Spurlos in der Nacht (Nachtschwester)

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Aschehoug, 2002, Titel: 'Nattsøsteren', Seiten: 364, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Scherz, 2004, Titel: 'Nachtschwester', Seiten: 399, Übersetzt: Gabriele Haefs
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2005, Titel: 'Spurlos in der Nacht', Seiten: 399

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Sabine Reiß
Die Geduld wird auf die Probe gestellt

Buch-Rezension von Sabine Reiß Jun 2004

Hauptkommissar Cato Isaksen fuhr hoch. Das Telefon hatte geklingelt und er war wohl eingeschlafen. Sein Kollege Roger Hoibakk teilt ihm mit, dass in einem Stadtteil von Oslo eine ältere Frau vor ihrem Haus auf offener Straße erschossen wurde. Ein Handtaschenraub scheidet aus. Isaksen und sein Partner haben die undankbare Aufgabe, den Sohn der Verstorbenen über den Tod seiner Mutter aufzuklären. Alf Boris Moen ist erschüttert. Nach seiner Aussage hatte die alte Dame keine Feinde.

Am nächsten Tag melden sich Kollegen von einer anderen Polizeidienststelle, um mitzuteilen, dass Brenda Moens Enkelin vor vierzehn Tagen verschwunden ist. Die Mutter hatte Isaksen und seinen Kollege nichts davon gesagt. Kathrine wurde zuletzt von einer Passantin an einer Bushaltestelle gesehen. Nach der Beschreibung in der Zeitung hatte sie das Mädchen sofort an ihrem eingegipsten Fuß und den langen blonden Haaren erkannt. Da ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen nicht ausgeschlossen werden kann, befassen sich die Ermittler nicht nur mit Brenda Moens Freundinnen und dem kleinen royalistischen Klub, den diese gegründet haben, sondern auch mit Kathrines Freund Kenneth, ihrer Freundin Maike und ihrem Stiefvater Tage. Kathrine hatte Maike gegenüber erwähnt, dass dieser sie wohl beim Duschen beobachtet hätte. Kenneths Bruder ist beim Militär und hätte Zugang zu Waffen, der andere Bruder engagiert sich in mysteriösen Rollenspielen, bei denen echtes Blut eingesetzt wird.

Je länger Kathrine verschwunden ist, desto weniger Hoffnung besteht, dass sie noch am Leben ist, doch dann erhält ihre Mutter eine Postkarte, die der Schrift nach von Kathrine stammen könnte und auch ihre Unterschrift trägt.

Kommissar Schürzenjäger

Cato Isaksen ist eine beharrliche Person. Obwohl er irgendwann auch neue Fälle zugewiesen bekommt, beißt er sich an den Ermittlungen zu Brenda Moens Tod und dem Verschwinden ihrer Enkelin fest. Meiner Ansicht nach unterscheidet er sich in den Grundzügen kaum von anderen skandinavischen Ermittlern: relativ problembeladen, in seinem Privatleben einsam, obwohl er verheiratet ist und drei Kinder hat, wovon jedoch nur der mittlere Sohn zu Hause lebt. Dieser spielt aber nur insofern eine Rolle, als dass er dazu dient aufzuzeigen, dass Cato Isaksen kaum Zeit für seine Familie hat. Sein jüngstes Kind lebt bei seiner Ex-Geliebten und er ist wieder mit seiner Frau zusammen. Auch mit einer Kollegin hatte er in der Vergangenheit eine Affäre. Ein Schürzenjäger, das ist eher untypisch.

Die Autorin beschreibt die Atmosphäre detailliert und knüpft Bezüge zur Realität, indem sie die Hochzeit des norwegischen Kronprinzen als Kulisse wählt. Aber auch einen Verweis auf die Figuren ihrer Autorenkollegin Anne Holt findet sich an einer Stelle.

Geduld erforderlich

Unni Lindell liefert einen psychologischen Roman, der die Themen Liebe, Hass und Familientragödien in den Mittelpunkt stellt und zwar in bewährter skandinavischer Manier. Spannungsmäßig bewegt sich ihr neuestes Buch "Nachtschwester" im Mittelfeld, denn durch die sehr lange Ermittlungszeit von fünfeinhalb Monaten schleichen sich Längen ein. So spektakulär ist der Fall nicht, als dass der Leser über so einen Zeitraum gefesselt werden könnte und man möchte die Autorin antreiben, bis es am Ende wenigstens einmal Schlag auf Schlag geht. Durch den Umstand, dass man zu diesem Zeitpunkt schon vor eine Geduldprobe gestellt wurde - was nicht gleichbedeutend mit Langeweile ist - würde ich "Nachtschwester" nicht gerade als Krimi-Highlight bezeichnen, sondern als durchschnittlichen Roman.

Spurlos in der Nacht (Nachtschwester)

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Letzte Kommentare:
02.05.2009 16:34:55
Alexandra

Der vierte Roman, den ich von U. L. gelesen habe, hat seine Schwächen. Nach dem ersten Drittel ist man versucht, das Buch aus der Hand zu legen, denn es geschieht - nichts. Auch wenn Cato Isaksen zum xten Mal "entwaffnend lächelt" möchte man mit Rotstift eine Anmerkung machen wie im mäßigen Schulaufsatz.
Unbegreiflich bleibt (aber das ist ja in fast allen Romanen so), warum Isaksen mit seinen zehn (oder sind es noch mehr?) Kolleginnen und Kollegen wiederum Monate braucht, um in diesem Fall voranzukommen. Ständig ärgert er sich über verpasste Hinweise, denen er hätte nachgehen müssen, seufz ...
Aber das letzte Drittel entschädigt etwas für die Mühen, obwohl ich Herrn XY auch schon im Verdacht hatte. Nun ja, ich hoffe, das nächste Buch wird ein bißchen spannender zu lesen sein ;-)

26.09.2005 11:10:43
Michael Wöhrl

Die Bücher von Unni Lindell sind, wie die der bekanntesten skandinavischen Autoren, wunderbare Psychogramme. Das trifft auch besonders auf Cato Isaksen zu. Seine privaten Verhältnisse, Probleme und Gedanken bereichern alle Romane von Unni Lindell. Hier wird nicht nur eine Handlung abgespult, hier sind immer die privaten Verstrickungen mit im Spiel und machen die Handlung glaubwürdig, spannend und zum Genuss.

08.01.2005 16:04:42
Uli

Also ich mag die Bücher von Unni Lindell, auch wenn es sicher noch bessere skandinavische Autoren gibt. Bei diesem Roman zieht sich die Ermittlungszeit doch enorm in die Länge. Das macht ihn aber nicht uninteressant. Das Ende war für mich nicht absehbar. Bis zur Auflösung tappte ich im Dunkeln.
Und der Ermittler: Ich habe noch einen Roman gelesen, indem der Ermittler ein so kompliziertes Privatleben hat. Irgendiwe kann einem das schon fast leid tun, und man fragt sich: Wann kriegt ers endlich geregelt?

Gruß Uli