Wetterschmöcker

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Ullstein, 2016, Seiten: 352, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Psychopathen allerorten

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2015

Am Ufer der Limmat wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kommissar Eschenbach misst dem Fall zunächst nur wenig Bedeutung bei. Eine weitere Drogentote oder Prostituierte, womöglich beides. Auch als der betagte Alois Thüring ihn aufsucht und seine Nichte Clara vermisst meldet, ist Eschenbach wenig begeistert, schließlich ist dies kein Fall für sein Kommissariat und außerdem lebt Thüring im Kanton Schwyz und nicht in Zürich. Vier Tage später gibt es einen weiteren Leichenfund und plötzlich kommt Bewegung in die Fälle. Am Rand der Sihl wird eine weitere Frauenleiche gefunden, verbrannt bei einem Lagerfeuer nach indianischem Ritual. Die Vermisstenstelle hat derweil herausgefunden, dass Clara schwer verletzt in die Uniklinik Balgrist eingeliefert wurde, dort jedoch spurlos "verschwand". Über ihre Ärztin Mara Hofer erfährt Eschenbach, dass Clara eigentlich auf dem Weg der Besserung war, dann aber an einem plötzlichen Herzstillstand verstarb und bereits kremiert wurde. Bald ist klar, dass es sich bei der verbrannten Frau um Clara handelt. Da eine natürliche Todesursache vorlag, soll Eschenbach den Fall ruhen lassen, schließlich fand die Verbrennung auf einem Privatgrundstück statt und somit wäre lediglich ein Bußgeld einzutreiben.

 

Oberste Etage bei einem Rohstoffgiganten. Clara wäre zu einer der mächtigsten Frauen im Land geworden. Aber dann wird sie schwer verletzt ins Balgrist gebracht, erholt sich und stirbt ... völlig überraschend. Und nichts davon steht in der Zeitung. Nicht mal eine Todesanzeige gibt's. Keine einzige Untersuchung wird eingeleitet. Weder von der Uniklinik noch vom Unternehmen selbst ... Das ist grotesk!"

 

Eschenbach wird neugierig, zumal er sich von der schönen Psychiaterin Mara Hofer angezogen fühlt. Seine Suche führt Eschenbach zumindest indirekt in die Chefetagen der Hochfinanz und in ein ebenso undurchschaubares wie gefährliches Netz aus Mord, Vertuschung und Verrat. Derweil entdeckt sein Mitarbeiter Claudio Jagmetti, dass es in den letzten Jahren schon mehrere tote Frauen gleichen Typs gab, die als Flussleichen endeten. Offenbar treibt ein Serienmörder sein Unwesen...

Kommissar Eschenbach gerät an seine Grenzen

Wetterschmöcker, schon der Titel macht neugierig, ist bereits der fünfte Roman der nicht nur in der Schweiz sehr beliebten Krimireihe um Kommissar "wozu brauche ich einen Vornamen" Eschenbach. Doch zunächst zur Auflösung des Buchtitels.

 

"Clara ist verletzt ... es geht ihr nicht gut. Ich spüre es. Vielleicht stirbt sie. Es ist, wie wenn Regen kommt. Oder Schnee. Ich weiß nicht, ob Sie mich verstehen, Herr Kommissar. Aber ich kann solche Dinge sehen. Es sind die Farben der Natur. Ich bin ein Wetterschmöcker."

 

Eins zu sein mit der Natur ist das Ziel der Wetterschmöcker, doch damit legt der Autor eine falsche Spur, denn nicht das Wetter soll vorhergesagt, sondern Menschen manipuliert und deren Lebensläufe vorherbestimmt werden. Immer wieder wechselt sich die aktuelle Ermittlung mit Rückblicken in die Vergangenheit ab, in der die Lebensläufe mehrerer Kinder festgelegt werden. Die Spannung wird auf diese Weise erhöht, wenngleich der Einstieg etwas Zeit erfordert.

Mehr soll hier nicht verraten werden, nur so viel, einige Karrieren enden in den Chefetagen. Dort kommt man nicht nur mit fachlichem Wissen hin, sondern auch indem man durchsetzungsstark ist. Narzisstische und psychopathische Züge müssen dabei nicht hinderlich sein. Reichlich Psychologie wird geboten, ebenso einige der zahllosen Gedichte aus dem Repertoire von Walter von Matt, der offenbar die Poesie von Morgenstern so dringend benötigt wie Eschenbach seine Brissago. Allein, um von Matt sieht es nicht gut aus und auch die Stimmung von Kathrin ist nicht die Beste. Immerhin führt der Streit mit ihrem WG-Freund dazu, dass sie kurzerhand bei Eschenbach einzieht und die beiden mehr Zeit miteinander verbringen könn(t)en. Für Diskussionen im Kommissariat sorgt derweil Jagmetti, wurde dieser doch glatt in seinem Büro in flagranti mit der neuen Kollegin von der Spurensicherung erwischt, was selbst für den eingefleischten Schürzenjäger ein starkes Stück ist.

Ein bisschen Wirtschaftsthriller, viel Psychologie, eine Weiterentwicklung der bekannten Haupt- und Nebenfiguren wie bei Serien üblich sowie am Ende ein bisschen zu viel der Turbulenzen und Überraschungen, von denen letztere nicht alle wirklich verblüffen. Gleichwohl bleibt Michael Theurillat mit Wetterschmöcker auf der Erfolgsspur.

Wetterschmöcker

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Letzte Kommentare:
25.06.2017 12:52:21
Oldman

Dies ist vermutlich der erste Krimi, den ich je von einem Schweizer Autor gelesen habe. Gar nicht mal so schlecht. Die Handlung ist logisch, die Story spannend, und die Hauptfigur durchaus annehmbar. Möglicherweise existiert ja auch irgendwo eine Aufzuchtanstalt für Hochbegabte, unwahrscheinlich aber denkbar und daher als Ausgangspunkt für die Story in Ordnung. Und einige beschriebene Schweizer Eigenheiten runden ein ordentliches Lesevergnügen ab.

27.01.2017 08:39:35
Alain Sempf

Ich finde das Buch okay und würde es alten Leuten weiterempfehlen, weil es tolle perverse Sachen drinnen hat und das Buch eigentlich Jugendfrei sein soll.Ich habe das Buch gewählt, weil es mich grad angespritzt hat ich finde es sehr ansprechend weil auf der seite ein Schweizerkreuz drauf ist und ein Fass welches bestimmt vollgespritzt ist.

02.08.2016 13:26:58
Heike Strate

Großartig erzählt Michael Theurillat die fiktive Geschichte einer geheimen Elite-Truppe von sehr ungewöhnlich ausgebildeten, hochbegabten Menschen, die den Rohstoff-Monopolisten dieser Welt das Leben schwer machen können. Das Problem ist nur, dass sowohl deren psychische wie auch physischen Talente selbstzerstörerisches Potential haben. Kommissar Eschenbach und seine Mitstreiter, denen man als Leser immer wieder gerne begegnet, haben da wirklich dicke Bretter zu bohren. Dabei wird man als Theurillat-Leser niemals dümmer: Interessantes, gut recherchiertes Hintergrundwissen in Kombination mit typisch schweizerischer Kauzigkeit, ebenso typisch schweizerischen Dialogen (aber keine Sorge, alles Hochdeutsch und deshalb gut verständlich!) sowie die immer wieder faszinierende Genauigkeit der Ortsbeschreibungen machen aus einem spannenden Plot einen rundum empfehlenswerten Krimi mit Niveau ab. Spannend bis zur letzten Seite!