Paganinis Fluch

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Bonnier, 2010, Titel: 'Paganinikontraktet', Seiten: 561, Originalsprache
  • Köln: Bastei Lübbe, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Wolfram Koch

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Jürgen Priester
Viel schmückendes Beiwerk

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2011

"Und macht Lust auf das, was noch folgen mag." Dieser Satz stammt aus den abschließenden Bemerkungen des geschätzten Kollegen Jochen König zu Der Hypnotiseur. Das, was da folgen sollte, liegt uns nun in gebundener Form Schwarz auf Weiß vor. Paganinis Fluch ist der zweite Kriminalroman des Autorenduos Alexander und Alexandra Ahndoril alias Lars Kepler. Auch hier treffen wir wieder auf den finnisch-stämmigen Kriminalkommissar Joona Linna von der Landeskriminalpolizei in Stockholm, der sich diesmal mit einem dubiosen Selbstmord, mehreren Morden und etlichen Kollateralschäden auseinandersetzen muss. Es geht um die illegale Ausfuhr von Waffen in Krisengebiete. Der positive Eindruck, den der Kollege König dem Erstling attestierte, kann der Rezensent für Paganinis Fluch nicht fortschreiben.

Keplers Debüt heißt Der Hypnotiseur und in der Geschichte spielt ein ebensolcher eine wichtige Rolle, weshalb der Titel wohl gerechtfertigt zu sein scheint. Nun ist es nicht zu erwarten, dass in Paganinis Fluch der Meister des virtuosen Geigenspiels einen Auftritt haben wird, doch eine Verbindung zu seinem Leben oder wenigstens zu seinem Nachlass wäre doch naheliegend. Dem ist aber nicht so, von einem Fluch ganz zu schweigen. Ist der Titel nun eine Mogelpackung? Die schwedischen Autoren locken mit "Paganini-Vertrag". Das klingt zwar nüchterner, ist aber genauso weit hergeholt. Es werden Verträge per Handschlag getroffen, die der dominante Vertragspartner "Paganini-Verträge"nennt, warum sie so heißen, können weder er noch die Autoren erklären. Es sind noch nicht einmal Verträge, sondern es ist Erpressung nach dem Motto: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt". Der ganze Paganini-Bezug steht auf wackeligen Beinen, ist wohlwollend als schmückendes Beiwerk, aber ehrlicher als Ablenkung von einem viel zu durchsichtigen Plot zu betrachten.

Wie eingangs erwähnt geht es um illegale Waffengeschäfte. Eine Schiffsladung Munition soll via Kenia an die islamistischen Milizen im Sudan geliefert werden. Die vier Hauptakteure – ein Rüstungsindustrieller, der Leiter der Waffenkontrollbehörde, ein Waffenhändler und eine Unterhändlerin – trafen sich zur Feinabstimmung ihres Deals an einem unbekannten Ort. Von diesem Treffen existiert ein heimlich aufgenommenes Foto, das der schwedischen Friedensaktivistin Penelope Lopez zugespielt wird. Deren jugendlich-naiver Freund Björn versucht sich in einem Anfall geistiger Umnachtung als Erpresser. Er schickt dem Rüstungskontrolleur Carl Palmcrona eine Bilddatei des diskreditierenden Fotos und verlangt Geld. Palmcrona, eh schon unter Druck, soll er doch gerade jetzt mit seiner Unterschrift den Waffendeal freigeben, gerät vollends in Panik und begeht Selbstmord. Damit ist die Sache für Björn und Penelope nicht ausgestanden. Ein Auftragskiller der Rüstungsmafia ist ihnen auf den Fersen. Während eines Bootsausflugs durch Stockholms Schären wird Penelopes jüngere Schwester Viola, die sich den beiden angeschlossen hatte, ahnungsloses Opfer des Killers.

Für die Mannen des Landeskriminalamtes, die sich um den alten Fuchs Joona Linna scharen, scheint es zwischen beiden Fällen keine Verbindung zu geben, bis sie im E-mail-Account Palmcronas einen Hinweis auf die versuchte Erpressung finden. Das Foto rückt in den Mittelpunkt des Interesses der Ermittler. Die vier abgebildeten Personen sind leicht zu identifizieren. Der Bildhintergrund verrät den Ort des Treffens. Von zentraler Bedeutung entwickelt sich die Frage, wann das Foto aufgenommen wurde. Dazu hat Joona Linna eine geniale Idee und der Wissensstand der Polizei nähert sich allmählich dem der Leser an.

Paganinis Fluch ist diese Art von Kriminalroman, bei dem der Leser nahezu allwissend ist und genüsslich mitverfolgen kann, wie sich die Ermittler dem Täter nähern oder eine völlig falsche Spur verfolgen. Diese übergeordnete Perspektive bietet viele Möglichkeiten einer spannenden Ausgestaltung. Man fragt sich schon, warum Lars Kepler so wenig Gebrauch davon machen. Da haben die Autoren mit Joona Linna ein Ermittler alter Schule am Start, der auf die Funktionstüchtigkeit seiner grauen Zellen vertraut, dem in dieser Folge mit Saga Bauer vom Staatsschutz ein Aktivposten im wahrsten Sinne des Wortes zur Seite steht, und doch weichen die Keplers ständig auf Nebenschauplätze aus.

So wird zu Beginn der Erzählung ellenlang eine Verfolgungsjagd über einen Inselwald beschrieben, bei der sich die Gejagten vor lauter Angst fast zu Tode stürzen, nur den Jäger sehen sie nicht. Können sie auch nicht, denn der ist woanders tätig, wie zumindest der Leser weiß.Noch ausführlicher wird das große Finale auf See vorbereitet. Es zieht sich wie Kaugummi und bringt leider nur sattsam bekannte Thriller-Action – viel zu ordinär, um den Ansprüchen eines Kriminalromans mit Niveau gerecht zu werden.

Wie wünschenswert es auch ist, die Hauptcharaktere eines Romans mit reichem Vor- und Innenleben auszustatten, so tun die Autoren im Falle des Axel Riessen des Guten zuviel. Riessen ist der Nachfolger des Selbstmörders Palmcrona im Amt des Rüstungskontrolleurs und steht somit im Brennpunkt des Geschehens. Als Kind war Riessen ein vielversprechendes Talent an der Geige, bis ein dramatisches Ereignis ihn völlig aus der Bahn warf. Seitdem leidet er an chronischer Schlaflosigkeit. Schlaftabletten oder Alkohol als Einschlafhilfen lassen seine kaputte Leber nicht mehr zu. Nur in den Armen der fünfzehnjährigen, psychisch-gestörten Beverly findet er Ruhe – nur Kuscheln, kein Sex – versteht sich. Eine ziemlich abgefahrene Geschichte, die – wäre sie etwas glaubwürdiger konstruiert – mehr Spannungspotential birgt als der Hauptstrang. Ein verhinderter Geiger, ein erfolgreiches Streichquartett, ein unkultivierter Geigen-Sammler – viel Geige um Nichts.

Der Waffenhandel, der hier eigentlich die erste Geige spielen sollte, gerät oftmals in den Hintergrund und das wird diesem brisanten Thema nicht gerecht. Aktuell liest man von Rekordumsätzen der deutschen Rüstungsindustrie in 2010. Politiker beklagen mangelnde Transparenz. Auch in Schweden boomt der Waffenexport – Umsätze haben sich seit 2002 vervierfacht. Angesichts des heißen Eisens, das Lars Kepler anfassen, hätte man sich von ihnen mehr Konzentration auf das Wesentliche gewünscht. Wenn man schon ein Thema mit realpoltischem Bezug wählt, dann ist man dem auch verpflichtet, sonst wird man unglaubwürdig. Keplers zum Teil skurriles Beiwerk lässt zumindest an ihrer Ernsthaftigkeit zweifeln.

Ein bisschen Paganini, kein Fluch, viele Geigen, ein zu offensichtliches Mordkomplott – mehr Thriller als Kriminalroman – macht unterm Strich: eine Story mit guten Ideen, die aber nur halbherzig ausgeführt wurden. Weder Serienheld Joona Linna, noch seine neue "Assistentin" konnten hier richtig punkten. Bei ihrem ersten gemeinsamen Fall haben die Autoren die Hürden zu niedrig angesetzt. Spannung – Mangelware!

Paganinis Fluch

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Letzte Kommentare:
09.04.2018 15:02:24
trafik

Paganinis Fluch ist eines der besten Bücher von Lars Kepler. Sein großes Plus ist sein extrem guter Schreibstil. Sehr flüssig und spannend das ganze Buch hindurch. Auch die Personenbeschreibungen sind gut getroffen. Die Handlung hat mir auch sehr gut gefallen. Sehr ideenreich mit vielen spannenden Stellen.
Eine sehr interessante Krimireihe.

30.01.2017 17:06:01
Aura

Das wichtigste an einem guten Buch ist die Schreibe. Wenn die Schreibe gut ist, kann man selbst Bücher lesen, wo einen das Thema nicht von vornherein anspricht. Paganinis Fluch hat dies geschafft. Ich finde die ausführliche Beschreibung einiger Nebencharaktere wie in diesem Buch in einem Kriminalroman wichtig. Wäre dem nicht so, könnte man sich nicht so gut in die Geschichte hinenversetzen und es geht ja in den Fällen von Joona Linna halt um die verschiedenen Nebencharaktere und die Täter. Auch wenn viele das Buch als dick empfinden, hätte es noch länger sein können. Ich finde schon das die Thematik getroffen ist, denn es geht ja schließlich um den Paganini Vertrag und Folgen und nicht haupsächlich um den Waffenhandel an sich. Auch wenn mir die Kapiel generell zu kurz geraten sind, ist es gelungen die Spannung zu bewahren, in dem die Szene grad in heiklen Situation zu anderen Charakteren wechselt. Und man, wenn man wenig Zeit hat immer noch schnell ein Kapitel lesen kann. Inhalt ist immer Geschmacksache, aber der Stil gefällt mir gut.

13.01.2017 11:30:23
Kasia

Ich konnte mich zunächst nicht so richtig auf das Buch einlassen, obwohl ich, nachdem ich "Der Hypnotiseur" ausgelesen habe, gespannt war, wie das nächste Buch sein würde. Zunächst mal kann ich sagen, dass man die Bücher scheinbar auch unabhängig voneinander lesen kann, auch wenn es spannender ist und interessanter, die Entwicklung der Charaktere zu verfolgen.
"Paganinis Fluch" startet mit einer kurzen Info zu der Person Niccolò Paganini. Ich mag es, wenn ich ein wenig lernen kann, weil Krimis noralerweise kurzweilige Unterhaltung sind.
Mir fiel auf, dass die Kapitel kürzer als die in "Der Hypnotiseur" waren. Dadurch steigerte sich das Tempo der Geschichten.
Auch dieses Buch reiht sich in meine Lieblingsbücherliste ein. Jonna Linna ist nach Kurt Wallander einer meiner Lieblingskriminalisten :-)
Absolut lesenswert!

18.01.2016 17:57:21
Matthias

Hat man sich durch die erste Hälfte gelesen, kann man mit Spannung rechnen. Ich finde, dass es ein Buch ist, dass man sich gut auch als Actionkrimi vorstellen kann. Es würde mich nicht wundern, wenn das auch der Plan des Autorenteams gewesen ist. Es quasi richtig Krachen zu lassen. Sieht man davon ab, dann bleiben schöne Bilder über. Ein Wechselbad zwischen Gangstern, die Geigenspiel auf der Strativari mögen und wilden Fluchtplots im Wald und mit Helikopter. Obgleich der Dicke des Buchs schaffen die Autoren, dass ich rasch ans Ende kommen wollte, Seiten habe ich auch nicht übersprungen. Gratulation.

13.01.2016 21:05:41
dani.p

Ich fand das Buch sehr spannend, ja, einige Stellen hätte man weglassen können aber insgesamt kann ich das Buch empfehlen. Teilweise blieb mir die Luft weg und ich hab beim Lesen fast vor Spannung Fingernägel gekaut:-) . Die Bücher der Sandman und die Flammenkinder habe ich auch schon gelesen und fand diese ebenfalls toll. Ich jage dich hat mir meine Lieblingsbuchhandlung heute bestellt. Freu mich darauf.

21.12.2015 19:34:11
Frank Buschmann

Ein seeehr langer Krimi, der sicherlich auch mit zweihundert Seiten weniger hingekommen wäre. Zwar wird die Story im TV-gerechten Stakkatostil ziemlich spannend über die Runden gebracht, doch was die Figurenzeichnung angeht, lässt der Roman sehr zu wünschen übrig. Vor allem Joona Linna kommt als Charakter so gut wie gar nicht zum Zuge, und seine Kollegin vom Staatsschutz ist wohl so was wie eine blonde Version von Lisbeth Salander. Beide wirken sehr unglaubwürdig. Zudem ufert die Story zwischendurch in zu viele Nebenhandlungen aus, sodass für mich unterm Strich nur ein mittelmäßiger Eindruck geblieben ist. Da gibt's Besseres aus dem Norden...

20.07.2015 18:00:15
Ille

Ich bin begeistert. Für mich einer der komplexesten Krimis. Ich finde hier nichts zu langatmig. Es passt und fügt sich alles zusammen. Das bei Kepler bisher nicht viel über das Seelenleben des Kommissares preisgegeben wird, finde ich mal ganz erfrischend und macht neugierig auf das was noch kommt. Gefällt mir noch besser als der Vorgänger.

16.04.2015 13:03:39
KKN

Das Buch hat mir ähnlich gut gefallen wie Joona´s erster Fall. Auch hier ist es gelungen, immer wieder viel Spannung aufzubauen. Ich habe das Buch nur selten zur Seite gelegt und immer große Stücke in einem Rutsch gelsenen. Unsymphatisch fand ich aber die Figur der Saga Bauer. Auch die hier schon beschriebenen fast hellseherischen Fähigkeiten Joonas fand ich nicht so toll. Die Autoren sollten sich hier etwas zurückhalten. Dafür sollten sie mehr über Joona´s Privates preisgeben. Unschön sind die vielen waffentechnischen Fehler. Eine Glock 21 hat nicht das Kaliber "45 Millimeter", sondern es sind 0,45 Zoll, also 11,4 mm. Zudem verfügt sie (wie alle Glocks) nicht über eine manuelle Sicherung, kann also auch nicht "entsichert" werden wir oft beschreiben im Buch. Sie braucht auch keine, denn sie ist nach jedem Schuß voll gesichert. Das Safe-Action-System läßt sich nur durch erneutes Ziehen des Abzuges wieder voll spannen. Ich besitze zwei Glocks, eine Glock 17 und eine Glock 19. In Sachen Waffentechnik und Schießen hoffe ich auf Besserung in den nächsten Büchern, auf die ich mich schon freue.

22.11.2014 21:01:49
Orla2012

Meine Meinung schliesst sich jener von Jürgen Priester an. Die ellenlangen unwirklichen Verfolgungsjagden gingen mir echt auf den Geist. Seltsam ist, dass dieser Kommissar Joona Linna auch im zweiten Buch seltsam blass bleibt. Man erfährt grade mal, dass er an Migräne leidet und eine Geliebte hat die Disa (oder so ähnlich) heisst. Ich finde jedoch, dass Romane einer bestimmten Reihe auch davon leben, dass der Leser über den (vermeintliche) Hauptdarsteller - sprich Kommissar - immer mehr erfährt, über sein Privatleben, seine Vergangenheit. Das machen beispielsweise Romane mit Harry Hole von Jo Nesbo oder Wallander von Mankell so spannend. Hier interessiert die Geschichte von Axel Riesen bald mehr als die von Linna - schade! Dennoch ist dem Buch eine gewisse Spannung nicht abzusprechen. Jedenfalls hab ich´s zuende gelesen.

30.10.2014 23:40:56
Stefan

Ich kann den Einschätzungen von Jürgen Priester nicht folgen. Für mich ist Paganinis Fluch einer der besten Kriminalromane, die ich gelesen habe. Ich habe danach den Hypnotiseur gelesen und war ob der Langatmigkeit der Handlung enttäuscht. Die Figur des Joona Linna in Paganinis Fluch ist überragend beschrieben.

05.08.2014 18:25:00
Edith Sprunck

Für mich ein durchaus spannender Krimi. Dennoch, das Autorenpaar sollte für meine Begriffe noch an seinem Stil feilen.
Um es bildhaft auszudrücken:
Mir kam es so vor, als sei das Autorenpaar auf einer langen Reise mit festem Ziel, habe sich zwischendurch aber immer wieder verfahren, teilweise auf durchaus interessanten Nebenstrecken. Mal war der Umweg kürzer, mal länger, bis zur Hauptroute zurück gekehrt wurde. So kann man das Ziel (Lösung des Falles) noch spannender gestalten, zeitweise allerdings tritt auch Lustlosigkeit ein, vor allem, wenn sich die Umwege häufen. Am Ende des Weges hatte ich den Eindruck, dass die Fahrer (Autoren) müde von ihrer Reise waren, sie aber trotzdem gleich noch einen Ausflug draufsetzen wollten, der wegen Kraftlosigkeit allerdings misslungen ist.
Wegen der trotz allem nicht unerheblichen Spannung und auch aus Neugier darüber, wie Joona Linna (und auch die Autoren) sich weiter entwickelt(n) werde ich den nächsten Band trotz allem auch noch lesen

05.08.2013 09:59:02
Erwin Stahel

Vermutlich habe ich das Gelesene zu wenig aufgenommen, denn am Schluss wurde ich ein wenig überrummelt mit den letzten zwei Absätzen. Ich konnte mir die Frage nach Frau Bergmann nicht beantworten - was hat es mit dieser Frau auf sich?
Können Sie mir weiterhelfen?
Vielen Dank für eine Rückmeldung.
Erwin Stahel

10.07.2013 16:16:33
Timanfaya

Nachdem ich den Hypnotiseur richtig spannend fand, hat mich die Buch gelangweilt. Insbesondere Joona Linna mit seinen schon fast hellseherischen Fähigkeiten fand ich ziemlich weit hergeholt. Ich muss leider aber auch sagen, dass der Kommentar von Jürgen Prieser m. E. zu viel vom Inhalt vorweg genommen hat, so dass schon deshalb kaum Spannung aufkommen konnte.
Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen.

17.11.2012 14:36:50
redigtonit

Dieses Buch war echt der hamma. Leider verlor es sich schnell in überflüssigen Handlungen! Dadurch wurde einem das Lesen nicht leicht gemacht! Doch hey, warum sollte immer nur Bücher lesen in denen einem immer alles vorgekaut wird? Man sollte auch mal Bücher lesen die anspruchsvoll sind, und das ist dieses buch nun wirklich! Und wenn man sich überrungen hat immer wieder weiterzulesen, wenn man mal abgesetzt hat, dann ist man am Ende bei der Auflösung am zufriedesten! Doch wenn man sich überrungen hat wieder weiterzulesen, wird man sofort mitgerissen! Meine Empfehlung: Erstklassiger, wenn auch schwierig zu lesender Thriller, der aber mit Action, Spannung nicht zu knapp bestückt wurde!!

06.05.2012 17:56:51
Chris

Ich kann mich Baiba`s Meinung nur anschließen!
Es kam keinerlei Spannung auf und zum
ersten Mal wurde mein intuitiver Wissensdurst von vornherein eingebremst
durch die gewöhnungsbedürftige Zeitform.
Bei keinem anderen Buch habe ich mich so oft zum Lesen zwingen müssen.
Als Nesbö-Fan kann ich nur empfehlen,
einmal die literarische Seite in "Diese"Richtung zu wechseln.

03.03.2012 21:44:48
detw58

Was soll man davon halten? Diese Buch ist viel zu lang, einige Handlungsstränge sind überflüssig, es trieft vor Blut. Von Polizeistrategie scheinen die beiden Autoren nicht viel Ahnung zu haben, ansonsten würden sie in ihrem zweiten Werk die Ordnungskräfte nicht derart unbedarft in jede sich auftuende und tödliche Falle laufen lassen. So dämlich sind Spezialeinheiten der Polizei nun wirklich nicht. Liest man das Buch in großen Teilen quer, kann man der teilweise skurilen Handlung recht gut folgen. Ich war froh, als ich mich durchgekämpft hatte.

01.02.2012 12:14:38
tedesca

Puh, war ganz schön ansgrengend, der Fluch des großen Geigers. Vor allem der viel zu sehr mit Action beladene Verfolgungsteil, der den gut geschriebenen Teil, der in Stockholm spielt, anfangs völlig in den Schatten stellt.

Zum Glück gibt sich das irgendwann, und die zweite Hälfte ist ein solider, ganz gut geschriebener, spannender Thriller mit einem brisanten Grundthema und gut gezeichneten liebenswerten Figuren.


Kein Buch, das ich jetzt vorbehaltslos empfehlen kann, aber wenn man nicht allzu kritisch ist bei diesem Genre, kann man sich gut unterhalten. Und der Schluss lässt darauf schließen, dass sich Joona Linna wohl doch noch seinen Albträumen stellen muss.

Das Hörbuch gibt es ungekürzt bei audible.de, sehr gut gelesen von Simon Jäger.

30.01.2012 12:12:15
Sonnenschein

Ich les gerade noch und finde das Buch super fesselnd. Es ist für mich der beste Thriller, den ich seit langem gelesen habe.
Die Schreibweise ist sehr überzeugend und der Spannungsaufbau unglaublich kreativ.
Ich finde Paganinis-Fluch definitiv sehr empfehlenswert und werde es an liebe Freunde weiterverschenken!
Gott sei Dank mögen nicht alle die gleichen Bücher!

29.12.2011 13:42:36
Thomas Boller

Die Kritik geht vollkommen fehl. Starke Spannungselemente, die Paganini-Bezüge keinesfalls Ablenkung und schmückendes Beiwerk- der zweite Roman des Autorenduos ist viel stimmiger und stringenter als der erste. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt! Und ein schriftstellerisches Talent ist ebenfalls ausgeprägt vorhanden.

09.12.2011 20:13:44
Dreamteam2

Ich bin schon sehr erstaunt wie man "Paganinis Fluch" einen spannungsfreien Thriller nennen kann. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite total gefesselt . Sehr spannender Plot und ausserordentlich gut strukturiert. Für mich einer der besten Thriller des Jahres und mal wieder der Beweis, dass die Skandinaven was drauf haben. Bin schon sehr gespannt auf das 3. Werk Lars Kepplers.

28.11.2011 17:24:15
oblomow

Hm-
habe die Hörbuchversion grade zuende gehört- wie wir wissen, fühlen sich Hörbücher schon etwas anders an, ok. vielleicht hat Simon Jäger ja alles gerettet?Nö. Ich kann mich der Meinung von Baiba nicht anschließen.Ganz im Gegenteil!Während ich den Vorgänger, sagen wir, nicht schlecht, aber doch als etwas empfand, das in seiner großen elliptischen Suchbewegung sicher originell, aber mir doch etwas zu wenig stringent war, find ich den Vorliegenden deutlich besser.Als ich Hypnotiseur las dachte ich immer wieder: jau, da will jemand alles und noch mehr und jedenfalls mehr, als er im Moment zu beherrschen in der Lage ist.Hier hat man nicht diesen Eindruck. Es wird imer noch viel gesponnen, aber welch herrliches Garn! die Haushälterin mit dem Hund am Drahtseil. Der schlaflose Kontrolleur! und viele andere seltsame Gestalten mit eigenartig verschrobenen Dialogen. Den nicht immer glaubhaften Charakteren muss man nicht nicht folgen, wenns mans aber tut, macht die Sache doch großen Spaß, vor allem weil die Geschichte trotz aller Schlenzer wesentlich linearer verläuft.Genau diese Linearität ist aber natürlich auch die große Schwäche dieses Buchs.Wendungen, Überraschungen, großes Finale mit einem Schluß den man nicht für möglich gehalten hätte?Nö.Das Ende, wenn mans denn so nennen soll, wird eher vollstreckt, als ausgeführt (äh, Baiba, welche Auflösung? es gibt ja keine...), hui, Schießerei, spannend.Für mich sind beide Bücher letztlich Schreibübungen- das Erste pychologisch exact, aber wenig überzeugend in der Handhabung des Materials, das Zweite mit besserem Materialhaushalt, was den Plot angeht.
Aber mit, trotz aller, wie ich finde, liebenswerten Verschrobenheit, doch etwas unglaubwürdiger, wo nicht oberflächlich-klischeehafter (der Waffenhändler, ach je) Charakterzeichnung.Tja- die Keplers sind immer noch auf der Suche, aber seit diesem Buch schaue ich ihnen gern bei der Suche zu.Und, nimmt man beide Bücher zusammen, ist vielleicht die Hoffnung nicht völlig unberechtigt, dass sie finden werden.

Und- weil alles obige vermutlich völlig unklar war: dies ist auf keinen Fall das schlechteste Buch, das man in diesem Jahr lesen konnte.

Mir jedenfalls hats Spaß gemacht...

meint:

O.

05.10.2011 20:33:08
baiba

Dieser sog. Thriller ist das schlechteste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
So abstrus und schlecht konstruiert und so frei von Spannung, dass man sich fragt, was einen Verlag dazu bewogen haben mag, ihn zu kaufen.
Die handlung ist nicht nachvollziehbar und die Auflösung am Ende machts auch nicht besser. Leider.