Zorn - Tod und Regen

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2012, Übersetzt: David Nathan

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Wolfgang Weninger
Lesespaß mit Kultpotential

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jan 2012

Stephan Ludwig, ein Neuling auf dem Krimi-Markt, präsentiert in seinem Erstling Hauptkommissar Claudius Zorn, mit dem der Fischer Taschenbuch Verlag einen neuen Serienhelden auf dem heiß umkämpften Ermittlergenre arbeiten lässt, der auch dem Startroman Zorn - Tod und Regen seinen Namen verleiht.

Und Claudius Zorn ist einer, der jedes Vorurteil vom genervten Polizeibeamten nährt, denn eigentlich will er nur seine Ruhe haben, möglichst keine Akten sehen und nur die Beine auf den Schreibtisch legen. Und das hat er in den letzten Jahren auch weitgehend getan, unterstützt von seinem dicklichen Kollegen Hauptkommissar Schröder, der ihm die Laufarbeit abnehmen muss. Seit Jahren ist in der Kleinstadt nichts passiert und dann kommt es gleich knüppeldick, weil Stephan Ludwig unbedingt mit einem Serienmörder sein Debüt startet. Allerdings fehlt vorerst mal eine Leiche, denn die Beamten vor Ort haben nur eine Blutlache entdeckt, die eindeutig durch menschliches Blut hervorgerufen wurde und zwar so viel, dass das kein normaler Unfall gewesen sein kann.

Mehr braucht Zorn nicht, um noch griesgrämiger zu werden, aber Staatsanwalt Sauer, der ihn ohnehin nicht leiden kann, mischt sich da auch noch ein und obendrein kommt da noch eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung auf ihn zu und überhaupt ist mal wieder der ganze Tag, weil das Labor feststellt, dass das Blut von einer Frau stammt, die mit Buprenorphin vollgestopft war. Aber wer verabreicht einer Frau ein starkes Schmerzmittel, um sie hinterher verbluten zu lassen?

Und ob das nicht schon genug an Arbeitsaufwand wäre, wird auch noch ein Selbstmord aus der Gartenstadt gemeldet, bei der die Leiche zuvor gewürgt, misshandelt und vergewaltigt wurde, also muss Claudius Zorn auch dort nach dem Rechten sehen. Zwei Tage Plackerei für Zorn und Schröder, aber dann wird auch die Leiche der ausgebluteten Frau gefunden. Und Zorn wird das alles zuviel, er geht lieber mit dem Mann der Selbstmörderin einen saufen. So nebenbei macht er dabei auch noch eine Damenbekanntschaft, während Schröder dahinter kommt, dass der Staatsanwalt wohl seine Finger irgendwie in dem Fall hat und mit Informationen hinter den Berg hält und die Akte manipuliert hat ...

So hochgradig originell ist die Story um den wer-weiß-wievielten Serienmörder nicht und eigentlich könnte man sie abhaken als eine von vielen, bei der es in erster Linie um Blut und Brutalität geht. Wäre da nicht dieser grantige Kauz Claudius Zorn, der bei all seiner bärbeißigen Art zu einem fast liebenswürdigen und alltäglichen Mann der städtischen Beamtenschaft wird, der vorerst alles negativ sieht, um hinterher nachzudenken. Sein Kollege Schröder, dem auf Grund seines Aussehens keiner etwas zutraut, der es aber faustdick hinter den Ohren hat, ist ein kongenialer Partner mit einer fast hündischen Verehrung für seinen Chef, dem er auch die gesamte Recherchearbeit abnimmt.

Da hat der Autor zwei Typen geschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen der 366-Seiten-Roman erst richtig lebt, weil ihre Sympathiewerte von Seite zu Seite steigen. Dazu kommen Dialoge, die in ihrer Kürze und ihrem Witz pointiert vorgetragen sind, auch wenn an gewissen Stellen auch kräftig monologisiert wird, was aber zur Klärung auch notwendig ist.

Spannung hat der Roman, nicht zuletzt durch die anhaltende Brutalität und die Art und Weise, wie das Auffinden der Leichen die Beamten zur Schnitzeljagd anregt. Das reicht dann bis zum finalen Showdown, der an zwei unterschiedlichen Orten spielt, um dann doch die Handlungsstränge gut miteinander zu verweben.

Zorn - Tod und Regen macht rundum Spaß beim Lesen und hat genügend Spannungselemente, um den Leser bei der Stange zu halten, auch wenn der Fall überkonstruiert wirkt. Für einen Erstlingsroman ist der Start außergewöhnlich gut gelungen und Stephan Ludwig hat sich für den zweiten Teil die Messlatte ganz schön hoch gehängt. Claudius Zorn und sein Kompagnon haben das Zeug dazu, Kultstatus zu erreichen, ähnlich wie Thiel und Boerne vom Münsteraner Tatort.

Zorn - Tod und Regen

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Letzte Kommentare:
25.08.2016 21:30:01
Thorsten

Um ehrlich zu sein, ich bewerte hier nicht das Buch, sondern den Film. Keine Ahnung, ob es am Drehbuch liegt, an den Schauspielern oder am Regisseur, aber dieser Film gehört zu den sehr schlechten. Ich finde ja Figuren, wie "Nick Tschiller" oder "Thiel und Boerne" schon sehr nah an der Grenze des Erträglichen, aber "Zorn" und sein künstliches Kontrastmittel "Schröder" sind nicht nur Extrem-Klischees, sondern so plump und dumm gespielt, dass man sich fragt, wer denn schleunigst seine Ausbildung nachholen sollte, die Schauspieler oder der Regisseur? Möglich, dass alle Beteiligten ihren Beruf wechseln sollten, damit sich eine solche Folter am Zuschauer nicht wiederholen kann.

Ich bin kein Miesepeter und auch absolut nicht kleinlich, aber ich stehe auf Qualität und erkenne sie, wenn ich sie sehe. Und bei diesem "Krimi" sind wir meilenweit von jeder Form von Qualität entfernt. Bei einem guten Schauspieler merkt man nicht, dass er schauspielert. Aber bei den Darstellern dieses Films fragt man sich immer wieder, woran es liegt, dass sie so abgrundtief schlecht sind? Ich meine, Schauspieler sind ja letztlich auch nur die Instrumente eines Regisseurs. Ist der Regisseur scheiße, können die Schauspieler bestenfalls ihre Rolle retten, aber nicht den Film. Dieser Krimi ist aber in seiner Gesamtheit schlecht. Die Rollen sind mies gespielt. Viel zu übertrieben, vorhersehbar und "stets bemüht". Wenn man es nicht besser wüsste, würde man mutmaßen, dass dieser Film zu den schlimmsten Zeiten der DDR verfasst und die Hauptdarsteller in überzogener Weise, die schlimmsten Seiten des konkurrierenden Klassenfeindes symbolisiert. "Zorn" ist so ziemlich die schlechteste Schimanski-Karikatur, die ich je sehen musste. Diese Schauspieler bilden den Bodensatz ihrer Zunft. Jedes filmische Engagement dieser Leute, ist als würde man Perlen vor die Säue werfen. Vielleicht haben sie Glück und schaffen noch irgendwie den Einstieg in einen Beruf, dem sie gewachsen sind. Hier wäre eine Förderung vom Arbeitsamt sinnvoll.

27.08.2014 10:38:24
Ute

Ich habe dieses Buch eigentlich nur zufällig als Urlaubslektüre gekauft. "Tod und Regen" war so spannend und manchmal witzig, dass ich wohl von Italien nur die Hälfte mitbekommen habe. Ich kannte den Autor nicht. Noch nie etwas von ihm gehört und eigentlich war mir der Autor auch völlig egal. Hauptsache im Urlaub lesen. Doch ich muss zugeben, dass ich Halle nach den ersten 50 Seiten erkannt habe. Die beiden Hauptfiguren sind einfach klasse. Durch seinen Schreibstil konnte ich mir die beiden ganz genau vorstellen. Ich habe mir jetzt den 2. und 3. Fall gekauft. Der nächste Fall kommt wohl im September. Bis dahin, so glaube ich, habe ich die beiden Bücher schon gelesen.

23.03.2014 13:34:18
Violetta

Ich habe das Hörbuch "Tod und Regen" gehört und bin begeistert von den beiden Kommissaren, natürlich auch vom gesamten Inhalt. Der Bezug zu meiner Stadt macht alles noch interessanter für mich. Sprachliche Formulierungen wie Inhalt der Handlung begeistern mich. Ich bin schon gespannt auf weitere literarische "Produktionen" von Stephan Ludwig.

08.02.2014 16:21:44
Tina

Ich liebe den Schreibstil.
Ich liebe die beiden Hauptfiguren.
Stephan Ludwig schreibt witzig und spannend zugleich.
Ich konnte das Buch gar nicht mehr weglegen und habe es in 2 Tagen durchgelesen.
Hab mir natürlich gleich den 2. und 3. Teil bestellt und bin schon super gespannt.
Ich kann es nur empfehlen!

15.03.2013 20:43:13
wendelin

Eine Kleinstadt irgendwo im Osten Deutschlands, die von Schwerverbrechen bisher weitgehend verschont geblieben ist. Und ausgerechnet hier schlägt ein unerbittlicher Serienmörder zu? Na ja, es gibt zu Beginn nicht mal eine Leiche, nur einen riesigen Blutfleck. Hauptkommissar Zorn „is not amused“ – aber das ist er eigentlich nie. Was schickt Stephan Ludwig denn da für eine Hauptfigur in den Ring? Mürrischer Einzelgänger, Kettenraucher, von seinem Job gelangweilt und genervt. Zum Glück ist da noch sein Kollege und Assistent Schröder. Klein, dick und unscheinbar, aber mit ungeahnten Qualitäten. Schröder erledigt die Arbeit und Zorn legt sich mit dem ermittelnden Staatsanwalt an – aber der ist auch nicht ganz koscher! Und zu allem Überfluss regnet es ununterbrochen und die Stadt droht in den Fluten zu versinken.

Stephan Ludwig ist Produzent von Radio-Comedys und das merkt man auch. Seine Hauptfiguren sind klischeehaft überzeichnet und führen teilweise wirklich schräge Dialoge. Es hätte was von Satire – wenn da nicht doch noch grausam gefolterte und verstümmelte Leichen auftauchen und die Spannung vorantreiben würden.

Die Geschichte, die sich allmählich herauskristallisiert ist allerdings sehr ernst und verstörend. Auch Zorn und Schröder entwickeln sich allmählich zu durchaus glaubwürdigen Charakteren mit ausbaufähigem Potenzial. Und der Showdown ist wirklich gelungen. Das könnte der Beginn einer guten Serie werden.

*Fazit:*
Ein gelungenes Debüt, das Lust auf mehr macht. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil!

19.02.2013 08:23:14
M.Reinsch

Zu Anfang sollte man wohl sagen, es wird nur zwei Arten von Lesern geben - entweder man mag Ludwigs Schreibstil, oder eben nicht...
Ich mag ihn - sogar sehr !
Claudius Zorn ist Hauptkommisar in einer mittelgroßen Stadt in den "Neuen Bundesländern". Vom optischen her ein sportlicher, gut aussehender Typ, der aber Dank extremen Zigarettenkonsums, seiner alten Leidenschaft, dem Schwimmen, nur noch 50m abringen kann ohne mit kräftigen Hustenanfällen unterzugehen. Sein Job ödet Ihn an, da er keinerlei Herausforderungen in Ihm empfindet und sich lieber träge dem seeligen Nichtstun hingibt und außerdem gibt es da ja noch Schröder...
Besser gesagt "den dicken Schröder", der seit 10 Jahren sämtliche "Drecksarbeit" für seinen Chef übernimmt.
Übergewichtig, schlampig gekleidet und eher eine "traurige Figur", ist er aber doch der eigendliche Kopf dieses von Ludwig entworfenen Ermittlerduos.
Beide werden von Staatsanwalt Sauer (ein eher karriereorientierter Radfahrertyp) drangsaliert.
Als in einem Keller eine sehr große Blutlache gefunden wird, aber keine dazu passende Leiche, werden die beiden Ermittler auf diesen Fall angesetzt... und Ihr Staatsanwalt scheint irgendwie seien Finger in dieser Sache zu haben...

Stephan Ludwig hat aus allen Bereichen der Kriminalliteratur gnadenlos abgekupfert, hat von überall her Ideen genommen, sie in einen Mixer getan und auf "Start" gedrückt. Das Ergebnis hat er dann in seinem eigenen (mir sehr gut gefallendem) Stil niedergeschrieben.
Die "harten" Szenen könnten ohne weiteres von einem Cody Mcfadyen stammen, die Ermittler selbst sind eher eine Mischung aus "Dick und Doof", Maigret, Philip Marlow und vielleicht Wallander. Hier wechseln sich Selbstzweifel, mit guter Kombinationsgabe und (teilweise unsinnigen) Wortgefechten ab. In Beiden erkennt man Teile von sich selbst wieder und selten ist es mir so leicht gefallen mit den Hauptfiguren zu sympathisieren.
Die Story fließt dahin, hat manchen Spannungsbogen und immer wieder neue Kehrtwenden. Selbst der Täter und seine eigendlichen Motive sind bis kurz vor dem Ende nicht wirklich zu deuten.
Stephan Ludwig schreibt so wie es Ihm in den Sinn kommt - meist schnörkellos und direkt, aber immer mit realem Hintergrund. Er schont seine "Helden" in keiner Form und doch kann man sich ein Schmunzeln selten verkneifen.
Fazid:
Ein Krimi, wie er für mich sein, soll. Geheimnisvolle Story, sympatische Ermittler und ein Schreibstil der einem das Buch nicht aus der Hand legen läßt! (bei mir hat es nur 1 Tag gedauert, dann war ich (leider) fertig.)
Unbedingt Lesen !

11.01.2013 23:21:17
Harald

Der erste Zorn hat mich gefesselt, der zweite war leider vorhersagbar und ab der Mitte des Buches war das Ende absehbar. ". Ich hoffe der dritte Band verfolgt nicht das gleiche Muster, wie die Vorgänger, dann wird's langsam langweilig. Zum Kult wird's wohl eher nicht reichen. Aber für einen Sat oder RTL Krimi könnte es reichen.

29.09.2012 03:00:25
PeterPanter

Zuerst hatte ich ein bisschen am beratenden Einfühlungsvermögen meiner Buchhändlerin gezweifelt (zumal ich mir meine Krimis lieber selbst aussuche) - nein, nicht gleich auf den ersten Seiten, erst auf Seite 29 als Zorn wg. zu niedrigem Fahrtempo von den Kollegen der Verkehrspolizei gestoppt wird. Etwas Skurrilität ist ja ganz nett, aber wo soll das denn hinführen?
Davon mal abgesehen kommt der Krimi-Neuling dann doch irgendwie gut bei mir an, manchmal möchte ich ihn schütteln und nach mehr Power schreien, aber sein "Held" lässt sich nicht beirren und die Leserin schließt ihn und Zorn (etwas widerwillig) in ihr Herz und gibt positives Feedback an die Buchhändlerin - ggf. darf sie doch mal wieder einen Tipp geben...

15.09.2012 19:47:03
Antje

Ein super Krimi mit Suchtfaktor!!! Spannend sind auch die Schauplätze, wenn man wie ich aus Halle kommt...Ständig überlegt man, wo befinden wir uns gerade ??
Kann man den nicht mal beim Tatort -ARD
einreichen??
Habe das Buch schon sehr oft verschenkt
mit großem Erfolg.
Ich hoffe es gibt noch viele Teile davon.
Eine Frage bleibt aber... woher hat der Autor so eine Fantasie ???

05.07.2012 13:34:38
Silberfee28

Und schon wieder ein Debütant ….. ob das wohl was ist ?
Zorn- Tod und Regen ist der Debütroman eines bis dato unbekannten Autors.
Unterteilt in verschiedene Kapitel erwartet den Leser Schauriges, soviel kann man schreiben.
Direkt zu Beginn des Buches erhalte ich als Leser einen Einblick in die Seele eines kranken Killers. Abartig, tiefgründig, seelenlos fällt mir spontan zu so dieser Art Mensch ein.
Hat man sich erst mal von diesem kleinen Schock erholt lernt man Kommissar Claudius Z orn und seinen Kollegen Schröder kennen. Denkt man zuerst an Dick und Doof, so wird einem schnell klar das man sich gewaltig täuscht. Schrullig kommt er irgendwie schon daher, so eine Art Mischung aus Kluftinger, Schimanski und Tatort Kommissar – ja so kann man Claudius Zorn sicherlich durchgehen lassen. Im Laufe des Buches soll der Leser tatsächlich so ziemlich jede Facette des Charakters von Claudius Zorn kennenlernen. Was soll ich sagen? Mir war der Ermittler wirklich und richtig sympathisch in seiner Art und Weise. Schröder dagegen macht da eher gute Miene zum bösen Spiel und es scheint zunächst so dass er nur in zweiter Reihe tanzt. Aber auch soll sich im Laufe des Buches gewaltig entwickeln. Wohl nicht ganz so charakterstark wie Zorn, dennoch schafft er es meiner Meinung nach schon sich auf Augenhöhe mit Claudius Zorn zu bewegen und wird mir durch die ein oder andere Aktion ebenfalls sympathisch.
Was übrig bleibt ist ein wunderbar zusammenpassendes Ermittlerduo was sich mit Witz, Geschick und Spürsinn an die Arbeit macht den Fall zu lösen.
Der Fall- die Geschichte. Geteilt durch nummerierte Kapitel und verschiedene Handlungsstränge entwickelt sich die Geschichte mit zunehmender Seitenzahl zum Page Turner. Was langsam dahindümpelte und irgendwie nach einem 08/15 Provinzkrimi aussah, ist in Wahrheit ein knallharter Psycho Thriller der bestimmt nur als Krimi verpackt wurde.
Die beiden Kommissare aber auch die handelnden Personen in den anderen Handlungssträngen lassen mich als Leser an den Gedanken und Geschehen teilhaben, trotzdem habe ich als Leser wenige Chancen vorauszuahnen was als nächstes geschehen wird. Der Autor sorgt mehr als einmal für Überraschungsmomente der besonderen Art, soviel kann ich verraten ohne zu viel zu verraten .Das gefällt mir, gibt es doch nicht schlimmeres als durchschaubare Thriller und Krimis.
So bleibt der Plot bis zum Schluss wahnsinnig spannend und animiert den Leser mit dem Leser beim Roman zu bleiben.
Warum der Roman so heißt wie er heißt wird dem Leser im Laufe der Geschichte auch klar, nur das Cover blieb für mich – obwohl es mir optisch zusagt – ohne tiefsinnigeren Grund.

FAZIT: Als Debütant hat der Autor seine Sache wahnsinnig gut gemacht und ich bin tief enttäuscht das erst im Jahre 2013 ein neuer Roman mit Claudius Zorn geben wird. Volle Punktzahl ist mehr als verdient für diesen wahnsinnig spannenden Roman. Es sei erwähnt das wer Simon Beckett, Chris Carter oder Jussi Adler Olsen mag auch an diesem Roman seine Freude haben wird.

29.05.2012 15:21:08
seemann

Blut, wahnsinnig viel Blut wurde gefunden, so dass es sich nur um den Schauplatz eines Verbrechens handeln kann. Erst Tage später wird die dazugehörige Leiche entdeckt. Doch wer ist die Frau? Lange tappen die Ermittler Zorn und Schröder im Dunkeln. Erst als sie zufällig entdecken, dass ihre Ermittlungsunterlagen nicht vollständig sind und sie ihre Nachforschungen auch auf den leitenden Staatsanwalt ausdehnen, folgen sie annähernd einer Spur. Leider kostet diese Spur ein weiteres Menschenleben.
Seine amourösen Anwandlungen hinsichtlich einer Nachbarin machen Zorns bislang unzufriedenes Leben noch obendrein immer komplizierter.
Parallel dazu ermittelt Zorn in einem Fall von Selbsttötung und freundet sich mit dem hinterbliebenen Ehemann des Opfers an. Doch irgendwie ist auch der in den Fall verwickelt.
Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Mit der Figur des Claudius Zorn hat Stephan Ludwig in seinem Erstlingswerk einen sehr eigenwilligen Ermittler geschaffen. Einer, der von seinem Leben und seinem Job gelangweilt ist, der sich nur noch für sich selbst interessiert und fest davon überzeugt ist, damit die einzig richtige Lebenseinstellung gepachtet zu haben. Einzig sein Mitarbeiter Schröder, der ihm in den meisten Dingen haushoch überlegen ist, steht ihm zur Seite. Beide auf ihre Art grob unterschätzt, machen sie sich auf, den Fall zu lösen. Zwar ist Schröder hier klar der Sympathieträger, der im Laufe der Handlung immer mehr mit seinen Fähigkeiten überrascht, aber dafür ist Zorn der interessantere Charakter, der im Rahmen der weiteren Bände der Serie viel ausbaufähiger erscheint und bestimmt spätestens dann auch den einen oder anderen Sympathiepunkt einheimsen wird.
Des Weiteren hat Stephan Ludwig nicht nur einen sehr flüssigen Schreibstil, sondern ist auch Meister der nichtssagenden Kommunikation. Die Charaktere frozzeln sich des öfteren an; dabei herrscht dann stets ein ironischer Unterton, der mich mehr als einmal schmunzeln ließ. Herrlich. Mir gefällt es. Ich vergebe ein klares Daumenhoch für diesen gelungenen und spannenden Krimi.

29.05.2012 15:20:20
mithrandir

Ein Unbekannter hat eine 50-jährige Lehrerin entführt und in einem fensterlosen Raum an einen hohen Stuhl gefesselt. Sie ist geknebelt und verliert sehr viel Blut. Doch das reicht dem Täter nicht und so beginnt er sie stundenlang zu misshandeln bevor er sie endlich sterben lässt.
Nachdem der Tatort und Tage später auch die Leiche entdeckt worden sind, wird überraschenderweise Kriminalhauptkommissar Claudius Zorn mit der Lösung dieses Falls beauftragt. Allgemein als arbeitsunlustig, unfähig und arrogant bekannt hätte nicht einmal Claudius selbst sich den Fall übertragen. Doch so will es Staatsanwalt Sauer, ein geschniegelter Emporkömmling mit nichts als seiner eigenen Karriere vor Augen. Missmutig macht sich Zorn gemeinsam mit seinem schwerfällig erscheinenden Kollegen Schröder an den Fall. Trotz Druck von oben kommen die beiden jedoch nicht voran bis sie zufällig entdecken, dass ein Teil der forensischen Unterlagen fehlt. Als einziger möglicher Verdächtiger dieser Unterschlagung kommt nur der Staatsanwalt in Betracht. Aber warum sollte er dies tun?
Zorn macht sich an Hannah, die Sekretärin des Staatsanwalts heran, um in dieser Angelegenheit nachzuforschen. Da Hannah schon länger ein Auge auf Zorn geworfen hat, bietet sie an, Sauers Tresor zu untersuchen. Und tatsächlich findet sie hier die fehlenden Unterlagen. Zorn bittet sie, diese schleunigst zurückzulegen, ahnt er doch, dass Hannah sich mit ihren Nachforschungen in Gefahr gebracht hat. Nachdem sie nunmehr durch die fehlenden Unterlagen das Opfer identifizieren können, ist Zorn durch die Ermittlungen abgelenkt. Plötzlich ist Hannah verschwunden. Wo ist sie? Ist sie dem Mörder in die Falle gegangen? Welches Ziel verfolgt dieser und werden Zorn und Schröder Hannnah retten können? Und was hat der Staatsanwalt mit der ganzen Sache zu tun?

Stephan Ludwigs spannendes Krimidebüt beginnt gleich unvermittelt im Geschehen. Der Autor bedient sich immer wieder verschiedener Handlungsstränge, wodurch der Spannungsbogen niemals abreißt. Das Ermittlerduo Zorn und Schröder ist ein interessantes Gespann. Während Zorn mit seinem selbstgefälligem Verhalten polarisiert, entwickelt man als Leser klare Sympathien für Schröder. Äußerlich optisch benachteiligt ist er jedoch sowohl geistig, als auch körperlich topfit. Stets ist er bemüht die Wünsche seines Chefs Zorn zu erfüllen und erledigt geduldig die Hauptarbeit ohne hierfür Dank oder Anerkennung zu erwarten. Obendrein verfügt er über einen herrlichen trockenen Humor, den ich ganz besonders liebe. Ich bin sehr gespannt, wie der nächste Fall der beiden aussieht, der bereits im Oktober herauskommen soll.

29.05.2012 09:57:53
HerrBuecherwurm

Zorn – Tod und Regen erzählt die Geschichte des brummeligen Kommissaren Zorn, der einen merkwürdigen Fall zu lösen hat. Die Leiche, von einem Labrador gefunden, ist verschwunden, dafür ist das arme Herrchen über den schrecklichen Fund verstorben. Dabei hat Zorn absolut keine Lust zu ermitteln, er hat Kopfschmerzen und keinen Funken Spaß an seinem Job.
Als noch eine zweite blutig zugerichtete Leiche auftaucht, wird es Zorn zu viel. Wieso gibt der Killer seinen Opfern Schmerzmittel? Wer ist er? Warum tötet er? Und wer versucht, seine Ermittlungen zu sabotieren??
Ein spannender Auftakt der Krimi-Serie um Claudius Zorn, einen alles andere als freundlichen Gesellen. Auch sein Chef Sauer und sein Gehilfe Schröder überzeugen nicht gerade durch ihre sympathische Art. Der Krimi ist zwar bei Weitem nicht der spannendste, den ich kenne, und zumindest eine sympathische Figur wäre mir schon recht, trotzdem hat Zorn – Tod und Regen einen gewissen Charme.

29.05.2012 09:56:16
ForeverAngel

Inhalt
Zorn ist sein Name und sein Motto in einem. Er ist Polizist aus Pflicht, aber nicht aus Leidenschaft, jeder Tag ist eine Plackerei und sein trotteliger Kollege Schröder spannt seine Nerven aufs äußerste. Nichts kommt da ungelegener als sein nächster Fall, bei dem es anfangs noch nicht einmal eine Leiche gibt. Nur sehr, sehr viel Blut, vermischt mit einer Menge Schmerzmittel. Und das soll nicht die einzige Leiche sein. Ausgerechnet ein Killer, der vom Töten nicht genug bekommt. Das klingt nach einer ganz schön harten Nuss.

Meine Meinung
Zorn ist der Auftakt einer regionalen Krimi-Serie und kommt etwas gewöhnungsbedürftig daher. Zorn ist ein übler, ekelhafter, absolut unsympathischer Geselle und zeigt das uns nur allzu deutlich. Mir ist es teilweise etwas too much, manchmal würden etwas weniger genauere Beschreibungen besser passen, ein bisschen Fantasyspielraum muss einfach sein. Da er der Protagonist ist, habe ich so meine Probleme mit der Figur. Identifikation ist unmöglich, Sympathie ebenfalls. Und Empathie? Nun ja, die ist immer irgendwo da, aber mir persönlich reicht das nicht. Ein Band mit so einem Ekel ist okay, aber ob eine Serie so funktionieren kann?
Die Wortwechsel zwischen Zorn, seinem Kollegen Schröder und Staatsanwalt Sauer tragen zwar nicht unbedingt zum Handlungsverlauf bei, sind aber zwischendurch recht amüsant. Sie machen noch deutlicher, was für eine übellaunige Persönlichkeit Zorn hat und dass ihm jeglicher Anstand fehlt. So kommt es auch, dass er sich eine Anklage wegen Beamtenbeleidung einfängt.
Die Geschichte selbst ist spannendund nimmt gegen Ende noch einmal richtig Fahrt auf. Da überschlagen sich die Ereignisse förmlich, was teilweise etwas verwirrend ist, aber auch sehr spannend.
Wo mir die unsympathischen Figuren nicht gefallen, überzeugt der Schreibstil, der einfach toll ist. Normalerweise brauche ich eine Figur, der ich durch die Geschichte folge, doch hier überzeugt der Plot und ist so spannend, dass ich weiterlesen will.
Ich weiß nicht, ob ich eine Fortsetzung lesen würde, doch dieser eine Band hat auf seine ganz eigene Art Spaß gemacht.

28.05.2012 22:52:54
allegra

Das Erstlingswerk „Zorn, Tod und Regen“ von Stephan Ludwig spielt in einer fiktiven deutschen Stadt, die an einem größeren Fluss liegt, aber nie genauer benannt wird. Hauptkommissar Zorn und sein Kollege Schröder sind mit der Aufklärung eines Mordfalls betraut, von dem anfangs lediglich das Blut des Opfers vorhanden ist. Bald darauf passieren weitere Verbrechen, bei denen es lange Zeit unklar ist ob und wie sie zusammen hängen.

Zorn ist ein Ermittler, der mich etwas an Chris Carters Hunter oder Ian Rankins Rebus erinnerte. Er ist desillusioniert, was seine Tätigkeit als Polizist betrifft, sieht sich als Aktensortierer und hat keinerlei beruflichen Ehrgeiz. Gegenüber Mitarbeitern legt er oft eine sehr schnodderige und rücksichtslose Art an den Tag. Er ist vergesslich, hält Verabredungen nicht ein, bricht gerne Regeln und arbeitet eher spontan und intuitiv. Sein Partner Schröder bildet sowohl äußerlich, wie charakterlich einen Gegenpol. Er hat ein sehr gutes Gedächtnis, arbeitet sehr gewissenhaft, systematisch und gründlich und ist auch, obwohl er übergewichtig ist, körperlich erstaunlich ausdauernd.

Der Krimi ist in drei Teile unterteilt. Im ersten lernt man das Umfeld und die Protagonisten kennen, im zweiten wird die Handlung bis kurz vor der Auflösung vorangetrieben und im dritten Teil folgt ein unerwarteter Showdown. Unterstrichen wird die düstere Stimmung durch die Witterung. Im Verlauf der der Geschichte, die Ende April / Anfang Mai spielt, regnet es ununterbrochen, was am Ende pünktlich zum Showdown in heftigen Überschwemmungen mündet. Nach der Auflösung hört der Regen auf und die Aufräumarbeiten in der Stadt beginnen.

Über den Inhalt möchte ich nicht mehr schreiben. Jedes bisschen mehr, könnte zuviel sein. Der Krimi lebt von seiner Spannung, die von Anfang an kontinuierlich ansteigt.
Die Schilderungen von Misshandlungen empfand ich als recht drastisch, sie hörten aber immer dann auf, wenn ich dachte, dass ich das Buch jetzt mal aus der Hand legen musste. Der Krimi ist nichts für sehr Zartbesaitete, aber wer Thriller generell mag, wird damit keine Probleme haben.

Mich hat dieses Debüt ziemlich genau 4 Tage bestens unterhalten. Die ersten zwei Tage habe ich relativ wenig gelesen und ab der Hälfte konnte ich das Buch kaum mehr weglegen.

Ganz kleine Abstriche mache ich, weil mir vor allem im ersten Teil die Figuren etwas überzeichnet erschienen sind und ich in einem Fall so gar nicht nachvollziehen konnte, weshalb eine Figur nicht besser bewacht wurde, obwohl die Ermittler klar ausgesprochen haben, dass die Person in Gefahr ist. Das war für mich nicht nachvollziehbar. Mir hat auch nicht so gut gefallen, dass der Krimi vom Schauplatz her nicht festgelegt ist. Ich bin zwar nicht so der Fan von Regiokrimis mit Lokalkolorit, aber ich weiß doch gern, wo eine Geschichte spielt.


Von mir eine ganz klare Leseempfehlung mit 4 Sternen.

28.05.2012 21:35:24
GOOMPI

Hauptkommissar Claudius Zorn und der dicke Schröder, bei einem Fall, der ihnen alle nerven kostet und den Leser gleichermaßen in den Bann zieht.

Zorn und Schröder haben den lästigen Polizeialltag und die ständige Routine satt, doch dann flattert ein merkwürdiger Fall hinein und so langsam kommt Bewegung in ihre müden Glieder. Zumal der Fall immer verfrickelter wird und sich alles von Kapitel zu Kapitel anders entwickelt.

Der Krimi ist von Anfang an superspannend. Der Schreibstil ist zwar ehr "Standard", aber vielleicht ließt es sich grade deshalb so wunderbar. Der Autor beschreibt die Szenarien und die Umgebung sehr detailliert, sodass man sehr schnell in das Geschehen findet und von der Geschichte gefesselt wird. Schön finde ich auch, dass man immer mal etwas zum schmunzeln hat, da gerade Schröder einen sehr angenehmen Charakter hat. Das ist, denke ich, für einen Krimi ehr ungewöhnlich, macht aber wegen des Humors sehr viel Spaß zu lesen, weil man so ein weinig Abwechslung hat.
Obwohl ich kein Waschechter Krimileser bin, kann ich das Buch jedem wärmstens ans Herz legen. Man hat eine Menge Kurzweil damit. Ich habe es verschlungen.

28.05.2012 19:42:12
Sinkana

"Es dauerte drei Stunden bis sie den Verstand verlor, und weitere zwei, bis sie endlich sterben durfte."

Inhalt:
Hauptkommisar Claudius Zorn ist zweiundvierzig Jahre alt, immer mies gelaunt und hat seinen Job satt. Seine Haupttätigkeiten sind Papierkram, Rauchen und gelangweilt aus dem Fenster sehen. Sein letzer Mordfall ist schon einige Zeit her. Sein kleiner und dicker Kollege Schröder hingegen ist immer guter Laune und hat einige gute Fähigkeiten. Als plötzlich ein Mord die stadt erschüttert, werden Zorn und Schröder mit dem Fall beauftragt. Kurze Zeit später nimmt sich eine Frau das Leben. Die beiden Ermittler ahnen noch nicht, das die Morde sie lange auf Trab halten und ihr Leben verändern werden...

Charaktere:
Zorn und Schröder könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch zusammen ergeben sie ein Dream-Team. Die beiden erobern mit ihrer humorvollen und gleichzeit griesgrämigen Art das Herz des Lesers.

Meine Meinung:
Ich kam sofort gut in die Geschichte rein und Verwirrung war kaum eine vorhanden. Das Buch zieht sich bis zum Schluss mit höchster Spannung und wird an keiner Stelle langweilig. Die Kapitel sind sehr kurz und bescherren einen schönen Lesefluss. Die Geschichte wird von unterschiedlichen Personen "erzählt", doch hauptsächlich aus der Sichtweise von Zorn.

Fazit:
Das Buch war spannend, humorvoll und traurig gleichzeitig. Ich kann es jedem Krimi-Liebhaber (mit starken Nerven) empfehlen.

27.05.2012 21:05:26
Steffi

Eindruck:
Das mit Abstand Gewöhnungsbedürftigste an diesem Kriminalroman ist Hauptkommissar Zorn. Ich habe ja schon von einigen schlechtgelaunten, mürrischen und trübseligen Ermittlern gelesen. Besonders im nordischen Raum sind diese ja sehr beliebt. Aber Zorn übertrifft wirklich alle. Und dies nicht im positiven Sinne. Er ist so gelangweilt, ja fast angewidert von seinem Job, dass ich mich frage, warum er ihn nicht schon lange an den Nagel gehängt hat. Und diesen Unwillen über 300 Seiten lang miterleben zu müssen war wahrlich kein Fest. Für mich war Zorn auch nicht einer dieser mürrischen Menschen, die, wenn man sie besser kennenlernt, dennoch liebenswert sind, sondern er hat tatsächlich keinen besonders guten Charakter. Nun denn, es wird zwar versucht, diesen Eindruck im Verlauf des Buches abzumildern, aber meine Meinung konnte das nicht mehr ändern. Dieser Hauptkommissar ist zutiefst unsympathisch.

Ganz im Gegensatz dazu steht sein Kollege Schröder für Pflichtbewusstsein und Effizienz. Es halten ihn zwar viele für einen dicken Trottel. Doch ist das eine große - für manche sogar fatale - Fehleinschätzung. Denn wenn man ihn besser kennenlernt, merkt man, dass er ein knallharter Ermittler ist. Dieser Schröder war mir im Gegensatz zu Zorn gleich von Beginn an sehr sympathisch.

Den Kriminalfall, mit dem es die beiden zu tun bekommen, fand ich sehr interessant. Es bleibt lange im Dunkeln wer der Täter ist und welches Motiv er haben könnte. Und durch viele unerwartete Wendungen bleibt man als Leser stets bei der Sache und verfolgt die Handlung gebannt mit. So sind die Seiten trotz meiner Abneigung gegenüber Zorn auch im Nu verflogen. Schade finde ich allerdings, dass einige Szenen so überaus brutal sind. Ich persönlich empfinde detailliert beschriebene Folterszenen einfach nur unnötig. Ich frage mich immer, warum solch exakte Gewaltbeschreibungen nötig sind. Und Krimis, die auf solche Stilmittel verzichten, stehen bei mir eindeutig höher im Kurs.

Das Ende schließlich bietet einen spektakulären sowie spannenden Showdown, der zwar etwas übertrieben wirkt, mich aber dennoch gut unterhalten hat. Die Auflösung des Kriminalfalls wirkte auch etwas konstruiert, aber trotzdem glaubhaft und für einen Krimi recht zufriedenstellend.

Fazit:
Der erste Fall für das Ermittlerteam Zorn und Schröder bietet kurzweilige Unterhaltung und einen Hauptkommissar, an den ich mich erst gewöhnen muss. Der Folgeband "Vom Lieben und Sterben" wird schon Ende dieses Jahres erscheinen und von mir definitiv eine Chance bekommen.

23.05.2012 18:08:31
Kerstin Thieme

Ein beschauliches Städtchen in Sachsen-Anhalt, welches nicht genauer definiert wird, bekommt es mit einem brutalen Mord zu tun. Außergewöhnlich dabei ist, dass der Täter sein Opfer offenbar mit Schmerzmitteln betäubt hat. Hauptkommissar Claudius Zorn und sein Partner Schröder werden mit den Ermittlungen beauftragt. Bald stellt sich heraus, dass auch der zuständige Staatsanwalt Sauer etwas zu verbergen hat. Ein zweites Opfer lässt nicht lange auf sich warten und die Polizei tappt komplett im Dunkeln. Oder sollte doch ein mysteriöser Selbstmord mit den Morden zu tun haben?

Meine Meinung:

Bei „Zorn – Tod und Regen“ handelt es sich um den Debüt-Roman des Hallenser Autors Stephan Ludwig. Der Verlag ist von dieser neuen Krimi-Reihe um Hauptkommissar Claudius Zorn offenbar so überzeugt, dass bereits die Fortsetzung „Zorn - Vom Lieben und Sterben“ für Oktober 2012 angekündigt und mit einer Leseprobe am Ende des Buches, die es wirklich in sich hat, belegt ist. Ich kann diese Entscheidung gut nachvollziehen, denn bei Zorn und Schröder handelt es sich wirklich um ein außergewöhnliches Ermittlerduo.

Zorn ist dabei ein Antagonist wie er im Buche steht. Selten hat man erlebt, wie jemand so unerträglich faul, stur, überheblich, von sich eingenommen und überhaupt mit der Welt im Unreinen ist. Nicht nur einmal kam mir der Gedanke, dass ich im Ernstfall hoffentlich nicht an so einen Ermittler gerate. Zwar unmerklich, aber er macht dann doch eine Entwicklung durch und könnte in den nächsten Bänden Sympathiepunkte gewinnen.

Das genaue Gegenteil und aus welchen Gründen auch immer Claudius Zorn total ergeben, ist der dicke Schröder. Er ist nicht so ein Schönling wie Zorn, kleidet sich unvorteilhaft, ist dafür aber hart im Nehmen, übermäßig intelligent und hat einen tollen Sinn für Humor. Die beiden so gegensätzlichen Charaktere sorgen dann in ihren Dialogen auch für das eine oder andere Schmunzeln.

Der Kriminalfall selber ist gut durchdacht und sorgt bis kurz vor Schluss für Überraschungen. Was mich allerdings gestört hat und zu einem Punkt Abzug verleitet ist, dass mal wieder die Ermittler nichts zur Aufklärung beitragen. Und das ist bei all der Genialität von Schröder und einer doch sehr offensichtlichen Verbindung schon verwunderlich. Auch muss ich dem Autor die Sache mit der Katze übelnehmen, weil sie schlicht unnötig ist und mir als Katzenliebhaber einen bösen Stich versetzt hat.

Zusammenfassend betrachtet kann ich aber das Buch guten Gewissens weiterempfehlen. Wenn man von den Marotten des Claudius Zorn absieht, bekommt der Leser hier einen in sich stimmigen Krimi, der sich kontinuierlich in der Spannung steigert und nicht zu viel Detailreichtum bei den Morden bietet, präsentiert.

07.05.2012 15:47:35
Liebeslenchen

Hauptkommissar Claudius Zorn ist in der Hierarchie der örtlichen Polizei ist weit unten und er mag seinen Job überhaupt nicht, ist durch ihn unzufrieden, mürrisch und ewig schlecht gelaunt. Nahezu verströmt er eine fast greifbare Aura des Desinteresses und der Gleichgültigkeit. Das wirkt sehr faszinierend.
Zorn und sein Partner, der dicke Schröder, sind unschlagbares Team, die mit ihrem spitzfindigen und trockenen Humor diesem Krimi auf eine ganz spezielle Weise den perfekten Schliff geben.

Der Schreibstil von Stephan Ludwig ist sehr angenehm, flüssig und er schafft es den Spannungsbogen die ganze Zeit über weit oben zu halten. Die Atmosphäre ist düster, verregnet und absolut schaurig.

Der Fall an sich lässt sich sehr schwer lösen, da Stephan Ludwig den Täter gekonnt lange im Hintergrund behält. Und obwohl zum Ende hin alles etwas zu konstruiert wirkt war die Enttarnung eine echte Überraschung.

Ein Krimi wie ich ihn mag!!!

04.05.2012 21:12:42
Krimitante

alles schon mal da gewesen: der plot, ein unzufriedener, grantelnder, fauler ermittler und sein ergebener zweiter mann, der aufbau der story... aber ludwig hat das ganze neu, sehr unterhaltsam und auch recht spannend zusammengesetzt. klug auch der schachzug, der stadt, in der das ganze spielt, keinen namen zu geben. so hatte der autor den spielraum sich einen ort zu erschaffen, wie er ihn für die handlung braucht. etwas nervig finde ich die ständigen musikzitate. das habe ich in letzter zeit zu oft gelesen. scheint in mode zu sein. was wollen die autoren sich, und damit auch uns lesern, beweisen? gute musikkenntnisse? zudem ist der charakter des hauptkommissars zorn doch manchmal zu überzogen angelegt. wer so faul ist wird es wohl kaum zum hauptkommissar bringen...
alles in allem ein neuzugang der ich gut lesen lässt. ich gebe dem ermittlerduo zorn/schröder eine zweite chance, in der hoffnung, dass zorns charakter im zweiten band etwas weniger dick aufgetragen ist.

02.05.2012 23:02:08
Elisabeth Wiengarten

Habe mir das Buch heute gekauft und konnte es nicht aus der Hand legen. Lese sehr viele Krimis. Mich überzeugt besonders auch die wirklich gut zu lesende Sprache und der Aufbau.Wirklich empfehlenswert und nicht vorhersehbare Ergebnisse.
Die Figuren sind interessant - die Gedankenwelt der Ermittler lädt dazu ein selbst kriminalistisch zu denken.
Ausgefallen der gesamte Aufbau und die Verflechtung der einzelnen Persönlichkeiten.einfach spannend .