Die Akte Rosenherz

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Argon, 2010, Seiten: 5, Übersetzt: Miroslav Nemec
  • Berlin: Argon, 2011, Seiten: 5, Übersetzt: Miroslav Nemec

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Niemand, der damals am Tatort war, wird den Fall je vergessen. In einer heißen Augustnacht des Jahres 1966 wird in Frankfurt eine Prostituierte auf brutale Weise ermordet. Sofort macht das Wort von der «zweiten Nitribitt» die Runde. Und wirklich: Auch im Fall Rosenherz bleibt der Täter unerkannt. Vierzig Jahre später. Ein nebliger Morgen im Stadtwald. Hauptkommissar Marthalers schwangere Freundin Tereza wird bei einem Überfall schwer verletzt. Und der Polizist erhält einen Tipp: Er soll den alten Fall noch einmal unter die Lupe nehmen. Doch damit legt Marthaler sich mit mächtigen Gegnern an, die ihre frühen Sünden vertuschen wollen. Die «Akte Rosenherz» soll geschlossen bleiben. Um jeden Preis.

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Letzte Kommentare:
02.02.2017 15:12:14
Kris Nef

Das war der erste Roman, den ich von Herrn Seghers gelesen habe. Leider sagt mir sein Stil nicht zu. Der Kommissar ist viel zu gefühlig, zum Teil schlicht hirnlos. Ich hatte aufgrund des Stils und einzelner sprachlicher Formulierungen öfters den Eindruck, dass den Roman kein Mann, sondern eine Frau geschrieben hat. Muss ja nicht dagegen sprechen, aber den Tatort mit dem übergefühligen Kölner Kommissar Ballauf sehe ich mir auch nicht mehr an.

18.11.2014 19:00:49
Edith Sprunck

Bislang ist dies der beste Krimi, den ich von Jan Seghers gelesen habe. Alle Zutaten, die einen guten Krimi ausmachen, sind vorhanden. Das Thema ist interessant, auch wenn es intensiver behandelt werden könnte: Kunstraub und Edelprostitution. Hinzu kommen an Emotionen reiche private Erlebnisse des Kommissars und auch seiner neuen "Mitarbeiterin", treffende Darstellungen der übrigen Charaktere und so viel Spannung, dass einem zwar nicht gerade der Atem stockt, aber auch nie Langeweile aufkommt. Die familiäre Atmosphäre im Team macht die Handlung menschlich.

15.05.2014 12:53:30
leserin aus frankfurt

ich habe nun den 4. teil der marthaler-serie gelesen. leider hat mich die geschichte nicht überzeugt und alles in allem gab es viel zu viele zufälle und die figur der anna passte m. e. überhaupt nicht rein. als wenn jede dahergelaufene person gleich ein team mit marthaler gründen könnte. ich werde keine buch mehr von hr. seghers lesen wollen. war nett, aber das buch bleibt leider nicht in spannender erinnerung.

30.10.2013 16:24:22
iWitz

Ein merkwürdiger Kerl, dieser Marthaler. Er ist nicht offen zu seinen Kollegen und wenigen Freunden, auch nicht zu der Frau, die er liebt. Immer wieder macht er die gleichen Fehler, als scheine er nichts daraus zu lernen. Weil er seine Freundin bei einer recht intimen Verabschiedung von einem ihm unbekannten Mann sieht, betrinkt er sich und verpasst absichtlich ihre Abreise ins Ausland.Dem Autor gefällt es als nächstes, des Protagonisten schwangere Freundin das Opfer eines Raubüberfalls werden zu lassen. Jetzt sind wir in der Krimihandlung und der Protagonist ist gleich wieder raus aus dieser - logisch, denn er ist persönlich beteiligt. Statt dessen darf er Cold Cases bearbeiten und stößt dabei auf einen Mord an einer Prostituierten im Frankfurt der 1960er - der im übrigen Gegenstand des Eingangskapitels war: Der Autor nimmt den Leser mit auf eine kleine Zeitreise.Zurück in der Gegenwart und bei des Kommisars Eigenmächtigkeiten verbündet der sich mit dem ihm verhassten Boulevardjournalisten und mit einer - Auftritt einer neuen und erfrischenden Protagonistin - jungen Frau, die selbst an dem Fall recherchiert (weil sie als Schülerin der Henry-Nannen-Schule besonders eifrig sein will - aber Vorsicht, welches wahre Motiv hier am Ende zum Vorschein kommt) und "zufällig" auch noch exklusiv im Besitz der Ermittlungsakten des alten Falles ist. Die nimmt unter anderem des nächtens, während unser Held mal wieder einen dem Frustsaufen folgenden Rausch ausschläft, einen Anruf für ihn an und wird zu einem Mordopfer geführt. Einen Zeugen, nach dem Marthaler bislang vergeblich, und mit ein wenig mangelnder Motivation, gesucht hatte.Es zeigt sich, dass jemand versucht hat, die Aufklärung des 40 Jahre alten Falles zu behindern. Neue Verdächtige tauchen auf, wie so oft in Krimis sind das dann gerne einmal mächtige Männer! Ohne Rücksprache und mit nachträglicher Duldung seiner Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft nimmt Marthaler den Kampf auf. Die Nachwuchsjournalistin begibt sich gar ungefragt und ungeschützt in die Höhle des Löwen, um diesen zu provozieren. Auch hier am Ende wenig überraschend die Überraschung: nicht der vermeintliche Übeltäter ist der wahre Übeltäter.Alles in allem eine merkwürdig verstrickte Handlung. Die Akteure handeln nicht glaubwürdig, die Verdächtigen sind überzogen konstruiert. Auch dass die Aufklärung des neuen Falles mit der des alten verstrickt ist, ist mir zu viel des Zufalls. Vielleicht resultiert mein Überdruss nach dem fünften Fall des Kommissars Marthaler auch daraus, dass er so vollständig ein Charakter ist, mit dem ich mich ob seiner Unbeständigkeit und Unreife so überhaupt nicht zu identifizieren vermag und nicht nachvollziehen kann, was seine wenigen Freunde und seine Geliebte an ihm finden.

07.10.2012 10:27:55
Toyota

Die Schreibweise eines Buches macht es aus und hier hat Jan Seghers genau meinen Geschmack getroffen. Es muss nicht immer durchgängig ein Mord nach dem anderen passieren. Dies hier ist ein gelungenes Buch, in dem aufgezeigt wird wie man mit der heutigen Technik alte, aber nicht vergessene Mordfälle, doch noch lösen kann und das es selbst damals schon nicht mit rechten Dingen zuging und Korruption kein Fremdwort war.

07.09.2012 14:12:10
Lille

Eine interessante und auch spannende Geschichte. Dicht erzählt, mit einer präzisen Sprache, logisch und mit Lokalkolorit. Die unterschiedlichen Zeitebenen sind geschickt verknüpft. Jan Seghers ist ein Autor, dessen Sprachstil mir passt. Sein Protagonist, nein, der passt mir nicht wirklich. Auch Personen, die man nur aus Büchern „kennt“, bringt man Emotionen entgegen. Ich tue das zumindest. Genau da liegt für mich die Schwachstelle … bei Robert Marthaler. Seine Reaktionen, verbal oder nonverbal, auf die Personen, denen er begegnet bei seiner Recherche und in seinem Privatleben, fand ich nicht immer authentisch (Warum lässt Seghers ihn so unhöflich und verletzend auftreten gegenüber dem alten Archivar?) Situationen wirken oft nur durch Marthalers Reaktionen seltsam unwirklich. (Ich muss mir die ZDF-Verfilmung von Braut im Schnee anschauen, ob der Drehbuchautor daran etwas ändern konnte) Er ist nicht unsympathisch dieser Marthaler, aber auch nicht sympathisch, er ist eigentlich nicht… meint: Er entsteht nicht in meinem Kopf. Da bleibt für mich Seghers hinter Autoren wie Mankell, Vargas, Rendell…und Protagonisten wie Wallander, Adamsberg, Wexford.. zurück.

14.08.2012 18:14:11
Krimimaus

Die Akte Rosenherz ist ein solider Krimi, aber leider auch nicht mehr.
Ich habe mich gefreut, den vierten Marthaler-Krimi in Angriff nehmen zu koennen und bin leider diesmal etwas enttaeuscht worden --- auch wenn es schoen war mal wieder bei Marthaler und Tereza "vorbeizuschauen".
Die Story bleibt leider weit hinter seinen Vorgaengern zurueck...

Grundsaetzlich gefallen hat mir die Einfuehrung von Anna. Sie hat den Stoff belebt. Allerdings hat auch Jan Seghers sicherlich schon Stig Larsson gelesen, denn - auch, wenn sie rein aeusserlich - nichts mit ihr gemein haben mag - Anna erinnert schon sehr an die Figur und Funktion der Lisbeth Salander!

Alles in allem: Zufrieden mit gemuetlichen Lesestunden, aber es geht besser!

21.11.2011 22:54:28
JaneM.

Hauptkommisar Marthaler läßt sich- um mehr Zeit für sein Privatleben und die Freundin Tereza zu haben- in die Abteilung für ungelöste alte Fälle (sozusagen das "Cold Case Ressort") versetzen. Da kommt es zu dem Überfall und Kunstraub, bei dem Tereza verletzt wird. Marthaler soll sich raushalten- zu einem, weil er persönlich verwickelt ist; zum anderem, weil er nun andere Aufgaben hat. Selbstverständlich ignoriert er die Anweisungen der Vorgesetzen. Schließlich stößt er auf die Fährte, dass der Überfall tatsächlich mit einem Verbrechen aus der Vergangenheit zusammen zu hängen scheint- und damit ist er wieder im Spiel. Es gibt Verbindungen zu dem ungeklärten Mord an der Prostituierten Karin Rosenherz aus dem Jahr 1966. Marthaler erhält unerwartete Unterstützung von Anna Buchwald, der jungen angehenden Jounalistin, und beide rollen den alten Fall wieder auf. Einige der damaligen Beteiligten und Zeugen leben noch und können befragt werden; andere sich durch teilweise mysteriöse Weise verstorben. Mit zunehmender Ermittlung wird klar, dass in den 60igern nicht wirklich viel zu tatsächlichen Klärung des Falles getan wurde.
Ein sehr gut gemachter Krimi auf zwei Zeitebenen, in dem sich die Verhaltensweisne und Motive der Vergangenheit erst in der Gegenwart puzzlehaft zusammenfügen. Ein Krimi, der nicht hauptsächlich seine Spannung aus der Frage "wer tötete Karin Rosenherz?" zieht, sondern aus dem langsam entstehenden Gesamtbild.
Prima!

15.11.2011 07:56:47
hapesu

Das war wieder ein satter Knüller des Autors! Wie schon bei den drei vorangegangenen Krimis herrschte Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite. Marthalers "Cousine" war eine belebende Figur, manchmal kam sie mir aber schon ein bisschen übermächtig daher und hangelte sich an der Grenze zur Glaubwürdigkeit entlang.
Eine Empfehlung an @takita:
1) Der Autor heißt Seghers und nicht Segher.
2) Vielleicht sollten Sie sich bei aller Antipathie gegen die Hauptfigur auch die drei anderen Krimis vornehmen, ehe Sie ein Urteil fällen.

12.09.2011 20:11:59
Takita

Mein erster Jan Segher.

Ich hatte mir mehr erwartet:
Marthaler war mir von Anfang an unsympathisch und so "grummelte" ich mich durch, weil ich doch wissen wollte wie es weitergeht (soweit ist eine gewisse Spannung durchaus aufgebaut).

Letzlich war ich jedoch richtiggehend erleichtert, die Akte Rosenherz wieder schließen zu können.

31.12.2010 13:28:53
stefanz

Chapeau, die Akte Rosenherz war für mich ein absoluter Volltreffer und das Beste, was ich im Jahr 2010 gelesen habe.
Jan Seghers, der die Ortskenntnisprüfung des Frankfurter Taxischeins mit Leichtigkeit bestanden hätte, besticht durch eine perfekt detailierte und schlüssige Schilderung des Tathergangs. Das Buch war von Anfang bis zum Ende gleichbleibend spannend und abwechslungsreich geschrieben, der Hauptprotagonist Robert Marthaler wie immer stark. Anna Buchwald war zudem durch ihre Jugendlichkeit und Unbekümmertheit ein sehr belebendes Element, was in seinen früheren Folgen vielleicht ein wenig gefehlt hat.
Jan Seghers braucht sich nach dieser Vorstellung nicht vor anderen großen skandinavischen Autoren verstecken. Ganz im Gegenteil……..!

09.08.2010 15:14:47
Elfriede Arndt

Elfriede schrieb zu "Die Akte Rosenberg" 09.08.2010Das Buch war wieder mal sehr spannend geschrieben. Besonders fastziert es mich immer wieder, wenn die Handlung in der Rhön oder der unmittelbaren Umgebung spielt, ist dieses Osthessen doch meine Heimat.
Einen kleinen Schönheitsfehler habe ich allerdings gefunden, vielleicht kann er ja in der nächsten Auflage berichtigt werden.
Auf Seite 367 bei derBeschreibung wie Anna nach Danzwiesen kommt heißt es: sie wechselt noch für wenige Kilometer auf die A5, bevor sie bei Fulda Mitte.Richtig muss es aber heißen: sie wechselt auf die A7.
Das tut aber der Geschiche keinen Abbruch und ist für ortsunkundige Leser keineswegs relevantg.

20.04.2010 08:28:59
wilfried

Nach all dem Lob in der Presse war ich von "Die Akte Rosenberg" sehr enttäuscht. Seghers Schreibstil konnte bei mir keine Spannung erzeugen, die Figuren bleiben blass und unglaubwürdig, die Handlung teils konstruiert, teils vorhersehbar.
In der vorherigen Kritik wurde das Tatort-Niveau als Skala benutzt (tolle Idee!), das Buch dürfte dann so bei Derrick anzusiedeln sein.
Wieder ein mässiger Krimi aus deutschen Landen.

06.04.2010 07:46:45
HerrHansen

Hat es sich gelohnt, zwei Jahre auf den vierten Teil der „Marthaler-Reihe“ von Jan Seghers zu warten? Die Antwort lag am Freitag Dank der Vorbestellung auf dem Schreibtisch:

Ja, es hat sich gelohnt!

Warum?
Weil es dem Autor gelungen ist, einen weiteren großen Wurf zu erzielen.

Seghers nimmt den Leser zuerst mit in das 1966 zurück und beginnt die Handlung mit dem Tag einer Prostituierten. Der Rückblick endet, wie soll es anderes sein, mit einem Mord.

Zurück in der Gegenwart erfährt Marthaler persönlich gerade durch Zufall einen beziehungstechnischen Tiefschlag, den er mit den üblichen alkoholischen Mitten versucht zu heilen. Seine schwangere Freundin Tereza macht sich ihrerseits mit dem Bild des Museums auf den Weg zum Flughafen und wird überfallen und… [mehr wird an dieser Stelle nicht verraten].

Die Handlung überrascht im Fortlauf mit so einigen Entwicklungen, mit denen der Leser nicht unbedingt rechnet, ist in einigen kleinen Teilen jedoch auch etwas vorhersehbar. Das wirkt sich jedoch nicht auf den Aufbau der Spannung aus.

Auch „Die Akte Rosenberg“ kommt - wie die drei Vorgänger - nicht mit der Leiche der ersten Szene aus. Aber daran ist man ja gewöhnt.

Alles in allem ist „Die Akte Rosenberg“ wieder ein gelungener Krimi aus deutschen Landen, der sich deutlich von den leider viel zu weit verbreiteten Regio-Krimis auf z.T. nicht einmal Tatort-Niveau absetzt und erhält von mir – genau wie der Vorgänger – 95°

Auf dass wir nun die nächsten zwei Jahre warten um zu erfahren, wie es mit Marthaler und Tereza weitergeht…