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Andreas Kurth
Menschliche Abgründe im beschaulichen Nordfriesland

Buch-Rezension von Andreas Kurth Nov 2019

In ihrer Krimireihe um die Kriminalhauptkommissarin Lena Lorenzen klappert Anna Johannsen die nordfriesischen Inseln nacheinander ab. Amrum, Föhr, Sylt, und nun die Hallig Hooge. Von den Lesern wurden die ersten vier Romane der Reihe höchst unterschiedlich bewertet, meine Kollegen lagen da eher mit mir auf einer Wellenlänge. Die Autorin liefert solide Kost, mit gut präsentiertem Lokalkolorit. Aber aus der wahren Flut von Küstenkrimis, die mittlerweile Ost- und Nordfriesland sowie die Ostseeküste mit Verbrechern und Mördern bevölkern, vermag sie sich mit ihrer Reihe nicht besonders heraus zu heben.

Auf Japsand, unweit der Hallig, wird eine gefesselte, männliche Leiche gefunden. Verblüffend für die Ermittler: Seine DNA ist in einer Datenbank der Polizei registriert. Der auf Hooge als Klaas Riekert bekannte Mann hatte offenbar eine Doppel-Existenz als Walter Baumeyer. Riekert/Baumeyer wird verdächtigt, drei Morde begangen zu haben. Lena Lorenzen und ihre Kollegen stehen vor einem schwierigen Fall, dessen Spuren nach Hamburg, Flensburg und Berlin führen. Für die Provinz-Polizisten an der Westküste von Schleswig-Holstein ein ziemlich dickes Brett.

An den Stränden im Norden hat das Morden enorm zugenommen

Es ist schon auffällig wie sehr die Zahl der Küsten-Krimis in den letzten Jahren zugenommen hat. Es sind sicher nicht nur Nachahmer des Wahl-Ostfriesen Klaus-Peter Wolf, denn etliche Autoren waren schon vor ihm an den Stränden von Norddeutschland unterwegs. Gemordet wird dabei in Ost- und Nordfriesland, an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein, und in Mecklenburg-Vorpommern, auf verschiedenen Inseln bis an die polnische Grenze. Anna Johannsen hat sich als geborene Nordfriesin ihre Heimatregion als Setting ihrer Reihe um die Insel-Kommissarin Lena Lorenzen ausgesucht.

Dabei profitiert sie offenbar von ihrer profunden Kenntnis von Land und Leuten. Ihre Dialoge sind authentisch, die Autorin ist mit Land und Leuten und der nordfriesischen Mentalität bestens vertraut. Gestartet ist sie als Self-Publisherin, über den ersten Platz auf der Kindle-Bestsellerliste führte ihr Weg dann zur Edition M, wo jetzt ihre Reihe um die Inselkommissarin erscheint.

Lene Lorenzen vertraut völlig auf die gute alte Polizeiarbeit

Lena Lorenzen ist das, was man im Volksmund als patente Person bezeichnen würde. Sie geht pragmatisch an die durchaus schwierigen Ermittlungen heran, scheut auch vor konfrontativen Befragungen auf der Hallig nicht zurück. Aber sie ist nicht der Typ für viel Action, sondern vertraut völlig auf die gute alte Polizeiarbeit. Akten lesen, Menschen befragen, Schlüsse ziehen. Dennoch nutzt sie natürlich auch die DNA-Spuren, durch die ihr Team der Doppel-Identität von Riekert/Baumeyer auf die Schliche kommt.

Allerdings kommt die Polizei bei ihren Ermittlungen zunächst überhaupt nicht voran. Die Befragungen auf der Hallig gestalten sich ziemlich schwierig, Lorenzen muss viel Geduld aufbringen. Erst als Ole Kotten von der Husumer Polizei, der bei dem damaligen Dreifachmord in der Soko mitgearbeitet hat, dem Team der Inselkommissarin hilft, kommt etwas mehr Bewegung in die Sache. Kotten ist dabei wie Oberkommissar Johann Grassmann eine nette Nebenfigur, aber mehr auch nicht - Lorenzen spielt die Hauptrolle. Die Lösung des Falls ist schließlich eine echte Überraschung für den Leser, da punktet die Autorin nochmals kräftig.

Fazit:

Anna Johannsen liefert auch mit “Der Mann auf der Hallig” solide Krimi-Kost ab. Mit dem Ausgreifen nach Berlin und Hamburg versucht sie, die biedere Welt der nordfriesischen Inseln etwas zu verlassen. Das gelingt nur bedingt, die Handlung bleibt dann am Ende doch im Rahmen eines Regionalkrimis hängen. Für viele Leser ist das offenbar kein Manko, wie die positiven Bewertungen zeigen. Der Roman lässt sich leicht lesen, hat  durchaus einen guten Spannungsbogen und ist in meinen Augen eine ideale Lektüre für eine längere Zugfahrt oder ein Wochenende am Kamin. Beim Urlaub am nordfriesischen Strand will man ihn dann wohl eher nicht lesen.

Der Mann auf der Hallig

Der Mann auf der Hallig

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