Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Crows Nest: Allen & Unwin, 2008, Titel: 'Mr. Wong goes west', Originalsprache
  • Zürich: Unionsverlag, 2009, Seiten: 253, Übersetzt: Ursula Ballin
  • Zürich: Unionsverlag, 2011, Seiten: 254

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Thomas Kürten
Sein Name ist Wong, C.F. Wong

Buch-Rezension von Thomas Kürten Aug 2009

Wer glaubt, das Leben eines Feng-Shui-Beraters bestünde aus Scharlatanerie und Langeweile, dem beweisen die Romane von Nury Vittachi schon seit längerem das Gegenteil. Denn zumindest langweilig sind das Leben und die Arbeit von Singapurs führendem Berufsmystiker nicht. Als Feng-Shui-Berater hat sich Wong nämlich inzwischen darauf spezialisiert, besonders die negativen Energieströme an Tatorten von Verbrechen wieder in die rechte Bahn zu lenken. Und somit wäre auch schon der Sprung zwischen Esoterik (Wong möge mir diesen Ausdruck verzeihen) und kriminellem Spürsinn geschafft.

Diesmal ist Wong in akutester Geldnot. Nebenbei wollte er mit dem Vertrieb von Büromaterial großen Reibach machen wollen, doch die Tinte in den Textmarkern ist schwarz anstatt neongelb und so bleibt er auf zigtausenden unnützen Stiften hängen. Zu dumm, dass sein Lieferant der einzige Inder in Reihen der chinesischen Triaden (also Mafia) ist und auf sein Geld pocht. Doch das Blatt wendet sich schneller als man denkt. Joyce McQuinnie, Wongs nervige Assistentin, hat gerade einen dicken Auftrag am Haken. Ein Berater des Englischen Königshauses beauftragt Wong nach Hong Kong zu kommen, um dort den Skyparc, das luxuriöseste Flugzeug der Welt, ein bisschen mit Feng Shui Schnick-Schnack zu dekorieren, damit die chinesischen Verhandlungspartner an Bord beeindruckt sind. Und danach sollen er und Joyce mit nach London und sich um Buckingham Palace kümmern.

Sag niemals nie

Wong kennt Europa und Amerika nur aus dem Fernsehen. Er weiß, dass dort Frau bis unter die Zähne bewaffnet sind, Autos sich wilde Verfolgungsjagden leisten, dass man bei Tempo 130 vom einen in das andere Fahrzeug wechselt und sobald Hubschrauber starten sich immer mindestens ein Mann an die Kufen krallt. Ja, Wong kennt Europa aus Hollywoodfilmen wie z.B. der James-Bond-Reihe. Das ist ihm zu wild, zu hektisch. Kein Platz mit gutem Feng Shui, da will er nicht hin. Doch er soll für die Queen arbeiten und die hat Geld. Nichts was er nicht sehnlicher bräuchte.

Wong nimmt den Job an. Doch noch bevor er seine Arbeit beginnen kann, geschieht ein Mord. Joyce will in Hong Kong ein paar alte Freunde besuchen. Doch noch bevor sie sie treffen kann, wird einer ihrer Kumpels von der Polizei in Untersuchungshaft genommen. Keine Frage, dass beide hier mit dem gleichen Fall konfrontiert werden. Doch die Art und Weise, mit der dieser Fall wieder einmal gelöst wird, das ist einzigartig. Nur Nury Viatchi kann einen Comic-Krimi ganz ohne Bilder schreiben.

Ein Quantum Trost

Vittachi hat "den jungen Leuten" ganz genau auf den Mund geschaut. Nahezu genial, wie er McQuinnie und Co. in ihrem ganz eigenen Geheimcode kommunizieren lässt. Dazwischen turnt ein kleiner, hagerer Geomant auf Ecstasy vom einen Bein aufs andere, der seine Berufung sehr ernst nimmt und immer viel zu schnell rechnet, wie viel Geld er den Leuten für seine Beratung aus der Tasche ziehen kann. Die Grenze zum überdrehten Slapstick ist fließend. Vittachis Figuren sind teilweise nicht mehr als Karikaturen, denen ein Spaßvogel Leben eingehaucht hat.

Doch gerade das macht die Reihe um den Feng-Shui-Berater so lesenswert und so besonders. Mit Der Feng-Shui-Detektiv im Auftrag ihrer Majestät entlarvt Vittachi letztlich die Bondfilme und ähnliche Hollywoodformate als das, was sie tatsächlich sind: eine Art Comedy, der es an Humor mangelt. Für Bondfans bleibt das Quantum Trost, dass Wong kein besserer Bond sein will. Er will eigentlich nur Energieströmungen lenken und das Leben lebenswert machen. Und in dieser Form darf Vitachi seinem Helden gerne bald den nächsten Auftrag geben.

Der Fengshui-Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät

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Letzte Kommentare:
03.10.2009 10:52:25
Karin

Irre witzig, atemberaubend und außergewöhnlich!

Ich hab das Buch auf Englisch gelesen und hoffe, der Witz konnte ebensogut übertragen werden.

In der Kommunikation zwischen Europäern und Asiaten treten sprachliche und kutlurelle Verständisschwierigkeiten auf, die in dem Versuch eines britischen Aristokraten kumulieren, dem Chinesen Wong die Namen der britischen Königsfamilie näher zu bringen. Leider störten mich die beim Lachen fliessenden Tränen beim Weiterlesen!