Schattenmänner

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • München: Bertelsmann, 2018, Seiten: 480, Originalsprache

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Andreas Kurth
Wenn Katzenfreunde an neuen Panzern basteln

Buch-Rezension von Andreas Kurth Dez 2018

Eugen de Bodt, hanseatischer Kriminalist, den es aus privaten Gründen nach Berlin verschlagen hat, steht vor einer großen Herausforderung. Es gibt eine Mordserie, die von Berlin über Düsseldorf bis nach Frankreich reicht. Und als zusammenhängende Serie erst einmal erkannt werden muss. Die Opfer haben alle zu einer Facebook-Gruppe von Katzenfreunden gehört. Als de Bodt dann endlich mit den Kollegen in Nordrhein-Westfalen und im Ausland in Kontakt kommt, zeigt sich schnell eine weitere Übereinstimmung. Die Toten haben für zwei Rüstungskonzerne gearbeitet und waren an der Entwicklung eines neuen Panzers beteiligt.

Die Facebook-Gruppe und die Arbeit im militärisch-industriellen Komplex in Zusammenhang zu bringen, ist für die Ermittler das größte Problem bei diesem Fall. Eugen de Bodt geht - wie gewohnt  -  mit seiner kleinen Ermittler-Truppe seinen ganz persönlichen Weg bei den Recherchen. Und gegen den strategisch denkenden Gegner ist sein analytischer Verstand mehr als je zuvor gefragt.

Dialoge von de Bodt, Salinger und Yussuf sind Extraklasse

Die Eugen-de-Bodt-Reihe von Christian von Ditfurth zu lesen, ist zuweilen durchaus anstrengend. Aber eben auch ungemein fesselnd - sonst würde man sich als Leser diesem intellektuellen Aufwand wohl nicht aussetzen. Der Autor fährt einerseits ein umfangreiches Personal-Tableau auf, und entwickelt andererseits immer neue Plots, die mehr als kompliziert und verwickelt sind. Aber er bietet dem Leser eben auch ein Lesevergnügen der besonderen Art, denn die Dialoge zwischen Eugen de Bodt und seinen zwei engsten Mitarbeitern, Silvia Salinger und Ali Yussuf, gehören in meinen Augen zur Extraklasse.

Der Kommissar ist ohnehin schon ein spezieller Ermittler, mit humanistischer Bildung  gesegnet, immer ein passendes Zitat auf den Lippen. Wer neu in die Reihe einsteigt, muss erstmal zur Kenntnis nehmen, dass de Bodt ein vornehmer Hanseat aus Hamburg ist. Aus der Elbmetropole in die Hauptstadt hat ihn eine gescheiterte Ehe und ein Dauer-Zwist mit seinem Vater getrieben. In den ersten drei Bänden haben der Kommissar und sein Team bereits überaus komplizierte Fälle gelöst - und sich teilweise die politische Protektion der “ewigen” Kanzlerin erarbeitet.

Der hanseatische Snob ist eine überaus interessante Figur

Wer richtig gute Kriminalromane schreibt, wird das nicht auf einem ständig gleich bleibenden Niveau machen. “Heldenfabrik” war ein toller Einstieg für die Reihe, “Zwei Sekunden” und “Giftflut” nahezu gleichmäßig Spitzenklasse. “Schattenmänner” fällt jetzt ganz leicht ab, aber das mag auch daran liegen, dass sich im vierten Roman der mittlerweile hohe Anspruch als Leser nicht komplett in Deckung mit dem Buch bringen lässt. Die de Bodt-Reihe gehört in meinen Augen aktuell in die erste Reihe der in Deutschland geschriebenen Thriller, und das aus mehreren Gründen.

Da ist zunächst das Personal. Sicherlich kann man kritisch einwenden, das Ermittler-Trio - ein hanseatischer Snob, eine Frau, ein Deutsch-Türke - sei so zusammengestellt, dass gleich mehrere Klischees bedient werden. Kann schon sein. Na und?

Mich stört das überhaupt nicht. Der intellektuelle Kopf ist ein Hanseat, der mit seiner Arroganz und seinem hier und da aufblitzenden Snobismus tatsächlich wie aus dem Bilderbuch daher kommt. Aber weil er so gezeichnet ist, ist Eugen de Bodt eben eine spezielle und höchst interessante Figur.

Seine Fähigkeiten als Ermittler machen ihn zudem zu einem Kriminalisten, den man als Leser gerne begleitet. Er denkt um die Ecke, spielt gerne über Bande, und das macht er in der Kooperation mit Silvia Salinger und Ali Yussuf nahezu perfekt. Christian von Ditfurth hat hier ein Team geschaffen, das ich gerne auch mal im Film sehen würde. Es wäre für die Schauspieler eine enorme Herausforderung, diese fein gezeichneten Figuren angemessen darzustellen.

Durchblick haben am Ende nur de Bodt und seine Truppe

Salinger und Yussuf sind die perfekten Ergänzungen für den arroganten de Bodt. Die Frau und der Migranten-Sohn passen zum Hanseaten, weil sie andere Charaktereigenschaften haben. Neben den spritzigen Dialogen dieses Trios ist auch immer wieder lesenswert, wie die drei mit Außenstehenden umgehen.

Den französischen Polizisten und die russischen Geheimdienst-Mitarbeiter kennt der Leser bereits aus “Giftflut” - sie werden am Rande an den Recherchen beteiligt, oder spielen vorübergehend auch mal eine eigene Rolle. Kollegen aus dem LKA werden wahlweise abgekanzelt oder in die Ermittlungen einbezogen. Aber Durchblick haben am Ende nur de Bodt und seine skurrile Truppe.

Renaissance der bedeutungslos gewordenen Panzerarmeen

Die Nachforschungen der Berliner Ermittler und ihrer Kollegen in Rheinland und Frankreich führen in den militärisch-industriellen Komplex, und zu einer deutsch-französischen Achse. Christian von Ditfurth malt hier eine Renaissance der im Grunde bedeutungslos gewordenen Panzerarmeen an die Wand, die man schon als als eine Art friedens-bewegtes politisches Statement deuten kann.

Wie gewohnt bei diesem Autor, ist der Plot in meinen Augen durchaus realistisch, schließlich hat es bereits bei etlichen teuren Waffensystemen eine Zusammenarbeit deutscher und französischer Entwickler gegeben.

Und auch die aktuelle Politik wird vom Autor am Rande wieder glaubhaft eingebaut, was die Lektüre einmal mehr hochinteressant macht.

Die Komplexität seiner Geschichten machen es für den Autor sicher nicht einfach, immer wieder einen stimmigen und spannenden Plot zu konstruieren. Umso gespannter ist der geneigte Leser, welchen Fall das spezielle Ermittler-Trio aus dem LKA des Landes Berlin demnächst lösen darf.

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