Venezianische Verlobung

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Jumbo, 2006, Seiten: 4, Übersetzt: Karl Menrad
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007, Seiten: 383, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008, Seiten: 605, Originalsprache, Bemerkung: Großdruck
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009, Seiten: 383, Originalsprache

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Sabine Reiß
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Buch-Rezension von Sabine Reiß Okt 2005

Soviel ist wahr: Erzherzog Maximilian von Österreich, der Bruder des Regenten Franz Joseph I, lebt mit seiner Frau Charlotte auf Schloß Miramare bei Triest. Wir schreiben das Jahr 1863 und es gibt Pläne, dass Maximilian Kaiser von Mexiko werden soll, das derzeit vom Präsidenten Benito Juarez geführt wird, dessen Politik den konservativen katholischen Strömungen ein Dorn im Auge ist. Wir wissen, dass Maximilian 1864 tatsächlich nach Mexiko aufbricht, um dort eine Monarchie zu begründen, doch mit Sicherheit ist die von Nicolas Remin geschilderte Episode, die ihn davor noch in Venedig in eine prekären Situation zeigt, reine Fiktion. Doch möglich ist alles. Schließlich ist Sisi, Kaiserin und Schwägerin von Maximilian, auch nicht so gewesen, wie sie in den beliebten Filmen von Ernst Marischka alle Jahre wieder gezeigt wird.

Ein Commissario stochert im Nebel, der in Venedig nur allzu oft herrscht

Diese Sisi spielte im Übrigen eine Nebenrolle im ersten Band von Nicolas Remins Krimiserie, die bisher leider nur zwei Bände umfasst. Doch man darf hoffen, dass diese noch ausgebaut wird, ist doch Commissario Tron, der dem alten Adel Venedigs entstammt, eine Figur mit Potenzial. Der Palast, in dem er mit seiner Mutter lebt und der zum Teil auch untervermietet ist, wird immer baufälliger, da kein Geld für die notwendigen Reparaturen vorhanden ist. Seine Bekanntschaft mit der Principessa di Montalcino, einer erfolgreichen Geschäftsfrau und Witwe, hat sich soweit intensiviert, dass seine Mutter die eventuell herannahende Hochzeit zur Rettung der Palastruine nutzen möchte. Doch die Principessa hat ein Problem: Ihr verstorbener Mann hat in Staatsanleihen von Mexiko investiert, deren Kurse unter der Herrschaft Juarez’ im Keller sind. Eine Regentschaft Maximilians würde zumindest kurzfristig Abhilfe schaffen, so dass sie ihre Position liquidieren könnte.

Aber es gibt auch Gegner Maximilians. Stecken diese etwa hinter dem Plan, den Erzherzog in Verruf zu bringen? Commissario Tron muss sich damit befassen, als er zur Klärung eines Mordfalls herangezogen wird. Das Opfer ist eine junge Frau, die anscheinend die Geliebte Maximilans war. Tron vermutet zunächst, dass dieser als Drahtzieher hinter dem Mord steckt, doch bald darauf schwenkt er um: Neue Verdächtige sind im Spiel. Remin schickt den Leser hierhin und dorthin, so überzeugend, dass man immer glaubt, Tron hätte die Lösung nun endlich gefunden.

Gekonnte Mischung aus Fiktion und Realität

Mit einer Leichtigkeit präsentiert der Autor die historischen Details und die komplizierten politischen Verwicklungen, so dass man von großen Lesegenuss sprechen kann. Geschichte und Politik verwebt er gekonnt mit Spannung, Leidenschaft und Atmosphäre und bleibt doch weit entfernt vom Kitsch, den man vielleicht bei diesen Themen erwarten würde. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. So kann man sich auch immer wieder über das Geplänkel amüsieren, das der verarmte Adlige mit der neureichen und "neuadligen" Principessa führt. Im Vergleich zum Vorgängerband Schnee in Venedig fällt der Kriminalfall vielleicht ein wenig ab, doch die Stärken des Autors, die Figurenzeichnung und die Schilderung der Atmosphäre kommen auch hier voll zum Tragen. Fast meint man, man sei dort, in Venedig im Oktober 1863, und erlebt hautnah, was passiert, so intensiv nimmt man während des Lesens teil. Man kann gespannt sein, auf welche historische Figur der sympathische Commissario als nächstes trifft. Denn eines ist sicher: Fortsetzung ist eindeutig erwünscht, denn nach der Verlobung folgt hoffentlich die Hochzeit...

Venezianische Verlobung

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Letzte Kommentare:
09.09.2009 20:17:39
tassieteufel

Venedig im Oktober 1863 bringt einen neuen Mordfall für Commissario Tron! Die junge Frau die ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, entpuppt sich alsbald als die Geliebte von Erzherzog Maxilian, dem Bruder von Kaiser Franz Josef und der Fall, der zuerst noch recht klar erschien, entpuppt sich bald als reinstes Verwirrspiel, denn es tauchen nicht nur brisante Fotos vom Erzherzog und der Toten auf, die Maximilas politsche Karriere gefärden, auch immer neue Verdächte und neue Leichen betreten die Bühne.
Das Buch ist mit dem gleichen hintergründigen Humor geschrieben wie sein Vorgänger, es macht einfach Spaß zu lesen, wie Tron, der es sich in der Rolle des ewigen Verlobten recht bequem gemacht hat, herauszufinden versucht, wie es in seinem Privatleben nun weiter gehen soll, seine Mutter will dies, die Principessa das und auch sein Steckenpferd, die Herausgabedes Emporio della Poesia wird gefährdet als Baron Spaur, um seiner Geliebten zu imponieren
dort Gedichte veröffentlichen will, die plötzlich unter die Zensur fallen. Wieder ist hier das "Beiwerk" äußerst unterhaltsam geschildert, herrlich sind Trons Resümees über all die Wirdrigkeiten, die ihm im Privaten wie im beruflichen heimsuchen und dabei versteht es der Autor, politische Verwicklungen und historisches Hintergrundwissen, sowie Querelen innerhalb der kaiserlichen Familie so gekonnt einzuflechten, das sich alles zu einem gelungenen Ganzen verbindet und man durchaus den Eindruck gewinnt, so hätte es sein können!
Conte Tron hat mir hier besser gefallen als im Vorgänger, wo er noch etwas farblos erschien, gelungen ist auch Sergeante Bossi mit seinem hochgradigen Interesse an moderner Polizeiarbeit und der Vorliebe für neumodische Worte wie Indizienkette oder Tatortfotografie.
Der Krimiplot ist recht gelungen, Verdächtige gibt es viele, Motive auch nur der Commissario erscheint ein wenig ziellos in dem Ganzen, doch tut das dem Lesegenuß keinen Abbruch und die Auflösung und das Ende an sich sind dann eine runde Sache.

Fazit: auch der zweite Teil um Commisario Tron bietet wieder ungetrübtes Lese-vergnügen, dazu tragen ein amüsanter Schreibstil und ein verzwickter Krimifall bei und nat. beschert das Buch ein Widersehen mit vielen lieb gewonnenen Figuren aus dem ersten Band. Insgesamt
eine Krimireihe bei der ich mich auf jeden neuen Band freue!

10.08.2009 14:18:29
tedesca

Im zweiten Teil der Commissario-Tron-Reihe treffen wir wieder auf die liebgewordenen Personen aus "Venedig im Schnee". Der Commissario, mittlerweile verlobt mit der Prinicipessa, ermittelt in einem Mord an einer jungen Frau, in den der Erzherzog Maximilian höchstpersönlich verwickelt zu sein scheint. Und dann passieren noch mehr Morde, und was uns von Anfang an so klar erschien, kommt plötzlich völlig durcheinander. Ein spannender Krimi mit viel Atmosphäre und bildhaften Schilderungen dieser faszinierenden Stadt.



Karl Menrad verleiht der Geschichte das Flair des Vielvölkerstaates, ein echtes Hörvergnügen.

18.10.2008 12:23:50
anath

Ein äußerst vergnügliches Buch - soweit Morde den Leser vergnügt sein lassen können. Das Drumherum allerdings ist wirklich witzig geschrieben, mit teilweise fast karikaturenhaft gestalteten Protagonisten und pointierten Dialogen.
Ich kann mich wunderbar bei der Schilderung des Privatlebens von Commissario und Principessa amüsieren (Was für eine grandiose, geschäftstüchtige Frau ! Und was für ein liebenswerter, absolut geschäftsuntüchtiger Mann!), bei den Gesprächen zwischen den einzelnen Protagonisten, bei den Schilderungen der Stadt.
Gleichzeitig erhalte ich ziemlich umfassende Erläuterungen zur damaligen politischen Situation in Mexiko und zur durchaus spannenden Gemengelage innerhalb der kaiserlichen Familie. Remin beherrscht die Kunst, solche Informationen aus der Beschreibung einer Situation oder aus einem Dialog erwachsen zu lassen, kommt ohne Fußnoten und erklärende Zwischenabsätze aus.
Ich war schon im Buchladen und habe mir den nächsten Band geholt !

03.03.2008 13:13:33
Larna

Ich habe den zweiten Roman um Commissario Tron mit Interesse gelesen. Allerdings reicht er nicht ganz an den ersten Teil heran.

Das Positive zuerst: Die Geschichte besticht wieder durch Leichtigkeit und Lebendigkeit. Sehr schön war wieder der Gegensatz zwischen dem "verarmten, alten Venedig" und dem "neureichen, aufsteigendem" Vendedig. Repräsentiert wurde dies durch Commissarion Tron, der als verarmter Angehöriger eines alten Adesl deutliche Probeleme hat, sich an die neuen Zeiten zu gewöhnen und seiner Verlobten, der Principessa, die überaus geschäftstüchtig ist und ihr Geld durch ihre Fabriken und den Verkauf der Erzeugnisse verkauft. Sehr amüsant sind die Dialoge der beiden, in denen die unterschiedlichen Standpunkte gut herauskommen.

Außerdem ist es Remin wieder sehr schön gelungen, eine hohe Person des Kaiserreichs, Erzherzog Maximillian, einzubinden. Da ich über ihn bisher kaum etwas wusste, hat mich die Darstellung sehr fasziniert, auch wenn nicht unbedingt eine sympathische Person entsteht.

Was mich allerdings gestört hat, war der Comissario selber. Irgendwie hat man das Gefühl, sein Leben läuft so dahin und er lässt alles um sich herum passieren ohne irgendetwas selber in die Hand zu nehmen.
Zudem verdächtigt er dauernd jemand anderen. Gut, Verdächtige gibt es zuhauf, doch hat er einen im Visier (mit meist überzeugenden Argumenten), dann stellt er ihn zu Rede, der Verdächtige streitet ab, präsentiert eine andere Lösung und sofort ist Tron 100% von der neuen Version überzeugt. Das kam mir etwas übertrieben vor, vor allem, da er seine Überzeugungen seinem Vorgesetzten gegenüber sehr wohl vertreten kann.

Was mich zudem noch gestört hat, war die dauernde Erwähnung des Regens und des Nebels. Natürlich war das Wetter teilweise wichtig, damit manche Dinge überhaupt geschehen konnten, aber muss auf jeder zweiten Seite (meistens sobald einer ein Haus verlässt) detailliert beschrieben werden, wie der Regen genau fällt? Das hat meine Freude deutlich geschmälert.

Insgesamt ließ das Buch sich aber gut lesen und hat eine interessante Geschichte vorzuweisen.

Ich gebe 70°

28.01.2008 10:43:17
DETNO

Dieses Mal lief Commissario Tron der Auflösung immer hinterher, täglich wechselten die Verdächtigen und er wollte immer den Falschen schnappen. Durchblick schien nur die Principessa zu haben. Und dann war ja noch das kleine Klauwunder Angelina da, die für das gute, aber sehr brutale Ende sorgte. Für einen Krimi etwas zu wenig Spannung, aber eine kurzweilige Geschichte aus Venedig, die zumal flüssig geschrieben ist und etlichen Humor bietet.
Kurz, mir hats gefallen. Ich warte auf die Erscheinung des dritten Bandes (in Taschenbuchform)

26.01.2007 15:52:39
Torsten Janssen

Habe mir diesen Remin zu 19,90 dann doch von meinem Geburtstagsgeld geleistet. Sehr unterhaltsam. Remins (gelungene) Idee, Personen aus der k.u.k Zeit in seinen Romanen zu integrieren findet sich auch hier gelungen wieder in der Figur des Maximilian, Schwager Sisis und 2 Jahre jüngerer Bruder Franz Josephs. Da ich weiß, daß Maximilian 1867 in Mexiko von den Juarez Truppen füsiliert wurde, fragte ich mich wie Remin dessen Schicksal, da der Roman 1863 spielt, wiedergeben würde. Maximilian träumt sowohl eine Beziehung zu seiner Schwägerin (wessen historisch wohl rein spekulativ bleiben muß, da er jedenfalls zu diesem Zeitpunkt mit Charlotte von Belgien, auch einer sehr schönen, Sisi gar nicht so unähnlichen Frau verheiratet war), als auch sein Ende unter den MG Salven Juarez. Gut gelöst. Ein Markenzeichen von Remins Romanen, sind neben den historischen k.u.k Figuren m. E. auch ein brutales Duell der Protagonisten am Ende des Romanes. Ob das nun unbedingt sein muß, obwohl es eine Kunstform für sich ist ohne heutiges technischen Schnickschnack derartige Action zu erzeugen. Sollte ich mal etwas Geld übrig haben, werde ich mir auch den neuesten Remin "Gondeln aus Glas" leisten, wo Sisis Schwester Marie Sophie mitspielt. Rudolf und Franz Ferdinand müssen wohl ncoh etwas warten. Gruß

14.10.2006 16:22:41
Fandorin

Vor lauter Spannung konnte ich das Buch fast nicht mehr aus den Händen legen.
Commissario Tron muss sich um mehrere Morde, seine eventuelle Hochzeit mit der Principessa und den damit verbundenen Verirrungen, und einen kurrligen Vorgesetzen kümmern.
Ich habe mich köstlich amüsiert und warte schon auf die nächsten Abenteuer von Commissario/Conte Tron.

22.04.2006 19:09:16
Verena

Naja! Es war schon eine gelungene Story, aber nichts im Vergleich zum ersten Buch! Commissario Tron ist mit seiner Principessa mehr beschäftigt, als mit dem Fall selber. Das Buch läßt sich gut lesen, aber richtige Hochspannung kommt nicht auf. Dennoch werde ich das nächste Buch von Nicolas Remin lesen!