Denn grün ist der Tod

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • London: Pocket Books, 1996, Titel: 'Silent Witness: Case for the Defense', Seiten: 320, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2001, Seiten: 336, Übersetzt: Antje Görnig

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Jörg Kijanski
Für Freunde der Gerichtsmedizin

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2009

Die Pathologin Dr. Samantha Ryan ist alles andere als erfreut, dass sie mitten in der Nacht zu einem Tatort gerufen wird, nur weil ihr Kollege Dr. Trevor Stuart offenbar einmal mehr ein Schäferstündchen im Wohnblock der Studentinnen hat. Noch dazu befindet sich der Leichenfundort auf dem Friedhof der Kirche St. Marys in dem kleinen Örtchen Northwick in der Nähe von Cambridge. Bei der Leiche handelt es sich um einen jungen Mann, Anfang 20, der offensichtlich erdrosselt wurde. Der Leichnam ist furchtbar entstellt, unzählige Maden und anderes Getier labten sich bereits köstlich und selbst an den Fingern der einen noch verbliebenen Hand ist nicht mehr genug Fleisch, um Fingerabdrücke nehmen zu können. Erkennbar sind lediglich auf dem Oberkörper des Mannes zwei eingeritzte Linien, die ein umgekehrtes Kreuz darstellen und eine Tätowierung am Arm: "F-R-A-N-C-E-S".

Kurze Zeit nach dem Auffinden des Opfers meldet sich Frances, die Tochter des Staatsanwaltes Malcolm Purvis bei der Polizei. Francis lebte zuletzt mit Sebastian Bird, einem zwielichtigen Nachtclub-Besitzer, zusammen. Da er von einem Kind nichts wissen will, verschwieg Francis ihre Schwangerschaft und war bereit mit ihrem Freund aus gemeinsamer Jugendzeit, Mark James, ein neues Leben anzufangen. Doch Mark endete am Abend der geplanten Flucht auf dem Friedhof von St. Marys. Für die ermittelnden Polizisten ist somit der Fall klar, doch das Schiedsgericht von Cambridge lässt Bird aufgrund der dünnen Beweislage laufen.
Währenddessen entdeckt Samantha Ryan, dass es in den 60er-Jahren einen ähnlichen Mordfall gegeben hat. Auch hier wurde dem Opfer ein verkehrtes Kreuz in den Oberkörper geritzt. Eine Dissertation an der Uni Cambridge über dieses Verbrechen wurde bereits geschrieben -  von Sebastian Bird. Aber der ist wieder auf freiem Fuß und die nächste Leiche wartet darauf, entdeckt zu werden& 

Silent Witness ist eine der erfolgreichsten BBC-Serien

Die von Nigel McCrery entwickelte "Silent Witness"-Reihe ist eine der erfolgreichsten Serienproduktionen der BBC, die in England regelmäßig mehrere Millionen Zuschauer hat. Mit der Gerichtsmedizinerin Dr. Samantha "Sam" Ryan (gespielt von Amanda Burton) fing in den 90er Jahren alles an, inzwischen hat sich Sam zurückgezogen und Professor Leo Dalton (William Gaminara) die Hauptrolle überlassen.

Doch zurück zum Buch! Sam hat die Ermordung ihres Vaters nie verwunden, ihre Mutter leidet schwer unter Alzheimer und mit Schwester Wyn versteht sie sich alles andere als gut. Verständlich also, dass sich die Gerichtsmedizinerin mit Haut und Haaren ihrem Beruf verschrieben hat. Privatleben - Fehlanzeige. So verwundert es nicht weiter, dass Sam sich nicht nur als Pathologin engagiert, sondern auch gerne mal Miss Marple spielt, was eine Dauerfehde mit Detective Superintendent Harriet Farmer zur Folge hat, die sich derartige Einmischungen verbietet. Zudem ist sich DSI Farmer völlig sicher, dass sie mit Bird den Täter bereits gefunden hat. Doch das Schiedsgericht von Cambridge sieht die Sache anders, was prompt einen Anschiss beim Chef zur Folge hat.

 

"Madam, der Chef möchte Sie sprechen. Sofort." "Soll ich mitkommen?" "Nein, er wird nur wissen wollen, was es Neues gibt. Es reicht, wenn einer von uns Scheiße erzählt."

 

Bird ist wieder auf freiem Fuß und schon passiert der nächste Mord. Doch während Farmer nun mehr denn je davon überzeugt ist, dass sie mit Bird den Richtigen erwischt und diesen erneut verhaftet, findet Sam zunehmend mehr Indizien, die Bird entlasten.

"Also, es gibt gute und schlechte Neuigkeiten. Wir sind wieder da, wo wir am Anfang waren. Die Fingerabdrücke in Purvis Auto waren gefälscht und wir stehen jetzt wie Idioten dar!"

 

"Also, es gibt gute und schlechte Neuigkeiten. Wir sind wieder da, wo wir am Anfang waren. Die Fingerabdrücke in Purvis Auto waren gefälscht und wir stehen jetzt wie Idioten dar!" "Und die gute Nachricht?" "Das war die gute Nachricht! Die schlechte ist, dass es keine Freizeit mehr gibt, bis wir diesen Bastard haben."

 

Das Duell zwischen Farmer und Sam ist so unterhaltsam wie der gesamte Roman, der keineswegs als Drehbuch daher kommt. Nein, "Denn grün ist der Tod" ist gute englische Krimikost, vorausgesetzt man mag Fälle, in denen die Pathologie im Vordergrund steht, denn in weiten Teilen spielt die Geschichte im Labor oder in der Leichenhalle. Dies ist nicht immer schön zu lesen, zumal wenn unzählige Maden einen Leichnam bereits zersetzt haben.

Wer englische Krimis mag, sollte zugreifen 

Obwohl es von Anfang an nur einen Verdächtigen (Bird) gibt, ist die Geschichte durchaus fesselnd. Geht es um die Frage, wie Bird letztendlich überführt werden kann oder war der Täter womöglich doch eine andere Person? Auch die Atmosphäre ist durchaus gelungen eingefangen. Nicht nur die schon erwähnten Scharmützel zwischen Farmer und Sam, selbst  die Landschaft -  wie sollte es bei einem englischen Krimi anders sein - zieht den Leser in ihren Bann und führt ihn geradewegs von Cambridge in die Fenlands. Dort spielen auch die ebenfalls sehr lesenswerten Romane von Jim Kelly.

 

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