Couch-Wertung:

65°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
1 x 61°-70°
1 x 51°-60°
1 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
1 x 11°-20°
4 x 1°-10°
B:42.272727272727
V:11
W:{"1":3,"2":0,"3":0,"4":1,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":1,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":1,"51":0,"52":1,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":1,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":1,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":2}
Carola Krauße-Reim
Ein sehr persönlicher Fall für die Inselkommissarin

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Aug 2020

Bereits zum 6. Mal muss die Inselkommissarin einen Mord aufklären. Wiederum schickt Anna Johannsen sie auf ihre Heimatinsel Amrum, wo ein  Geschäftsmann doch keines natürlichen Tods gestorben ist. Als Lena Lorenzen ein Foto ihrer verstorbenen Mutter im Haus des Toten findet, wird der Fall sehr persönlich für sie. Die schwierige Suche nach dem Mörder ist immer von der Frage nach ihrer eigenen Geschichte überschattet.

Die Inselkommissarin hat mehr als ein Problem

Anna Johannsen erzählt die Geschichte in einem Rutsch herunter. Es gibt keine unterschiedlichen Handlungsstränge oder Perspektiven. Trotzdem verpackt sie mehrere Probleme in diese Eindimensionalität. Die Suche nach dem Mörder von Marten Hilmer ist natürlich der Kern des Geschehens. Doch damit ist für Lena die Frage verbunden, was ihre Familiengeschichte mit diesem Mann zu tun hat und ob sie ihrem Vater jahrelang ungerechterweise die Schuld am Tod ihrer Mutter gegeben hat.

Und noch ein weiteres Problem treibt die Inselkommissarin um: Kriminalrat Jens Groll, der sie als junge Polizistin vergewaltigen wollte, soll ihr Vorgesetzter werden. Es gibt also genug zu tun für Lena Lorenzen und ihr Team, das einmal mehr aus den schon erprobten Mitarbeitern und natürlich dem, immer im Hintergrund recherchierenden, Hacker Leon besteht.

Hier hätte die Autorin ruhig einmal ein frischen Lüftchen wehen lassen können und z.B. die örtlichen Polizisten mehr in das Geschehen einbinden können. Aber so ist alles wie gehabt: Lorenzen ermittelt, Johann Grasmann recherchiert, Ole Kotten tut auch mal was und Leon brummelt vor sich hin und holt die Steine aus dem Feuer.

Der 6. Band der Serie bietet nichts Neues

Aber nicht nur in puncto Protagonisten verlässt sich Johannsen auf Altbewährtes. Wieder einmal lebt der Krimi weniger von sich steigernder Spannung und atemraubenden Schlüsselmomenten, sondern präsentiert fundierte Polizeiarbeit. Die ist zwar wenig aufregend, aber durch einige gut platzierte Wendungen und falsche Fährten kann der Leser trotzdem immer bei der Stange gehalten werden.

Der etwas holprige Schluss wird dann auch wieder durch eine ganz plötzlich auftauchende Komponente ermöglicht, die der Leser nicht erahnen kann und dadurch einmal mehr den (hoffentlich falschen) Eindruck erweckt, dass die Autorin zum schnellen Ende kommen wollte. Dass es dem Krimi auch wieder an Lokalkolorit mangelt ist schade. Amrum hat noch anderes zu bieten als den Leuchtturm und Kniepsand, und selbst die werden nur am Rande erwähnt. Hier könnte die Autorin doch endlich mal in die Vollen gehen und ihre nordfriesische Heimat präsentieren.

Bedauerlich sind auch einige vermeintliche Fehler, die wohl auf mangelnde Recherchearbeit der Autorin zurückzuführen sind. So gibt es keinen „anatolischen“ Sherry. Sherry kommt immer aus der Gegend von Jerez in Andalusien. Und die doch sehr eingehende private Verwicklung der Kommissarin in den Fall hätte in der Realität ihren sofortigen Abzug bedeutet, und bei Verschweigen sogar ein internes Verfahren nach sich gezogen. Von diesem drohenden Unheil ist hier nicht einmal die Rede, geschweige denn steht es im Raum!

Fazit:

Anna Johannsen vertraut wieder auf Altbewährtes, um den Leser an die Geschichte zu binden. Leider ist damit eine Entwicklung der Figuren oder des Plot-Aufbaues verhindert worden. „Der Tote auf Amrum“ verbleibt damit in der Masse der Regionalkrimis ohne sich stilistisch oder dramaturgisch daraus abzuheben. Für Fans der Inselkommissarin ist er natürlich ein Muss, für alle Neueinsteiger ein anspruchsloser, aber recht unterhaltsamer Happen für zwischendurch.

Der Tote auf Amrum

Der Tote auf Amrum

Deine Meinung zu »Der Tote auf Amrum«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
08.08.2020 13:33:58
Herbstrose

Knifflige Polizeiarbeit …

Hauptkommissarin Lena Lorenzen vom LKA Schleswig-Holstein wird mit zwei Kollegen nach Amrum, die Insel auf der sie aufgewachsen ist, geschickt, um einen neuen Fall zu bearbeiten. Der reiche Immobilienbesitzer Marten Hilmer wurde dort tot aufgefunden, vergiftet, wie die Gerichtsmedizin am Institut Kiel feststellte. Der Fall scheint zunächst einfach, denn für einen Mord an dem allseits angesehenen Mann kann es nur zwei Gründe geben: Es fühlt sich jemand bei Immobilienkauf betrogen oder der Mord geschah aus Eifersucht und ist auf eine seiner zahlreichen Frauenbekanntschaften zurückzuführen. Dann entdeckt Lena im Haus des Opfers ein Foto ihrer verstorbenen Mutter …

Die Autorin Anna Johannsen wuchs in Nordfriesland auf, wo auch ihre Kriminalromane beheimatet sind. 2017 veröffentlichte sie ihren ersten ‚Inselkrimi‘, auf den jährlich zwei weitere folgten. „Der Tote auf Amrum“ ist der 6. Fall für die Inselkommissarin.

Ein interessanter Plot und eine wunderschöne Kulisse für die Handlung, doch leider wurde dieses Potential nur unzureichend ausgeschöpft. Der Kriminalfall besteht überwiegend aus monotoner Polizeiarbeit mit vielen Besprechungen und immer wiederkehrenden langweiligen Zeugenbefragungen, währenddessen das Privatleben der Kommissarin und ihrer Mitarbeiter ebenso eintönig dahinplätschert. Spannung sucht man vergebens und überraschende Wendungen sind Mangelware.

Obwohl die Geschichte aus der Perspektive der Inselkommissarin Lena Lorenzen erzählt wird, blieb diese mir fremd und ihre privaten Probleme konnten mich nicht berühren. Außerdem vermisste ich sehr stark die Atmosphäre der Insel. Man liest zwar von einigen Strandspaziergängen, doch leider vermisste ich das Rauschen der Wellen, konnte den Wind nicht spüren und das Schreien der Möwen nicht hören, war also nicht wirklich dabei. Anders als zu Anfang vermutet ergab sich für mich dann die Lösung des Falles, die jedoch schon lange vor dem eigentlichen Ende zu erahnen ist.

Fazit: Ein solider, schlüssig gelöster Krimi – wenig Spannung, wenig ‚Inselflair‘ - ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik