Nordlicht - Die Tote am Strand

Erschienen: April 2019

Bibliographische Angaben

ORIGINALAUSGABE Taschenbuch, Klappenbroschur, 432 Seiten, 11,8 x 18,7 cm ISBN: 978-3-7341-0722-1

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Carola Krauße-Reim
Neues Ermittlerduo aus dem hohen Norden

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jul 2019

An einem Strand im deutsch-dänischen Grenzgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Es ist Liva Jorgensen, die vor zwölf Jahren spurlos verschwand. Was ist damals geschehen, warum lebte die Frau so lange unter einem falschen Namen und, wer hat sie jetzt umgebracht?

Anette Hinrichs war bisher für ihre Hamburg-Krimis rund um Kommissarin Malin Brodersen bekannt. Doch jetzt schickt sie das neue Ermittlerduo Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg ins Rennen um diese Fragen zu beantworten und den Fall um die Tote am Strand zu lösen.

Deutsch–dänische Zusammenarbeit

Liva Jorgensen war Dänin, wohnte aber in Flensburg. Aus diesem Grund ermitteln deutsche und dänische Polizisten zusammen im GZ Padborg - das gemeinsame Zentrum der deutsch-dänischen Polizei- und Zollzusammenarbeit.   Die Deutsche Vibeke Boisen und der Däne Rasmus Nyberg leiten das Team und die Ermittlungen gemeinsam. Hier treffen zwei Charaktere aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch mehr gemeinsam haben, als auf den ersten Blick zu sehen ist.

Nyberg lässt sich oft von seinen Emotionen zu unbedachten Handeln verleiten, lebt in einem VW-Bus und gibt den mürrisch Unnahbaren. Boisen ist kontrolliert, kopfgesteuert,, hält sich an Regeln und hat Schwierigkeiten mit den lässigen dänischen Umgangsformen. Beide leben in einer emotionalen Ausnahmesituation, beide kämpfen mit Schicksalsschlägen, die sie zu zerstören drohen, denen sie sich aber stellen müssen um privat und beruflich nicht zu scheitern.

Hinrichs hat mit Boisen und Nyberg zwei starke Protagonisten geschaffen. Unterschiedlich im Charakter, doch mit einem guten Gespür für den Fall, aber beide am Rande einer persönlichen Katastrophe. Das ist eine Mischung, die sie für den Leser vielschichtig und interessant machen. Hier geht es nicht ausschließlich um die Aufklärung des Mordes, sondern auch um die Bewältigung ganz privater Probleme. Beide Ermittler sind in ihrer Unterschiedlichkeit gut herausgearbeitet und ihre anfängliche Distanz und spätere zaghafte Annäherung ist anschaulich beschrieben. Es fällt leicht Anteil zu nehmen an ihren privaten Problemen und beruflichen Schwierigkeiten.

Halbwegs spannende Geschichte mit kleinen Ungereimtheiten

Schnell stellt sich heraus, dass die Tote am Strand ein Geheimnis umgibt. Zwölf Jahre hat sie nicht weit von ihrem Heimatort gelebt und trotzdem galt sie dort als verschwunden oder sogar tot. Verwickelt sind die Familie der Toten, ein dänischer Politiker und sein Sohn und es dazu gibt noch mehr Tote. Das sind beste Zutaten, für einen packenden Kriminalroman und dennoch hat die Geschichte Längen.

Zwar gibt es Wendungen, die mehrere mögliche Täter präsentieren, aber irgendwie hat man ständig das Gefühl, es wird nur an der Oberfläche gekratzt. Vielleicht liegt es an der Geradlinigkeit der Erzählung, vielleicht an der teilweisen Unglaubwürdigkeit. Spannung ist da, keine Frage, aber atemberaubend ist sie nicht, sie köchelt eher auf kleiner Flamme.

Der Showdown am windgepeitschten Strand ist dann zwar ziemlich rasant, aber er kann den Rest der Geschichte auch nicht mehr retten. Und, was dann als Auflösung präsentiert wird, ist auch schon halbwegs absehbar, aber trotzdem sehr unglaubwürdig und wirkt ein bisschen, wie passend hingebogen.

Erwarten Sie keinen atemberaubenden Pageturner. Anette Hinrichs erzählt im unkomplizierten und leicht runterzulesenden Schreibstil eine Geschichte über Familienprobleme, Skrupellosigkeit und der Suche nach einem Mörder. Dabei nehmen die privaten Sorgen der Ermittler ebenso viel Raum ein, wie die Ermittlungsarbeit. Kleine Seitenhiebe auf die angeblichen Charaktereigenschaften von Deutschen und Dänen und die Kulturunterschiede der beiden Nationen sind ein kleines Extra, welche die Geschichte etwas auflockern.

Fazit:

Alles in allem eine Ferienlektüre für den Urlaub an der Ostsee oder für verregnete Urlaubstage zu Hause. Im Mai nächsten Jahres kommt der zweite Teil mit den Ermittlern Boisen und Nyberg. Vielleicht werden dann deren Mitarbeiter mehr in die Geschichte eingebunden. Ich würde es mir wünschen, sind diese doch auch schon als sehr unterschiedliche Charaktere angelegt. Und, vielleicht kommt dann auch etwas mehr Schwung in den Fall.

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