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Thomas Gisbertz
Unaufgeregter Nordsee-Krimi

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Feb 2020

Kurz vor Urlaubsende wird die LKA-Kommissarin Lena Lorenzen von ihrem Kollegen Ole Kotten um Hilfe gebeten. Auf Nordstrand, einer Halbinsel vor Husum, ist eine Leiche gefunden worden. Die Autopsie ergibt, dass es sich um die aus Thailand stammende Lawan Yao Yun handelt, die vor drei Monaten von ihrem deutschen Ehemann als vermisst gemeldet wurde.

Von Anfang an steht Lawans Ehemann unter Verdacht. Doch selbst als immer mehr Indizien gegen ihn sprechen, ist Lena nicht davon überzeugt, dass er der Täter ist. Ihre Suche nach weiteren Ermittlungsansätzen entwickelt sich zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Zahlreiche Verdächtige

Lena hat sich gerade erst mit ihrem Freund Erck das gemeinsame Haus am Rande der Husumer Marsch eingerichtet, als sie von Hauptkommissar Ole Kotten von der ortsansässigen Polizei um Amtshilfe gebeten wird. Der Kollege, mit dem Lena bereits bei ihrem letzten Fall auf Hallig Hooge zusammengearbeitet hat, braucht dringend Verstärkung bei einem Leichenfund auf Nordstrand.

Wer hat das Opfer Lawan, die von allen als freundlich, zuvorkommend beschrieben wird und die ehrenamtlich in einem Seniorenhaus arbeitete, hinterrücks erschlagen? Während Lena den Ehemann der Thailänderin schnell ausschließt, rücken zunehmend andere Personen wie Immobilienmakler Schöning, Bauer Rasmussen oder auch Tierarzt Ranhold in den Fokus der Ermittler. Dennoch können Lena Lorenzen sowie ihre Kollegen Kotten und Grasmann einen weiteren Mord nicht verhindern.

Beliebte Nordsee-Autorin

Anna Johannsen lebt seit ihrer Kindheit in Nordfriesland. Sie liebt die Landschaft und Menschen der Region, besonders verbunden ist sie den nordfriesischen Inseln, auf denen die Krimireihe „Die Inselkommissarin“ spielt. Nach „Der Tote im Strandkorb“, „Das Mädchen am Strand“, „Die alte Dame am Meer“ und zuletzt „Der Mann auf der Hallig“ ermittelt Hauptkommissarin Lena Lorenzen nun in „Die Frau auf Nordstrand“ weiter. Dabei werden die Reihe und deren Bände durchaus konträr von den Lesern bewertet.

Handwerklich ordentlicher Krimi

Anders noch als in den ersten Bänden der Reihe leistet sich Anna Johannsen hier keine besonderen inhaltlichen Fehler mehr. Der Autorin gelingt ein solider Nordsee-Krimi, bei dem die Geschichte um Kommissarin Lorenzen weiter erzählt wird. Spannung kommt durchaus auf, wenn die Ermittler sich auf den Fall konzentrieren. Die Nebenhandlungen, wie Lenas und Oles Privatleben, gehören in gewisser Weise zu einem Krimi dazu, sind aber wenig substanziell und daher sicherlich nicht für alle Leser interessant.

Insgesamt fällt der erzähltechnische Wechsel zwischen Privatleben, Reflexion des bisher Geschehenen und der weiteren Ermittlungsarbeit deutlicher durch den doch sehr ähnlichen Aufbau der einzelnen Kapitel auf. Das wirkt etwas hölzern - genauso wie zum Teil die Erzählweise und die Dialoge. Dies wird dann besonders deutlich, wenn Übergänge zwischen den Kapiteln gestaltet werden.

Dass Lena Lorenzen immer, wenn sie mit ihren Ermittlungen nicht weiter kommt, auf ihren „IT-Mann“, den Hacker Leon, zurückgreift, der auf illegale Weise versucht, auf Daten und Informationen auf den Rechnern der Verdächtigen Zugriff zu bekommen, mag den Leser der Reihe immer wieder auf das Neue verwundern, ist aber als literarischer Kniff durchaus zulässig.

Bekanntes Ermittlerteam

Im positiven Sinne erinnern die Fälle um LKA-Kommissarin Lorenzen an vorabendliche Fernseh-Krimiserien wie „Morden im Norden“ oder „Die Rosenheim-Cops“: viel Lokalkolorit, solide Ermittlungsarbeit, bekannte Ermittler - kurz, man bekommt das, was man erwartet. Auch wenn dies vielleicht nicht immer spektakulär ist, so punktet die Reihe mit authentischen Figuren und realitätsnahen Fällen. Leider wird der Ratespaß und damit die Lesefreude etwas getrübt, da auch diesmal die Täterin bzw. der Täter nicht unbedingt aufgrund der guten Ermittlungsarbeit sondern eher durch Zufall gefasst wird.

Lena Lorenzen vertraut, wie es der Krimi-Couch-Kollege Andreas Kurth in seiner Rezension zu „Der Mann auf der Hallig“ schreibt, auf „gute alte Polizeiarbeit. Akten lesen, Menschen befragen, Schlüsse ziehen“. Man wünscht sich dennoch, dass die LKA-Kommissarin mehr Ecken und Kanten aufweisen würde, und auch einmal an ihre Grenzen stößt oder Fehler begeht. So sticht sie leider nicht aus der breiten Masse der Ermittlerinnen heraus.

Warum „Die Frau auf Nordstrand“ - wie vom Verlag angekündigt - ein „sehr persönlicher Fall für die Inselkommissarin“ ist, erschließt sich dem Leser leider nicht.

Fazit:

„Die Frau auf Nordstrand“ ist ein solider Krimi, der eher durch ordentliche Ermittlungsarbeit als durch überraschende Wendungen und spektakulärer Handlung überzeugt. Dennoch gelingt Anna Johannsen ein über weite Strecken spannender Roman, der aber durchaus noch mehr die norddeutsche Atmosphäre einfangen könnte. Liebhaber von Nordsee- und Inselkrimis dürfen hier gleichwohl zugreifen.

Die Frau auf Nordstrand

Die Frau auf Nordstrand

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