TV-Serie:
Stockholm Requiem

Serien-Spezial von Carola Krauße-Reim (04.2019) / Titel-Motiv: © ZDF/Josefine Laul

ZDF startet Verfilmung der Kristina Ohlsson - Thriller

Mit Frederika Bergmann als Protagonistin hat Kristina Ohlsson eine viel gelobte Thrillerreihe geschaffen, deren filmische Umsetzung das ZDF nun ausstrahlt. Fünf Folgen werden jeweils am späten Sonntagabend unter dem Übertitel „Stockholm Requiem“ zu sehen sein. Angefangen wurde am 31.03. mit „Aschenputtels Geheimnis“.

Frederika Bergmann ist studierte Kriminologin und ehemalige Profimusikerin. Gleich an ihrem ersten Tag bei der Stockholmer Polizei wird sie mit der Entführung eines Kindes konfrontiert. Ihre neuen Kollegen Peter Rydh und Alex Recht machen ihr das Leben nicht einfach und nehmen sie anfänglich nicht richtig ernst. Erst nachdem sie einige gute Ansätze geliefert hat, wird sie mehr integriert. Als dann noch ein weiteres Kind verschwindet ist Eile geboten.

Gewohnt düster und melancholisch

Wer schon öfters skandinavische Krimis gelesen oder gesehen hat weiß, sie sprühen selten vor Lebensfreude. So auch der erste Teil des „Stockholm Requiem“. Schwermütig und düster wird hier eine Geschichte erzählt, die mit dieser Melancholie schon fast depressiv ist – eben ein echter Skandinavien-Thriller. Wer Spannung und krampfhafte Action á la „Tatort“ erwartet, ist hier falsch. Langsam baut sich die Story auf, werden die handelnden Hauptpersonen eingeführt und ihre Beziehungen zueinander ausgelotet. Das diese nicht einfach sind, wird ziemlich schnell klar.

Zwei Machos und eine Frau, die ihr Handwerk versteht

Peter Rydh und Alex Recht sind alles andere als sympathisch. Durch und durch Machos geben sie Federika Bergmann keine Chance auf Integration und auch das restliche Team überbietet sich nicht gerade an Liebenswürdigkeit. Doch Frederika lässt sich nicht beirren und geht ihren Weg. Das Konfliktpotential, das sich aus diesem angespannten Verhältnis ergibt, wird gut verdeutlicht. Glaubwürdig verkörpern Alexej Manvelov als Peter Rydh und Jonas Karlsson als Alex Recht die frauenfeindlichen Machos.

So gut, dass man sie am Anfang einfach nur ätzend findet. Zudem hat jeder der beiden private Probleme, die Auswirkungen auf ihreArbeit haben. Aber auch Liv Mjönes als Frederika Bergmann ist nicht unbedingt auf den ersten Blick sympathisch. Verschlossen und eigenbrödlerisch versucht sie nicht die Männer umzustimmen, sondern zieht ihr Ding durch, wahrscheinlich mit der Hoffnung, dass Erfolg die beiden auf den Boden zurück holt. Leider wird Frederikas Vorleben nur angedeutet. Warum sie ihre Karriere als Musikerin aufgegeben hat, dass damit ein Unfall zusammenhängen könnte, wird nur angerissen. Schade, denn diese Informationen hätten zum Verständnis der Person Frederika Bergmann und ihr Art des Handelns viel beigetragen.

Unaufgeregte Spannung mit einem fragwürdigen Ende

Durch die Entführung des Kindes gleich am Anfang der Geschichte wird eine Dramatik erzeugt, die den ganzem Film über nicht abreißt. Dennoch wird die Geschichte unaufgeregt und ohne reißerische Szenen erzählt. Langsam und bedächtig wird sie entwickelt, wobei die Spannung sowohl im Geschehen selbst, als auch in der konfliktgeladenen Arbeitsatmosphäre liegt. Nur das Ende ist nicht durchgängig nachvollziehbar. Es wird nicht gesagt, warum der Täter genau zu diesem Zeitpunkt anfängt Kinder zu entführen und zu töten. Zwar sieht man Ordner mit Kindergesichtern in seiner Wohnung stehen, aber, ob dies nur gesammelte Fakten oder ebenfalls Opfer sein sollen, wird nicht geklärt. Auch wird sein Motiv und seine Beziehung zu seiner Komplizin nur angerissen. Hier hätte ich mir mehr Ausführlichkeit gewünscht.

Fazit:

Kenner der Bücher könnten, wie es häufig bei Literaturverfilmungen ist, enttäuscht sein. Nicht immer wird der Stoff gut umgesetzt. Ob das hier auch der Fall ist, kann ich nicht beurteilen. Ich werde erst in Kürze meinen ersten Frederika-Bergmann-Thriller lesen. Aber „Aschenputtels Geheimnis“ hat mir gefallen. Ein typischer skandinavischer Krimi, mit guten Schauspieler und einer bestens erzählten spannenden Geschichte, auch, wenn das Ende etwas schwächelt. Wer diese Art Krimi mag, wird von „Stockholm Requiem“ nicht enttäuscht sein.

Weitere Informationen zur Serie "Stockholm Requiem" auf zdf.de