In tiefer Trauer

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • New York: Morrow, 1997, Titel: 'Sacred', Seiten: 288, Originalsprache
  • Berlin: Ullstein, 1999, Seiten: 366, Übersetzt: Andrea Fischer
  • München: Ullstein, 2001, Seiten: 366
  • Berlin: Ullstein, 2004, Seiten: 366
  • Berlin: Ullstein, 2008, Seiten: 366
  • Berlin: Ullstein, 2012, Seiten: 366, Übersetzt: Andrea Fischer

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Michael Matzer
Wahrheit ist relativ

Buch-Rezension von Michael Matzer Jul 2003

Trevor Stone, ein angeblich todkranker Milliardär aus Boston, beauftragt unsere beiden Helden Kenzie/Gennaro mit der Suche nach seiner verschwundenen Tochter Desiree. Ihre Mutter wurde bei einem Autounfall getötet, in dem er selbst, Stone, schwer im Gesicht verwundet wurde. Angela Gennaro, die selbst kürzlich ihren Ex-Gatten Phil verloren hat, fühlt Mitleid mit dem alten Mann und übernimmt den Auftrag, obwohl sie sich nicht besonders gern entführen lässt, um ihren Auftraggeber zu treffen. Kenzie hat gemischte Gefühle, kann aber Gennaro verstehen.

Die beiden Privatdetektive lesen die Berichte, die der erste Schnüffler geschrieben hat, den Stone auf Desirees Spur gesetzt hatte: Jay Becker war einst Kenzies Lehrer und Mentor bei einer der größten Detekteien Bostons. Jay war Desirees Spur bis zu einer Seelsorger-Gesellschaft namens Trauer & Trost AG gefolgt, die eng mit einer Sekte namens "Die Botschafter" verbunden war. Beide geben vor, ihre "Klienten" zu therapieren, dienen aber nur dem Zweck, ihre Neumitglieder zu schröpfen. Parallelen zu Scientology kann jeder ziehen, wenn er mag.

Wie es scheint, verschwand Desiree zur gleichen Zeit Richtung Florida wie ein gewisser Jeff Price, seines Zeichens Verwalter von Trauer & Trost bzw. "Den Botschaftern". Price ließ 2 Mio. Dollar mitgehen. Doch seltsam: Kaum hatte Jay Becker diese Details über die junge Frau und die verschwundenen Gelder herausgefunden, verschwand auch er - irgendwo zwischen Boston und Stones feudalem Anwesen.

Auf nach Florida!

Kenzie und Gennaro stehen vor einem Rätsel. Es lässt sich nur in Florida aufklären, soviel steht fest. Mit Stones Privatjet werden sie aus dem kühlen Norden in den sonnigen Süden geflogen, zu ihren reservierten Hotelzimmern chauffiert und mit einem komfortablen Mietautos ausgestattet: Klarer Fall - bei so viel Sonderbehandlung ist etwas oberfaul. In Nullkommanix büchsen sie aus, lachen sich einen schrottigen Toyota an und futtern in einer heruntergekommen Cantina am Straßenrand (wo sie ihren Krabbencocktail gegen einen gierigen Reiher namens Sandra verteidigen müssen). Hier sehen sie zu ihrem Erstaunen ein bekanntes Gesicht in der Zeitung...

Als sie Jay Becker gegen Kaution aus dem Gefängnis befreit haben, erzählt er ihnen die blutigen Details einer gar wundersamen Story, von dem sie wiederum nur den geringsten Teil glauben. Desiree sei tot, behauptet Jay. Jeff Price sei ebenfalls tot. Na toll: Bleibt also nur die Heimreise. Doch bevor es so weit ist, werden Kenzie/Gennaro unter Mordverdacht von der lokalen Polizei eingebuchtet - Ende des Falls?

Geniales Finale mit zalhreichen Überraschungen

Noch lange nicht. Vielmehr führt die Handlung wieder direkt nach Boston, wo es in Stones Anwesen zu einem genialen Finale mit zahlreichen Überraschungen kommt.

Wie Kenzie selbst andeutet, ändert sich die Wahrheit hinter den Geschichten, die Kenzie/Gennaro erzählt bekommen, je nachdem, welchen Standpunkt der jeweilige Erzähler gerade vertritt. Dies ist der Plot von Akira Kursosawas ausgezeichnetem Filmklassiker "Rashomon". Darin ändert sich die Wahrheit hinter einem Fall von Vergewaltigung und Mord je nachdem, wer die Geschichte erzählt.

Folglich dreht sich der Fall in Lehanes Buch dreimal: Drei unterschiedliche Personen erzählen ihre jeweilige Sicht der Dinge. Doch ist dies der Weisheit letzter Schluss? Natürlich nicht. Und je nach Fassung ändert sich, wer nun schuldiger Täter und wer unschuldiges Opfer ist, in einem fort. Der Leser hat alle Hände voll zu tun, diesen drei Fassungen zu folgen: "Schwarz ist weiß, oben ist unten, Norden ist Süden" sagt Gennaro einmal. Genauso ist es. Und darum steckt der Plot voller Überraschungen.

Die Stellung von Stone und seiner Tochter ändert sich sukzessive mit jeder neuen Fassung. Ist er ein liebevoller Vater oder ein menschenverachtender Ausbeuter mit dunklen Geheimnissen? Was von dem, was über ihn berichtet wird, ist wahr?

Belegt die überirdische Schönheit die Unschuld?

Zunächst scheint Desiree als das unschuldige Opfer einer Entführung durch eine Sekte und eines Sektenführers (Jeff Price), bis sie ihr Ende in Florida findet. Ihre überirdische Schönheit scheint ihre Unschuld zu belegen. Doch stimmt das so? Und ist Trevor Stone Täter oder ein Opfer, das sich lediglich wehrt, indem es die beiden Detektive "engagiert"?

Was Desiree so gefährlich macht (besonders für Kenzie), ist der geradezu magische Bann, den ihre äußere Schönheit auf die Männer ausübt, so dass sie ihr zu Willen sind. Die junge Frau weiß darum und scheint dies auszunützen.  Beinahe wird dies auch Kenzie zum Verhängnis.

Erst sehr spät begreift er, worin Schönheit wirklich liegt. Sie liegt nicht in einem perfekten Äußeren, sondern in der charakterlichen Stärke und Güte von Angela Gennaro (oder einer ähnlich großartigen Frau). Angie mag ja nicht umwerfend aussehen, aber sie liebt Kenzie, bangt um ihn, braucht ihn. Ohne sie wäre er wiederum völlig aufgeschmissen, "ein Nichts", wie er bekennt. Kenzie findet Schönheit in der Innenwelt eines Menschen. Diese Schönheit ist ihm "heilig" - das drückt der Originaltitel des Buches aus. Und der Schluss des Buches setzt diese Erkenntnis angemessen um.

Perspektivwechsel von 180 Grad

Auf den ersten Blick scheint der Handlungsverlauf von einer allzu unwahrscheinlichen Zahl von Zufällen getrieben zu sein. Aber man muss wie Kenzie/Gennaro lediglich seinen eigene Sichtweise der präsentierten Fakten um 180 Grad drehen (schwierig genug!), um zu einer völlig anderen Interpretation der Geschehnisse zu gelangen - und die sogar einen Sinn ergibt.

"In tiefer Trauer" ist also nicht nur ein äußerst spannender und actiongeladener Krimi, sondern hat auch die Relativität der Wahrheit und anderer "ewiger Werte" zum Thema. Außerdem stieß ich hier auf einige der komischsten Dialoge, die ich seit langem gelesen habe. Lehane ist offenbar ein großer Fan der Marx Brothers - Kenzie überlegt einmal, wie sich Groucho und Harpo aus einer bestimmten misslichen Lage (Kenzie ist gerade von Kopf bis Fuß gefesselt und soll gleich über den Jordan geschickt werden) befreit hätten. Manche Kabbeleien zwischen unserem dynamischen Heldenduo erinnern an Slapstick. Aber es ist genialer Slapstick.

In tiefer Trauer

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Letzte Kommentare:
22.07.2011 12:26:03
M.Reinsch

Ich kann kaum glauben, dass sich Lehane in seinem dritten Buch immer noch etwas steigert...
Was als einfach wirkendes Personenauffinden beginnt, entwickelt sich zu einem echten harten Thriller, mit einem wirklich gelungenen Plott!
Wieder ist der Roman in erster Person geschrieben, was mir sehr gefällt. Wieder ist der Sprachstyl sehr schnodderig (fast schon zuviel) und der Storyverlauf hällt einen wirklich in Atem. Der Spannungsbogen ist also von Anfang bis Ende gegeben und macht das buch zu einem echten Pageturner!
Wieder erfährt man etwas mehr über Lehanes Hauptprotagonisten (Diesmal lernt man den Lehrmeister von Patrick Kenzie kennen).
Rundum ein gelungener Krimi/Thriller!

17.08.2010 13:47:13
Stefan83

An Dennis Lehane scheiden sich wohl die Geister. Zumindest erwecken die Rezensionen zu seinen Werken diesen Eindruck, denn zwischen Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt scheint es nicht arg viel zu geben. Entweder man hasst ihn also, oder man liebt ihn. Und mir ist es auch nach der Lektüre des dritten Falls des Privatdetektivpaars Patrick Kenzie und Angele Gennaro höchst unverständlich, wie man erstere Einstellung überhaupt nur in Erwägung ziehen kann. Im Gegensatz zum heutigen „Sie-gerät-ins-Visier-des-Killers“-Bockmist trumpft Lehane mit einem Tiefgang und einer Feinfühligkeit auf, welche nicht hoch genug zu loben ist. Sobald man das Buch aufgeschlagen, die erste Seite umgeblättert hat, ist man unrettbar in der Welt des Bostoner Schriftstellers gefangen. Eine Welt, die zugegebenermaßen überzeichnet und nicht immer realistisch ist, dafür aber auch bestens unterhält und eine unglaubliche Sogkraft entfacht. Das gilt auch diesmal wieder für den Roman „In tiefer Trauer“, welcher inhaltlich einige Monate nach den dramatischen Ereignissen in „Absender Unbekannt“ angesiedelt ist.

Patrick Kenzie und Angie Gennaro haben sich eine Auszeit von ihrem Job genommen, die letzten Wochen mit abendlichen Fernsehfilmen, Fast-Food und sehr viel Alkohol verbracht. Der Tod von Phil, Angies Ex-Mann und Patricks Jugendfreund, hat Spuren hinterlassen. Ihre Instinkte haben die beiden unkonventionellen Privatdetektive allerdings nicht gänzlich verloren, weshalb beide beim Spaziergang durch die Bostoner Straßen ihre Beschatter sofort bemerken. Blöd nur, dass sie sich letztlich trotzdem überrumpeln und k.o. schlagen lassen. Als sie aufwachen, finden sie sich in der Gesellschaft des Millionärs Trevor Stone wieder, welcher die beiden anheuern will, um seine vermisste Tocher Desiree wiederzufinden. Stone, der todkrank ist, hat nur noch wenige Monate zu leben und ist immer noch vom Verlust seiner Frau, welche bei einem Unfall ums Leben kam, schwer getroffen. Besonders Angie spürt deshalb eine gewisse Verbundenheit zu dem alten Mann. Und da Jay Becker, einst Patricks Lehrer und Mentor, bei seiner Suche nach Desiree ebenfalls verschwunden ist, nehmen die zwei Detektive den Auftrag an.

Ihre Nachforschungen führen das Ermittlerduo zunächst zu einer dubiosen Seelsorgeorganisation, die Hilfesuchende systematisch ausbeutet. Und damit nicht genug. Die auf den ersten Blick so enge Familienbande entpuppt sich sehr bald als ein Gemisch aus Hass und Verrat, in dem sich das Gute vom Bösen kaum noch unterscheiden lässt. Als Patrick und Angie der Spur ins sonnige Florida folgen, erwartet die beiden mehr als nur eine große Überraschung …

„In tiefer Trauer“ stellt nach dem manchmal etwas langatmigen und durch den Serienkillerplot etwas uninspirierten Vorgänger eine mehr als deutliche Steigerung da. Mit Phils Ableben scheint nicht nur die gefühlsmäßige Schranke zwischen Patrick und Angie gefallen, sondern auch Lehanes Gespür für eine ausgefeiltere Handlung wieder da zu sein, denn von der ersten Seite an wird hier das Gaspedal voll durchgetreten. Unnötige Nebenschauplätze oder gar Rückblicke sucht man diesmal vergebens. Stattdessen lässt Lehane seine Protagonisten stets von neuem vom Regen in die Traufe taumeln, wobei Ich-Erzähler Kenzie dem Leser dabei einen oft sehr amüsanten Blick über die Schulter gewährt. Wie immer sitzt jeder Satz im Dialog wie ein guter Schuh, haben die coolen Detektive selbst im dichtesten Feuerhagel noch eine trockene Erwiderung parat. („Wie heißt du?“ „Fick Dich!“ „Netter Name. Ist das Schwedisch?“) Bereits auf den ersten Seiten hat sich hier ein Dauergrinsen in mein Gesicht gefräst, das sich, trotz zwischenzeitlich arg schockierender und auch berührender Szenen, bis zum Ende hin nicht so ganz lockern wollte. Ja, vielleicht ist das alles sehr unangemessen. Und stimmt, so lässig ist wohl niemand. But who cares?

Würde man die üblichen Krimimaßstäbe an Lehanes Werke anlegen, es gebe sicherlich genug Ansätze für Kritik. Nur, und das ist von Anfang an wichtig zu verstehen, schreibt dieser Autor halt nicht das Übliche. Und schon gar nicht für die Üblichen. Ihm gelingt das, woran sich bereits viele Schriftsteller vor ihm die Zähne ausgebissen haben: Den düsteren Hardboiled-Roman alter Schule mit einer Prise Humor zu versetzen, ohne dabei gleich ins Genre des trashigen Pulps zu rutschen, denn trotz der allgegenwärtigen vorhandenen Coolness lässt Lehane den ernsten Aspekt nie aus dem Auge. Seine Bücher sind auch immer kaleidoskopartige Ausschnitte einer kaputten Gesellschaft. Während sich dabei allerdings viele andere Autoren in seitenlangen Elegien über sozialen Verfall und psychische Abgründe ergehen, erlaubt uns Lehane immer nur kurze Blicke, welche letztlich aber dem Leser gerade deswegen umso härter zusetzen bzw. die schönen Momente umso kostbarer machen. Zu diesen Momenten gehören diesmal vor allen die Annäherungen zwischen Kenzie und Gennaro (wären doch alle Frauen in Krimis so wie sie), die der Autor ohne jeglichen Kitsch, aber dafür mit viel Gefühl zu Papier gebracht hat.

Und auch sonst bietet Lehane Kost auf allerhöchstem Niveau. Seine atmosphärischen, oftmals düsteren Beschreibungen wandeln Wörter in Sekundenschnelle zu Bildern um und deuten immer wieder an, warum sich seine Werke auch bei den bekannten Filmemachern dieser Zeit (Eastwood, Scorsese) einer so großen Beliebtheit erfreuen. In diesem Buch ist hier besonders die Verfolgungsjagd auf der Skyway Bridge zu nennen, welche Lehane äußerst eindringlich in Szene gesetzt hat und die zu meinen persönlichen Highlights zählt. Das zudem zwischendurch unerwartete Wendungen dem Roman stets eine neue Richtung geben, macht „In tiefer Trauer“ bemerkenswert unausrechenbar und tröstet sogar über den etwas überhasteten Abschluss und Bubba Rogowskis viel zu klein geratenen Auftritt hinweg.

Insgesamt ist „In tiefer Trauer“ der bis hierhin beste Band aus der Reihe um Patrick Kenzie und Angela Gennaro. Ein actionreiche, düstere Achterbahnfahrt durch die Abgründe der menschlichen Seele, die genauso viel Spaß wie nachdenklich und traurig macht. Ganz großes Kino und ein echter Volltreffer, der jedem Freund harter Kriminalromane nur ans Herz gelegt werden kann.

23.05.2010 23:42:19
Samoa

Geprägt durch phasenweise spritzig-humorvolle Dialoge, erzählt Lehane eine zunächst klar erscheinende Geschichte, die jedoch durch mehrfache "Informationswendepunkte" immer undurchsichtiger wird. Nichts scheint wahr, alles könnte möglich sein, was aber ist richtig?

Trotz der deutlich amerikanischen Tendenz zur Überzeichnung der Figuren ist es ein ansprechend-spannendes Buch, mit sympathischen Protagonisten und selbst das ein "ganz klein wenig" unglaubwürdige Finale konnte mir den Lesespaß nicht gänzlich verderben. Somit sehr solide und gute Unterhaltung, 85°.

12.04.2010 20:00:34
Nomadenseele

Das Buch war fazinierend, ganz einfach, weil es trotz intelligenter Wendungen langweilig war.
Man konnte bis zuletzt nicht vorraussagen, wie die verschiedenen Charaktere zueinander stehen und welche Funktion sie in der Geschichte haben, aber vielleicht gab es einfach zu viele Wendungen. Fazu kommen die ständigen *coolen* Bemerkungen des Protagonisten, die vielleicht an die Noir-Filme der 40er Jahre erinnern sollten, aber nur aufgesetzt wirkten.

Fazit:

Ich hoffe, die Kritiken stimmen und es war das schwächste Buch des Autors; mich hat es nicht in den Bann gerissen.

14.03.2010 23:29:48
Kottan

Mein erster Lehane - und wahrscheinlich auch mein letzter. Die Schreibe hat mir nicht ein einziges "Boah" entrissen. Die Story geht ja noch, aber diese mechanische Schreibweise, die viele Amerikaner praktizieren, liegt mir nicht. Die Dialoge sind zwar schnell, im Wesentlichen kommen aber nur Fernsehserienwitze a la `King of Queens`dabei raus. Und der Plot lebt wiedereinmal von der 1 Prozent Chance, sich aus einer misslichen Lage befreien zu können.

04.03.2010 18:29:33
koepper

Wieder ein toller Lehane. Es beginnt ganz banal, Kenzie und Gennaro sollen die verschwundene Tochter eines todkranken Milliadärs finden. Was gemächlich beginnt, nimmt schnell rasantes Tempo auf. Die Geschichte wird zunehmend verzwickter und immer blutiger.
Lehane erzählt seine Geschichte aus mehreren Perspektiven und lange wußte ich nicht wo´s langgeht. Aber gerade das macht das Buch so interessant und spannend. "In tiefer Trauer" besticht in besonderem Maße durch schräge, witzige Dialoge.
Die Liebesgeschichte der zwei Detektive ist schön erzählt, sehr emotional und völlig frei von Kitsch. Das Ende dieses fantastischen Buches ist furios und orginell. Rundum gelungen, absolute Empfehlung.

27.02.2010 22:06:20
Addicted-to-read

"In tiefer Trauer" ist mein erster Roman von Dennis Lehane gewesen und er hat mich sehr beeindruckt! Der Titel und das Cover der TB-Ausgabe wirken sehr düster, doch die Geschichte ist es beileibe nicht! Selten habe ich so gelacht beim Lesen eines Kriminalromans. Die Dialoge haben eine Schnelligkeit und Spritzigkeit, die ihresgleichen sucht. Die Geschichte fesselt sofort und zieht einen von Seite zu Seite tiefer mit in das Leben ihrer Protagonisten. Die beiden Hauptfiguren sind mit so viel Liebe gestaltet, in ihrer ganzen Härte, Verletzlichkeit, Respektlosigkeit, Empfindsamkeit - kurz: sie haben für mich alles, was ein cooles Serienhelden-Pärchen braucht!

18.09.2009 12:11:17
Frank

Kenzie und Gennaro werden von einem todkranken Milliadär angeheuert, dessen verschwundene Tochter zu finden. Nachdem sie monatelang keine Fälle übernommen haben, kommt ihnen der vermeinlich leichte Auftrag gerade recht.
Die Spur führt zu einer ominösen Sekte - und die beiden schließlich nach Florida.
Natürlich entpuppt sich der Fall als komplizierter wie ursprünglich angenommen, und schon bald gibt es die ersten Toten zu beklagen.
Wieder ein Volltreffer Lehanes. Auch in diesem Buch watet er knietief in den Abgründen seiner Mitmenschen, auch hier stellt er der Leserschaft wieder die obligatorische Frage nach der in seinen Büchern immer präsenten Frage ob Selbstjustiz gerechtfertigt sein kann. Und auch diesmal liefert er keine endgültige Antwort darauf, sondern lässt den Leser grübelnd zurück.
90%.

20.05.2009 21:47:35
heinrich

Wie soll man einen überaus guten Kriminalroman beschreiben, ohne in Klischees zu verfallen?
Ich lasse ihn für sich selbst sprechen – hier der erste Satz -
„Ein kleiner Tipp: Wenn Sie bei mir in der Gegend jemals einen Menschen verfolgen, tragen Sie kein Rosa!“
Kenzie und Gennaro sind zurück. Respektlos gegenüber ihrem Klienten, der meint, sie zu kontrollieren und erbarmunglos gegen alle, die sie bedrängen und von den Ermittlungen abbringen wollen. Die sorgfältig strukturierte dreiteilige Geschichte zieht den Leser schnell in den Bann – so stark, dass er nicht merkt, wie Lehane trickst, um die den an sich nicht so ergiebigen Plot, aufzumotzen. Das gelingt ihm so gut, dass man ihm selbst dass überzogene Finale abkauft.
Von mir dafür 90°

09.05.2008 01:42:30
Rolf.P

Fesselndes Buch, das auf keiner Seite auch nur den Hauch von Langeweile aufkommen lässt.
Lehane gelingt es sofort eine dichte und spannende Atmosphäre zu schaffen. Sehr gut beschriebene Charaktere und viel Action. Besonders gut gefällt mir, dass die Protagonisten so herrlich zynisch und ironisch sind und dabei immer menschlich bleiben.
Die Kenzie-Gennaro-Reihe möglichst in der Reihenfolge lesen - das macht deutlich mehr Spaß. Glaubwürdige Figuren, fesselnde Storys, coole Dialoge und ein abgründiges Bild des heutigen Amerika.
"In tiefer Trauer" ist für jeden Krimifan eine Empfehlung wert und macht neugierig auf all die (vermeintlich) noch besseren Werke von Dennis Lehane!

26.03.2008 12:28:34
bubble70124

Wieder mittendrin, statt nur dabei! Ich habe geschmunzelt, gelitten und mitgefiebert. Mit seinem 3. Band aus der Kenzie/Gennaro-Reihe ist Lehane nun endgültig auf meiner persönlichen Lieblingsautorenliste gelandet! Lehane versteht es einfach Humor, Spannung, Leid und Action zu kombinieren. Da macht das Schmökern wieder doppelt Spaß!

27.01.2008 19:24:51
Sonny

Rasant, spannend und witzig. Der dritte Teil schafft es das Niveau der Vorgänger zu halten. Einziger Makel, da stimm ich Calimero zu, ist der viel zu kurze Auftritt von Bubba.
Absolut empfehlenswert.
95°

12.04.2006 09:21:02
Marcel

Meinungen sind ja sicher unterschiedlich.
Ich finde, auch hier hat Lehane eine absolut gute Arbeit abgeliefert. Sicher ist "in tiefer Trauer" nicht der beste Roman der Kenzie/Gennaro-Reihe ("Kein Kinderspiel" ist nicht zu übertreffen), aber das ist wirklich Kritisieren auf hohem Niveau.

Wie alle Romane besticht auch dieses Buch durch den trockenen, witzigen aber auch schonungslosen Erzählstil der die Reihe so besonders macht. Die Szene, wo Kenzie mit dem "Pfleger-Monster" der CoT auf der Straße steht und der Polizist seinen Namen verrät ist super klasse und so schön erzählt, dass man meint, einer der umstehenden Gaffer zu sein.

Wenn man etwas zu bemängeln hat, dann ausschließlich
1) der Geschichte geht meinem Empfinden nach zum Schluss etwas die Luft aus

2) der Auftritt der für mich eigentlichen Kult-Figur der Reihe fällt zu kurz aus...Bubba! :-)

Fazit: wie alle Bücher der Reihe einfach nur zu empfehlen

03.06.2005 08:23:21
Ulrike

Dieses Buch hat mich total enttäuscht.
Coole, aber sehr einfältige Typen, deren einziges Kommunikationsmittel die Schlägerei darstellt. Und wenn sie mal miteinander reden, dann sind es platte und plumpe sexistische Dialoge, die mich absolut verärgert haben.
Davon sind auch die Protagonisten nicht ausgenommen.
Alles in allem, ein Buch der Kategorie "Altpapier".

23.09.2004 13:00:23
Dirk

In dieser dritten Episode denke ich, hat sich Lehane eindeutig von seiner letzen tiefgründigen Arbeit mit einer Leichtigkeit in Story und Schreibstil ( weniger detailierte Szenen ) erholen wollen, welche auf den ersten Blick enttäuscht, jedoch nach vollständigem Lesen aller fünf bisher erschienenen Kenzie/Gennaro Romane, wunderbar in die gesamte Reihe passt.---- "Darkness" ist natürlich der zweite , nicht wie irrtümlich getippt, der dritte Roman.

06.08.2004 16:02:19
Dundee

Mein dritter Kenzie/Gennaro und auch bis jetzt der Beste. Gute Story, spannender Plot, geniale Dialoge und kaum Längen. Go for it!

29.09.2003 08:03:11
SilkeS.

Actionreich, spannend, sehr witzig!
Ich liebe inzwischen Patrick Kenzie und seine Partnerin Angela Gennaro
Wer die Reihe nicht kennt hat echt was verpasst!