Mord ist schlecht fürs Geschäft

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Sutton: Severn House Publications, 2007, Titel: 'Something in the Blood', Seiten: 248, Originalsprache
  • Berlin : Aufbau - Taschenbuch, 2009, Seiten: 311, Übersetzt: Ulrike Seeberger

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Ines Dietzsch
Mäßiger Auftakt einer neuen Serie

Buch-Rezension von Ines Dietzsch Dez 2009

Mord ist schlecht fürs Geschäft heißt das Debüt der Britin Jean G. Goodhind, die wie ihre Heldin Honey Driver bei der Bewährungshilfe gearbeitet hat und Hotels in Bath leitete.

 

Mord, Raub und ähnliche Schrecken sind in unserer schönen Stadt um jeden Preis unter Kontrolle zu bringen, mein liebes Mädchen: Dafür haben wir Sie eingestellt.

 

 Mit diesen Worten erfährt der verwitweten Besitzerin des Green River Hotels im berühmten englischen Bath die zweifelhafte Ehre als Verbindungsperson des Hotelverbandes zur örtlichen Polizei tätig zu werden. Aber was tut man nicht alles, mit der Aussicht, die Auslastung des eigenen Hotels zu optimieren. Der erste Fall im neuen Amt lässt nicht lange auf sich warten. Hannah Driver, von allen liebevoll Honey genannt, soll das Verschwinden eines amerikanischen Touristen untersuchen, dessen Habseligkeiten und Reisepass in einem Bed & Breakfast zurückgelassen wurden. Honey entdeckt, dass der Amerikaner als Privatdetektiv arbeitete und unter falschem Namen eincheckte. Der Fund einer Wasserleiche ruft die Polizei auf den Plan und Honey macht die Bekanntschaft von Detective Sergeant Steve Doherty, der sich wenig begeistert von einer Zusammenarbeit mit dem Hotelverband zeigt. Der Tote wird als der verschwundene Elmer Maxted identifiziert und Honey setzt sich zum Ärger von Doherty auf die Spur des ermordeten Privatdetektivs und beschreitet seine letzten Wege. Diese führen die Amateurdetektivin zum Adelssitz der ehrwürdigen Familie Charlborough, wo sich eigenartige Dinge abspielen.

  "Eine supertolle neue Krimiserie" wirbt die Sunday Times, deren Meinung kann ich mich nicht anschließen. Die Geschichte trägt die immer gleichen Züge. Eine gewitzte, von Haus aus neugierige Person spielt Sherlock Holmes. Resistent gegen gute Ratschläge oder eindeutige Anweisungen bringt sie sich bei ihren Hobbyermittlungen in Gefahr. Nach einem Katz-und-Maus-Spiel mit dem männlichen Helden eilt der zu Hilfe und man kommt sich näher, oder doch nicht? Der zweite Teil der Reihe "Dinner für eine Leiche" soll noch in diesem Jahr erscheinen.

 Die Autorin schuf mit ihrer Figur eine weitere nette Krimiheldin, neu daran ist deren Profession und eine außergewöhnliche Sammelleidenschaft für alte Unterwäsche und Dessous. An die Seite gestellt bekommt sie eine achtzehnjährige Tochter, die zum Ausgehen gezwungen werden muss und eine Mutter, die ganz versessen darauf ist, für ihre Tochter Rendezvous mit Zahnärzten oder anderen guten Partien zu arrangieren. Schräg ist auch ein Stammgast des kleinen Hotels, eine alte Dame, die den Geist eines Verwandten im Zimmer beherbergt.

 Mord ist schlecht fürs Geschäft hat mich nicht überzeugen können. Spannung habe ich gänzlich vermisst und der Humor wirkte verkrampft, die Dialoge gewollt witzig. Emilie Richards konnte mich mit ihrer Mrs. Wilcox gelungener unterhalten.

England-Fans erfreut Jean G. Goodhind mit ihren stimmungsvollen Beschreibungen von Bath, die Reiselust erwecken.

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