Luftgärten

Erschienen: Januar 1995

Bibliographische Angaben

  • London: Victor Gollancz, 1993, Titel: 'Kick Back', Seiten: 211, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 1995, Titel: 'Kickback', Seiten: 223, Übersetzt: Brigitta Merschmann
  • Hamburg: Argument, 2000, Seiten: 223
  • München: Knaur, 2010, Seiten: 303

Couch-Wertung:

81°
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Sabine Reiß
Spannende und humorvolle Unterhaltung ohne zu seicht zu sein

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mai 2003

Val McDermid hat mit ihrem Roman Ein Ort für die Ewigkeit nicht nur viele Leserherzen, sondern auch Preise gewonnen und auch ihre Profiler-Romane erfreuen sich steigender Beliebtheit. Grund genug, auch die weniger beachteten Bücher um die gewitzte Detektivin aus Manchester vorzustellen. "Luftgärten" ist der zweite Teil der Brannigan-Reihe, von der ich persönlich inzwischen alle Bücher gelesen habe, weil sie gute Unterhaltung bieten.

Kate Brannigan ist Teilhaberin der Agentur Mortensen & Brannigan, die sich neben Ermittlungen aller Art auf Sicherheitsprobleme spezialisiert hat. Ihr Klient Ted ist Hersteller von Wintergärten. Das hört sich ja zunächst nicht gerade spannend an, aber ein paar seiner Wintergärten sind kurz nach dem Aufbau wieder verschwunden und mit ihm die Kunden. Da die Wintergärten jeweils über eine Neuhypothek finanziert wurden, ist die Bank nun nicht mehr bereit, ihm eine Kreditlinie bereitzustellen. Sie scheinen zu vermuten, dass er selbst hinter der ganzen Sache steckt. Weil der Fall nicht zu kompliziert zu sein scheint, kann Kate nebenbei ihre Nase auch noch in andere Angelegenheiten stecken. Ihre beste Freundin Alexis hat ein Stück Land gekauft, von dem sich herausstellt, dass es bereits verkauft war und Kate will ihr helfen, das Geld wieder zu bekommen. Als ihr Fahrzeug von einem Lieferwagen von der Spur abgedrängt wird und eine Leitplanke sie gerade noch vor dem Fall in die Tiefe abhält, weiß sie, dass sie auf einer heißen Spur ist...

Val McDermid hat in mehreren Brannigan-Krimis den gleichen Aufbau gewählt. Neben einem Fall, den sie für einen Klienten untersucht, ist auch immer ihre beste Freundin Alexis gerade in eine Sache verwickelt, in der sie Hilfe benötigt. Das ist keinesfalls langweilig, sondern bringt Abwechslung mit sich. Hier spielen keine Serienmörder und auch keine Profiler eine Rolle, sondern Kate ist eher der alltäglichen Kriminalität auf der Spur. Dabei sind die Fälle aber trotzdem mit recht viel Einfallsreichtum gestrickt, so dass für Spannung ausreichend gesorgt ist. Man sollte allerdings die Details schon aufmerksam verfolgen, sonst verliert man hier zum Beispiel leicht die Übersicht bei den Finanztricks und dem Wirrwarr mit den Grundbucheinträgen. Dass man sich gut in die Story einfinden kann, dafür sorgt die Ich-Erzählerin Kate, die locker und auf witzige Weise beschreibt, was ihr alles passiert. Sie ist keine Wonder-Woman, aber meistert das Leben tapfer.

Die Autorin bietet mit "Luftgärten" leichte Kost, die auf humorvolle Weise unterhält, ohne zu seicht zu sein - für Leser mit einer Vorliebe für Privatdetektivinnen allemal ein Tipp.

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