Sündengräber

Erschienen: Januar 2019

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Piratförlaget, 2017, Titel: 'Syndafloder', Seiten: 446, Originalsprache
  • München: Limes, 2019, Seiten: 480, Übersetzt: Susanne Dahmann

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Carola Krauße-Reim
Fredrika Bergmann verabschiedet sich

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mai 2019

Mit „Sündengräber“ liegt der vermeintlich letzte Band aus der Fredrika-Bergmann-Reihe vor, wobei die Autorin sagt, dass sie sich da selbst nicht so ganz sicher sei. Eine Kenntnis der Vorgänger ist nicht unbedingt nötig, aber zum Verständnis durchaus hilfreich, da im vorliegenden Band zurückliegende Fälle erwähnt werden und persönliche Hintergründe, gerade der Ermittler, eine große Rolle spielen und, die sind nun mal besser bekannt, wenn man sich schon öfters mit ihnen beschäftigt hat.

Kristina Ohlsson langt in die Vollen

Es scheint fast so, als wollte die Autorin im letzten Fall für Bergmann und Recht noch mal so richtig aufdrehen und alles geben. „Drei verirrte Männer“ stoßen im April 2016 Handlungsstränge an, die aus verschiedenen Perspektiven weitererzählt werden. Auf den ersten Blick haben diese nichts miteinander zu tun, verbinden sich dann aber doch zu einem Ganzen. Eingestreute Vernehmungsprotokolle aus dem September 2016 suggerieren dem Leser schrittweise, dass die Ermittlungen dramatisch verlaufen sind und die Ermittler an ihre Grenzen brachten.

Die Handlung ist komplex und bezieht das ganze Team rund um die neue unbeliebte Chefin Margareta Berlin mit ein. Es scheint fast so, als sollte jeder noch mal erwähnt werden und eine mehr oder weniger gewichtige Rolle spielen, denn auch Peder Rydh mischt wieder auf seine ganz eigene Art mit. Leider wirkt aber aus diesem Grund die Abschiedsrunde für Recht und Bergmann zu konstruiert und doch ziemlich unglaubwürdig.

Was dann als Schluss präsentiert wird, ist auf der ganzen Länge unbefriedigend. Zum Teil bleiben wichtige Fragen ungeklärt, zum Teil ist die Lösung zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Dennoch, oder vielleicht gerade aus diesem Grund, bleibt die Spannung während der ganzen Geschichte bestehen. Bis zum Schluss kann man die gemachten Andeutungen nicht recht glauben, sind sie doch zu unwahrscheinlich, die Spannung bleibt erhalten und man fiebert weiter mit. Der endgültige Abgang Fredrikas ist dann noch der emotional rührende Schlussstrich, der ein wenig mit dem unglaubwürdigen Finale versöhnt.

Ein sehr persönlicher Fall

Für Fredrika und ihren Kollegen Alex Recht sind die Ermittlungen eine besondere Herausforderung. Beide werden auf sehr persönliche Weise in den Fall hineingezogen. Fredrikas Mann Spencer ist unheilbar an Krebs erkrankt und regelt seine letzten Angelegenheiten, bevor er in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch nehmen wird. Und ausgerechnet sein, beim Bestatter hinterlegtes Testament lässt Fredrika befürchten, dass Spencer etwas mit den Morden zu tun haben könnte.

Sie glaubte bisher, ihre große Liebe zu kennen, doch jetzt schleichen sich Zweifel ein, und sie steht vor der Entscheidung, entweder den Mund zu halten -  oder die letzten gemeinsamen Wochen einer Verdächtigung zu opfern. Alex Recht steht ebenso unter Druck. Nachdem der Mörder ihm eine persönliche Nachricht geschickt hat, in der er andeutet, etwas wieder gut zu machen, was Alex versäumt hat, fühlt er sich mitverantwortlich für die Morde.

Wie sich Fredrika und Alex verhalten ist nicht immer logisch und glaubwürdig, aber im Rahmen der Dramaturgie nachvollziehbar. Jeder kämpft alleine gegen seine Dämonen, doch im Team lösen sie auch diesen kniffligen Fall. Dabei spielt ein Buch eine entscheidende Rolle.

Leider konnte sich die Übersetzerin bezüglich des Titels wohl nicht ganz einig werden, denn während im Text immer von „Ich mache alles wieder gut“ die Rede ist, wird er auf dem Klappentext mit „Ich übe Gerechtigkeit“ angegeben. Hier wäre mehr Konsequenz wünschenswert gewesen.

Fazit:

Für Fans der Reihe ist „Sündengräber“ natürlich ein Muss. Für manch anderen könnte es eine Enttäuschung sein. Es ist ein spannendes Buch, aber durch seinen überfrachteten Plot spukte mir immer das Wort „unglaubwürdig“ im Kopf herum, was der ganze Lektüre ein wenig den Schwung genommen hat. Dennoch muss man Kristina Ohlsson zu Gute halten, dass man das Ende nicht erahnt, sie den Leser auf mehr als 470 Seiten bei der Stange hält und sei es nur, weil man die Andeutungen einfach nicht wahrhaben will. Liebhaber von verschachtelten, düsteren Skandinavien-Krimis kommen auf ihre Kosten, wenn auch wenn das höchste Niveau nicht erreicht wurde.

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