Todesfalle

Erschienen: November 2019

Bibliographische Angaben

Andrea Brandl (Übersetzung)

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Almut Oetjen
Der Mörder und das Mädchen

Buch-Rezension von Almut Oetjen Jan 2020

Als die elfjährige Jazzie Jarvis nach Hause kommt, liegt ihre Mutter Valerie erschlagen auf dem Fußboden, während der Mörder noch den Schrank nach Geld durchwühlt. Angsterfüllt versteckt sie sich hinter einem Sessel. Sie erkennt den Mörder. Als ihre Tante Lilah Cornell Jazzies fünfjährige Schwester Janie vorbeibringt, entdeckt sie die Tote und das Mädchen.

Detective J.D. Fitzpatrick verdächtigt Valeries Ehemann Gage Jarvis, einen Strafverteidiger, der vor ein paar Jahren wegen eines Drogenproblems seinen Job verlor. Er setzte sich nach Florida ab und machte einen Entzug.

Nun ist er zurück in Baltimore, um seinen neuen Job bei dem salvadorianischen Bandenboss Cesar Tavilla anzutreten. Doch Gage hat ein Alibi von einem Deputy Sheriff aus Texas, und der DNS-Abgleich von Tatortspuren mit Jazzie bringt keine Übereinstimmung mit ihm.

Der Junkie Toby gerät ins Visier der Polizei: entweder ist er der Täter oder er kennt ihn. Toby stirbt an einer Überdosis. Auch sein Dealer und der ihn beschattende Officer kommen ums Leben. Der Mord an Valerie scheint geklärt.

Jazzie und Janie sind in der angeblich sicheren Obhut von Lilah und Gages Mutter Eunice. Beide nehmen an der Therapie Healing Hearts With Horses teil.

Die Polizei hofft, dass Jazzie ihnen verrät, wer der Mörder ihrer Mutter ist. Doch Jazzie schweigt. Taylor Dawson, neue Praktikantin bei Healing Hearts und angehende Psychologin, gewinnt langsam ihr Vertrauen.

Als der Mörder erfährt, dass Jazzie eine wichtige Zeugin sein und sich Taylor anvertraut haben könnte, will er beide töten. 

Kinder und Überleben

„Todesfalle“ ist der fünfte und abschließende Roman aus Karen Roses Baltimore-Reihe, die einschließlich zweier Novellen einen Gesamtumfang von sieben Büchern hat. Im Zentrum steht das bekannte Team zur Verbrechensbekämpfung um Daphne Montgomery, Staatsanwältin und Gründerin von Healing Hearts, Special Agent Joseph Carter, Detective J.D. Fitzpatrick, etc. Die vorhergehenden Bände der Reihe werden für das Verständnis von „Todesfalle“ nicht vorausgesetzt, Rose liefert ausführliche Hintergrunddetails zu den Figuren. Das ist auch eines der Hauptprobleme des Romans.

Das Buch besteht aus zwei Plots, einer Krimi- und einer Beziehungshandlung, die wiederum eine Liebeshandlung als Subplot enthält. Im Zentrum stehen starke weibliche Figuren, die elfjährige Jazzie und die junge Taylor. Sie sind durch ihre eigene Familie traumatisiert, beide müssen sich mit einem Monster herumschlagen, eine Anspielung auf den Originaltitel „Monster in the Closet“. 

Jazzie ist aufgewachsen mit einem gewalttätigen Vater, der die Familie im Stich gelassen hat. Ihre Mutter, eine Alkoholikerin mit Affären, ist hilflos. Jazzie ist früh erwachsen geworden, musste die Verantwortung für die Mutter, die kleine Schwester Janie und sich übernehmen.

Die Praktikantin und angehenden Psychologin Taylor hat ihr eigenes Geheimnis, stellt Fragen nach dem Sicherheitsbeauftragten von Healing Hearts, dem aus der Baltimore-Reihe bekannten Clay Maynard. Clay ist seit Jahren auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter Sienna. Taylor wiederum kennt ihren leiblichen Vater kaum, glaubt aufgrund der Erzählungen ihrer Mutter, er habe keinen Kontakt zu ihr gewünscht. Doch die Mutter hat sie belogen. Bei Healing Hearts begegnet sie Daphnes Sohn Folk Elkhart, ebenfalls aus der Baltimore-Reihe bekannt. Aus guten Gründen, die in der Vergangenheit verortet sind, wollen sie keine Romanze. Folk vertraut Taylor nicht. Man verdächtigt sie sogar, mit dem Mörder in Kontakt zu stehen.

Perspektive des Mörders nimmt viel Raum ein

Relativ breiten Raum nimmt die Perspektive des Mörders ein, einem Vertreter der gehobenen Mittelschicht, der sich nach seinem Absturz ein neues Leben aufbauen will und dabei über Leichen geht. Der Leser taucht in seine Gedankenwelt ein, seine Ziele, Pläne, Motive und Rechtfertigungen. Der Mörder ist kein Soziopath, sondern ein lupenreiner Utilitarist. Um sein eigenes Leben zu retten, ist er bereit, jeden zu benutzen und zu opfern. Er ist intelligent, eiskalt und manipuliert geschickt, um an Informationen zu gelangen.

Das Geheimnis um die Identität des Täters wird auf den ersten hundert Seiten gelüftet. Es geht nicht um die Frage nach seiner Identität, sondern ob die Polizei Jazzie beschützen und ihm die Tat nachweisen kann. Es entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Mörder und Polizei, mit unfair verteilten Mitteln. Denn die Polizei hat keine Handhabe, nur eine stumme potentielle Zeugin, der Täter dagegen hat Kontakte zur Polizei, wie sich bald herausstellt. Dort gibt es ein Leck, das identifiziert werden muss. Um den Mörder zu finden, entwickeln die Strafverfolger einen unkonventionellen Plan.

Thematischer Schwerpunkt ist die Familie und das Grauen, das sie verursachen kann, Kinder und ihr Überleben, Töchter und Väter, gute Väter und böse Väter. Es geht um Lebenslügen und Betrug, Traumata und deren Bewältigung.

Der Beginn ist spannend, schnell werden die Grundlagen entwickelt, doch dann gerät die Story ins Stocken. Immer mehr Figuren kommen hinzu oder werden namentlich erwähnt, deren Schicksale sich ähneln. Sie sind irrelevant für die Geschichte und verstopfen den Handlungsraum. Überraschungen gibt es nicht. Jedes Täuschungsmanöver des Täters wird sogleich von der Polizei durchschaut.

Fazit:

„Todesfalle“ ist der Abschluss der Baltimore-Reihe. Rose wiederholt ihre bekannten Muster, Stereotype und Klischees, ohne zu erneuern oder zu variieren. Der Kriminalfall ist durchschaubar und rückt in den Hintergrund. Der Roman stellt auf emotionale Konflikte ab, deren Darstellung ohne psychologische Schärfe erfolgt. Beziehungsprobleme aus vorherigen Romanen der Serie werden einem Happy End zugeführt, offene Fragen geklärt. Uninspiriert, holprig, soapig.

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