Zorn - Vom Lieben und Sterben

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2012, Seiten: 6, Übersetzt: David Nathan

Couch-Wertung:

75°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
2 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:87.2
V:4
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":1,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":1,"87":1,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":1,"94":0,"95":1,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Jörg Kijanski
Trockener Humor und spannende Unterhaltung. Mehr davon!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2012

Der sechzehnjährige Björn Grooth fährt wie jeden Morgen mit seinem Rad durch den nahegelegenen Stadtwald, wird jedoch dieses Mal durch einen Metalldraht final aufgehalten, der ihn beinahe köpft. Für die Hauptkommissare Zorn und Schröder stellt sich die Frage, ob das Tötungsdelikt ein zufälliges Opfer fand oder ob es sich um einen gezielten Mordanschlag handelte. Grooth gehörte einer fünfköpfigen Jugendgruppe an, deren Mitglieder ungleicher kaum sein könnten. Max Brandt ist ein schüchterner Junge, während die Geschwister Martha und Eric Haubold aus reichem Elternhaus stammen und sich offenbar langweilen. Gar nicht in diese Gruppe will Udo Kempff passen. Ein zur Gewalt neigender junger Mann mit eingeschränkter Intelligenz. Zorn und Schröder vernehmen die Jugendlichen, doch diese mauern bei den Befragungen.

Wenige Tage später gibt es den nächsten Toten, denn auf dem Sprungturm des örtlichen Freibades finden sich die Überreste von Udo Kempff. Dieser wurde dort brutal ermordet und so steht für Zorn und Schröder fest, dass es in beiden Fällen gezielte Morde waren und der Schlüssel zur Lösung in der Clique liegt. Aber dort besteht noch immer keine große Gesprächsbereitschaft, so dass es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann der nächste Mord geschieht. Da überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und der Fall scheint gelöst, denn ihr gemeinsamer "Freund", Pastor Griebe, wird von Zorn überwältigt als er offenbar versucht Max Brandt zu ermorden…

 

"Weißt du, was mich am meisten nervt?" Zorn blies Schröder eine Rauchwolke ins Gesicht. Der hustete kurz und wandte das Gesicht ab.
"Nein, Chef."
"Dass es nie bei einem Mord bleibt. Ich meine, monatelang geschieht gar nichts, und dann kracht’s gleich zweimal innerhalb einer einzigen Woche. Das ist doch bekloppt! Eine Leiche hätte doch genügt, oder nicht?"
"Mir persönlich hätte es gereicht, wenn überhaupt niemand gestorben wäre."

 

Claudius Zorn und der "dicke" Schröder sind ein höchst seltsames Gespann. Zorn macht seinem Namen alle Ehre, gilt dabei als faul und distanziert. Er ist ein typischer Einzelgänger, genauso wie Schröder, der nach einer Operation noch lange nicht wieder der Alte ist, wenngleich dies nicht sein größtes Problem bei dem aktuellen Fall sein wird. Da die einzige Spur zunächst zu einem Priester führt, könnte vielleicht ein Blick in die Bibel helfen.

 

"Ich bin nicht besonders bibelfest. Aber an einiges kann ich mich noch erinnern." Zorn überlegte einen Moment und zitierte dann: "Und er zerstückelte seine Frau Glied für Glied in zwölf Stücke und sandte sie in das ganze Gebiet Israels."
"Äußerst unappetitlich", bestätigte Schröder. "Obwohl ich keinen Zusammenhang zu den beiden Mordfällen sehe."

 

Mehr als einmal wird Zorn als "Arschloch" tituliert und tatsächlich ist er alles andere als einfühlsam. Empathie ist für ihn das Fremdwort des Jahres. Schröder ist Zorns "Kofferträger", obwohl er eigentlich viel mehr drauf hat. Allerdings gelingt dem Autor am Ende des Plots diesbezüglich eine überraschende "Aufklärung". Bis dahin üben sich die Beiden in dem, was sie am besten können; einem staubtrockenen Humor.

 

"Und dann wären da noch die frischen Fußabdrücke."
"Fußabdrücke?" Zorn richtete sich auf. "Warum hast du das nicht gleich gesagt?"
"Es sind deine, Chef. Die bringen uns nicht weiter." Schröder kicherte in sein leeres Glas. "Es sei denn, du bist der Mörder."

 

Doch nicht nur Schröder setzt Zorn erheblich zu. Auch auf die junge Staatsanwältin ist dieser nicht gut zu sprechen, schon gar nicht, als sie ihn zu einem Fernsehinterview schickt. Dort soll er einen Erfolg verkünden, an den er selber nicht glaubt.

 

"Ich werde mich also hinstellen und erklären, dass der Fall so gut wie abgeschlossen ist. Obwohl ich nicht daran glaube. Ist das nicht behämmert? Wenn ich unrecht habe, werden die mich feiern, als wäre ich der neue Columbo. Und wenn stimmt, was ich vermute, und sich später herausstellt, dass wir voreilig an die Presse gegangen sind, werde ich öffentlich hingerichtet."

 

Der zweite Fall von Zorn und Schröder wirkt mitunter arg konstruiert. Wer dies nicht ganz so genau nimmt (es ist ja nur ein Roman), der wird spannend unterhalten und kann sich an zahlreichen witzigen Dialogen erfreuen. Abschließend erfolgt - nach einigen überraschenden Wendungen - sogar noch eine Auflösung mit ernsthaftem Unterton. Auf den Fortgang der Serie darf man somit gespannt sein.

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Zorn - Vom Lieben und Sterben

Deine Meinung zu »Zorn - Vom Lieben und Sterben«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
11.04.2016 11:27:34
Archer

Bewertet mit 3 Sternen

Als in einer Kleingartenanlage Einbrüche geschehen, sind die Schuldigen ziemlich schnell gefasst. Es ist eine Gruppe Jugendlicher, die sich dabei extrem cool vorkommen. Eigentlich kein Fall für Schröder und Zorn, doch dann stirbt einer der Jungen der Clique. Kein Unfall - er wurde ermordet. Doch bei dem einen Tod aus der Gruppe derjenigen, die in die Gärten eingebrochen sind, soll es nicht bleiben. Der nächste stirbt, und was die beiden Kriminalisten bei ihren Ermittlungen dann herausfinden, macht besonders Schröder extrem zu schaffen, denn es geht direkt zurück in seine Vergangenheit und an die Substanz.

Der Fall ist an und für sich gut geschrieben, wenn sich auch das Motiv relativ zeitig herausschält, zumindest für erfahrene Krimileser. Mir ist Schröder sehr sympathisch, der dicke, kompetente Polizist, der einfach zu nett für diese Welt ist. Und obwohl ich weiß, dass das Absicht ist, dass alle Bücher dieser Reihe eigentlich davon leben, dass Zorn ist, wie er ist, geht er mir extrem auf die Nerven. Ich kann seine faule, egoistische Attitüde nicht ab, ich hasse seine dummen Sprüche, verabscheue, wie er mit anderen Leuten umgeht. Von daher musste ich mich manchmal wirklich zwingen, weiterzulesen.

Gut geeignet ist das Buch, die sich über A...löcher amüsieren können, die gern Regionalkrimis lesen und die auch mit Triggerthemen umgehen können.

17.04.2015 20:11:10
Tristan

Charakter von Zorn zu wenig ausgearbeitet, daher wenig glaubwürdig. Wie von einem oben erwähnten Kommentar, sprechen die Figuren nicht an. Zorn soll faul und schlampig sein, aber doch nicht an der Grenze der Debilität!
Wenn doch wird das psychologisch nicht stimmig.
Sehr unwahrscheinlich, dass er überhaupt noch im Amt ist.Die Handlung? Bei einem Krimi darf nicht immer auf logische Handlung gesetzt werden. Es gibt ja nichts, was es nicht gibt.

17.04.2015 09:13:15
Lucrezia911

Ich bin gestern Abend beim Zappen in den Film "Zorn - Vom Lieben und Sterben" gestolpert - und zwar ohne jegliche Infos über diesen oder den ersten Teil.
Was ich gedacht habe während der ersten Minuten?!
Jedenfalls nicht, dass ich hier einen tollen Krimi sehe oder ähnliches - ich hatte wirklich den Eindruck, eine "Verarschung" des Genres Krimi zu sehen..
Ich hielt das, was ich sah, also nicht für einen "ernst gemeinten" Krimi, sondern für eine Persiflage - wobei diesem Wort ja eine geistreiche Konnotation zugeschrieben wird, die ich allerdings weniger beobachten konnte: vielmehr hatte ich den Eindruck, dass der Film "Zorn - Vom Lieben und Sterben" auf mehreren Ebenen so tief in die Klischee-Kiste greift, dass es mich gruselte...
Zugegeben, ich "musste" den Film zu Ende gucken (ich erlag dem Sog des seltsam Anmutenden..) und er wurde im Laufe der Zeit etwas weniger aufdringlich-klischeehaft - blieb aber m. E. bis zum Schluss unecht - nicht gekonnt - viel zu gewollt - oberflächlich - gestelzt.
Dadurch konnte ich weder Zorn noch Schröder "ernst" nehmen; keine der beiden Figuren sprachen mich wirklich an - sie blieben die ganze Zeit das, was sie eben sind: Schauspieler.
Schauspieler, die es nicht schafften, mich vergessen zu machen, dass ich "bloß einen Film sehe" - weil sie die von ihnen gespielten Figuren nicht wirklich "mit Leben erfüllten"..
Ich brauche davon nicht noch mehr - da seh' ich mir doch wirklich viel lieber so manchen Tatort an...

08.11.2014 19:44:20
Catha-Tina

Nach „Tod und Regen“ nun „Vom Sterben und Lieben“. Obwohl ich 60 Punkte gebe, weiß ich nicht, ob ich noch den 3. u. 4. Band verkrafte….

Punkte gibt es für das originelle Ermittlerduo, den trockenen Humor in den Dialogen, den Spannungs- und Rätselfaktor; ein echter Page-turner, den man in einem Zug durchlesen möchte.

Keine Punkte gibt es von mir für die Blutrünstigkeit der Handlung, die detailreiche Schilderung unfassbarer Grausamkeiten einschl. der barbarischen Tierquälerei, die mich derartig abstieß, dass ich diese Szenen nur überfliegen konnte. Im Gegensatz zu meinem Vorschreiber bin ich der Meinung, dass hier das Schlimmste tatsächlich geschildert wird, das braucht man sich nicht nur vorzustellen.Mein Fazit: Diese Bücher sind eher etwas für hartgesottene Krimileser!

Außerdem ist es für mich rätselhaft wie Herr Ludwig annehmen kann, dass die Universitätsbibliothek einer mittelgroßen Stadt von mehr als 200.000 Einwohnern von einem Grundschullehrer mit drei Mitarbeitern geleitet werden kann. Direktoren von Unibibliotheken sind in der Regel promovierte Wissenschaftler mit mehr als 100 Mitarbeitern. Da ist die Recherche wohl eher schlampig erfolgt.

08.02.2014 09:35:49
Heribert

Ich bin sehr begeistert. Wirklich.

Stephan Ludwig packt alles, was ich mir in einem Krimi wünsche in den ersten wie den zweiten Teil hinein.

Ich kann in jedem Fall die emotionalen Reaktionen der Akteure nachvollziehen. Bei traumatisierten Personen ist dies nicht immer logisch (die Szene auf dem Turm).

Auch das Thema wird hier drastisch dargestellt, allerdings wird es dem Leser überlassen, sich das Schlimmste vorzustellen. Ohne Schockeffekte trotzdem schockierend.

Herr Ludwig hat sich in meine Top 5 Krimiautoren hochgeschrieben und ich kann es nicht erwarten, den dritten Teil zu hören. Mit David Nathan hat man sich einen Sprecher mit entsprechenden Kaliber geholt. Ich bin beeindruckt. 95 % von mir.

23.11.2013 19:03:03
Liest, Rudolf

Sehr geehrter Herr Ludwig,
ich bedanke mich für den Genuss des Lesens Ihres Buches "Tod und Regen"
Das war mein erstes Buch von Ihnen und ich bin begeistert vom Inhalt und der ständig geladenen Spannung.
Das Buch erscheint mir auch deshalb sehr interessant, weil auch politische und kriminalistische Nuancen eng verknüpft werden ,die erstens vorstellbar im gesellschaftlichen Leben unserer Zeit sind und letztendlich die jüngste geschichte auf dem Balkan das ja auch leider zugelassen hat,was bei mehr vernunft der Völkergemeinschaft nie hätte so ausarten dürfen. Dennoch haben Sie eine spnnende kriminaliste Abhandlung gefunden, die durch die ermittelnden Kommissare noch ihren leisen Spass beifügen, der aber dort hinpasst.Ich bin auf weitere Bücher, vorallem erst mal die bereits vorhandenen , gespannt und freu mich auf das Lesen. Hoffentlich sind sie noch zu bekommen.Ich wünsche Ihen noch viel schaffenskarft und weitere spannende Ideen.Ich bin Besitzer von über 800 Kriminalbüchern mit Tatsachengehalt und freue mich auf die weitere vervollständigung meine Krimibücher.
Viele Grüße und Danke.
Ihr Leser Rudi Liest

03.08.2013 17:59:49
Otto Quaing

Das war das erste Buch der Zorn-Reihe, das ich gelesen habe. Ich finde das Buch spannend und humorvoll zugleich. Die Gespräche zwischen Zorn und Schröder sind eine Wonne. Zorn mit seinen Unarten wirkt sympathisch und realistisch.
Das Motiv der Morde ist mittlerweile schon so oft in Krimis gebraucht worden, dass man auch hier von Missbrauch eines ernsten Themas sprechen kann. Zudem frage ich mich, warum die Morde so grausam sein müssen und selbst ein Hund gequält wird. Da finde ich die Sprache des Autors dann manchmal unangemessen.
Spannend war das Buch auf jeden Fall.

13.05.2013 11:39:52
wende.lin

Im Klappentext des Buches wird der Autor beschrieben als jemand, der "aus dem Bauch heraus" schreibt. Dazu fällt mir ein: vielleicht ist es besser, nicht mit Bauchschmerzen zu schreiben... Es mag ja inzwischen schick sein, mit Kraftausdrücken um sich zu werfen und je obszöner, je besser. Diese Ansicht teile ich nicht, darum war es für mich anstrengend, dieses Buch zu lesen. Das erste Buch muß man glücklicherweise nicht gelesen haben. Absolut unglaubwürdig: ein Beamter, der laut eigener Selbsterkenntnis seit zwanzig Jahren faul, schlampig und ohne erkennbare Motivation arbeitet - aber dennoch die Ermittlungen leitet? Das ist mir an Klischee etwas zuviel des Guten. Insgesamt düster und trostlos bleibt ein fader Nachgeschmack und die Erkenntnis: kann man lesen - muss aber nicht.

15.03.2013 19:55:09
wendelin

*Zorn und Schröder am Limit*

Los geht’s mit einem eindringlichen und wirklich berührenden Prolog. An dieser Stelle wird auch gleich klar, dass es diesmal für Zorn und Schröder kein leichter Fall werden wird.

Hauptkommissar Claudius Zorn, ein liebenswerter Kotzbrocken, tritt übellaunig und demotiviert wie immer auf. Kollege Schröder ist, nachdem er im letzten Buch lebensgefährlich verletzt wurde, zwar wieder aus dem Krankenhaus entlassen, aber er ist noch lange nicht wieder der Alte. Oder hat Schröders Veränderung mit dem neuen Fall zu tun? Ein Jugendlicher wird im Stadtwald brutal ermordet und bald folgen weitere Opfer. Zorn und Schröder ermitteln am Limit und kämpfen außerdem mit den eigenen Dämonen.

Der erste Zorn-Roman war schon sehr gut und dieser ist noch besser! Die Geschichte ist spannend und unglaublich traurig. Sensibel erzählt und trotz des schwierigen Themas fehlt es auch diesmal nicht an Humor.

Die Charaktere sind in ihrer Zerrissenheit durch und durch glaubwürdig und haben sich seit dem letzten Buch (das man für’s Verständnis nicht gelesen haben muss) weiter entwickelt. Ihr Verhältnis zueinander ist so pointiert ausgearbeitet – allein dafür lohnt sich das Lesen schon. „Wir sind schon ein tolles Paar, wir beide, dachte Zorn. Fehlt nur noch, dass er sich einen Esel zulegt. Dann würden wir aussehen wie Don Quichotte und Sancho Pansa.“ „Auf jeden Fall ist Schröder hier so fehl am Platz wie ein Gnu in einem Einkaufszentrum. Wahrscheinlich gibt es auf der ganzen weiten Welt keinen einzigen Ort, an den er passen würde. Vielleicht mag ich ihn deshalb so. Weil es mir ähnlich geht.“

*Fazit: Klasse Krimi mit Humor und Tiefgang.*

09.03.2013 22:01:09
M.Reinsch

Auf eigenen Wunsch lässt sich HK Schröder aus dem Krankenhaus entlassen, in dem er die Ergebnisse des letzten Falls operieren lassen musste. Zu seinem Erstaunen wird er von HK Zorn abgeholt und so beschließen beide ein paar langweilige Aufgaben im Dienste der Polizei zu leisten ...
Ihr vertrautes Rollenspiel (Zorn als die geballte Langeweile und er "dicke" Schröder als die Arbeitsdrohne) wird jäh unterbrochen, als man eine fast dekapitierte Leiche findet. Als kurze Zeit später ein weiterer brutaler Mord geschieht, stehen die beiden ungleichen Ermittler vor einem Fall, der auch dem Leser einiges abverlangt ...
Stephan Ludwig legt noch ein paar Kohlen nach. War schon sein Debütroman "Zorn - Tod und Regen" ein "Pageturner", hab eich diesen zweiten Band noch schneller verschlungen. Zu Beginn war ich etwas enttäuscht, wie sehr Ludwig seinen Helden Zorn demontiert, doch je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto mehr versteht man , warum der Autor so gehandelt hat.
Neben der flapsigen Art, wie die beiden Protagonisten miteinander umgehen, verliert man schnell den eigentlichen Fall aus den Augen, nur um sehr schnell (meist brutal) zurückgeholt zu werden.
Am Ende bestätigt sich (zumindest bei mir) der leise Verdacht zum Thema Mörder, aber der Spannungsbogen wird gnadenlos gehalten, bis zu einem Plot, der ­einem Gänsehaut beschert.
Als Zugabe stehen beide Hauptfiguren mehr oder weniger (seelisch) nackt vor dem Leser und es bleibt nur eine Frage offen: WELCHEN VORNAMEN HAT DER "DICKE" SCHRÖDER?
Fazit:
Was als flapsiger Krimi beginnt, wird zum beinharten Thriller - sehr gute Krimiunterhaltung, mit zwei Polizisten, die es unterschiedlicher nicht geben kann ...

19.02.2013 21:08:51
M.Reinsch

Auf eigenen Wunsch lässt sich HK Schröder aus dem Krankenhaus entlassen, in dem er die Ergebnisse des letzten Falls operieren lassen musste. Zu seinem Erstaunen wird er von HK Zorn abgeholt und so beschließen beide ein paar langweilige Aufgaben im Dienste der Polizei zu leisten ...
Ihr vertrautes Rollenspiel (Zorn als die geballte Langeweile und er "dicke" Schröder als die Arbeitsdrohne) wird jäh unterbrochen, als man eine fast dekapitierte Leiche findet. Als kurze Zeit später ein weiterer brutaler Mord geschieht, stehen die beiden ungleichen Ermittler vor einem Fall, der auch dem Leser einiges abverlangt ...
Stephan Ludwig legt noch ein paar Kohlen nach. War schon sein Debütroman "Zorn - Tod und Regen" ein "Pageturner", hab eich diesen zweiten Band noch schneller verschlungen. Zu Beginn war ich etwas enttäuscht, wie sehr Ludwig seinen Helden Zorn demontiert, doch je weiter man in der Geschichte vorankommt, desto mehr versteht man , warum der Autor so gehandelt hat.
Neben der flapsigen Art, wie die beiden Protagonisten miteinander umgehen, verliert man schnell den eigentlichen Fall aus den Augen, nur um sehr schnell (meist brutal) zurückgeholt zu werden.
Am Ende bestätigt sich (zumindest bei mir) der leise Verdacht zum Thema Mörder, aber der Spannungsbogen wird gnadenlos gehalten, bis zu einem Plot, der ­einem Gänsehaut beschert.
Als Zugabe stehen beide Hauptfiguren mehr oder weniger (seelisch) nackt vor dem Leser und es bleibt nur eine Frage offen: WELCHEN VORNAMEN HAT DER "DICKE" SCHRÖDER?
Fazit:
Was als flapsiger Krimi beginnt, wird zum beinharten Thriller - sehr gute Krimiunterhaltung, mit zwei Polizisten, die es unterschiedlicher nicht geben kann ...

05.01.2013 17:51:10
Krimitante

alles "viel zu"... beim zweiten band, der reihe von s.ludwig. zu viel überzogenes, zu schräges privatleben. zorns arg übertrieben dargestellter charakter überstrahlt die gesamte handlung. was ich beim ersten band noch ganz unterhaltsam fand, nahm mir, dieses mal, zu viel platz ein. zudem fand ich es viel zu - unnötig- blutig. der psychoplot viel zu gross angelegt für einen kleinstadt-krimi. die handlung holpert eher so vor sich hin. von flüssigem stil keine spur. fazit: der zweite band kommt, zur vollständigkeit, noch ins regal, allerdings sicherlich kein dritter dazu.

26.12.2012 11:16:18
Charlize

Eine Mischung zwischen. „ ich kann ihn überhaupt nicht leiden diesen anmaßenden Hauptkommissar und dann auch wieder aha es gibt tief in ihm einen guten Kern / sogar zur Selbsterkenntnis fähig“ – und dann erst Schröder! Klasse diese Figur, er steht über allem und ist klug genug das nicht zu zeigen. Die Frage wer hier wen dominiert stellt sich mir zwischendurch immer wieder. Die Geschichte – SPANNEND, sie hat mich nicht losgelassen, das heißt 24 Stunden mit Unterbrechungen gelesen. Ein bisschen erinnert mich der Stil an Adler Olsen. Die für mich sehr perfiden und brutalen Tötungsarten abwechselnd mit einer humorig anrührenden Geschichte der zwei Hauptprotagonisten. Gelungen. Ich freue mich auf mehr!!!)

22.12.2012 20:39:09
nina2401

Dieses Mal ist es Sommer und direkt 2 Morde stören Zorns Langeweile. Ehe er sich versieht, ist er mit seinem Mitarbeiter Schröder in einen Fall involviert, der sie an ihre Grenzen führt.

Ich hatte gar keine Zeit mich beim dem sehr heftigen Prolog zu gruseln, da schlich sich schon wieder ein Schmunzeln in mein Gesicht. Dieses fantastische Duo hat es einfach drauf. Zorns unnachahmlich fiese Art ist geradezu genial. Zorn bringt sich immer wieder in unmögliche Situationen und ist dabei manchmal so unbeholfen, dass es schon fast wieder liebenswert ist.

Und dann der besonnene Schröder als sein entzückender Gegenpart. Seine einzigartige souveräne Art, über den Dingen zu stehen und seine Liebe zu seinem Job zaubern mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Aber auch Schröder hat seine Schwächen …

Die beiden haben es mir echt angetan und in diesem Buch erfahre ich noch ein bisschen mehr aus ihrer Vergangenheit. Man muss dieses skurrile Duo einfach mögen und sie kommen mir immer näher.

Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Der sehr gut konstruierte Fall ließ mich teilweise durch die Seiten fliegen. Zwischendurch wurde es dann immer wieder beschaulich, so wie ich es auch aus dem ersten Teil gewohnt war. Stephan Ludwig hat seine leise Gangart beibehalten. Mir gefällt so etwas sehr gut, aber es gibt natürlich erheblich spannendere Thriller. Ich finde, ihm ist der Spagat zwischen schrägem Humor und Spannung sehr gut gelungen. Der Spannungsbogen konnte bis zu dem nicht vorhersehbaren Ende gehalten werden. Ich hoffe, dass es auch einen dritten Fall für die Beiden geben wird, denn dieses Mal wartete keine entsprechende Leseprobe am Ende des Buches.

Ein sehr emotionaler Thriller, vom schallenden Lachen bis zum dicken Kloß im Hals war für mich alles dabei.

11.12.2012 18:20:57
synoeve

Zorn beschäftigt eine Serie von Einbrüchen in einer Kleingartenkolonie, betreibt aber seine Ermittlungen, wie gewohnt, mit wenig Enthusiasmus. Schröder hingegen, von seinen schweren Verletzungen einigermaßen genesen, wird aus dem Krankenhaus entlassen und stürzt sich gleich in die Arbeit
Kaum ist er zurück, wird ein Jugendlicher auf außergewöhnliche und sehr brutale Art und Weise ermordet. Die Clique, in der er Mitglied war, scheint so gar nicht zusammen zu passen, doch irgendetwas verbindet sie. Und der Mörder, der seine Opfer offenbar gut kennt, schlägt ein weiteres Mal zu. Ein Fall, der Zorn und Schröder an ihre Grenzen bringt.

Zorn ist immer noch der sich selbst bemitleidende „Gefühlskrüppel“, aber kleine Veränderungen sind erkennbar. Auch wenn er die ganze Zeit den Eindruck macht, als hätte er das Buch „Anleitung zum Unglücklich sein“ als Dauerschleife im Kopf. Sollte er allerdings zu gefühlsduselig werden, dann wäre er nicht mehr Zorn. Das Malina ihn verlassen hat, macht ihm schwer zu schaffen, auch wenn er dagegen ankämpft. Seine Einstellung zur Arbeit hat sich nicht geändert und so muss auch diesmal Schröder den Großteil der Ermittlungsarbeit erledigen. Schröder steht diesmal mehr im Mittelpunkt als im ersten Fall. Und er hat eine bewegte Vergangenheit über die er nicht spricht. Ein Satz im Buch hat mir sehr zu denken gegeben und ich hoffe nicht, dass es soweit kommt.
Staatsanwältin Borck bekommt ebenso mehr Raum und macht nicht mehr den Eindruck der Unnahbaren.

Die Protagonisten haben sich weiterentwickelt und das hat ihnen gut getan. Der Schreibstil ist klar, unkompliziert und flüssig zu lesen. So flüssig, dass ich das Buch innerhalb kurzer Zeit fertig gelesen hatte und leider beginnt nun das Warten auf den nächsten Fall.
Es ist ratsam den ersten Teil gelesen zu haben, denn es gibt immer wieder Rückblendungen oder Bemerkungen, die mit dem ersten Fall zusammen hängen. Ich habe mich sehr auf den zweiten Teil gefreut und habe das Lesen sehr genossen. Das Cover ist, passend zum ersten Buch, unaufdringlich, aber es macht neugierig.

Nur...das der Blutdruck am Mittelfinger gemessen wird, wäre mir neu.

03.11.2012 16:08:51
Susanne Merz

Ich habe beide bücher gelesen und muss sagen dass ich richtig traurig bin nicht mehr in die Welt von Zorn und Schröder einzutauchen. Auch wenn Zorn oft bockig ist. Das macht ihn unwahrscheinlich menschlich. Der erste Fall war schon Klasse, der zweite hallt noch lange nach. Danke Stephan Ludwig für zwei Klasse Bücher . Ich habe keine Zeile bereut. Unbedingt lesen ist absolut richtig .

29.10.2012 11:47:57
Bettina Schnerr

Ein bisschen unbeherrscht ist er, Kommissar Zorn, der zu einem schaurigen Mord an einem jungen Radfahrer gerufen wird. Mit ihm bereichert sich die Szene unangenehmer Zeitgenossen um einen weiteren Mann, der gerne pampt, zickt oder schlechte Laune an anderen auslässt. Er hat mehr von einem bockigen Vierjährigen, der kein Eis bekommt, als von einem kauzigen Einzelgänger.

Kann man soviel schlechte Erziehung oder mangelnde Selbstbeherrschung verknusen, bekommt man einen rasanten Krimi, der wenig Atempause lässt. Schon kurz nach dem ersten Mordfall taucht eine zweite Leiche in üblem Zustand auf. Und damit hat einen das Buch am Haken: Die Clique, zu der beide Opfer gehörten, bietet zwar die immer gesuchte Verbindung zwischen zwei Opfern, aber warum diese Clique überhaupt existiert, bleibt für die Polizei ein Rätsel. Damit fehlt dieser freilich auch der erste Schlüssel, der zum Täter führen könnte. Könnte. Denn Stephan Ludwig dreht und wendet die Geschichte mehrmals in der Pfanne, bevor er das Ende serviert. Die Polizei rennt einem Täter hinterher, der sie an der Nase herumzuführt.

Auch der Leser wird gequirlt. Mehrmals tauchen Ideen auf, die sich am Ende als richtig erweisen. Doch kaum ist so eine Idee auf dem Tisch, scheint sie auf mehr als wackeligen Füßen zu stehen. Kindesmissbrauch zieht sich als roter Faden durch das Buch. Ein wichtiges Thema, allerdings auf blutrünstige Art hochgezogen. Die Morde und die Motivation dazu rangieren auf der Blutigkeitsskala recht weit oben. Die Technik für den ersten Mord hatte unter anderem schon Ian Fleming drauf, aber nimmt man alles andere zusammen, schwappt das Blut über. Die Überlast an Grausamkeiten macht manche Passagen zum Horrorfilm auf Papier und ist gewiss nichts für Jedermann, mag der Krimi insgesamt noch so spannend und flott geschrieben sein.

Man kann sich auf Zorn auch einlassen, wenn man den ersten Fall nicht kennt. Der Einstieg fällt leicht und nirgends gibt es kryptische Hürden und Anspielungen. Positiv schlägt zu Buche, dass Ludwig nicht der Struktur folgt, den Leser an einen ganz konkreten Ort hinzunehmen. Freilich gibt es eine (erkennbare oder recherchierbare) Basis, damit sich die Handelnden irgendwo bewegen können. Doch diese Stadt kann überall sein. Was beim Thema Kindesmissbrauch auch ganz gut so ist, denn im Buch sieht man (wenn man den Blutschleier abgewischt hat) an einigen Stellen durchaus, wo der Umgang mit dem Thema Grenzen hat, krankt oder unsichtbar gemacht wird.

Ein weiterer Band mit Zorn? Für mich eher nicht. Obwohl Tempo und Rätselfaktor hoch sind, schätze ich weder die angebotene Blutrünstigkeit noch die untypische Anhäufung an Macken, die vom ungehobelten Zorn bis zur schweren Psychose des Täters reichen.

25.10.2012 22:45:48
kitekat7

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, noch besser als der erste "Zorn"!
Den einen oder anderen Handlungsablauf fand ich zwar sehr "gewollt", hat aber meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan!
Ich freue mich schon richtig auf das nächste Buch! Darauf werde ich aber wohl leider jetzt länger warten müssen, da dieses Buch keine Leseprobe mehr enthielt und es somit noch keinen fertigen dritten "Zorn" gibt. Schade!