Nacht unter Tag

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • London: Harper Collins, 2008, Titel: 'A darker domain ', Seiten: 371, Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Andrea Sawatzki
  • München: Knaur, 2010, Seiten: 539

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B:75.5
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Jörg Kijanski
Der beste McDermid-Roman seit Jahren

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2008

Juni 2007, Glenrothes. Detective Inspector Karen Pirie arbeitet für die Polizei der Grafschaft Fife im Team für ungelöste Fälle. Als Michelle Gibson ihren Vater Mick Prentice auf die Vermisstenliste setzen will, staunt DI Pirie nicht schlecht, denn Michelles Vater verschwand bereits am 14. Dezember 1984. Damals, auf der Spitze des großen Bergarbeiterstreiks, verließ Mick offenbar seine Familie, um sich einer kleinen Gruppe von Streikbrechern auf deren Weg nach Nottingham anzuschließen. Seitdem war Mick für die Familie gestorben, denn in dem kleinen Ort Newton of Wemyss galten andere Gesetze, nämlich die der Gewerkschaft. Micks Familie musste in den Folgejahren leiden und so hatte niemand das Bedürfnis, den vermeintlichen "Verräter" zu suchen. Doch jetzt ist Michelles kleiner Sohn unheilbar erkrankt und benötigt einen geeigneten Spender für eine Knochenmarktransplantation. DI Pirie und ihr Kollege Phil Parhatka stürzen sich in die Ermittlungen, stoßen jedoch zunächst auf eine Mauer des Schweigens und auf kaum brauchbare Hinweise.

Nur kurze Zeit später bekommen Pirie und Parhatka einen neuen Fall übertragen. Die Journalistin Annabel Richmond hat während ihres Urlaubs in der Toskana eine viel versprechende Spur gefunden, die den Entführungsfall von Cat Grant in neuem Licht erscheinen lässt. Catriona "Cat" Grant, die Tochter des Großindustriellen Sir Broderick Maclennan Grant, wurde im Januar 1985 mit ihrem gerade erst geborenen Sohn Adam entführt und bei einer misslungenen Lösegeldübergabe erschossen. Seitdem fehlt von Adam jede Spur. Sir Grant schaltet die Polizei ein, doch Pirie ist nur halbherzig bei der Sache, da sie der Fall des verschwundenen Bergarbeiters fasziniert. Richmond, die die Story ihres Lebens wittert, reist derweil erneut in die Toskana, um dort weitere Recherchen anzustellen. Nach und nach stellt Pirie währenddessen fest, dass vor nunmehr über zweiundzwanzig Jahren alles ganz anders abgelaufen sein muss, als man ihr einzureden versucht...

Für alle Fans von "Ein Ort für die Ewigkeit" absolute Pflichtlektüre.

Bei einem Debütroman einer unbekannten Autorin würde man sicher zunächst kritisch fragen, warum DI Pirie in einem Fall ermittelt, für den sie streng genommen gar nicht zuständig ist oder warum Sir Grant sie bei der Suche nach seinem Enkel unbedingt dabei haben will, nur um sie später immer wieder auszubremsen. Bei einem "Schwergewicht" wie der schottischen Autorin Val McDermid ist man da schon nachsichtiger und akzeptiert, dass Pirie ein sturer Querkopf ist, der es seinem unfähigen Chef zeigen will und daher häufig unkonventionell vorgeht. McDermid wird schon wissen was sie tut und tatsächlich ist Nacht unter Tag ihr vielleicht bester Roman seit zehn Jahren. Damals erschien Ein Ort für die Ewigkeit.

DI Pirie und DS Parhatka stürzen sich also in die Suche nach Mick Prentice, der angeblich 1984 als Streikbrecher nach Nottingham gegangen sein soll. Ausgerechnet Mick, dem die Gewerkschaft über alles ging, ja sogar mitunter noch vor der Familie stand. Schon bald ergeben erste Befragungen, dass Mick nie nach Nottingham unterwegs war.

 

"Aber hier erst mal die sensationelle Nachricht: Daniel Porteous ist tot."
"Das weiß ich."
"Was du nicht weißt, ist, dass er 1959 starb, im Alter von vier Jahren."
"O Scheiße."
"Besser hätte ich es selbst nicht ausdrücken können. Aber jetzt kommt der Knaller. Im November 1984 hat Daniel Porteous die Geburt seines Sohnes eintragen lassen."

 

Wenige Tage nach seinem Verschwinden gab es einen merkwürdig anmutenden Einsturz in den Höhlen von Wemyss. Sollte Mick dort begraben sein, weil er einen Funktionär dabei beobachtete, wie dieser Geld aus der Gewerkschaftskasse nahm? Hatte Tom Campbell etwas mit der Sache zu tun, der nur wenige Wochen später bei Micks Frau Jenny einzog? Oder ging Mick gar mit seinem besten Kumpel Andy nach Polen, wo die Solidarnosc von Lech Walesa einen neuen Arbeitersozialismus einführen wollte? Apropos Andy, auch seine Spur verliert sich wenige Tage nach Micks Verschwinden.

Die Geschehnisse um die Entführung von Catriona Grant und ihrem Sohn Adam sind genauso merkwürdig und was Pirie von dem damals die Ermittlung leitenden Polizisten Lawson erfährt, scheint dem Ganzen die Krone aufzusetzen. Offenkundig wurden die Ermittlungsakten durch den massiven Einfluss von Sir Grant manipuliert. Doch warum lässt er dann auf seine Kosten Richmond im fernen Italien ermitteln?

Zwei Schritte vor und drei zurück. Großes Kino

Es ist wie schon angedeutet so ähnlich wie bei Ein Ort für die Ewigkeit. Es geht zwei Schritte vor und drei zurück, dazwischen liegen zumeist das Schweigen der Befragten und der Frust der Ermittler. Das zahlreiche Zeugen von damals schon längst verstorben sind, behindert die Polizeiarbeit zusätzlich. McDermid verzichtet erneut auf Action jedweder Art, vielmehr steht die "Atmosphäre" im Fokus. 1984 ist der Bergarbeiterstreik auf seinem Höhepunkt. Die Familien leiden, haben kaum zu essen, selbst die Lichter und Heizungen zuhause bleiben aus, da das nötige Geld fehlt. Dazu gibt es ausführliche Beschreibungen der Landschaft, für die gute englische Crime Novels bekannt sind. Jim Kerry lässt grüßen.

Die meisten Charaktere sind leider ein wenig klischeehaft geraten. Doch geschenkt, denn Nacht unter Tag ist einer der besten Romane außerhalb der Hill-Jordan-Reihe, die die Ausnahme-Autorin bislang verfasst hat. Wenn Pirie einen Zeugen befragt und das Gespräch auf die Vergangenheit bzw. die Ereignisse der Jahre 1984 (Mick) und 1985 (Cat) kommt, folgt meist eine Rückblende. Die Geschichte springt also oft in den Zeitebenen und außerdem wechseln die Szenarios ständig nach wenigen Seiten zwischen Pirie, Richmond und anderen Personen. Am Ende ist es wie bei Ein Ort für die Ewigkeit, die Ereignisse schlagen Kapriolen der besonderen Art. Und dennoch: Nacht unter Tag ist großes Kino!

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Letzte Kommentare:
16.04.2017 18:51:59
Looking Lassie

Gute Aufhänger werden vertan durch fantastische Konstellationen im Romanverlauf. Teilweise werden Themen zu Klischees. Zuviele Morde. Schade! Tipp: Es gibt weitaus bessere Krimis der Autorin, die spannender geschrieben sind. Das Thema Schottland ist ansaztweise gut dargestellt, wird dann jedoch auch wieder zu lange ausgewaltzt.

18.04.2016 10:41:06
M. Schenkel

Katastrophales Buch. Verworrene Geschichte mit unsäglich vielen Charakteren, von denen stetig neue eigeführt werden. Dazu Zeitsprünge alle zwei Seiten (!) zwischen 2006 und 1980ern, hin und her. Nach knapp 60 Seiten weiss niemand mehr, wer wer ist und worum es eigentlich geht.

Mich ärgert auch KrimiCouch echt! Wie kann so ein Grümpelbuch so eine hohe Bewertung haben?!

Wer das im Ernst liest, ist masochistisch veranlagt oder hat zu viel Zeit: Zeit, sich ein Namensregister anzulegen, Stammbäume und Zeitachsen zum Verständnis zu zeichnen. Solche Sachen bin ich mir von Jane Austen gewöhnt. Aber dort gehe ich sehenden Auges in die Lektüre. Hier habe ich Spannung erwartet.

24.08.2011 14:12:58
Johannes

Ich habe einige Val McDermid Bücher gelesen. Dieses hat mir absolut nicht gefallen. Die Story ist sehr holprig, das Ende lächerlich inkonsequent und enttäuschend. Zuviel leidende und unterdrückte Frauen, zuviel mordende und unterdrückende Männer. Zuviel Vorurteile und zuviel gelaber. Plot twists sind zwar im Ansatz vorhanden aber haben mich nicht überzeugt. Ich habe an die 100 Seiten vorm Ende bewusst überlesen bis ich zum Abschiedsbrief von Mick kam. Was für eine Enttäuschung. Der Side-Plot in Italien war meiner Meinung nach unnötig. Das anfängliche (interessante!) Drama der leidenden streikenden Bergarbeiter ging völlig unter. Schade.

25.07.2011 00:01:06
Julia

Zu Beginn war die Handlung ein wenig schleppend, dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und zum Schluss war ich eigentlich begeistert von der ganzen Sache. Wie das Buch ungefähr ausgeht habe ich aber leider schon gegen Mitte des Buches vermutet und auch Recht behalten. Trotzdem empfehlenswert. Besonders gefallen hat mir, dass die (übliche) oft nervige Liebesgeschichte nur sparsam und aufs Wesentliche reduziert Platz fand. Seitenweise intime Gedanken und Taten der Figuren interessieren mich in einem Krimi nicht, der KRIMI sollte im Vordergrund stehen, nicht das Liebesleben der Figuren.

16.05.2011 07:49:37
rolandreis

Wie Geschmäcker doch verschieden sein können. Die guten Bewertungen sind mir ein Rätsel.
Mir hat dieses Buch überhaupt nicht gefallen. Ich musste mich richtig zwingen es fertig zu lesen. Es kommt häufig Langeweile auf. Die wenigen spannenden Stellen sind ziemlich kurz und es ist ein ständiges Hin und Her zwischen Orten und Zeiten. Wenn es interessant wird wechselt die Zeit oder der Ort, so wird die wenige Spannung wieder zerstört. So kann ich garnicht mehr schreiben, da ich wirklich nur froh war, den Roman zu beenden.

06.05.2011 18:14:04
JaneM.

Ein ausgesprochen gelungener Thriller! Die Handlung kann nicht über die hier schon bestehenden Schilderungen hinaus dargestellt werden- ohne zu viel zu verraten.
Ich kann mich Jörg Kijanskis vergleich mit "Ein Ort für die Ewigkeit" anschließen. Auch in "Nacht unter Tag" gibt es neben den verschiedenen Zeitebenen schon für den Leser relativ früh eine Ahnung, dass und wie alles zusammenhängt. Es fehlen aber die letztendlichen Bausteine und deshalb bleibt es aus meiner Sicht spannend. Besonders gelungen finde ich die Schilderung der völlig unterschiedlichen Orte und Stimmungen der Handlungsstränge: die Bergarbeiter- /Gewerkschaftsgemeinschaft in rauhem Umfeld; der Industrielle, der direkt nebenan- und doch in einer ganz anderen Welt lebt und die Szenen in der Toskana. 90°

25.01.2011 00:25:48
Tresschen

Ich liebe ja normalerweise Val McDermid, aber dieses Buch fand ich nervig: Kam nicht in Fahrt, überkonstruiert und doch hatte man als Leser schon am Anfang gewisse Ahnungen, die sich nahezu alle als zutreffend erwiesen.
Es gab kaum überraschende Wendungen und wenn es welche gab, dann waren sie oft unglaubhaft. Und obwohl ich normalerweise McDermids Bücher verschlinge, musste ich mich hier durchkämpfen. Am Ende wurde es dann nochmal spannend, aber auch da habe ich seitenweise überblättert, weil mir letztlich eh schon klar war, was dort stand und ich nur noch wissen wollte, wie es sich letztlich wendet.
Das Ende hat mir dann auch irgendwie so gaaar nicht gefallen.
Dabei hätte das Buch ein Erfolg werden können, denn es hat viele tolle Figuren: eine kluge, leicht karriereversessene Journalistin, eine Polizistin, die sich traut, eigentlich einen Fall zu bearbeiten, dem sie nicht zugeteilt ist und auch schon aus "Echo einer Winternacht" bekannt ist, einen Geschäftsmann, der nach Jahren der Ungewissheit endlich hofft, herauszufinden, was mit seinem Enkelsohn passiert ist, der vor 20 Jahren entführt wurde und nie zurückkehrte, und eine Mutter, die verzweifelt ihren leiblichen Vater sucht, um ihr krebskrankes Kind zu retten. Das klingt alles gut und die Figuren funktionieren auch, nur der Plot eben nicht....
Meines Erachtens wollte Val McDermid mit diesem Buch zuviel und hat es mit verschiedenen Handlungssträngen, Beweggründen und Mördern überfrachtet.
Und da konnte es auch nichts rausreißen, dass es hier mal einen Love-interest gibt, wo beide auch mal zusammenkommen, denn auch da stolpert der Leser eher zufällig über eine Liebesszene, wo er sich fragt, wie das denn plötzlich so schnell ging.
Es ist echt schade, dass dieses Buch, was McDermid sicherlich intensiv recherchiert hat und was sich mit dem Leben von Minenarbeitern um 1980 sehr genau auseinandersetzt, als Kriminalroman leider wenig taugt. Interessantes Thema, leider schlechte Umsetzung. Da bin ich mehr gewohnt

24.09.2010 10:00:23
Jenny

Ich fand den Roman anfangs sehr spannend und angenehm zu lesen, dachte jedoch ab der Mitte des Buches sporadisch über das Ende nach und fand zu diesem Zeitpunkt einen offensichtlichen Abschluss, bei dem man denkt dass dies so offensichtlich ist, dass der Roman niemals so endet und die Fakten so zueinander laufen. Große Enttäuschung kam in mir auf, als klar war, dass das Buch tatsächlich so endet. Sehr schade. Wenn ab Mitte des Buches eine Theorie spinnen kann, die am Ende keinem Erwartungsbruch Platz machen kann, ist das Buch meiner Meinung nach nicht allzu gelungen. Dazu noch total absurde Handlungen des Vermissten in der Vergangenheit, die, wie er beschrieben wird, total untypisch für seine Person ist.

22.09.2010 21:39:27
Torsten H.

Das kann Mc Dermid aber besser: 400 Seiten, die nicht wirklich aufregend sind, dann ca. 30 Seiten Aufklärung, um am Ende einen einigermaßen spannenden aber kurzen Ausklang zu setzen. "Ein Ort für die Ewigkeit" war z.B. um Längen besser. "Nacht unter Tag" kann ich nur eingefleischten McDermid-Fans empfehlen.

09.09.2010 21:57:02
ceapa

Habe gerade das Buch im Urlaub in Kroatien zu Ende gelesen. Klasse Buch. Ich war begeistert! Nur eine Sache hat mir nicht gefallen. Der Schluß hätte ruhig ein paar Seiten eher aufhören können. Da war dann doch zuviel Gewurschtel am Ende. Aber sonst fand ich das Buch klasse! So ein "schnell durchles-buch".

06.08.2010 21:05:31
Margarita Moerth

Ich habe schon einige Bücher von McDermid gelesen und durchaus für gute befunden.
Im Fall von Nacht unter Tag kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie hier selbst gesteckten, hohen Ansprüchen einfach nicht mehr gerecht werden konnte.
Die ganze Geschichte ist entsetzlich konstruiert (wenn auch streckenweise durchaus spannend).
Es gibt zwar im menschlichen Leben gewiss eine Fülle von unglaublichen Verstrickungen, doch was McDer,id hier an Schicksal, famliärem Gewirr und purem Zufall zu einer Geschichte verdichtet, hielte keine altgriechische Tragödie aus. Ich habe mich zwar bis zur letzten Seite durchgekämpft (immerhin rund 540 in der von mir gelesenen TB-Ausgabe). Doch dies ist ein Buch, das sehr rasch in der Handbücherei meiner Sauna landen wird, weil ich es mit Sicherheit nie mehr lesen möchte.

03.04.2010 16:38:13
d.xilef

Warum ich auch immer meine eigentlich bezwungene Legasthenie durchschimmern lasse, ist mir schleierhaft! Hier nochmal die rechtschreiblich verbesserte Variante :-)))

Mensch, Mensch, Mensch...,
das wurde aber auch Zeit!
Ich kann nur hoffen, dass Val McDermid auf diesem (ihrem altem) Niveau weiterschreibt und nicht - wie schon befürchtet - ihr literarisches Feuer verschossen hat.
Herrlich, wie er(der Roman) (zumindest inhaltlich) nahezu nahtlos (hört sich komisch an, ich weiß :-) ) an "Echo einer Winternacht" anschließt!
DAS ist Val McDermid!
Hatte die Hoffnung (wie bei einigen anderen [Mankell, Nesser, George, Hayder, Cornwell, Reichs etc.]) schon schmerzlicher Weise aufgegeben!
Insofern: WEITER SO!!!
Trozdem wird "Ort für eine Ewigkeit" wohl unerreichbar sein! Ein Klassiker für sich!
Grüß Euch alle und viel Spaß beim Lesen. Habe grade den neuen Rankin bei mir liegen - bin sehr gespannt :-)))!

03.04.2010 16:32:58
d.xilef

Mensch, mensch,mensch...,
das wurde aber auch zeit!
Ich kann nur hoffen, dass Val McDermid auf diesem (ihrem altem) Niveau weiterschreibt und nicht - wie schon befürchtet - ihr literarisches Feuer verschossen hatt.
Herrlich, wie er (zumindest inhaltlich) nahezu nahtlos (hört sich komisch an, ich weiß :-) ) an "Echo einer Winternacht" anschließt!
DAS ist Val McDermid!
Hatte die Hoffnung (wie bei einigen anderen [Mankell, Nesser, George, Hayder, Cornwell, Reichs etc.) schon schmerzlicher Weise aufgegeben!
Insofern: WEITER SO!!!
Grüß Euch alle und viel Spaß beim lesen. habe grade den neuen Rankin bei mir liegen - bin sehr gespannt :-)))!

19.11.2009 10:28:05
queenodt

Das Buch habe ich sehr gerne und zügig gelesen, es ist durchweg spannend, auch wenn man zum Ende hin die Verwicklungen und Verbindungen zwischen den Protagonisten ahnt. Leider war das Ende dann für mich auch zu aprupt, so als ob die Autorin, möglichst schnell fertig werden musste und dann kurz und knapp eine "Lösung" für den ursprünglichen Anfang der Geschichte herbeizaubert.

02.09.2009 03:23:59
Silke

Ich kann der Rezension auch nur zustimmen: Der beste Mc Dermid seit "Ein Ort für die Ewigkeit" (und den Vergleich habe ich auch sofort hergestellt:))

Einige Ungereimtheiten gibt es zwar, aber insgesamt ist das Buch wirklich durchgehend super spannend - ich habe es verschlungen...
Auch wenn mir die Auflösung dann schon einige Seiten zuvor klar war, tut das meinem guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Absolut empfehlenswert!

Wann kommt der nächste Val MC Dermid? :)

16.08.2009 14:28:52
Marlies

Hallo Bernd,
ich habe das Buch gerade fertig gelesen, und denke helfen zu können. Wobei ich bei der ersten SEite nur vermuten kann, dass es eine Unterhaltung der beiden "Entführer" ist. Das Datum entspricht dem der Lösegeldübergabe.
Die letzte Seite ist dagegen eindeutig, da Namen zur Verfügung stehen. Es ist ein Gespräch zwischen Misha und ihrer Mutter, aus dem hervorgeht, dass ein womögl. passender Spender für Luke durch eine entfernte Verwandte von Mishas Mann gefunden wurde.

11.08.2009 20:21:17
Bernd

Hallo,

kann mir mal jemand helfen. Ich verstehen leider die erste und letzte Seite des Romanes nicht. Wer spricht hier mit wem und welche tiefere Aussage versteckt sich dahinter?
Ich würde mich sehr freuen, eine kurze Erklärung zu bekommen. Mir scheint ich habe etwas Wichtiges überlesen und kann es aber dennoch nicht finden.

Danke an euch.

Gruß
bERND

09.08.2009 17:26:12
Vince-Garron

Ein wirklich toller Roman den Val MC Dermind da für uns Lesern geschrieben hat.Eine tolle Verknüpfung aus Vergangenheit und der Gegenwart.Man erlebt hautnahe den Streik der Bergarbeiter von 1994 mit.Man erlebt wie hart das Leben für die Bergleute und Ihre Familie war dann verschwindet der Bergmann Mick Prentice...Der Roman bleibt bis zum Schluß sehr spanned.War wirklich toll zu lesen!

10.07.2009 15:43:46
clare1512

Super, total gelungen.

Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Nachdem die Hill/Jordan Reihe abgeflaut war, hat es Frau McDermid wieder einmal geschafft.

Super Story, Zeitsprünge mit Bravur gemeistert; was will man mehr?

Auch die Person um Pirie finde ich mehr als gelungen.
Hoffe noch mehr von der Dame zu lesen.

05.05.2009 15:48:09
Thomas Schäfer

Ich kann der Rezension nur zustimmen; dieses ist der seit langem beste Krimi, den ich gelesen habe: gut geschrieben, die Story in sich schlüssig und jederzeit interessant und das Ganze eingebettet z.T. in die Zeit des letzten Streiks der Bergarbeiter in UK, der mir auch noch gegenwärtig ist.
Gekonnt springt die Autorin immer wieder zwischen einzelnen Erzählepochen hin und her, ohne dass der rote Faden verloren geht.
Volle Punktzahl

23.04.2009 19:24:03
snoozer

Ich wundere mich ja sehr über die schlechte Leserbewertung bisher ( aktuell 67% bei 20 Stimmen), obwohl hier nur äusserst positive Kommentare stehen. Da stimmt doch was nicht??

Ich kann dazu leider noch nichts sagen, da ich es noch nicht gelesen habe. Das werde ich aber so oder so tun, da V.McDermid eine meiner Lieblingsautorinnen ist.

21.04.2009 18:24:18
mimikrimi

Ich finde die Autorin hat keinen ausgesprochenenThriller geschrieben,sondern einen hervorragend guten Krimi.Die Handlung kommt ganz ohne Schocker und brutal-blutige Szenen aus. Im Gegenteil politische Vergangenheit(Grubensterben in Schottland)wird hier perfekt in ein Verbrechen eingebunden.Die verschiedenen Zeitebenen und die damit verbundenen Rückblenden bereiten dem Leser ein Lesevergnügen und lassen ihn Schritt für Schritt an den Ermittlungen teilhaben.Für mich am Besten war natürlich die Verknüpfung der einzelnen Erzählstränge und wie sie verflochten wurden.

09.04.2009 09:34:43
Silke Schröder, hallo-buch.de

Der Schottin Val McDermid gelingt mit „Nacht unter Tag“ ein ganz besonderer Thriller. Sie baut ihre Geschichte fast wie eine Biografie auf und springt nicht nur gewand zwischen den beiden Parallelhandlungen hin und her, sondern nutzt auch jede Menge Rückblenden, um den Fall noch packender zu gestalten. Ihre Technik erinnert damit an die erfolgreiche TV-Serie „Cold Case“, die filmisch ganz ähnliche Mittel einsetzt. Besonders gut stellt McDermid den verzweifelten Kampf der schottischen Bergarbeiterfamilien gegen die damaligen Zechenschließungen dar - vielleicht auch, weil sie durch ihre eigene Familie einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Thema hat. Dabei kritisiert sie noch heute den harten Umgang der Polizei und der „Iron Lady“ Margret Thatcher mit den Streikenden.

Eingebettet in wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, wie wir sie schon aus ihrem Roman „Das Moor des Vergessens “ kennen, wird „Nacht unter Tag“ durch die spannende und ungewöhnliche Inszenierung der Story, durch viele Informationen über die größte Streikbewegung der englischen Nachkriegsgeschichte, durch starke Frauenfiguren und sympathische Ermittler zu einem echten Pageturner.

19.03.2009 13:31:51
klaus finaske

Zu dem Roman Nacht unter Tag

Ich fand diesen Roman sehr spannend und habe ihn fast auf einen Rutsch ausgelesen.
Die Handlung ist sehr schlüssig und die handelnden Personen sehr gut gezeichnet.
Wenn nur nicht dieser Schluß des Romanes wäre .
Den letzten Absatz " Donnerstag, 19 . Juli 2007
Newton of Wemyss " habe ich nicht ganz begriffen.
Nach dieser spannenden Handlung wurde der Roman zu aprupt beendet.
Es sei denn Val Mc Dermid möchte eine Fortsetzung schreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Finaske

19.03.2009 11:09:10
Jürgen Uphoff

Diese Geschichte ist anders als alle bisher dagewesenen. Hier liest man ein Stück Biografie, verbunden mit einer alten Vermisstengeschichte und schlechten Taten von damals und heute.
Hat sich der Leser erstmal in der Geschichte zurecht gefunden, mag er gar nicht mehr aufhören zu lesen So ging es mir jedenfalls, jetzt bin ich schon ganz gespannt auf die Lesung in Kiel im April. Mich hat das Buch begeistert und ich wer- de es auf meine Empfehlungsliste setzten. 100 Punkte auf der Trefferquote.

13.03.2009 17:12:02
Buecherfan

Ein Thriller der etwas anderen Art

Die gebürtige Schottin Val McDermid hat mit "Nacht unter Tag" erneut einen Thriller außerhalb ihrer drei Erfolgsserien (u.a. mit dem Profiler Tony Hill) geschrieben. Das ermittelnde Duo Pirie und Parhatka hatte schnell meine Sympathien, da die Autorin gerade so viele Informationen aus dem Privat- und Berufsleben der beiden liefert, dass ich eine gute Vorstellung ihres Charakters und ihrer Lebensweise erhielt, ohne mich durch zu ausführliche Beschreibungen gelangweilt zu fühlen. Vor allem Karen Pirie ist mir mit ihrer direkten, sehr eigenwilligen und leicht spöttischen Art ans Herz gewachsen.

Die Geschichte behandelt abwechselnd den Entführungsfall und die Vermisstensache und springt in sehr kurzen Abständen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zudem noch zwischen Schottland und Italien hin und her. Was sich im ersten Moment verwirrend anhört, erweist sich schnell als kluger Schachzug von Val McDermid. Jede Vernehmung und Spurensicherung in der heutigen Zeit wird durch Erinnerungen und Rückblenden ergänzt und erläutert. Genau zum richtigen Zeitpunkt wird die jeweilige Szene abgebrochen, um den nächsten losen Faden weiterzuspinnen. McDermid ist es gelungen, den Plot dadurch noch interessanter und spannender zu gestalten. Gleichzeitig machen die schnellen Wechsel von einem Ermittlungsort zum anderen die große Diskrepanz zwischen den verschiedenen Lebensumständen der Protagonisten umso deutlicher und lassen die ehemalige Bergarbeitersiedlung im Gegensatz zum sonnigen, südlichen Flair der Toskana und dem scharf bewachten, luxuriösen Anwesen von Sir Brodie überaus ärmlich und düster wirken.

Schon nach einiger Zeit hatte ich zwei bestimmte Personen als Hauptdrahtzieher der Entführung im Verdacht, war mir aber bezüglich der Komplizen, der Umstände und des Motivs nicht ganz im Klaren. Meine Vermutung zum ersten Punkt hat sich am Schluss zwar bestätigt, mit dem Rest lag ich jedoch ziemlich daneben, da die Autorin viele falsche Fährten legt und die Auflösung wirklich nur schrittweise vorankommt, mit etlichen Überraschungen und weiteren Morden bis zum Ende hin. Alle wichtigen Figuren werden bis in die Tiefen ihrer Psyche ausgelotet, so dass sich ihre Beweggründe von selbst erklären.

Das Besondere an dem neuen Thriller ist jedoch der persönliche Bezug von Val McDermid zu dem hier verwendeten Stoff. Ihre beiden Großväter waren Bergarbeiter in East Wemyss und sie verbrachte in ihrer Kindheit viel Zeit dort, weshalb ihr wohl auch der verlorene Streik von 1984 noch sehr gegenwärtig ist. Wahrscheinlich ist es ihr aufgrund ihrer eigenen Herkunft so gut gelungen, die Nöte und Bedürfnisse der Bergarbeiterfamilien sehr plastisch und nachvollziehbar darzustellen. Die Autorin nimmt hierbei kein Blatt vor den Mund und auch die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher wird heftig kritisiert.

Fazit: Insgesamt gesehen handelt es sich bei "Nacht unter Tag" um einen Thriller, der spannende Unterhaltung, psychologisch ausgefeilte Figuren und viele interessante Informationen rund um das Bergarbeitermilieu zu bieten hat. Schön, dass im Spannungsgenre noch Bücher erscheinen, die auch ohne viel Blutvergießen und reißerische Schockelemente so fesselnd und wendungsreich sind! Absolut empfehlenswert!!