Vergeltung am Degerloch

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: ariadne, 2006, Seiten: 221, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1997, Titel: 'Der Masochist', Seiten: 189, Originalsprache

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An der Johanneskirche liegt totgeschlagen ein junger Mann laut Boulevardpresse wurde er zum Opfer blinder Emanzenwut. Tobt hier der Krieg der Geschlechter? Lisa Nerz schreibt für die radikale Frauenzeitung Amazone (Ähnlichkeiten mit der Redaktion einer gewissen Frauenzeitschrift in Köln sind selbstredend rein zufällig!), deren Chefin sie protegiert. Eine junge Frau, die ihr erst Anträge macht und sich dann selbst eines Mordes bezichtigt, bringt Nerz auf die Spur eines Serienvergewaltigers. Der allerdings ist der Tote von der Johanneskirche Gemeinsam mit einem depressiven Trinker vom Stuttgarter Anzeiger stürzt sich Lisa Nerz in hakenschlagende Recherche-Aktionen, wühlt sich durch Archive und kombiniert das Unwahrscheinliche mit dem Offensichtlichen. Und findet heraus, dass der Ermordete tatsächlich für etliche unaufgeklärte Sexualdelikte verantwortlich war. Dann jedoch stößt Nerz auf die Leiche ihrer Chefredakteurin, und die Ereignisse überschlagen sich.

Vergeltung am Degerloch

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Letzte Kommentare:
05.04.2015 16:22:10
Fiorella Sono De Hasenritter

Ich fand das Buch super! Ich bin sowieso ein grosser Lehmann-Fan. Ihre Lisa Nerz Romane habe ich per Zufall entdeckt. Nur Vergeltung am Degerloch hatte mir gefehlt. Abe ich muss leider zugeben, dass Ich das Ende gar nicht verstanden habe. Kann mir jemand bitte erklären wer wenn am Ende der Mörder war? Es wäre wirklich nett.

12.12.2009 12:09:02
Bio-Fan

Dieser Krimi hiess bei seiner Erstveröffentlichung (Rowolth) "Der Masochist", erst bei der überarbeiteten Neuaufflage (Argument-Ariadne) wurde er in "Vergeltung am Degerloch" umbetitelt, vielleicht um der zeitweiligen Beliebtheit von Regionalkrimis Tribut zu zollen. Doch ausser der Tatsache, dass die Geschichte in und um Stuttgart herum spielt, ist der regionale Aspekt von untergeordneter Bedeutung, wie auch dem Masochisten nicht die tragende Rolle in diesem Melodram zukommt.

Dreh- und Angelpunkt ist Christine Lehmanns kommende Serien Heldin Lisa Nerz, deren zentrale Position schon alleine durch die ich- erzählende Perspektive verdeutlicht ist.
Lisa Nerz verdingt sich, nicht besonders motiviert, als Redakteurin bei der Frauen-Zeitschrift "Amazone" (mann stelle sich ein fiktives "Emma"-Pendant vor). Ein früheres pekuniäres Erbe und auch die Protektion durch die Herausgeberin geben der Nerz genügend Freiraum, ihrem eigenwilligen Arbeitsstil zu frönen. Sie sagt von sich: " Mein Ansehen als originelle Emanze war das Ergebnis meiner Faulheit."
Als Lisa eines Morgens in der Tageszeitung von der Ermordung eines jungen Mannes liest, und Augenblicke später Gabi, die Tochter der Redaktionssekretärin, sich eben dieses Mordes bezichtigt, erwacht Lisas investigatives Interesse. Die beiden Frauen hatten sich Abende zuvor in einer Frauenkneipe kennengelernt. Trotz Gabis dort zur Schau gestellten Coolness, wirkte sie auf Lisa eher wie ein Opfer, denn wie eine Täterin.
Ausgehend von der Prämisse "Jeder Mann ist ein potentieller Vergewaltiger" durchforscht Lisa das scheinbar untadelige Leben des jungen Mannes und stösst sehr schnell auf erste Ungereimtheiten.
Den Krimi-Puristen unter uns werden sich die Haare sträuben ob der Naivität und Richtungslosigkeit von Lisas Recherchen. Einzig allein der etwas heruntergekommene Lokalreporter Krk kann ihr aufgrund seiner Polizeikontakte ein wenig Unterstützing geben. Es ist ein Stochern im Dunkeln, bei dem tatsächlich etwas Erstaunliches zu Tage tritt.
Christine Lehmanns Protagonistin ist nicht nur unkonventionell in ihren Ermittlungsmethoden, sondern weicht auch in ihrer sexuellen Orientierung erfrischend von der "Krimi-Standardnorm" ab. So gewährt Lehmann dem Leser (m) Einblicke in eine doch etwas andere Gefühlswelt.
Auch sprachlich unterstützt Lehmann ihre Heldin mit ihrem burschikosen, stellenweise sehr robusten Stil. Eine ausreichende Prise Humor bereiten Stunden des Lesevergnügens und einen Blick in den "Gaisburger Schlachthof" zu werfen, wird obligatorisch.

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