Der Brautkimono

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • New York: HarperCollins, 2001, Titel: 'The bride´s kimono', Seiten: 310, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2004, Seiten: 414, Übersetzt: Sonja Hauser
  • München; Zürich: Piper, 2006, Seiten: 414

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Sabine Reiß
Lesevergnügen (fast) garantiert

Buch-Rezension von Sabine Reiß Apr 2004

minasama konnichiwa  - Guten Tag alle zusammen!

Heißen Sie nun bereits zum fünften Mal willkommen: Rei Shimura. Die Tochter einer amerikanischen Innenausstatterin und eines japanischen Psychologen lebt in Tokyo und schlägt sich dort mehr schlecht als recht als Antiquitätenhändlerin durch. Dabei stolpert sie immer wieder in Abenteuer, bei denen auch Mord eine Rolle spielt. Als sie mitten in der Nacht einen Anruf aus Amerika erhält, dass sie empfohlen wurde, um einige Kimonos aus einem Tokyoter Museum nach Washington zu begleiten, freut sie sich darüber, bei dieser Gelegenheit auch ohne Zusatzkosten ihre Eltern besuchen zu können, die in Kalifornien leben. Ihr Anstandsbesuch im heimischen Museum verläuft recht zufriedenstellend und da sie sich so für die Geschichte der Kimonos interessiert, kann sie den Archivaren davon überzeugen, ihr auch noch einen besonders wertvollen Brautkimono mitzugeben, der zunächst nicht auf der Liste stand. Schon im Flugzeug muss sie jedoch ihren Platz in der ersten Klasse räumen und mit der wertvollen Fracht in die Touristenklasse umsteigen. Dort trifft sie auf eine neugierige junge Frau aus einer Reisegruppe, die auf einem Shoppingtrip in die Staaten ist.

Die Katastrophe naht

Im Museum in Washington angekommen, erfährt sie, dass der zusätzliche Brautkimono nicht in die Ausstellung passt und deshalb auch nicht im Museum verwahrt werden kann. Rei nimmt ihn mit in ihr Hotelzimmer. Das kann nicht gut gehen. Sie verlässt ihr Zimmer zwar nur kurz, aber das Unglaubliche passiert: Bei ihrer Rückkehr ist der Brautkimono ist nicht mehr in ihrem Schrank. Als dann auch noch Hana, ihre Sitznachbarin aus dem Flugzeug, verschwunden ist und ihre Leiche mit Reis Pass auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Das ist mal wieder eine Story, die temporeiche Unterhaltung bietet, bei der auch der Humor nicht zu kurz kommt. Sujata Massey zeichnet die Figuren ein wenig skurril und sehr liebevoll, so dass sie einem sehr schnell ans Herz wachsen. Rei ist ein nettes Mädel, das aber auch fast keinen Fettnapf auslässt. Der Krimi steht eigentlich fast im Hintergrund und ist - gewürzt mit einer kleinen Liebesgeschichte - herrlich entspannend und flüssig zu lesen. Das exotische Ambiente trägt dazu bei, dass man ganz und gar abtauchen kann. Wie man aus diesen Beschreibungen ablesen kann, gehört der Roman allerdings nicht in die Kategorie Thriller mit knallharter Action und wird eher weibliche Fans finden.

Japan trifft Amerika

Das Lokalkolorit bleibt bei diesem Roman leider etwas hinter den Vorgängerromanen zurück, da die Story zum großen Teil in den USA spielt und nicht in Tokyo. Dennoch erfährt man wieder sehr viele Details über die japanische Kultur, speziell die Tradition der Kimonos, z.B. wie man an den Farben den Status der Frau erkennt oder dass es unterschiedliche Arten gibt, die Obi-Schleife zu binden. Einmal mehr sieht man, dass Rei Shimura genau wie die Autorin selbst zwischen zwei Kulturen lebt. Diese Schilderungen machen den eigentlichen Reiz der Bücher aus.

Auch hier gilt: Der Brautkimono ist zwar Teil einer Serie, aber dennoch kann der Krimi unabhängig von den Vorgängerromanen gelesen werden. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es besonders viel Spaß bereitet, wenn man die Nebenfiguren schon kennt. Insgesamt würde ich den Unterhaltungswert des vorliegenden Buches in etwa mit den ersten drei Bänden gleichsetzen und damit etwas besser als der Vorgänger "Tödliche Manga" bewerten.

Hier kann man dem Leser also nur wünschen: tanoshinde kudasai - Viel Spaß!

Der Brautkimono

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Letzte Kommentare:
02.06.2009 13:15:22
tedesca

Der fünfte Teil der Reihe spielt großteils in den USA, was ich schade finde, weil ich gerade die Schilderungen des Lebens in Japan immer so interessant gefunden habe. Andererseits lernt man eine Menge über Kimono (z.B., dass man auch in der Mehrzahl Kimono ohne S am Schluss sagt) und darüber, wie sich junge Japanerinnen vor der Hochzeit verhalten. Exzessive Shoppingtrips in die USA und Sex mit Fremden gehören auf jeden Fall dazu.

Einmal mehr ist die Geschichte charmant und amüsant, die Spannung bleibt bis zum Schluss aufrecht, auch wenn sie einen nicht zum Nägelkauen bringt, und ich würde diesen Teil allen Fans von Rei auf jeden Fall empfehlen.

14.01.2005 12:52:21
Silke Schroeder

So wie in den anderen Rei Shimura Krimis lernen wir auch in ihrem fünften Abenteuer wieder viel über Japans Kultur und Geschichte. Diesmal steht der Kimono im Mittelpunkt. Sie bekommt heraus, dass der gestohlene Brautkimono im Zentrum einer japanischen Liebesdreiecksgeschichte stand. Und auch sie steht zwischen zwei Männern, einem Japaner und einem Schotten. Und so geht es auch in dieser Geschichte wieder um ihre bikulturelle Identität, mit der sie sich immer wieder auseinander setzen muss. Schön ist, dass wir endlich Reis Eltern, einen japanisch-stämmigen Psychologen und eine amerikanische Innenausstatterin, kennen lernen.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings in dieser Geschichte. Sie spielt nicht, wie die anderen in Tokio, sondern zum großen Teil in Washington. Und wer jetzt in Reis Welt einsteigt, sollte sich bald die ersten Bücher vornehmen, denn es werden schon einige Kenntnisse vorausgesetzt.

29.10.2004 15:01:35
Ursula

Wer wissen möchte wie es in Rei`s Leben weiter geht muß den fünften Teil einfach lesen.

Wieder finden sich die netten Erklärungen der japanischen Kultur.
Doch passieren diesmal wirklich sehr viele Dinge die sehr konstruiert wirken.

Nichts desto trotz ist es wieder ein netter Krimi für ein paar gemütliche Stunden.