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Thomas Gisbertz
Düsterer Fall aus dem hohen Norden

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Jun 2020

Am Sockel des Idstedt-Löwen in Flensburg wird die Leiche des 73-jährigen Karl Bentien gefunden. Brutal zu Tode getreten und ausgeraubt. Ein zufälliges Opfer oder gezielter Mord? Der pensionierte Studienrat gehörte der dänischen Minderheit an, Medien und Behörden sehen nach dem Mordfall bereits das friedliche Zusammenleben im Grenzland in Gefahr. Hauptkommissarin Vibeke Boisen und ihr Kollege Rasmus Nyborg von der dänischen Polizei stehen unter Druck und müssen rasche Ergebnisse liefern. Dann stoßen sie im Keller des Toten auf eine versteckte Kammer mit brisantem Inhalt.

Die letzten Kriegsjahre

Vibeke Boisen, die erst vor drei Monaten vom LKA in Hamburg zur Bezirkskriminalinspektion Flensburg gewechselt ist, bekommt es nicht nur mit einem Mörder zu tun. Der Fall weckt auch ungeliebte Kindheitserinnerungen bei der Kommissarin. Das Opfer hat seine Kindheit ebenso wie Boisen in einem Heim verbringen müssen - und die Spuren führen genau dorthin. Dadurch wird der Mordfall für sie auch eine ungewollte Reise in ihre Vergangenheit.

Im Keller des Toten finden die Ermittler Artikel, Fotos und Recherchematerial über das dänische Lager Oksbøl, in dem am Ende des Zweiten Weltkrieges Flüchtlinge und Vertriebene aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches untergebracht wurden. Hat der ehemalige Lehrer Karl Bentien während seiner Nachforschungen über das Lager etwas herausgefunden, was ihm das Leben kostete? Boisen und Nyborg stoßen bei ihren Ermittlungen immer wieder auf Vorurteile und Hass, der weit in die Vergangenheit zurück reicht.

Zweiter Band der Nordlicht-Reihe

Zwar hat es die gebürtige Hamburgerin Anette Hinrichs mittlerweile in die Gegend um München verschlagen, dennoch lebt sie ihre Sehnsucht nach der alten Heimat in ihren Küstenkrimis und zahlreichen Recherchereisen in den hohen Norden aus. Hinrichs Leidenschaft für Krimis wurde bereits im Teenageralter durch Agatha Christie entfacht und weckte in ihr den Wunsch, eines Tages selbst zu schreiben. Bekannt wurde die Autorin durch ihre vierteilige Reihe um die Hamburger Kommissarin Malin Brodersen, die im LEDA-Verlag erschienen ist. Gleich mit dem ersten Band ihrer neuen Krimireihe „NORDLICHT“ mit dem deutsch-dänischen Ermittlerteam Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg landete Anette Hinrichs in der Spiegel-Bestsellerliste.

Deutsch-dänisches Ermittlerduo

Im Blanvalet Verlag erscheint nun der zweite Band der Reihe: „Die Spur des Mörders“. Es lohnt sich aus zweierlei Hinsicht, den Kriminalroman zu lesen: wegen des interessanten Ermittlerteams, und wegen der tragischen Geschichte hinter dem Mordfall. Zunächst bekommt es der Leser mit zwei gegensätzlichen Typen zu tun. Kommissarin Vibeke Boisen ist im Auftreten und Verhalten sehr kontrolliert und diszipliniert. In ihrem Beruf hält sie sich strikt an die polizeilichen Vorgaben. Boisens unterkühlte, nüchterne Art steht im klaren Widerspruch zum extrovertierten, ungezwungenen Auftreten ihres dänischen Kollegen Rasmus Nyborg, der erst vor Kurzem seinen Job als Leiter der Mordkommission Aarhus aus disziplinarischen Gründen verloren hat. Es verwundert daher nicht, dass Deeskalation und Konfliktmanagement nicht zu den Stärken des mürrischen, leicht zu verärgernden Ermittlers aus Esbjerg zählen. Auch privat muss Nyborg einiges verkraften: Der Tod seines Sohnes Anton zerstörte nicht nur die Ehe mit seiner Frau Camilla, sondern sorgt bei ihm immer noch für Albträume. Gemeinsam arbeiten Boisen und Nyborg nun zum zweiten Mal als Mitglieder einer grenzübergreifenden Sondereinheit in Padborg, einem kleinen dänischen Ort an der Grenze zu Deutschland, zusammen.

Deutsch-dänische Vergangenheit

Je länger man den Roman liest, um so mehr verschiebt sich der Schwerpunkt der Handlung. Steht zu Beginn der Mord an Karl Bentien im Fokus der Ermittler, so rückt zunehmend ein dunkles Kapitel deutsch-dänischer Geschichte in den Mittelpunkt: das Schicksal tausender deutscher Flüchtlingskinder am Ende des Zweiten Weltkrieges. Hierbei geht es vor allem um die Geschehnisse im dänischen Flüchtlingslager Oksbøl, die eng mit der deutschen Besatzungszeit verwoben sind. Bei der Darstellung der damaligen Ereignisse kommt Hinrichs ohne Rückblenden in Form einer zweiten Handlungsebene aus. Stattdessen lässt sie immer wieder Zeitzeugen und deren Familien zu Wort kommen. Ein Gewinn ist es sicherlich, dass sie dabei die Perspektive der Menschen beider Länder einnimmt. Dies sorgt ebenso für einen hohen Grad an Authentizität wie die Tatsache, dass - damals wie heute - kritische Stimmen, aber auch Feindseligkeiten deutlich werden.

Die gesamte Geschichte verwebt die Autorin gekonnt mit dem tragischen Schicksal gleich mehrerer Personen. Es geht um persönliche Vorteilnahme, Gier und Eigennutz, aber auch um Schuld und Reue. Am Ende gibt es mehr „Opfer“ als nur den toten Studienrat. Es werden alte Wunden aufgerissen, die nie richtig verheilt waren. Dabei ist die Autorin weit entfernt von vermeidlicher Gefühlsduselei, da Bitterkeit und grenzenlose Abneigung ebenso das Handeln der Figuren bestimmen wie Schuldgefühle und der Wunsch nach Wiedergutmachung.

Fazit: 

Anette Hinrichs überzeugt mit einem überdurchschnittlichen Kriminalroman, da es hier gelingt, den Fokus nicht auf den Mord zu legen, sondern die Geschichte dahinter zu erzählen. Dabei geht es nicht um Schuldzuweisung, sondern um die Schicksale der einzelnen Figuren, die unbewusst miteinander verbunden sind. Hinrichs braucht keine brutalen Morde und unheimliche Psychopathen. Mit einem interessanten Ermittlerteam, sozialkritischen Ansätzen und einem gut recherchierten Thema sorgt sie für beste Unterhaltung. „Nordlicht“ ist eine Reihe, die man nur empfehlen kann.

Nordlicht - Die Spur des Mörders

Nordlicht - Die Spur des Mörders

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