Uferwechsel

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2012, Seiten: 320, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Indischer Privatdetektiv ermittelt in Zürichs Homosexuellenmilieu

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2012

Da der Journalist José kein Auto besitzt bittet er seinen Freund, Privatdetektiv Vijay Kumar, ihn zu einem Tatort in einem Waldstück nahe bei Zürich zu fahren. Ein junger dunkelhäutiger Mann kam zu Tode, sein Körper weist an etlichen Stellen schwerwiegende Verletzungen auf. Da oberhalb des Leichenfundortes einige Baumzweige abgeknickt sind, glaubt Vijay, dass der Tote ein Flüchtling war, der illegal in die Schweiz einreisen wollte und sich im Fahrgestell eines Flugzeuges versteckte. Beim Ausfahren der Fahrwerke sei er dann aus dem Flugzeug gestürzt; bereits ein Jahr zuvor gab es einen ähnlichen Fall. Der selbstherrliche Staatsanwalt Tobler tut Vijays Aussage jedoch als Spinnerei ab. Verständlicherweise ärgert sich Vijay daher maßlos als er am nächsten Tag die Zeitung aufschlägt, in der Tobler die zweifelhafte Flugzeug-Theorie als seine ausgibt und damit den Fall kurzerhand für gelöst erklärt.

Noch am gleichen Tag erhält Vijay einen anonymen Anruf eines älteren Herrn der ihn bittet, die näheren Umstände des Vorfalls aufzuklären. Wie der Anrufer mitteilt, lebte der junge Mann schon einige Zeit in Zürich, so dass sich Vijays Theorie in Luft auslöst. Nach einem Tipp seiner Freundin Miranda führen die Ermittlungen Vijay in das Stricher- und Homosexuellenmilieu der Stadt. Dort will er nicht sofort auffallen und kleidet sich entsprechend, jedoch geht der Versuch nach hinten los. Allerdings findet er schnell heraus, dass der Tote ein junger Marrokaner namens Said war, der sich mit Liebesdiensten seinen Lebensunterhalt verdiente. Wenig später stirbt ein weiterer junger Mann, nachdem er zuvor Drogen konsumierte und von einer Brücke sprang. Ein Selbstmord oder Mord und hängen die beiden Ereignisse womöglich zusammen?

Sunil Mann hat in seinem dritten Teil der Vijay-Kumar-Serie erneut einen kurzweiligen Plot geschaffen, der spannend und vor allem humorvoll zu unterhalten weiß. Allein schon das Sujet klingt vielversprechend. Ein indischer Privatdetektiv ermittelt im Homosexuellenviertel Zürichs, während seine Mutter versucht ihn endlich unter die Haube zu bringen und eine Kontaktanzeige aufgibt, wonach sich heiratswillige Damen doch bitte bei ihm melden sollen. Dabei hat Vijay schon genug Probleme sich passend zu kleiden.

 

"Also mit Verlaub, aber Sie tragen ja auch nicht gerade das, was man den letzten Schrei nennt."
"Meine Freunde nennen das Stil", erwiderte ich trotzig.
"Ihre Freunde sind etwas fahrlässig in der Wortwahl."

 

Die Figurenzeichnungen sind mitunter ein bisschen überzogen, nicht wenige tragen ein Geheimnis, welches erst im Verlauf der Geschichte mit entsprechendem Aha-Effekt aufgedeckt wird. So beispielsweise Miranda, Vijays Freundin, die als Prostituierte ihr Geld verdient und Vijay auf eine erste vielversprechende Spur bringt.

 

"Dann ist der Fall ja klar."
"Ach?"
"Aber so was von sicher! Vielleicht sollten wir mal tauschen. Ich suche deine Perserkatzen, Putzfrauen und die ganzen verwahrlosten Jungs, während du meinen Freiern ein wenig Ekstase vorspielst. Im Schrank finde ich sicher noch eine alte Perücke." "Mein Schauspieltalent ist beschränkt", brummte ich unwirsch.
"Für drei Lappen wirst du ja wohl ein paar lustvoll gestöhnte >OhsAhsJa! Ja! Fantastisch! "Komm zur Sache!"
"Hör ich die ganze Zeit."

 

Trotz zahlreicher lustiger Passagen nimmt sich Sunil Mann des Themas der Homosexualität und ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz beziehungsweise Missachtung durchaus ernsthaft an. So führt ein Hinweis zu einem Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, die Männer wieder "umzupolen". Humor und Ernsthaftigkeit erreichen eine gelungene Balance und so liest sich Uferwechsel durchweg flüssig. Natürlich kommt auch der indische Hintergrund des Autors nicht zu kurz und sorgt ebenfalls für lustige wie ernsthafte Sequenzen. Auch läuft einem mitunter das sprichwörtliche Wasser im Munde zusammen, wenn es in der Küche heiß hergeht und das ein oder andere Curry zubereitet wird. Derweil gibt sich der Protagonist des Öfteren einem Gläschen Amrut hin, einem indischen Single Malt Whisky. Wer einen ausgefallenen Plot mit nicht alltäglichen Figuren sucht, der sollte dem jungen Autor gerne eine Chance geben, dessen erster Fall Fangschuss übrigens mit dem Züricher Krimipreis ausgezeichnet wurde.

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