Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2010, Seiten: 6, Übersetzt: Andrea Sawatzki
  • München: Blanvalet, 2011, Seiten: 352, Übersetzt: Gerald Jung & Katharina Orgaß

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Sabine Bongenberg
Die 11-jährige Miss Marple löst ihren zweiten Fall

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Sep 2010

Gerade als sich die 11jährige Flavia ihr eigenes Begräbnis nebst Grabreden und trauernder Verwandtschaft, die viel zu spät erkannte was sie an ihr hatte, ausmalt, wird sie durch eine schluchzende Frau aus ihren Träumen gerissen. Wie Flavia erfährt, handelt es sich bei dieser Frau um Nialla, die Assistentin des berühmen Puppenspielers Rupert Porson, der mit seinen Puppen das Publikum und mit seinen charmanten Avancen regelmäßig neue "Assistentinnen" in seinen Bann schlägt. Dieser berühmte Puppenspieler macht nun Station in Flavias Heimatdorf "Bishops Lacy" und begeistert die Zuschauer mit seiner Fassung des bekannten Märchens von "Jack und der Riesenbohne". Unglücklicherweise entgeht dabei niemanden aus dem Dorf, dass die Marionette, die den "Jack" darstellt, die Züge eines Jungen trägt, der auf mysteriöse Weise vor einigen Jahren erhängt im Wald aufgefunden wurde. Schon erhebt sich das Gerücht, dass der Puppenspieler mit dem Teufel im Bunde steht, da wird dieses Gerede auf unvermittelte Art und Weise beendet: Denn sicherlich ließe der Teufel keinen der seinigen einfach ermorden&.

Alan Bradley hat mit seiner Ermittlerin Flavia de Luce eine Figur geschaffen, die zwei Seelen in ihrer Brust vereint. Da ist zum einen die begabte Chemikerin, die sich regelmäßig daran erfreut, Gifte zusammenzubrauen, oder aus einem benutzten Taschentuch einen Schwangerschaftstest herzuleiten. Diese Flavia wird getrieben von ihrem immensen Wissensdurst, der sich auch durch Schlösser, Riegel oder den Widerstand ihrer Familie nicht bremsen lässt. Zum anderen lässt die Heldin jedoch nicht vergessen, dass sie ein 11jähriges Kind ist, das nach wie vor unter dem Tod der geliebten Mutter Harriet leidet. An dem Mädchen nagen daher bohrende Zweifel, ob die Mutter etwa wegen ihm freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Zu diesen schwarzen Gedanken trägt auch das kindlich-grausame Spiel der älteren Schwestern Ophelia und Daphne bei, die Flavia versichern, dass sie nur ein Findelkind sei, das nach Ablauf des Vertrages ins Waisenhaus zurück gebracht werden müsse. Altersentsprechend für ein Kind der Nachkriegszeit sind auch Flavias Kenntnisse der Biologie, muss sich doch auch eine Koryphäe der Chemie nicht in allen Naturwissenschaften bestens auskennen.

 

"Sag mal Dogger&" setzte ich an "Hast du schon mal Madame Bovary gelesen?"
"Das ist doch ein französischer Roman, oder?" fragte er.
"Flaubert."
"Ach ja."
"Was meint Flaubert", fragte ich schließlich, "wenn er schreibt, das Madame Bovary sich Rodolphe hingab?"
"Damit meinte er" meine Doggers unversehens bereitwillig, "dass sie die allerbesten Freunde wurden. Richtig dicke Freunde.
"Ach so. Das habe ich mir schon gedacht"

 

Getrieben von ihrer unbändigen Neugier und dem Wunsch die Welt der Erwachsenen zu verstehen, beobachtet und analysiert die jugendliche Detektivin diverse Umstände, die ihren Mitbürgen in ihrem beschaulichen Heimatort nicht auffallen. So entgeht ihr nicht, dass sich einer ihrer Nachbarn durch den Anbau von Marihuana offensichtlich ein kleines Zubrot verdient, dass sich zwischen dem Puppenspieler Porson und seiner schwangeren Assistentin augenscheinlich gewalttätige Konflikte abspielen und überhaupt so mancher ihrer Nachbarn mehr weiß als er eigentlich zugibt. Hier wäre auch das einzige Manko des Buches zu nennen, dass Bradley jedem dieser Nachbarn, die sicherlich zu der skurilen Vielschichtigkeit des Dorfes beitragen, aber im Plot nicht unbedingt eine wichtige Rolle spielen, eine Plattform einräumt. So ermüden teilweise die detaillierten Beschreibungen der dörflichen Abläufe und die Vielzahl der Personen, die eigentlich alle ein Motiv hätten, den Puppenspieler, der offensichtlich viele menschliche Strippen zog, vom Diesseits ins Jenseits zu befördern. Der eigentliche Mord ereignet sich dabei auch erst auf Seite 149 und bis dahin braucht der Leser zwischen den Streitigkeiten im Haushalt de Luce und diversen Konflikten zwischen dem Puppenspieler und der Assistentin schon einen längeren Atem.

Hier lohnt sich aber das Durchhalten, denn nach diesem Mord legt die Geschichte deutlich an Tempo zu, was nicht zuletzt den liebevoll aufgebauten und beschriebenen aber für diesmal für die Handlung wichtigen Nebenfiguren geschuldet ist. So hat Bradley geschickt die verrückte Meg eingeführt, deren Augen und Ohren bei dem lange zurück liegenden Tod des erhängten Kindes nichts entgangen ist, die aber aufgrund ihres Geisteszustandes nur schwerlich eine brauchbare Zeugin darstellt. Der eigentliche Mord an dem Puppenspieler tritt im Rahmen dieser Handlung mehr und mehr in den Hintergrund, eröffnet sich doch im Zuge der Geschichte die wesentlich interessantere Frage, was es seinerzeit mit dem Tod des kleinen Robin Inglebys auf sich hatte. Hier ist es dem Autor auf spannende Weise gelungen, die beiden Todesfälle miteinander zu verknüpfen und letztendlich wieder die Frage von Schuld und Sühne aufzuwerfen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Geschichte um Flavia de Luce und ihre teilweise anstrengende Familie ebenso wie das Spiel von "Jack und der Riesenbohne" im Land der Märchen anzusiedeln ist. Aber ein Märchen, das gut erzählt ist und einen spannenden Plot aufweist, kann ebenso begeistern, wie eine moderne und blutige Hetzjagd nach einem Serienkiller.

Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel

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Letzte Kommentare:
14.03.2012 07:04:26
benfi

Mit Freuden konnte ich mir nun das zweite Buch mit der kleinen und so ideenreichen Flavia de Luce vornehmen! Gerne wollte ich wieder in der Welt der Chemiefanatikerin versinken. Und dies gelang dem Autor Alan Bradley auch nach nur wenigen Sätzen bei mir! Die Welt um Flavia, ihrer verschrobenen Familie, Bishoph's Lacey und der Umgebung werden mit ihren Geschehnissen dem Leser noch näher gebracht als in dem ersten Roman 'Mord im Gurkenbeet'; denn vieles - wie zum Beispiel die Streitigkeiten mit den Geschwistern Nelly und Feely - ist bekannt und wird für Neuleser kurz erklärt. So weit, so wunderbar - wie die liebenswerte Flavia nun mal ist! Allerdings dauert es schon bis fast zur Hälfte des Buches, dass der Mord geschieht! Womöglich zu langatmig für den rein an dem Kriminalfall interessierten Leser. Flavia Fans werden aber verwöhnt, denn wie schon im ersten Buch um Miss de Luce wartet der Roman viele Feinheiten der Chemie auf, und ich muss gestehen: was damals in der Schule mein Hassfach war, sauge ich jetzt lesend mit Hochgenuß in mich hinein. Die Art, wie der Autor mit seiner jungen Heldin die Geheimnisse der Vergangenheit langsam ans Tageslicht bringt, hält den Leser bei der Stange, denn die ureigene Neugier wird dabei spielerisch angesprochen. Auch den Zeitraum der Ereignisse - also die Fünfziger Jahre in einem Nachkriegs-England - wird ziemlich detailgetreu geschildert! Ein wunderbares Buch, welches allerdings mehr auf Flavia-Fans denn auf reine Krimipuristen zugeschnitten ist.

8 von 10 Punkte

22.02.2012 13:08:38
simsa

Mord ist kein Kinderspiel ist der zweite Fall für Flavia de Luce.

Ein Puppenspieler ist im kleinen Ort Bishop´s Lacey gelandet und führt an zwei Terminen sein Puppenspiel vor. Was beim ersten Auftritt noch normal verläuft endet bei der Wiederholung in einer Katastrophe, denn der Puppenspieler wird ermordet und die Polizei tappt zuerst im Dunkeln.
Aber Flavia ist dem Täter wie immer dicht auf der Spur und findet einen Zusammenhang zu einem früheren Unglück.


Mir hat dieses zweite Buch um Längen besser gefallen als Band 1. Das mag daran liegen, dass man Flavia, ihre Familie und die Dorfbewohner schon kennt, aber ein wichtiger Grund wird auch sein das „Mord ist kein Kinderspiel“ wesentlich flüssiger geschrieben wurde.

Als Leser kommt man so viel schneller in den Fall und die Geschichte rein und darf sich auf ein paar spannende, aber auch lustige Lesestunden freuen. Denn es geht in diesen Büchern nicht nur um einen Mordfall, sondern auch um die skurrile Figuren, den schwarzen Humor und die Atmosphäre, die Alan Bradley hier geschaffen hat.

Mein Fazit: Auch wenn Band 1 nicht ganz überzeugen konnte, sollte man das zweite Buch unbedingt versuchen. Ich selber freue mich nun schon auf den 3. Fall.

25.01.2012 20:16:25
brigerbaerger

Auch der zweite "Streich" von Flavia de Luce hat mich wieder gepackt. Obwohl, es dauerte diesmal schon ein wenig, bis die ganze Geschichte endlich in Fahrt kommt, sprich bis der Gevatter Tod zuschlägt bzw. dieser Unterstützung von menschlicher Hand findet. Ab diesem Zeitpunkt geht die Geschichte ab, genau so, wie Flavia auf ihrer Gladys den Berg hinunter rast! Ich weiss, dass viele Leser/innen Mühe damit haben, dass Flavia erst 11 Jahre alt ist, dabei aber so viel von Chemie und den menschlichen Abgründen versteht wie Einstein von der Relativitätstheorie. Vielleicht helfen jenen Leser/innen die Worte aus dem 2. Band von Inspektor Hewitt: "Sie haben ja recht, Sergeant. Wir (die Poliziei) haben nicht die Möglichkeiten, in die Häuser und Herzen von Bishop's Lacey vorzudringen, wie es Miss de Luce möglich ist. An diesem Punkt müssen wir noch arbeiten." Genau diese Unbekümmertheit und Neugier von Flavia machen sie und damit das Buch so sympathisch und erfrischend anders. Ich freue mich schon auf den 3. Teil!

22.02.2011 16:11:18
tedesca

Der zweite Teil der Flavia-de-Luce-Reihe setzt die Geschichte der kleinen frechen Göre natlos fort. Man fragt sich, ob das Kind nie zur Schule gehen muss, wobei dieses Buch im Juli spielt, da hat es wohl Ferien.
Wie schon im ersten Band komme ich auch hier nur schwer damit zurecht, dass Flavia noch nicht einmal elf ist. Klar, wenn man sie sich vorstellt mit ihren Zöpfchen und ihrem Kleinmädchengesicht, mit dem sie die alten Damen bezirzt, dann kommt das schon rüber, aber der Kontrast zu ihrer Erzählsprache, ihrem chemischen Wissen und ihrer Logik ist einfach zu groß.
Abgesehen davon ist die Geschichte spannend, witzig und berührend. Allein schon Flavias Querelen mit ihren Schwestern sind sehr unterhaltsam, die Kleine hat es ja wirklich nicht leicht, wenn man ihr immer erzählt, sie sei adoptiert oder ihre Mutter hätte sich in einem Anfall von Postpartemdepression vom Berg gestürzt. Ihre ganze Aufmerksam keit wird jedoch in Anspruch genommen, wie ein fahrender Puppenspieler mit seiner Assistentin im Dorf eintrifft und dort eine atemberaubende Vorstellung gibt, die mit einem Todesfall endet.
Mit bewärhter Neugier, Aufmerksamkeit und Schläue löst Flavia den Fall und enthüllt auch noch ein gut gehütetes Geheimnis aus der Vergangenheit. Auf Englisch ist das Hörbuch bei audible.de ungekürzt erhältlich, und es wird hervorragend gelesen von Jayne Entwistle, die dem vorlauten Kind die richtige Stimme gibt.

21.01.2011 21:36:15
Maria-Luise

Die zweite Geschichte über Flavia de Luce und ihre skurille Familie hat mir wie der erste sehr gut gefallen. Ich mag die abgedrehten Ideen des Alan Bradley. Seine Sprache fasziniert wie im ersten Band. Flavia, die einen schweren Stand gegenüber ihren älteren Schwestern hat, weiß sich zu wehren und als der Kriminalfall eintritt, ist sie wieder in ihrem Element. Mit ihren Kenntnissen in Biologie und Chemie ist sie der hiesigen Polizei weit vorraus.
Ich warte auf Band drei