Todespassion

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

- OT: The Woman in Blue

- aus dem Englischen von Stefanie Kremer

- TB, 400 Seiten

- Bd. 8 [Ruth Galloway]

 

Couch-Wertung:

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Carola Krauße-Reim
Nelson bekommt es mit der Geistlichkeit zu tun

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mai 2021

Bereits zum 8. Mal begleiten wir DCI Nelson und die Archäologin Dr. Ruth Galloway bei ihren Ermittlungen: Eine junge Frau wird erwürgt im Straßengraben aufgefunden. Und obwohl Nelson und sein Team alles geben, können sie den folgenden Mord an einer anglikanischen Priesterin nicht verhindern. Ruth weiß von anonymen Drohbriefen gegen weibliche anglikanische Geistliche und vermutet einen Zusammenhang. Sie und Nelson graben in der Vergangenheit und kommen Geheimnissen auf die Spur, die zu einem Geheimbund - und zum Täter - führen ...

Weniger Cozy, mehr Krimi

Während in den Vorgängerbänden meistens die Personenkonstellation und ihre persönlichen Beziehungen und Probleme im Vordergrund standen, dreht sich dieses Mal (fast) alles um den Fall. Ruth darf - anders als sonst - nur im Archiv des örtlichen Museums graben, und Nelson hat viel zu wenig Zeit, um sich wieder einmal zu oft in das Leben von Kate und ihrer Mutter einzumischen. Doch so ganz geht es natürlich nicht ohne familiäre Probleme ab, und so ist der gewohnte persönliche Touch nicht völlig verloren. Der Handlungsort ist dafür wieder einmal sehr pittoresk: Walsingham – ein Wallfahrtsort mit mystischer Abteiruine, Kapelle, Kirche und wunderbar altem Friedhof. Wenn dann auch noch Passionsspiele auf dem ausgedehnten Areal stattfinden, ist der Rahmen für einen Krimi im anglikanisch-katholischen Priestermilieu bestens vorbereitet.

Witz und Spannung sind garantiert

Trotz des ausgeprägt humorvollen Stils und der wunderbaren Situationskomik bautGriffiths von Anfang an eine Spannung auf, die aufgrund zahlreicher Wendungen beständig zunimmt und in einem fulminanten Finale endet, dass zwar etwas weit hergeholt ist, aber dennoch den Krimi gut abschließt. Leider darf Ruth dieses Mal keine Grabung durchführen, die in den bisherigen Geschichten stets  eine große Rolle gespielt haben und auch immer sehr wirklichkeitsnah dargestellt wurden. Doch auch so gibt sie wieder wertvolle Hinweise und ist an der Ergreifung des Täters natürlich direkt beteiligt. Überhaupt sind die üblichen Mitstreiter alle vertreten: der ständig futternde Clough, der stets überkorrekte Tim, Nelsons Ehefrau Michelle und natürlich Cathbard, der örtliche Druide. Sie bilden den Kokon, in dem es menschelt, offene Geheimnisse geheim gehalten werden sollen, und der immer zusammenhält. Wer jetzt erst in die Reihe einsteigt, erhält zwar Informationen zu den Charakteren, aber diese dürften nicht zum vollständigen Verständnis reichen - aber eine Serie beginnt man auch mit dem ersten Band und nicht dem achten.

Anglikanische Priesterinnen haben es nicht leicht

Spätestens seit The Vicar of Dibbley weiß man, dass nicht alle mit Frauen als Geistlichen in der anglikanischen Kirche einverstanden sind. Griffith nimmt sich dieses Themas auf ihre üblich humorvolle Art an und macht trotzdem den Konflikt sichtbar, der scheinbar und trotz Emanzipation immer noch besteht. Aber keine Angst: Es wird nicht zu ernst, denn Priesterinnen, die den schwarzen Gürtel in Taekwondo haben und sich gerne einen genehmigen, und ein Druide, der nicht weiß, ob er einen Geist oder ein menschliches Wesen gesehen hat und außerdem mit einem hinterhältigen Kater kämpfen muss, lassen dem Ganzen noch genügend Komik, dass man nicht zu sehr ins Grübeln kommt.

Fazit

Elly Griffiths lässt wieder einmal Dr. Ruth Galloway und DCI Nelson ermitteln. Alles läuft mehr oder weniger in den gewohnten Bahnen ab, wobei das der Spannung keinen Abbruch tut. Für Fans der Serie natürlich ein Muss; alle anderen sollten aber mit dem ersten Band beginnen, denn die Figuren haben es in sich (auf sehr humorvolle Weise).

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