Requiem am Rialto

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Jumbo, 2009, Seiten: 4, Übersetzt: Karl Menrad
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2011, Seiten: 348, Originalsprache

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Ines Dietzsch
Serienmord in historischer Kulisse

Rezension von Ines Dietzsch Sep 2009

Mit Requiem am Rialto schickt Nicolas Remin seinen beliebten Commissario Alvise Tron zum fünften Mal auf Verbrecherjagd in historischer Kulisse, in das Venedig des neunzehnten Jahrhunderts.

Genauer gesagt schreibt man das Jahr 1865. Es ist Februar und in der Lagunenstadt wird der Karneval gefeiert. In ausgelassener Stimmung tanzen die Venezianer und ihre Gäste auf rauschenden Festen und prunkvollen Bällen. Maskierte und kostümierte Menschen bevölkern die Gassen. Zu dieser Jahreszeit blüht das Geschäft mit der käuflichen Liebe und der Gondoliere Zuanne Nono argwöhnt nichts Böses, als er heftiges Stöhnen und Wimmern aus dem felze, einer Art Zelt auf seiner Gondel vernimmt. Der Cavaliere, der die Gondel für sich und das Mädchen mietete, zahlte schließlich ein großzügiges Trinkgeld und man war tolerant in Venedig. Mit Bestürzung findet der Gondoliere am Ende seiner Fahrt die übel zugerichtete Leiche der Signorina und Commissario Alvise Tron muss ermitteln. Vermuten der Commissario und sein Ispettore anfangs noch ein Eifersuchtsdrama, wird es schon bald zur Gewissheit, dass ein Serienmörder in der Stadt sein Unwesen treibt, der es auf blonde, grünäugige Prostituierte abgesehen hat.

 Mit jedem Mord schrumpft Venedigs Vorsprung vor den Mitstreitern im alljährlichen Wettbewerb um die geringste Anzahl an Gewaltverbrechen empfindlich und damit die Chance von Trons Vorgesetztem, Baron Spaur auf den Titel "Polizeipräsident des Jahres". Mit dieser Auszeichnung winkt nämlich die Ehre einer Einladung an die kaiserliche Hofburg in Wien, mit der Spaur bei seiner jungen Gattin glänzen will. Commissario Tron und Ispettor Bossi ermitteln mit großem Eifer und unter Einsatz unkonventioneller Mittel einen Fall, der auf dem großen Maskenball im Palazzo der Contessa Tron zu seinem furiosen Finale kommt.

 Ein Praliné für Baron Spaur

 In gewohnt vergnüglicher Weise entführt Nicolas Remin seine Leser in das alte Venedig, öffnet den Vorhang zu einer Reise in die längst vergangene Zeit der kaiserlichen Herrschaft über die Lagunenstadt. Wieder trifft man auf lieb gewonnene Protagonisten mit ihren auf den Leib geschriebenen Eigenheiten und Marotten. Neue Charaktere werden ins Spiel gebracht, deren Absichten erst noch herausgefunden werden wollen. Es taucht ein nie erwähnter Neffe der Principessa und Dauerverlobter Trons in Venedig auf. Dieser gut aussehende Julien Sorelli scheint ebenso in die Morde verstrickt zu sein wie der kaiserliche Oberst Stumm von Bordwehr, mit dem der Commissario eine Auseinandersetzung auf der Questura hatte.

 Fegato alle Veneziana

 Die Geschichte des Serienmörders, dem ein Tier innewohnt, wird sehr spannend erzählt, ähnelt aber in ihrer Darbietung anderen x-beliebigen Romanen zum Thema. Einziges Unterscheidungsmerkmal bildet die vom Täter bevorzugte Metzel-Variante. Nach der Lektüre des vorliegenden Buches könnte sich, so überhaupt vorhanden, der Appetit auf Innereien, speziell auf Leber in Grenzen halten.

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