Spiele niemals mit dem Tod

  • Autor: Darja Donzowa
  • Verlag: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Moskau: Eksmo, 2001, Titel: 'Гадюка в сиропе', Seiten: 396, Originalsprache
  • Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2007, Seiten: 1, Übersetzt: Katinka Springborn, Bemerkung: MP3

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Wolfgang Weninger
Kurios und chaotisch

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Aug 2006

Wer kennt eigentlich Jefrossinja Romanowa? Außer ihrem in einem Lager schmorenden, kriminellen Ex-Ehemann wohl niemand. Denn heute nennt sie sich Tatjana und alle rufen sie Tanja. Sie führt bei der gefeierten Chirurgin Katja den Haushalt, bis diese einer Berufung nach Miami bekommt und den gesamten Familienclan mit in die Staaten nimmt. Aber wer im Russland von heute bei stetig steigenden Preisen einen Haushalt zu führen versteht, der kommt mit besten Empfehlungen leicht wieder zu einem adäquaten Arbeitsplatz. Tanja wird Haushälterin beim umjubelten Star der russischen Krimiliteratur, Kondrat Rasumow. Der Autor hängt recht gerne am Rockzipfel hübscher Damen und auch seine junge Gemahlin frönt dem Hang zur außerehelichen Zweitbeschäftigung. Hauptsache ist doch, dass das feudale Leben im Hause Rasumow gesichert ist.

Gefährdet wird dieser Umstand jedoch durch einen Unfall. Wie jeden Abend spielt Rasumow mit seinem Jüngsten Kriegsspiele mit Plastikwaffen aus einem der nobelsten Spielzeugläden Moskaus. Doch heute ist die Waffe des Vierjährigen echt und Kondrat Rasumows Stirn ziert ein tödliches Loch in der Stirn.

Zum Leidwesen der kriminalistisch angehauchten Tanja sind alle ihr bekannten Spitzenkriminalisten gerade nicht verfügbar und so landet Lena, die angeblich dem Kleinen die echte Waffe untergejubelt hat, schnurstracks in Untersuchungshaft. Belastet wird sie dabei von ihrem Liebhaber und einer Bekannten, die beide aussagen, dass Lena einen Killer für ihren Gatten gedungen hätte. Aber Tanja ist überzeugt davon, dass Lena niemals das Huhn geschlachtet hätte, dass für sie die goldenen Eier gelegt hat ...

Darja Donzowa, bereits dreimal in Russland zur Schriftstellerin des Jahres gewählt, hat im Aufbau Taschenbuch Verlag Spiele niemals mit dem Tod in der Übersetzung von Helmut Ettinger auf den deutschen Buchmarkt gebracht. Auf 387 Seiten führt die Erfolgsautorin den Leser in die besseren Kreise der Moskauer Gesellschaft ein und das tut sie mit dem bereits aus früheren Romanen bekannten Hang zur Überzeichnung der Charaktere.

Alle Personen in diesem Buch haben grundsätzlich eine Neigung zur Verniedlichung der Realität im heutigen Russland. Man sieht nichts so schlimm, wie es ist, man lebt in den Tag hinein und es ist alles erlaubt, was nicht weiter auffällt, auch wenn es wenigstens ein kleines Bisschen außerhalb der Legalität und Normalität liegt. Und gerade das macht die Charaktere in Frau Donzowas Romanen so ungemein liebenswert, auch wenn es sich dabei um den größten Tunichtgut handelt. Die Menschen schwindeln sich mit ihren kleineren und größeren Problemen durchs Leben, bescheißen sich selbst und die Anderen und sogar diejenigen, die im Säuferwahn an gepanschtem Wodka sterben, haben noch eine hübsche Nachrede verdient.

Der Kriminalfall an sich ist genauso kurios und chaotisch, wie die Szenerien, die Darja Donzowa für ihre Schauplätze skizziert. Spannungsgeladene Schreibweise ist nicht das Metier der Schriftstellerin, aber ihr leicht ätzender Humor und ihre Fähigkeiten, den Figuren Leben einzuhauchen, halten den Leser mit Freude bei der Stange. Auch wenn die Story reichlich krampfhaft konstruiert ist und sich der Leser mit der Hauptfigur hakenschlagend durch die Ermittlungen ackert, kommt der Lesespaß in keiner Zeile zu kurz.

Wer die immer chaotischen Frauen in den (amerikanischen) Büchern von Janet Evanovich mag, der findet bei Darja Donzowa das gelungene russische Pendant eines lebensbejahenden Improvisationsgenies, das mit Witz und Tatendrang durch diesen empfehlenswerten Krimi stürmt, und in dieser Form liebenswürdige und schmunzelnde Begeisterungsstürme beim Rezensenten auszulösen vermag.

Spiele niemals mit dem Tod

Spiele niemals mit dem Tod

  • Autor: Darja Donzowa
  • Verlag: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch

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Letzte Kommentare:
24.07.2016 16:23:23
wampy

Buchmeinung zu Darja Donzowa – Spiele niemals mit dem Tod

„Spiele niemals mit dem Tod“ ist der zweite Teil der Serie um Tanja Romanowa der Autorin Darja Donzowa. Die Originalausgabe ist 2001 unter dem Titel „Gadjuka v sirope“ erschienen. Die deutsche Ausgabe erschien erstmals 2007 bei Aufbau. Das ungekürzte Hörbuch erschien ebenfalls 2007 bei TechniSat Digital als Radioropa Hörbuch und wird von Katinka Springborn gesprochen.

Klappentext:
Wer hat dem vierjährigen Sohn des berühmten Krimi-Autoren Kondrat Rasumow die Pistole geschenkt, mit der er seinen Vater erschoss? Der Liebhaber seiner Mutter Lena? Lena selbst? Tanja, seit kurzem Haushälterin in dem großzügigen und chaotischen Schriftsteller-Haushalt, glaubt einfach nicht an Lenas Schuld. Sie beginnt nach dem wirklichen Täter zu suchen.

Meine Meinung:
Bei diesem Buch bin ich mir nicht sicher, ob es vielleicht eine Parodie sein sollte. Auf jeden Fall punktet der Roman mit seinen liebevoll gezeichneten Figuren. Selbst bei Säufern und Verbrechern findet die Autorin positive Zeichen. Die Hauptfigur ist chaotisch und hartnäckig. Sie gerät bei ihren Nachforschungen immer mal wieder vom rechten Weg ab, aber der Zufall für den rechten Weg kommt bestimmt. Die Verhältnisse in Russland werden auch als chaotisch beschrieben, doch man spürt auch die Liebe der Autorin zu den Einwohnern. Hier wird was gedreht, da kennt man jemanden, dort wird etwas geflunkert … Tanja Romanowa ist einfach sympathisch aber ganz sicher keine begnadete Ermittlerin. Das Buch läßt sich leicht weg lesen und enthält die ein oder andere humoristische Einlage. Der Vergnügungsfaktor ist auf jeden Fall hoch!

Zum Sprecher:
Katinka Springborn macht ihre Sache gut, insbesondere versteht sie es, die jeweilige Gefühlssituation darzustellen.

Fazit:
Das Buch ist sehr amüsant, aber eigentlich kein Krimi. Als Krimi gibt es deutliche Abzüge, so dass nur drei Sterne vergeben werden können. Trotzdem kann das Buch allen empfohlen werden, die eine amüsante Geschichte mit netten Figuren mögen!

13.12.2009 01:38:35
A.

Mich ärgert es wirklich sehr, dass der Vorname der Protagonistin in der deutschen Fassung geändert wurde. Im Original heißt sie Lampa (Ewlampija), ein seltener, altrussischer Name, auf dessen Seltenheit, sowie der phonetischen Nähe zum Wort "Lampe" einige Witze innerhalb der Handlung bauen.
Es ist wirklich traurig, dass der deutschen Leserschaft nicht zugetraut wird, sich auf diese kulturelle Nuance einzulassen, wenngleich man schon einen Krimi liest, der in einem ganz anderen Kulturkreis angesiedelt ist. (Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass eine spontante und grundlose Umbenennung der Hauptfigur (!) doch schon eine große Respektlosigkeit gegenüber der Autorin zeigt.)

Zur Krimireihe an sich kann man sagen, dass sie sich sehr leicht liest, und eher von der lockeren Erzählweise und Humor der Autorin, sowie der daraus resultierenden Unterhaltsamkeit lebt, als von der für Krimis üblichen Spannung.
Insgesamt empfehlenswert, auch wenn es mich interessieren würde, inwieweit die Bücher jeweils "angepasst" und "politisch korrektisiert" wurden - Russen haben ja bekanntlich eine ganz andere Einstellung zu political correctness, die ab und zu auch bei Donzowa durchscheint.