Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2010, Seiten: 318, Originalsprache

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Andreas Kurth
Aus dem Alltag eines pensionierten Polizisten

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2011

Siegfried Seifferheld war Polizist mit Leib und Seele, eine echte Spürnase. Daher hat es ihn besonders schwer getroffen, dass er nach einer im Dienst erlittenen Hüftverletzung mit einer Gehhilfe ausgestattet und in Frührente geschickt wurde. Der 60-Jährige lebt in Schwäbisch Hall mit seinem "Harem" zusammen. Das sind seine bärbeißige und äußerst resolute Schwester Irmgard, seine Tochter Susanne, die bei der örtlichen Bausparkasse unbedingt in den Vorstand will, und seine Nichte Karina – eine unkonventionelle junge Frau, die militante Tierschützerin ist, und die Onkel mit dauernden Konfrontationen mit der Polizei einiges Kopfzerbrechen bereitet. Seifferheld wird nachdenklich und glaubt an eine Mordserie, weil mehrere Männer im gleichen Alter verschwinden und dann tot aufgefunden werden. Seine früheren Kollegen glauben ihm nicht, und auch sein Umfeld zweifelt an seinen Theorien. Der persönlich arg gebeutelte Ex-Kommissar lässt sich jedoch nicht abhalten und startet seine ganz persönliche Mörder-Jagd.

Tatjana Kruse hat einen durchaus lesenswerten und amüsanten Roman geschrieben, sie kann eine Geschichte gut und nachvollziehbar erzählen. Allerdings ist das Buch allenfalls eine gelungene Mischung aus Kriminalkomödie und Milieustudie, aber keineswegs ein Krimi im klassischen Sinne. Spannung kommt weniger durch durch Mordserie, als vielmehr durch die persönlichen Erlebnisse des liebenswerten Protagonisten auf. Seifferheld hat nicht nur ein überaus skurriles Hobby, er lebt auch mit drei Frauen unter einem Dach, die ihm stets ihre ganz eigene Lebensphilosophie aufzwängen wollen. Der lebenskluge 60-Jährige macht sich so oft es geht auf und davon. Er geht mit seinem Hund spazieren, nimmt am Stammtisch seiner früheren Mordkommission teil oder belegt mit Freund Klaus einen Volkshochschulkurs, nur um nicht mit seinen drei Frauen über ein sinnvolles Hobby diskutieren zu müssen. Denn seine geliebte Stickerei verbirgt er vor Schwester, Tochter und Nicht - er versteckt seinen Stickrahmen in einer Holztruhe im Schlafzimmer. All das wird von Tatjana Kruse hoch-amüsant und mit viel Situationskomik und Wortwitz geschildert, aber der eigentliche Kriminalfall kommt dabei nur äußerst schleppend voran.

Der Protagonist ist wirklich originell und gewinnt schnell das Mitgefühl des Lesers, vor allem des männlichen. Allerdings lässt sich die Autorin insgesamt zu sehr von ihrer offensichtlichen Leidenschaft am Fabulieren hinreißen, denn selbst die nebensächlichen Figuren werden ausgiebig charakterisiert. Die jeweiligen Beweggründe für das Handeln werden dabei nicht immer deutlich, und auch die spezielle Rolle in der Geschichte gerät zuweilen in den Hintergrund. Der Roman ist also kein wirklicher Krimi, sondern ein Unterhaltungsroman, in den ein Kriminalfall eingebaut wurde. Wer daher Spannung und akribische polizeiliche Ermittlungsarbeit erwartet, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Wer trockenen Humor, kombiniert mit allerlei Lebensweisheiten mag, wird die vielfältigen Abenteuer des Kommissar Siegfried Seifferheld, die zuweilen auch amouröser Art sind, durchaus genießen können. Um aber in einem der beteiligten Genres erfolgreich zu sein, sollte sich die Autorin entscheiden, welche Art Roman sie nun eigentlich schreiben möchte. Denn handwerklich ist das alles vollkommen in Ordnung und hat hohen Unterhaltungswert. Aber für gute Spannungsliteratur müsste so ein Roman schon etwas klarer strukturiert sein. Immerhin, amüsante Lektüre für einen langen Nachmittag auf der Terrasse wird hier geboten, mehr allerdings auch nicht.

Kreuzstich, Bienenstich, Herzstich

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Letzte Kommentare:
29.06.2013 06:53:04
Schnippi

Von einem "Krimi" kann man hier eigentlich nicht sprechen, obwohl eine Serie misteriöser Todesfälle von Männern im "besten Alter" das Buch durchziehen. Bestenfalls eine Krimikomödie, die amüsant und locker vom Leben eines frühpensionierten Kommissars (Siegfried Seifferheld) und seinen Ermittlungen bei den Todesfällen berichtet. Im Fordergrund stehen eher die schrägen Figuren (Familie, Freunde und ehemalige Kollege sowie der pensionierte Kommisar) und sein Umgang mit dem ungewohnt alltäglichen Rentnerdaseins, als die "Mordserie" an sich. Die zieht sich zwar als roter Faden durch das Buch ...ist aber eher der Grund für die vielen skurilen amüsanten Situationen, in die der Pensionär gerät als er seinem "trüben und ungewollten Alltagsleben" einen neuen Sinn geben will.
Eindeutig lockere, humorvolle Unterhaltung, aber keine Spannungsliteratur.

08.11.2012 07:46:13
rolandreis

Direkt von einem Krimi kann man bei diesem Buch nicht sprechen, dazu fehlt hier einfach ein Spannungsbogen. Zwischendrin lebt das Buch von dem ein oder anderen Schmunzler, aber in Summe reicht das nicht. Nach den Kluftinger Romanen ist ja auch ein kleiner Boom bzgl. Regionalkrimis entstanden. Diesen hier muss ich in Summe aber zu den Schwächeren zählen, da ich keine Spannung oder zumindest genügend Unterhaltung vorfand. Von mir gibt es daher nur 30 Punkte.

12.06.2012 13:29:16
tassieteufel

Siegfried Seifferheld, verwitweter Kommissar und seit er angeschossen wurde, notgedrungen
frühpensioniert und in den Frühruhestand versetzt, lebt ungewollt beschaulich mit seinem Harem, bestehend aus Schwester, Tochter und Nichte in Schwäbisch Hall, sein neuestes Hobby ist sticken, doch das kann er nur heimlich tun,denn das ist eigentlich keine Beschäftigung für echte Kerle. Als in Schwäbisch Hall immer mehr alleinstehende Männer, sportlich und im besten Alter ganz unerwartet das Zeitliche segnen, wird Seifferheld mißtrauisch, doch seine alten Kollegen belächeln ihn zunächst nur, denn die Todesfälle gelten als Unfälle und werden nicht von der Mordkommission untersucht und so macht sich Seifferheld an die Aufklärung.
Das Buch lebt eindeutig von seinen skurilen Figuren und deren leicht schrägen Erlebnissen bei der Mördersuche, wobei aber der Krimifall eher im Hintergrund steht. Seifferheld hat auch noch genug andere Probleme, da ist zum einen die attracktive MaC, die in Siggi plötzlich nicht mehr erwartete amuröse Neigungen weckt, oder seine Nichte die als Tierschutzaktivistin mit recht rigorosen Aktionen ständig in Konflikt mit der Polizei gerät u. auch sein Freund Klaus behindert Seifferhelds Ermittlungen eher als das er sie voran bringt. Der äußerst unterhaltsame, humor volle Schreibstil brachte mich oft zum lachen und hat mich bestens unterhalten. Bei deutschen Autoren war ich bisher immer ein wenig skeptisch, weil die oft einen trockenen, recht hölzernen Schreibstil haben, aber die Autorin hat mich eines Besseren belehrt!
Der Krimifall steht nicht unbedingt im Vordergrund des Buches, zieht sich aber wie ein roter Faden bis zum Schluß hin durch und wird auch nie wirklich aus den Augen verloren. Allerdings darf man hier keine knallharte Action oder rasante Ermittlungsarbeit erwarten, da wäre man eindeutig Fehl am Platze, wer aber ein Faible für schräge Figuren und noch schrägerere Situationen hat, der wird hier voll auf seine Kosten kommen. Mir hat es sehr gut gefallen und einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit: wer einen humorigen und unterhaltsamen Schreibstil mag und nicht unbedingt rasante Aktion braucht, ist mit dem Buch sehr gut bedient, ich mußte oft herzhaft lachen und hab mich köstlich amüsiert, nun warte ich schon auf einen weiteren Fall für Seifferheld und seinen kuriosen Anhang.