savoir vivre halbwegs wett gemacht wird.

26.06.2014 16:03:04
Anne Schwarm

Eigentlich mag ich geruhsame Krimis nach Art von Agatha Christie. Aber bei diesem Buch bin ich auf Seite 108 ausgestiegen, weil ich es nur langweilig fand. Bin mehrmals dabei fast eingeschlafen. Die Sprache ist sehr schlicht, oft wirkt sie hölzern. Bis auf den eher unsympathischen Kommissar werden die übrigen Charaktere kaum ausgeformt. Außer endlosen Aufzählungen, wer wann wo war und mit wem gesprochen hat, passiert eigentlich bis zu dieser Seite nichts. Die Schilderungen der Orte sind aber ganz nett zu lesen.

10.06.2014 18:57:29
deginus

Dies ist wohl kaum ein Buch für den klassischen Krimi-Leser. Aber alle diejenigen, die sich nicht nur auf den mehr wie eigensinnigen Charakter des Kommissars einlassen, sondern beim lesen auch den Geruch des Meeres spüren, wird eingefangen von der Geschichte und sofort anfangen den nächsten Urlaub in die Bretter planen.

28.05.2014 17:49:35
uknig

Der Kommissar ist ein ganz starker Charakter der Sorte Einzelkämpfer, dazu macht das Buch unheimlich Lust auf die Bretagne. Das sind auch die Qualitäten des Werkes, "Bretonische Verhältnisse" ist eine leichte Sommerlektüre mit einem interessanten Hauptdarsteller.
Aber die eigentliche Krimi-Geschichte hätte Bannalec doch etwas vertrackter erzählen können. Die Zahl der Verdächtigen ist sehr begrenzt, erfahrene Krimileser erkennen den Täter schnell. Aber ich fand die Geschichte nicht fad und das ist doch positiv.

09.01.2014 18:11:17
CU

Auch wenn die Story keine großen Überraschungen bereit hält, dieses Buch gehört zu meinen Favoriten. Die Stimmung, die Orte und die Personen werden so intensiv beschrieben, dass ich beim Lesen häufig mit dem Kopf direkt in der Bretagne war. Das mag natürlich auch daran liegen, dass ich die Gegend gut kenne und liebe. Wer kein Verhältnis zu der Region hat, der wird dem "nackten" Krimi nicht so viel abgewinnen können.

10.11.2013 10:17:26
Cervezero

Also wirklich sehr unspektakulär.spontan dachte ich an Hercule Poirot bzw. das man den Stoff sicherlich als einen Freitagsabendkrimi a la "der Alte" verfilmen könnte.Es hätte etwas mehr sein dürfen, aber so freut man sich auf den Urlaub in der Bretagne bei diesen netten Beschreibungen und kann dann dort Werke mit mehr Spannung lesen.

07.09.2013 18:05:48
kjz

Mal wieder ein ganz solider klassischer Krimi, kein Thriller. Der Autor (der den Roman wahrscheinlich in deutscher Muttersprache verfasst hat (ein Übersetzer ist nirgendwo angegeben), hat die klassischen englischen Kriminalromane anscheinend genau studiert. Man könnte fast meinen, mit Commissaire Dupin käme gleich mal eben der kleine Belgier um die Ecke spaziert. Das Ganze hat der Autor dann mit sehr viel Lokalkolorit aus der Bretagne gewürzt. Die Auflösung des Falles erfolgt dann eher unspektakulär, so viele Verdächtige gab es ja auch nicht. Fazit: etwas für Leser, die die Kriminalromane von Agatha Christie lieben.

21.08.2013 22:12:42
anyways

Das kleine Dorf Pont Aven liegt in der Bretagne direkt an der südlichen Atlantikküste und lebt hauptsächlich vom Fischfang und von seiner Vergangenheit. Eine Vergangenheit die jedes Jahr Heerscharen von Touristenanlocken. Im kleinen Pont Aven hat als Erster der berühmte Maler Gauguin zeitweise gelebt und gemalt, später folgten ihm seine „Schüler“ und andere gerade aufstrebenden Impressionisten und Expressionisten.

Von dieser Geschichte lebt auch seit über hundert Jahren die Familie Pennec. Denn die Urgroßmutter beherbergte diesen später so berühmten Maler und seine Gleichgesinnten. Die Familie betreibt seit vielen Generationen ein kleines Hotel. Eines Morgens wird der derzeitige hochbetagte Enkel der Gründerin erstochen in seinem Hotelrestaurant aufgefunden. Da der zuständige Kommissar im Urlaub ist muss aus Concarneau der dortige Beamte sich zusammen mit seinen Leuten und der Polizei von Pont Aven um diesen Mordfall kümmern. Kommissar Dupin war eingefleischter Pariser bis er vor ein paar Jahren mit einigen seiner Charakterzügen den Pariser Obrigkeiten nicht mehr gefiel und in die Bretagne hochgelobt wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint er sich aber mit Land und Leuten ausgesöhnt zu haben. Dieser Fall ist mehr als ungewöhnlich da der Ermordete nicht nur sehr alt sondern auch sterbenskrank war. Das gibt dem sehr eigenbrötlerischem agierenden Beamten Dupin stark zu denken.

Kurz nach der Entdeckung der ersten Leiche gibt es eine zweite und Dupin gerät ziemlich unter Druck.





Meine erste Assoziation mit dem Nachnamen des Kommissar Dupins, ließ mich sofort an den Meisterdetektiv Arsen Lupin denken, nicht an Maigret. Obwohl er tritt in keine von beiden Fußstapfen. Dieser Krimi ist geprägt von Dialogen und Landschaftsbeschreibungen, wobei letztere sehr gut gelungen sind und erstere schon nach dem ersten Viertel ermüden. Es sind eine Fülle an verschiedenen Personen die wiederum mit dem Kommissar „Gespräche“ führen. Leider ähneln sich die französischen Namen derart, so dass ich leider zwischendurch immer mal den roten Faden verlor.

Die eigentliche Story ist interessant aber an der Umsetzung hapert es. Bei mir kam keine Spannung auf, eher im Gegenteil waren doch einige Dinge sehr vorhersehbar. Und zu guter Letzt muss ich auch die Figur des Ermittlers kritisieren, denn der agiert mir sehr unsympathisch. Ein Teamplayer ist er nicht eher im Gegenteil er ist nur am kritisieren seiner Kollegen und benutzt diese lediglich als Laufburschen.

Alles in allem ein solider Krimi.

16.08.2013 13:47:18
Marcel Ritzi

Ich bin riesig enttäuscht von diesem Krimi, für den eine bombastische Werbetrommel gerührt worden ist und dessen Protagonisten man mit Maigret verglichen hat. Das Buch ist einfach nur langweilig und fad und das Geld würde man lieber für eine Zwischenmahlzeit verwenden. Der Autor scheint die deutsche Sprache nicht richtig zu beherrschen. Mir erscheint der Roman wie eine schlechte Übersetzung aus dem Französischen. Ausserdem sind die Personenbeschreibungen - wo denn solche vorkommen - sehr flach. Wer nicht einschlafen kann, dem sei dieses Buch empfohlen, denn der Schlaf lässt nicht lange auf sich warten.
Ich kann nujr einges empfehlen: Finger weg von diesem ätzend langweiligen Buch.

08.08.2013 14:07:19
P. Jungen

Fast nichts stimmt für mich, von dem was oben steht.Das Buch ist super, die Handlung vertrakt und äusserst spannend. (Blut muss für mich keines fliessen). Gleichzeitig vermittelt es die Stimmung einer faszinierenden Gegend Frankreichs. Schade ist es nicht auf Französisch. Dann hätte ich es mit doppeltem Genuss gelesen.

04.08.2013 14:37:31
Hans Volkhardt

Ich ging in einen Buchladen und fragte nach einem "leichten" Krimi als Urlaubslektüre. Nichts blutrünstiges wollte ich. Ich habe einen untehaltsamen Roman erhalten, genau richtig für einen Nachmittag im Liegestuhl auf der cTerrasse. Das Buch wird sicher nicht in die Geschichte der Kriminalromane eingehen. Aber es hat mir trotzdem gefallen. Es ist sympathisch, untehaltsam und hat mich wiederauf die Spurzur Bretagne gebracht.

23.07.2013 07:20:40
sahlmann

Was macht man mit so einem Buch? Ich habe es gekauft bevor ich von der Entstehung wußte. Bin also ein Opfer von Werbung und Klappentext. Ob da ein Verlagschef unter Pseudonym das Ding geschrieben hat oder Donald Duck ist ja egal, wenn das Buch gut ist. Ist es das? Ein klares Jein!
Gegen ein Schnitzel mit Fritten und Salat, mit einem Glas französischen Landwein ist Nichts einzuwenden. Wenn man aber ein fürstliches 6 Gänge Menü versprochen bekommt, mit edlen Weinen und Champagner und dann nur ein Schnitzel serviert wird, ist die Enttäuschung groß!
Und genau das ist das Problem mit den Bretonischen Verhältnissen!
Werbung und Klappentext suggerieren: Hier kommt DER große Krimi, unerträgliche Spannung von der ersten Seite an, ein Hammer von einem Kommissar, mit Humor ohne Ende und französisches Flair bis zum abwinken! Spätestens gegen Seite 50 geht dem Leser langsam auf: Hier stimmt Was nicht!
Der tolle Kommissar ist ein ziemlicher Stinkstiefel. So etwas wie Spannung kommt erst in der 2. Hälfte ins Spiel und wo ist eigentlich der hintergründige Humor, der sich durch das ganze Buch ziehen soll? Muß wirklich sehr hintergründig sein!
Und tatsächlich habe ich keine Sekunde das Gefühl, durch bretonische Gassen zu laufen mit dem Duft des Meeres in der Nase! Es gibt zwar nette Beschreibungen und Lokalcolorit... aber so richtig kam das bei mir nicht an!
Dies ist nicht die versprochene "Krimisternstunde", dies ist durchschnittliche Dutzendware.
Bis Seite 100 passiert fast gar nichts - das ist ein Drittel des Buches!! Richtig spannend wird es bis zum Ende nicht. Der Wikipedia habe ich entnommen, dass es 71 Personen in diesem Roman gibt. Eine verwirrende Anzahl! Selbst wenn man die historischen Personen abzieht!
Alles in Allem ein netter kleiner Krimi mit ein wenig Frankreich-Flair, aber die geweckten Erwartungen wurden in keinster Weise erfüllt!
Wirklich ärgerlich ist die Neigung des Autors, Fremdwörter und Uralt-Begriffe zu verwenden! Das geht soweit, dass ich vermute, bei der Überarbeitung wurden vernünftige Wörter durch völlig idiotische Fremdwörter ersetzt. Statt lächerlich heißt es dann "ridikül" und statt freundlich "konziliant" und so weiter! Ob da Jemand mit seinem Wissen angeben will oder ob Jemand die Leser auf den Arm nehmen wollte... wer weiß das schon!
Ohne die vom Verlag geweckten Erwartungen wären es vielleicht sogar 75% geworden... so reicht es nur für 60!
Tatsache ist: Hier wurde ein durchschnittlicher, kleiner Krimi zu einem Bestseller aufgeblasen. Das Buch ist nicht schlecht, hat aber auch nichts Besonderes! An die Bücher von Martin Walker kommt es nicht heran... offenbar sollte es aber im Kielwasser von Walkers Bruno-Romanen einen Teil der Umsätze abschöpfen. Das ist ihm wohl gelungen, hinterläßt aber einen unangenehmen Beigeschmack!

16.07.2013 13:36:32
Darix

Eine Reisebeschreibung über die pitoresken kleinen Ortschaften, in der Bretagne, verpackt in einen Krimi. Ein Commissaire Dupin welcher eigenwillig ermittelt, dass wären eigentlich gute Voraussetzungen für einen spannenden Plot. Sprachliche Plattheiten, eindimensionale Beschreibungen der Akteure, neben Dupin, lassen keine besonders große Lesefreude und Spannung aufkommen. Es ist eher eine leichte Sommerlektüre zur Entspannung. Auf weitere Bretagne - Kommissar Durpin -Romane kann man eher verzichten.

15.07.2013 19:06:08
Bretagneliebhaberin

Ich habe diesen Krimi sehr gerne gelesen, er hat mich unterhalten und mehr erwarte ich nicht von einem Krimi. Schön fand ich, dass ich mich nicht durch seitenlange Beschreibungen ekelhafter Details menschlicher Verwesung quälen musste, keine Kinder grausam gefoltert und missbraucht wurden, keine Psychopathen besonders "genial" ihre Opfer präparierten. Ich hatte endlich mal wieder nicht das Bedürfnis, dass Ende vorweg zu nehmen und den Rest quer zu lesen (passiert mir durchaus häufig). Wir waren im letzten Sommer in der Bretagne in genau dieser Gegend und nach der Lektüre würde ich am liebsten sofort meine Koffer packen und wieder hin fahren.

28.05.2013 18:52:30
S. Schuster

Dieser Moechte-gern-Kommissar hat einen recht eingeschränkten Wortschatz (" So ein Scheiss!"), findet sich aber trotzdem selbst ganz toll. Dabei ist die mit grossem Getoese angekündigten Handlung zum Sterben langweilig und nicht gerade originell. Dieses Buch dient nur pekuniären Zwecken und hinterlässt einen flauen deja-vu-Geschmack auf der Zunge.

13.05.2013 10:27:40
Rosa

Alles Vorhergesagte stimmt, aber lesenswert finde ich das Buch dennoch - wegen seiner Stärke der regionalen Beschreibung. Ich langweile mich normalerweise bei Landschafts- oder Ortsbeschreibungen, hier aber nicht. Wie andere auch habe ich schon beim Lesen Lust, sofort meinen Urlaub in der Bretagne zu buchen.
Als Krimi-Leserin verlange ich von einem Krimi nicht, dass der literarische Gehalt hoch ist, sonst hätte ich kaum noch Lektüre. Dieses Buch ist lesbar, ohne dass sich die Nackenhaare kräuseln, anders als viele andere Krimis.Auch story/plot ist für mich ausreichend spannend. Der Autor hat gern Vargas gelesen, scheint mir. Das spricht für ihn, ich lese sie auch gern. Und ja, es wirkt so, als habe man erst den Markt analysiert und dann die Geschichte entwickelt und nicht aus einem unabhängigen künstlerischen Impuls etwas Geniales erschaffen. Aber: ich bin die Zielgruppe und finde es schön, wenn jemand für mich schreibt. Und wenn er damit genug Geld verdienen kann, schreibt er weiter und ich lese weiter. und fahre in die Bretagne. Die Breton/innen freuen sich, weil sie auch an mir verdienen, wenn ich komme. Häppi Ende.

01.05.2013 20:25:30
Endo

Ganz schlechter Stil, bedient Cliche's und ist leider auch schlecht übersetzt. Am meisten langweilt das staendige wiederholen von bereits gesagtem.
Schade, denn eigentlich suche ich einen guten Krimi zur Bretagne.
Raetselhaft, wie dieser Roman so hoch in die Bestseller-Listen gejubelt werden konnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der nächste wesentlich besser wird

18.04.2013 16:05:12
Eckhard Vogt

Spannend schon, irgendwie, aber der Krimie kommt mehr wie ein Gastro-u.-Gourmetführer 'rüber!!
Was interessiert den Leser, was der Kommissar(und die begleitenden Personen en Detail gegessen und/oder(oder nicht)getrunken haben?!?
ein großer Teil des Romans reduziert sich auf diese Themen, bringt für die Handlung nix, was soll das??? PR?
immerhin kennt man sich nach der Lektüre
einigermaßen in der bretonischen Küche aus.Was hat das mit Literatur zu tun?!?

01.09.2012 11:10:40
Heidi Hochapfel

Ich kann mich den obigen negativen Kommentaren nur anschließen. Das Buch wurde durch die Werbung und das Bretagne-Touri-Promotion-Element völlig übertrieben hoch-gelobt. Als begeisterte Viel-Krimi-Leserin von E. George bis F.Vargas finde ich das Buch kein bißchen spannend oder genial. Die magere Story dümpelt bis fast zum Schluß beschaulich dahin. Meine Hauptkritik gilt aber der Sprache, und hier hat wahrlich eine Lektorenzensur bzw. Korrektur gefehlt. Man hat den Eindruck, daß der offensichtlich zweisprachige Autor sein Deutsch nicht mehr so geläufig "drauf hat", durchaus verständlich, wenn man bilingual ist, was aber bei der Lektüre des Krimis äußerst stört. Nicht nur ungelenke Formulierungen, sondern auch viele direkt aus dem Frz. übernommene Wörter, die einfach irgendwie verdeutscht werden, die aber niemand benutzen würde.Und dieser pseudo-authentischen Touch, wenn fast jedes der Gespräche endet mit einem unglaublich inhaltsreichen "Bonsoir, monsieur" samt Gegengruß. Das ist hohle Luft, die den Roman unnötig aufbläht,bzw. ein paar mehr Seiten herausschindet. Genauso albern der Kursivdruck von typisch!?? französischen Wörtern, öfter z.B. "er trank einen CAFÉ".

23.08.2012 09:10:19
tournesol

Schlechtes Buch, holpriges Deutsch, Dialoge wie im Fernsehkrimi. Kein Vergleich mit anderen krimiautoren aus Frankreich oder Italien, JL B schreibt nüchtern ohne jede Sinnlichkeit.

Die Landschaft und Orte sind meistens realistisch beschrieben, teils mit echten Namen, aber anderseits haben sich auch einige geografische Fehler eingeschlichen.

Ich lebe in der Bretagne und kann nur sagen dass es sich beim Autor ( dessen Identität umstritten ist) sicher nicht um jemanden handelt der tatsächlich dort lebt oder gelebt hat.

21.08.2012 13:17:48
Moehrchen

Mord im Finistère

Anfang Juli in der Bretange. Der einundneuzigjähringe Pierre-Louise Pennec wird im Restaurant seines Hotels in Pont Aven erstochen aufgefunden. Der eigensinnige, aus Paris stammende und in die Bretange strafversetze Kommissar Georges Dupin übernimmt den Fall.

Das Buch lebt von der Bretagne und seinen Bewohner. Der Autor beschreibt die Landschaft und deren kauzige Bewohner sehr anschaulich und lebensnah, so dass man fast meint dort zu sein. Am liebsten würde ich sofort meine Koffer packen und mir das Finistère, wie das Departement, in dem das Buch spielt, bis heute heißt - von der Römern Finis Terra "Ende der Welt" - genannt anschauen.

Kommissar Dupin bekommt immer wieder die Vorbehalte der Bretonen zu spüren. Obwohl er schon vor über 2 Jahren dorthin versetzt wurde, gilt er immer noch als der Neue aber er kommt damit gut zurecht und hat sich auch gut eingelebt. Mit seiner eigensinnigen Art eckt er immer wieder bei seinen Vorgesetzten an und auch seine Untergeben haben ihre liebe Not mit ihm, da er es manchmal versäumt, sie auf den neuesten Stand der Ermittlungen zu bringen.

Mir hat der eher ruhige und beschauliche Krimi, der viel von der Atmosphäre lebt, gut gefallen. Der Autor verzichtet nahezu vollständig auf blutige Beschreibungen, sondern schickt den Leser mit Kommissar Dupin auf Ermittlungstour und damit auf eine Reise durch das Finistère.

Ein Muss für alle Bretange-Fans, sowie für Leser, die genug haben von den allzu blutigen Krimis und gerne mal wieder einen Krimi mit viel Atmosphäre und toller Landschaft lesen möchten. Ich freu mich schon auf die Fortsetzung.

16.08.2012 15:22:15
anyways

Das kleine Dorf Pont Aven liegt in der Bretagne direkt an der südlichen Atlantikküste und lebt hauptsächlich vom Fischfang und von seiner Vergangenheit. Eine Vergangenheit die jedes Jahr Heerscharen von Touristenanlocken. Im kleinen Pont Aven hat als Erster der berühmte Maler Gauguin zeitweise gelebt und gemalt, später folgten ihm seine „Schüler“ und andere gerade aufstrebenden Impressionisten und Expressionisten.

Von dieser Geschichte lebt auch seit über hundert Jahren die Familie Pennec. Denn die Urgroßmutter beherbergte diesen später so berühmten Maler und seine Gleichgesinnten. Die Familie betreibt seit vielen Generationen ein kleines Hotel. Eines Morgens wird der derzeitige hochbetagte Enkel der Gründerin erstochen in seinem Hotelrestaurant aufgefunden. Da der zuständige Kommissar im Urlaub ist muss aus Concarneau der dortige Beamte sich zusammen mit seinen Leuten und der Polizei von Pont Aven um diesen Mordfall kümmern. Kommissar Dupin war eingefleischter Pariser bis er vor ein paar Jahren mit einigen seiner Charakterzügen den Pariser Obrigkeiten nicht mehr gefiel und in die Bretagne hochgelobt wurde. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint er sich aber mit Land und Leuten ausgesöhnt zu haben. Dieser Fall ist mehr als ungewöhnlich da der Ermordete nicht nur sehr alt sondern auch sterbenskrank war. Das gibt dem sehr eigenbrötlerischem agierenden Beamten Dupin stark zu denken.

Kurz nach der Entdeckung der ersten Leiche gibt es eine zweite und Dupin gerät ziemlich unter Druck.





Meine erste Assoziation mit dem Nachnamen des Kommissar Dupins, ließ mich sofort an den Meisterdetektiv Arsen Lupin denken, nicht an Maigret. Obwohl er tritt in keine von beiden Fußstapfen. Dieser Krimi ist geprägt von Dialogen und Landschaftsbeschreibungen, wobei letztere sehr gut gelungen sind und erstere schon nach dem ersten Viertel ermüden. Es sind eine Fülle an verschiedenen Personen die wiederum mit dem Kommissar „Gespräche“ führen. Leider ähneln sich die französischen Namen derart, so dass ich leider zwischendurch immer mal den roten Faden verlor.

Die eigentliche Story ist interessant aber an der Umsetzung hapert es. Bei mir kam keine Spannung auf, eher im Gegenteil waren doch einige Dinge sehr vorhersehbar. Und zu guter Letzt muss ich auch die Figur des Ermittlers kritisieren, denn der agiert mir sehr unsympathisch. Ein Teamplayer ist er nicht eher im Gegenteil er ist nur am kritisieren seiner Kollegen und benutzt diese lediglich als Laufburschen.

Alles in allem ein solider Krimi.

30.07.2012 19:34:25
Ulrike

Ich habe das Buch gemocht. Natürlich hat es ein paar sprachliche Kinderkrankheiten, aber es ist ein Erstling und macht durchaus Lust auf mehr. Es ist durchaus mutig, die Geschichte eines Bildes und einem vermutlich eher einem kleineren Publikum vertrauten Künstlerdorf in das Zentrum einer Geschichte zu rücken. Es ist dem Autor einzigartig gut gelungen, das Süd-Finistère und die Orte Concarneau und Pont-Aven zu beschreiben. Ich war schon öfter da und habe mich gefreut, die Ouest France in einem Roman wiederzufinden, der in Deutschland gelesen wird. Beinahe mit dem Geruch des Meeres in der Nase freue ich mich auf eine Fortsetzung.

02.07.2012 08:44:32
christiane klein

... ich habe mir tatsächlich einige tage nach der lektüre des buchs eine fahrkarte nach quimper gekauft, alle orte erwandert und die bretonischen verhältnisse vor ort auf mich wirken lassen- concarneau mochte auch ich besonders gern, pont-aven ist für die touristen aufgehübscht, quimper .- die reise, von der ich gestern zurückkam, war ebenso lohnenswert für mich wie das buch

04.06.2012 18:49:48
Leon

Ich habe "Bretonische Verhältnisse" gerade erst zu Ende gelesen und bin doch tatsächlich ein wenig begeistert. Nach dem Ich jedes Jahr im Sommerurlaub Frankreich erkunde und das in den letzten Jahren vermehrt in der Bretagne, kommt doch tatsächlich ein Sehnsuchtsgefühl nach den kleinen netten Orten auf, die im Buch feinfühlig und mitreißend beschrieben sind.
Der Kommisar ist mir sehr symphatisch und auch die Nebencharactere sind zum Teil liebenswert aber vorallem perfekt dosiert.
Die Geschichte ist nichts weltbewegendes aber die Idee des Gemäldes und die generelle Entwicklung sind zufriedenstellend, lassen wenig Platz für Kritik und, was am wichtigsten ist, regen an zum weiterlesen.
Sämtliche oben genannte kleine Kritiken würde ich persönlich mit der tatsache besänftigen dass es sein allererstes Buch ist. Und dafür kann ich zusammenfassend nur sagen: ein super Buch mit einem tollen Kommisar von dem ich gerne möglichst schnell ein neues Buch hätte.

01.06.2012 16:40:25
Harry54

Ich möchte kein Spielverderber sein, aber hier sieht man wieder einmal deutlich, wie Werbung funktioniert: Da inseriert ein Verlag massiv in einschlägigen Medien, bis das Buch zum Spiegel-Bestseller wird, da äußern sich einige angesehene Kritiker positiv über das Buch (die Namen Tilman Spreckelsen, Kristina Maidt-Zinke, Nicole Rodriguez und Felicitas von Lovenberg sollte man an dieser Stelle ruhig einmal nennen), da werden Vergleiche mit Maigret und Brunetti gezogen, und schon gewinnt das Ganze eine gewisse Eigendynamik. Auch ich bin darauf hereingefallen, muss aber nach der Lektüre konstatieren, dass ich den Roman nicht überzeugend finde. Das mag damit zusammenhängen, dass die Story insgesamt nicht sonderlich spannend ist und man schnell die Zusammenhänge erahnt. Das hat mit Sicherheit damit zu tun, dass Dupin im Grunde eine eher unsympathische Figur ist, die nicht nur ihre Mitarbeiter immer wieder vor den Kopf schlägt. Am meisten aber wird meine Abneigung dadurch hervorgerufen, dass sich offensichtlich kein Lektor des Buches angenommen hat.
Bannalec liebt Adjektive, und es gibt kaum ein Substantiv im Roman, das ohne eines auskommen darf. Beispiel gefällig? "Die Notarin besaß ein wunderschönes altes Steinhaus - geschmackvoll restauriert -weiter oben am Fluss, der hier in einem gewunden Flussbett wildromantisch über gewaltige Granitblöcke floss. [...] Im kleinen, prächtig bepflanzten Vorgarten stand ein halbes Dutzend Palmen" [...] (S. 105f) Noch ein Beispiel? "Dupin nahm einen steilen, schmalen Weg den Hügel hinunter, am Ende führte er über alte Steintreppen, die sich zwischen den noblen Villen [...] hindurchwanden [...] Unten angekommen, entdeckte er einen versteckten Pfad, der [...] nach zwanzig, dreißig Metern zu einer knallroten [!] Holzbank führte, die plötzlich [!] hinter üppigen Sträuchern [...] vor ihm auftauchte." (S. 114) Einer geht noch! "Hatte Dupin in den letzten beiden Tagen das Gefühl gehabt, dass alles auf eine diffuse Weise seltsam irreal [!] gewesen war - dieser merkwürdige [!] Mord in dieser perfekten [!] Sommer-idylle -, hatte mit diesem zweiten Toten alles auf auf brutalste Weise eine jähe, unentrinnbare [!] Realität gewonnen." (S. 166f). Vielleicht handelt es sich hierbei aber auch nur um das, was Nicole Rodriguez in ihrer Kritik als "viel Humor" bezeichnet.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Belegstellen sind nicht mit der "Lupe" gesucht, ähnliche Beispiele finden sich auf fast jeder Seite!
Fazit: Kommt mir nicht mehr ins Bücherregal bzw. auf den Nachttisch!!!

16.05.2012 14:50:59
Stephanie

Endlich mal wieder ein Krimi nach meinem Geschmack.
Eine langsam erzählte Geschichte, die völlig ohne brutale Szenen auskommt. Die Story ist gut aufgebaut, die Personen glaubwürdig. Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und je weiter ich kam desto weniger wollte ich dass die Geschichte sich dem Endeneigt. Es erwartet einen ein bisschen Simenon, ein bisschen Urlaub in der Bretagne und viel feiner Humor.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
90%

21.04.2012 23:07:03
Krimitante

ein herrlich altmodischer krimi mit viel bretonischem lokalkolorit und einer prise feinem humor.als geübter krimileser weiss man zwar ziemlich schnell wo es lang geht und auch die auflösung ist kein "oh-ha"-effekt, trotzdem macht das lesen einfach spass. ein netter schmöker für einen verregneten nachmittag, kein rasanter trip der einem schlaflose nächte bereitet.

13.03.2012 08:39:35
mduval

Ein absolut großartiger Krimi: kluge Spannung, eine unglaublich intensive Atmosphäre und sehr viel feiner Humor! Ich habe selten ein Buc h gelesen, daß einen so sehr in eine andere Welt versetz, so sinnlich erzählt. Man sieht, man schmeckt und riecht das Meer, die Stimmung des Ortes - man denkt, man läuft selbst durch die kleinen Gässchen von Pont Aven. Vor allem: Ich bin hin und weg von dem neuen Kommissar, Georges Dupin. Es ist sehr eigenwillig, kauzig, kantig, knurrig, ja, aber man fasst sofort Sympathien. Auch die anderen Figuren sind sehr originell, vor allem Nolwenn, seine Sekretärin! Mich hat das Buch ganz sehnsüchtig gemacht, ich will nach Frankreich, in die Bretagne - vor allem einen neuen Band!

12.03.2012 13:59:59
Bettina Schnerr

Wenn Kommissar Dupin nicht einmal in Ruhe frühstücken kann, fängt der Tag schon schlecht an. Besser wird es erst recht nicht, wenn er Aufgaben für den Nachbarbezirk übernehmen muss, weil der zuständige Beamte Urlaub hat. Aus dem ruhigen Sommertag wird nichts, denn Dupin wird aus seinem Stammcafé in Concarneau wegen des Mordes am 91-jährigen Hotelbesitzer Pierre-Louis Pennac nach Pont Aven zitiert. Zwar arbeiten Dupin und sein Team sehr zügig viele Details ab, aber warum jemand einen so alten Herrn unter die Erde bringen wollte, bleibt ein Geheimnis. Die einflussreichen Politiker der Gegend sitzen ihm umso schneller im Nacken, denn das betroffene Hotel 'Central' ist in der Bretagne eine Institution: Hier ließen sich im 19. Jahrhundert zahlreiche Maler nieder, deren Arbeiten später als 'Schule von Pont Aven' berühmt wurden.

Pennac schreibt vier Tage lang die roten Hefte voll, die er schon seit seiner Ausbildung als Notizhefte für seine Fälle benutzt. Seit etwas mahr als zwei Jahren arbeitet er in der Bretagne, strafversetzt aus Paris. Die Hintergründe bleiben unklar, dürften jedoch im Wesentlichen mit rauhen Umgangsformen zu tun haben. Dupin kann Telefonate aus heitem Himmel abbrechen, Kollegen ohne Informationen sitzen lassen und offensichtlich auch widerborstige Antworten geben. In Paris kamen seine "fortgesetzten infamen Beschimpfungen" der Vorgesetzten jedenfalls nicht gut an. Auch in der Bretagne hat er schnell Menschen gefunden, die ihm zuwider sind, aber er hält sich besser zurück und hat zum Glück auch Mitarbeiter, die seine unhöfliche und unprofessionelle Art aushalten können.

Dupin sagt von sich selbst, dass ihm ein paar der "Abgründe" fehlten, "die mittlerweile für seinen Berufsstand ein Erfordernis, quasi ein Standard zu sein schienen: Drogensucht, zumindest Alkohol, Neurosen oder Depressionen bis hin zu klinischen Graden, eine stattliche eigene kriminelle Vergangenheit, Korruption interessanteren Ausmaßes oder mehrere dramatisch gescheiterte Ehen. Nichts davon hatte er vorzuweisen." Doch, seine Manieren im Umgang mit anderen zählen durchaus zur Liste der Macken, aus denen sich ein literarischer Kommissar von heute seine Persönlichkeit zusammenstellt. Trotzdem macht sich Dupin gut, denn von seinen Manieren lenken die Beschreibungen aus der Bretagne und die kleinen Inforamtionshappen zu den lokalen Besonderheiten gut ab.

In der Bretagne wartet auf Dupin kein rasanter Fall, sondern einer, den er sich erarbeiten muss. Für ihn bedeutet das, oft einen kleinen Spaziergang einzulegen, um besser nachdenken zu können. Der Schlüssel zum Hintergrund der Tat steckt nicht in den Aussagen der Bretonen, die die Kunst beherrschen, ihre Aussagen so sparsam zu dosieren, dass man das Treffen als Gespräch abhaken kann und trotzdem das für den Mord relevante nicht erfahren hat. Den Schlüssel findet Dupins Mitarbeiter Riwal, der sich stundenlang mit detaillierten Recherchen abmüht.

Das stimmungsvolle Coverbild zeigt die Richtung an: Alles in allem punktet dieser Krimi mit seinem Lokalkolorit, in den der Fall optimal eingebettet worden ist, und der klassischen Aufmachung zwischen Gesprächen, Nachdenken, neuen Gesprächen und akribischen Nachforschungen. Ein guter Pluspunkt ist übrigens innen im Einband versteckt, in dem eine Landkarte die Orientierung am Ort des Geschehens erleichtert.

11.03.2012 23:18:59
M-Ma

Das Buch liest sich recht gut, es ist flüssig geschrieben, die Dialoge sind gut, doch manchmal etwas einfach gestrickt, die Spannung kommt recht schnell auf, der klassische Who-done-it-krimi nimmt seinen Lauf, der manchmal etwas launische Kommissar Dupin ermittelt, nachdem er vor einiger Zeit zwangsversetzt wurde. Dabei wird insgesamt das gesamte Umfeld des Toten untersucht, eine gewisse Monotonie kommt gerade im Mittelteil auf, wo die Handlung sich etwas erstreckt,die Spannung zeitweise etwas nachlässt. Die Verwicklung der Angehörigen in den Mordfall gelingt dem Autor schon ganz gut, man merkt dem Buch aber an,das es noch nicht so ausgefeilt ist.

Die Auflösung ist gut,auch wenn nicht unbedingt überraschend. das tut dem ganzen Buch keinen Abbruch. Der Autor schafft es auf genialer Art und Weise, mir selber die Bretagne schmackhaft zu machen, er zaubert vor allem im ersten Drittel sensationelle Stimmungen,das gefällt mir wirklich gut.

Jean-Luc Bannalec hat mit "Bretonische Verhältnisse" einen guten Erstlingsroman vorgelegt, der zwar einfach gestrickt ist, nicht immer ausgefeilt daherkommt, eine mal mehr-mal weniger spannende Handlung hat und trotzdem durchaus überzeugen kann. Kommissar Dupin kommt authentisch rüber, ausbaubar ist dieses aber alle Male,also für die kommenden Bücher besteht Potenzial.

Die gute Mischung aus Lokalkolorit und Krimi ist durchaus gelungen,wobei die Anlehnung an Fälle von Maigret nicht zu überlesen ist. Etwas mehr Eigenständigkeit und Spannung wünsche ich mir von Jean-Luc Bannalec für die Zukunft.