Die Straße der Knochen (Ein Fall für Karen Pirie 8)
- Droemer
- Erschienen: Juli 2026
- 3


Solide Krimikost.
Altmeisterin Val McDermid legt, trotz gesundheitlicher Probleme, den 8. Teil der Karen-Pirie-Serie vor. Dieses Mal geht es um gleich zwei Cold Cases, welche die Historic Cases Unit aus Edinburgh beschäftigen.
Der Regen bringt es ans Licht
Der strömende schottische Regen bringt ein Stück Autobahn bei Edinburgh ins Rutschen. In der matschigen Erde wird der grausige Fund eines Skelettes gemacht. Es handelt sich um den Investigativjournalisten Sam Nimmo, der vor Jahren verschwand, nachdem er dringend verdächtigt war, seine schwangere Freundin ermordet zu haben. Karen Pirie und ihr Team beschäftigt nun die Frage, wie und warum er unter der Autobahn vergraben wurde. Gleichzeitig müssen sie sich noch um den scheinbaren Unfalltod von Tom Jamieson kümmern, dessen Bruder glaubt, endlich einen Beweis gefunden zu haben, dass es sich bei dem Treppensturz doch um Mord handelte.
Unaufgeregte Spannung
Wie stets erzählt die Autorin unaufgeregt von den Ermittlungen. Immer mehr kommen im Fall des Journalisten Verbindungen zum schottischen Unabhängigkeitsreferendum zu Tage. Scheinbar war Nimmo einem Skandal auf der Spur, der den Befürwortern der Unabhängigkeit schwer geschadet hätte. Dadurch wird eine stets wachsende Spannung aufgebaut, die noch zunimmt, wenn es einen scheinbaren Zusammenhang mit dem anderen Cold Case und einem sehr elitären Buchclub geben könnte. Auch der schottische Fußball spielt in das Geschehen hinein und macht das spannende Chaos komplett. McDermid schafft es wieder, die Fäden zusammen zu spinnen und somit die Leserschaft von Anfang an bei der Stange zu halten. Angespielt wird auch auf bürokratische Hemmnisse, die das minimalistische Team der Historic Cases Unit bewältigen muss, politische Ränkespiele inklusive.
Das Team macht sich
Die Charaktere der Hauptfiguren entwickeln sich weiter. Karen Pirie darf noch nicht vollends glücklich werden. In ihrem Privatleben tut sich etwas, was ihr sehr nahe geht. Beruflich ist sie dagegen immer zufriedener mit ihren Kollegen. Jason entwickelt sich immer mehr zum Recherchefachmann. Er wird von Tag zu Tag selbstbewusster, vielleicht auch, weil seine Beziehung funktioniert. Auch Daisy ist privat glücklich, muss aber beruflich noch einiges lernen – vor allem sich in manchen Situationen etwas zurückzuhalten. McDermid lässt das Private nur sekundär in die Geschichte einfließen, im Vordergrund stehen die Ermittlungen. Dennoch spielt es eine nicht unerhebliche Rolle, denn es bedingt auch das berufliche Verhalten der Figuren. So kommen runde und gut geschilderte Charaktere heraus, denen zu folgen einfach Spaß macht.
Fazit
Val McDermid ist abermals ein solider Krimi der Karen-Pirie-Reihe gelungen. Gleich zwei Fälle müssen gelöst werden, deren eventueller Zusammenhang ordentlich Spannung generiert. Man kann schon gespannt sein auf den nächsten Fall der Historic Cases Unit aus Edinburgh, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt.

Val McDermid, Droemer








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