Bruno Chef de Police

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • London: Quercus, 2008, Titel: 'Bruno, Chief of Police', Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 2009, Seiten: 8, Übersetzt: Johannes Steck
  • Zürich: Diogenes, 2010, Seiten: 338

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Wolfgang Weninger
Macht frankophil

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jun 2009

Wenn ein gebürtiger Schotte seinen Erstlingswerk Bruno, Chef de police ausgerechnet im französischen Périgord ansiedelt, darf man natürlich nicht nur wegen der Tatsache, dass der Diogenes Verlag 339 Seiten einem Neuling unter den Autoren widmet, gespannt auf den Roman sein, auch die von Michael Windgassen aus dem Englischen übersetzte Erzählung mit französischem Background bietet eine gewagte Kombination, die ihren Reiz hat.

Bruno ist ein richtiger Dorfpolizist, der eine vielversprechende Karriere zugunsten der ländlichen Beschaulichkeit geopfert hat. Ihm ist wichtiger, dass er nach privaten Problemen hier in seinem abgeschiedenen Heim, wo er Wein keltert und mit regionalen Produkten seine Kochideen auslebt, eine geruhsames Leben führt, wo der gelegentliche Streit mit dem Nachbarn und der Diebstahl eines gut gereiften Käses für beschränkte Aufregung sorgen.

Bis eines Tages ein alter Mann, Hamid Mustafa al-Bakr, ermordet in seiner Hütte aufgefunden wird und in seiner Brust ist das Hakenkreuz eingeritzt. Der Tote war ein Harki, einer jener Algerier, die im im Krieg Seite an Seite mit den Franzosen gekämpft hatten und Hamid war Träger des croix de guerres. Aber das scheint die Anhänger der rechtsradikalen Front Nationale nicht gekümmert zu haben, die als erbitterte Feinde der Immigranten gelten. Doch in Saint-Denis gab es noch nie Probleme mit den Rechtsextremisten und Bruno ist sich sicher, dass die Tötung eine andere Ursache hat.

Aber möglicherweise politisch angehauchte Morde, wie dieser, rufen übergeordnete Stellen auf den Plan, die nicht immer nur polizeiliches Denken mitbringen, sondern in erster Linie die Auswirkungen auf Parteipolitik und Minister zu verhindern suchen. Kleine Dorfpolizisten, wie Bruno einer ist, haben in diesem Metier nichts zu suchen.

Doch Bruno macht nicht schlapp und ermittelt seinerseits. Seine nette und umgängliche Art und seine saubere Männlichkeit machen es ihm leicht, weibliche Hilfe zu rekrutieren, sowohl bei den ortsansässigen wohlhabenden Damen aus Großbritannien als auch bei den übergeordneten Polizeibehörden und Bruno kocht die Damen ein, die bald nicht nur Baguette und Trüffeln am Geflügelsalat mit ihm teilen, sondern auch gerne mit ihm die Laken zerwühlen möchten.

Bruno ist schlichtweg sympathisch, ein richtiger Saubermann, Traum jeder Frau und ein hart gesottenes Sensibelchen, das man erst mit der Nase auf die erotischen Annäherungsversuche der Damen stoßen muss. Bruno verstrahlt soviel Lokalkolorit, dass man am sofort seine Koffer packen und den bevorstehenden Sommerurlaub in Saint-Denis verbringen möchte. Es ist einfach unglaublich, wie viel Flair unser schottischer Autor in diese französische Landschaft und seine Menschen einbringt. Auch die schlimmste Missetat wird von dem malerischen Ambiente übertüncht und tritt angesichts der Ruhe und Gelassenheit des Dorfpolizisten Bruno ins zweite Glied zurück.

Bruno, Chef de police ist ein absolut stimmungsvolles Buch, das nicht so sehr von Spannung und Action lebt, die es zwar auch gibt, aber in erster Linie den Reiz aus der Beschreibung des Lebens im Périgord zieht und das könnte ein Franzose nicht besser als es Martin Walker macht. Man spürt aus jeder Zeile, warum er hier seine Wahlheimat gefunden hat und wer nach der Lektüre dieses Buches nicht frankophil wird und Auswanderungspläne heckt, muss in einer noch schöneren Gegend leben.

Bruno Chef de Police

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Letzte Kommentare:
03.05.2019 16:26:17
gernelesen

Jeder soll lesen, was ihm Spass macht. Aber es gibt niemandem das recht die Bücher von Martin Walker mit Bruno so zu vermiesen!! Ich habe bisher alle Bücher gelesen und fand alle spannend und interessant. Vor allem die Beschreibung des Périgords und die des Essens. Und....vieles ist in Frankreich wirklich so wie beschrieben. Lieber mal einen solchen Krimi als einen düsteren von Henning Mankell!! Ich freue mich auf alle weiteren "Brunos".!

04.11.2018 00:00:59
Schillers Locke

Nachdem ich die Mehrheit der Bewertungen hier gelesen habe, muss ich mich fragen, ob ich wohl einen ziemlich einfachen Geschmack habe: Denn ich bin gerade süchtig nach Bruno. Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, habe ich mir innerhalb kurzer Zeit die folgenden Bände besorgt und bin momentan beim Lesen des achten Falles.
Ich möchte ein wenig auf den Tenor der Kritiken eingehen: Ja, Martin Walker beschreibt hier eine scheinbar heile Welt. Er schildert Landschaft und Gebäude und gibt das Lokalkolorit seiner Wahlheimat wieder.Aber er geht auch darauf ein, dass hier jeder ein Auge auf jeden hat und man selten unbeobachtet ist. Bruno bringt häufig etwas zutage, indem er Nachbarn oder Anwohner befragt, die dann doch etwas wissen oder gesehen haben. Viele Bewohner seiner kleinen Welt haben keine hohe Meinung vor anderen oder pflegen persönliche Feindschaften - so stelle ich mir die heile Welt nicht vor.Auch Bruno ist ein Mensch, den man leicht negativ sehen kann: Ein Polizist, der sich auf einen bloßen Verdacht hin bei einer seiner vielen Quellen über eine Person erkundigt oder aus einem Bauchgefühl heraus eine Straftat oder ein Fehlverhalten vermutet - den möchte man eigentlich nicht in seiner Nachbarschaft haben. Bruno ist ein Getriebener: er fühlt sich verantwortlich für seine Mitmenschen und sucht ständig nach einer Möglichkeit, deren Leben zu verbessern - auch wenn diese das vielleicht gar nicht möchten.Oft wird er als militärischer Taktiker dargestellt, der eine Situation in kürzester Zeit analysiert und dementsprechend (natürlich richtig) handelt. Dies finde ich einerseits beeindruckend, andererseits auch unglaubwürdig. Beim Attentat auf den Rolls-Royce (siebter Fall) liegt er z.B. ziemlich daneben mit seiner Einschätzung.
Martin Walkers Schreibstil finde ich flüssig, weder kitschig noch einfach, wie hier öfters kritisiert. Natürlich muss er in jedem Band neue Protagonisten hervorzaubern, die schon immer in Brunos Welt leben, aber in den vorherigen Bänden nicht erwähnt wurden. Die historischen Zusammenhänge, die er gelegentlich anspricht, machen neugierig auf weitere Recherche.
Allerdings bleiben häufiger bei den Fortgängen der Handlung Zusammenhänge auf der Strecke, was mich persönlich stört:So finde ich Bruno an einem Schauplatz oder bei bestimmten Personen und weiss nicht, wie er dahin gekommen ist. Zum Beispiel isst er im achten Band Lasagne mit Crimson, gleich danach ist er in Le Thot, wo auch schon wieder mit anderen Gästen gespeist wird. Ist das jetzt anschließend oder am nächsten Tag? Wurde das Essen in Le Thot vorher vereinbart? Denn so wird es geschildert. Solche Sprünge sind mir mehrmals aufgefallen.Natürlich wird immer gegessen bzw. noch häufiger getrunken - wir sind ja in Frankreich!Brunos Frauengeschichten sind interessant zu beobachten. Aber er ist kein Frauenheld und wird auch des Öfteren vorgeführt. Im siebten Fall hat er mal wieder eine große Liebe kennengelernt (Nancy). Von Beginn bis zur Mitte des achten Bandes wurde sie noch nicht einmal erwähnt.Ich finde die Fälle insgesamt spannend. Allerdings verliert man schnell die Übersicht über die vielen Namen. Auch ist es offenbar Walkers Programm, dass er viele Nebenschauplätze eröffnet, so dass Bruno nicht nur an einem Fall arbeitet, sondern sich immer noch um zwei bis drei andere Sachen kümmern muss.
Ich werde Bruno jedem empfehlen, der von mir einen Buchtipp bekommen möchte. Als Lesefutter für einige Stunden taugen die Bücher auf jeden Fall.

24.12.2017 12:35:37
Arlette Bollag

ich finde die Bücher von Martin Walker grottenschlecht geschrieben. Sehr langatmig, viel zu viele Personen, die aber nicht individuell beschrieben werden, man spürt sie nicht. Dafür weiss man am Schluss welche Schulen sie besucht haben, was für Schuhe und Parfum sie tragen. Banaler gehts nimmer. Recherchen über Geschichte und Politik hats, aber machen wenig Lust, sich damit auseinanderzusetzen. Wenn der Schriftsteller bei Menschen, Tieren und Landschaft so auf der Oberfläche herumschwadert, kann man kaum erwarten, dass es in diesem Kontext besser ist. Ein reaktionärer Esel. Schade um die Bäume.

12.07.2017 14:12:30
trafik

Wenn man Bücher von Martin Walker liest, dann muß man die Bezeichnung Krimi oder Thriller völlig vergessen. Das ist eher ein Roman von der Geschichte Frankreichs und ein Reiseführer mit Schwerpunkt auf Essen und trinken in dem schönem Gebiet Perigord. Der. eigentliche Krimi ist im Hintergrund und nur Nebenrolle. Was mir aber gut gefällt ist der Schreibstil von Martin Walker. Sehr gefällig und deshalb wieder doch lesbar. Man darf sich halt keinen Krimi erwarten.

16.08.2016 22:56:10
Astrid Holzamer

Die Übersetzung von Michael Wingassen ist stilistisch schwach, wenn nicht miserabel. Ich wäre versucht, Martin Walkers siebten Fall im Original zu lesen.Allerdings habe ich nicht vor, mich weiter mit der Frage zu beschäftigen, ob es am Autoren liegt oder an seinem Übersetzer, dass ein Leser sich enttäuscht abwendet. Den Job habe ich fast 40 Jahre lang gemacht, nun ist es gut.Ich frage mich nur, wieso ein renommierter Verlag wie Diogenes Windgassen weiter Bruno übersetzen lässt, oder wieso die Lektoren das durchgehen lassen.

16.08.2016 22:54:57
Astrid Holzamer

Die Übersetzung von Michael Wingassen ist stilistisch schwach, wenn nicht miserabel. Ich wäre versucht, Martin Walkers siebten Fall im Original zu lesen.Allerdings habe ich nicht vor, mich weiter mit der Frage zu beschäftigen, ob es am Autoren liegt oder an seinem Übersetzer, dass ein Leser sich enttäuscht abwendet. Den Job habe ich fast 40 Jahre lang gemacht, nun ist es gut.Ich frage mich nur, wieso ein renommierter Verlag wie Diogenes Windgassen weiter Bruno übersetzen lässt, oder wieso die Lektoren das durchgehen lassen.

16.08.2016 22:54:10
Astrid.Holzamer@web.de LEBER

Die Übersetzung von Michael Wingassen ist stilistisch schwach, wenn nicht miserabel. Ich wäre versucht, Martin Walkers siebten Fall im Original zu lesen.

Allerdings habe ich nicht vor, mich weiter mit der Frage zu beschäftigen, ob es am Autoren liegt oder an seinem Übersetzer, dass ein Leser sich enttäuscht abwendet. Den Job habe ich fast 40 Jahre lang gemacht, nun ist es gut.

Ich frage mich nur, wieso ein renommierter Verlag wie Diogenes Windgassen weiter Bruno übersetzen lässt, oder wieso die Lektoren das durchgehen lassen.

22.07.2016 16:36:30
Elke Bovermann

Neugierig, weil ich vor zwei Jahren mit dem Fahrrad durchs wunderschöne Périgord Rad gefahren bin, und bestätigt. Genau getroffen: Land und Leute, Essen und Wein.. Aber auch Spannung. Und wie gut: keine schauerlichen Leichenbeschreibungen im Detail. In Bruno eine sympathische Figur geschaffen, der mit Geist, Witz, Selbsterkenntnis und Liebe zum beschaulichen Périgord, zu den Menschen, zur Natur und zum Kochen auch noch die Gerechtigkeit sprechen lässt. Will gleich den nächsten Band lesen. Man sollte auf jeden Fall die ersten 50 Seiten überwinden. Dann ist es auf jeden Fall spannend.

08.09.2015 11:43:17
Regine

Es ging ziemlich langweilig los, wurde kurz besser, vor allem als es direkt über Bruno und sein Umfeld handelt. Im Großen und Ganzen aber zu viel und zu langatmig. 50 Seiten weniger und die Sache wäre etwas erträglicher. Wissenswert fand ich die Thematik Krieg. Von Bruno hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, mußte aber ja für mehrere Bände spannend bleiben. Werde aber weitere Bücher von ihm lesen.

30.03.2015 18:23:21
Dr.S.Burkert

Mann o Mann, schon die ersten Zeilen : "...seine geschmeidigen, energischen bewegungen zeugen von guter Kondition", und das alles an einem schönen Maimorgen und warum eigentlich überhaupt? Da kommt soviel rüber vom Saubermann und Sauberfrau, dass ich mir nur wünschen kann, dass gleich nach diesen ersten Zeilen viele entsetzt den Schwarten weglegen, oder sich ärgern oder.ich habe mal ein bisschen nach Walker geschaut, was er so treibt, senior Berater in konservativen, reaktionären Thinktanks, Geschwafel zum D-Day (er ist angeblich Historiker)...sein blog spricht Bände!

23.02.2015 18:16:42
Anna Fey

Ich mag die Bücher. Sie sollen der Unterhaltung dienen. Was andere kritisieren, finde ich sehr schön! Eine kleine Welt, in der die Menschlichkeit herrscht. Schade, dass es in unserer Zeit so etwas nicht gibt.Der Hauptcharakter stößt mich nicht mit eventuellen negativen Schwächen ab und die nichtvorhandene Brutalität ist wohltuend. Die Spannung wird in den nachfolgenden Büchern besser. Angenehm finde ich auch, dass die heutige Ersatzreligion namens "Vegetarier" oder "Veganer" hier nicht geheiligt wird.Für mich sind diese Bücher genau das Richtige!

04.09.2014 01:40:05
Ahscher

Ich bin in die Buchhandlung und wollte einen Urlaubskrimi. Merkte an, dass ich gerne einen Henning Mankell hätte. Da gab es aber keinen und so wurde ich nach dem Land gefragt, in dass ich reisen würde - Frankreich. So wurde mir dieser Roman empfohlen.
Ich hätte das Buch nach dem Fertiglesen am liebsten zerrissen! Viel Mauschelei, viel Vetternwirtschaft und zu wenig Spannung und kriminologisches Handeln!
Leider durchgefallen!

12.06.2014 17:44:52
Jürgen

Habe durch Zufall dieses Buch gekauft und in zwei Tagen gelesen. Von großer Spannung lebt das Buch nicht aber es hat Charme und ist unterhaltsam, die richtige Lektüre für den Urlaub.Ich freue mich schon auf die nächste Geschichte mit Bruno Chef de Police der ein wenig an Commissario Brunetti erinnert

19.04.2014 06:26:36
Mark

Sehr unterhaltsam, spannend und oft zum Schmunzeln. Wirklich sehr leicht zu lesen und eine super Lektüre für Ferien oder ein paar freie Tage zum abhängen und sich in eine andere Welt verführen zu lassen. Gut Essen und Trinken, ein paar Liebschaften. Frankreich wie man es sich vorstellt.
Freue mich auf jedes neue Buch von "Bruno".

06.02.2014 09:09:27
Markus

Ich stimme Thomas zu. Rosamunde Pilcher meets Frankophilen Autor. Leider hat Bruno keinerlei Ecken und Kanten, erledigt alles perfekt, jeder in diesem kleinem Dorf liebt diesen Polizisten. Nachvollziehbar ist dies nicht.

Leider hab ich mich auch noch durch den zweiten Teil gequält, der dritte wird nicht angefasst. 10 % sind noch nett.

19.01.2014 18:51:56
thomas

Dieser "Krimi" ist so schlecht, dass sich jeder Kommentar eigentlich erübrigt! Sprachlich dürftig, inhaltlich ein Zusammengeschreibsel von allerlei Halbwahrheiten , die politische Relevanz vorgaukeln sollen, jede Menge belangloser Nebeninformation, die lokalen Kolorit vorgaukeln ...
Das Geld nicht wert, schlimmer noch: die Zeit nicht wert!

28.12.2013 12:57:57
Hermine2211

Es ist nicht die große Krimi-Literatur, aber dennoch absolut lesenswert. Ich mag an den Krimis, dass sie sowohl spannend als auch ent-spannend sind. Etwas zum
weglesen für regnerische Nachmittage. In meiner Zeit als Buchhändlerin habe ich viele Kunden dafür begeistern können, und das war nicht die Rosamunde-Pilcher-Fraktion. Wie oben bereits gesagt wurde, macht es natürlich auch das Lokalkolorit. Wer würde nicht gern in eine so perfekte kleine Welt abtauchen, wenn auch nur für eine kleine Weile? Und genau das macht die Reihe so liebenswert. Ich habe gerade wieder alle gelesen und ein weiteres Mal sehr genossen.

17.12.2013 13:01:05
Prestutnik12

Dann doch zu flachDer Autor, ein Brite /Schotte /Waliser, stellt sich das französische Dorfleben vor. Ausgerüstet mit einem Dorfpolizisten, der so nett, schön, sympathisch, sportlich, beliebt und schwiegermutterkompatibel ist - das alles ob eines ach so tragischen persönlichen Kindheitsschicksals - , dass wir alle hoffen, das alte Kriegerdenkmal auf dem Dorfplatz wird bald durch eine neue Bruno-Statue ersetzt!Nein, nichts gegen leichte Lektüre mit erkennbarem Lokalkolorit, aber das ist denn doch zu seicht! Serienkrimi-Schreiberei der durchsichtigsten Sorte.

26.09.2013 18:05:05
kurator247

Ich hatte noch nie ein Buch in der Hand, dass ich mehrmals schon vor lauter Wut und Enttäuschung an die Wand werfen wollte (ich habe es nicht gemacht). Sei es um die moralisch fragwürdige glorifizierung der "vetternwirtschaft", die es dem chef de police nach ein paar Gläschen zuviel erlaubt, im Auto umherzufahren, weil man ja den Tipp bekommen hat, wo die Kontrollen sind, bis hin zur Definition von guter Araber: Nur zwei Kinder, diese in den lokalen Vereinen integriert, keine weitere Diskussion oder weitere Überlegung zu dem nicht gesagten. Denn was so alles in diesem Buch NICHT gesagt wird, sich aber als logische Konsequenz aus dem gesagten ableiten lässt, entlarvt Herrn Walker entweder als biederen, Erzkonservativen Geschichtsrevisionisten oder einfach als schlechten Autor, dem es mehr um den Effekt als um Inhalt geht. In diesem Buchh ist alles so familiär und lokalpatriotisch, dass man sich fürchtet, die örtliche Polizei könnte um den Frieden zu wahren, einen Mord ungestraft lassen. Zudem fühle ich mich peinlich berührt, wenn die französische Kulisse wieder einmal nur als Leinwand für einen Quark aus Kitsch und Berechnung herhalten muss. Zudem scheint mir der Charakter sehr unsympathisch und seltsam, ein Gutmensch ist, wer anderen Gutes tut, dieser Herr Bruno scheint allerdings eine ganz starre Definition von Hilfsbedürftigkeit zu haben: Dazu gehört, wenn wir das so sagen. Und wir sind die, die schon dazu gehören. Das ist nicht nur engstirnig, das ist gesellschaftlich heute auch nicht mehr tragbar. Und der kleinbürgerliche Aufschrei gegen diese Grosstädtischen, arroganten Schnösel in Form von Kontrolleuren der Eu und einem Staatsanwalt aus Paris ist einfach nur dumm und grotesk.
Mein Fazit: Wenn Rosamunde Pilcher Krimis schreiben würde, wären sie so wie Martin Walkers "Bruno, Chef de Police". Ein Buch wie heisse Luft, eine Geschichte wie Utopia: Nett, aber wem bringt es was?

30.06.2013 09:48:06
screeem

Was ist das? Ein Volkshochschulkurs über die französische Nordafrikageschichte? Eine beschauliche Beschreibung des Landlebens samt aller kulinarischen und alkoholischen Besonderheiten im Perigord? Eine Sozialstudie über die französische Jugend? Eine Krimi ist es jedenfalls nicht. Das ständige Herumschwadronieren über Politik und Bevölkerungseentwicklung lenkt vom eigentlichen Thema ab: ein Mord ist passiert.
Spannend geht anders.

22.06.2013 14:33:00
Darix

Bruno Chef de Police ist kein Hardboiled Krimi oder Krimi Noir. Die Geschichte ist ebefalls nicht vergleichbar mit den Plots häufig depressiver Skandinavien Krimis. Er hat jedoch einen besonderen Charme. Ein menschlicher, liebenswürdiger französischer Ortspolizist. In einer der schönsten Regionen Frankreich lebend, ein Genußmensch der eher in Richtung "Gutmensch" tendiert.
Der Krimi lebt weniger von der ganz großen Spannung sondern von der Art der etwas leichteren Unterhaltung.
Ich befürchte, dass der Romanheld sich in weiteren Geschichten abnützt.

22.02.2013 22:23:35
Lord Sinclair

@textkanal
Was faselst Du von "Provence"? Der schlechte Plot spielt im Périgord. Also wenn ich das nicht mitkriege, dann schreibe ich auch keine Bewertung...

Ansonsten ist "Superman" Bruno stereotyp und langweilig, wobei der Autor ihn wohl klasse findet und gerne selbst so waere...

Schwimmt in Donna Leons Kielwasser und bedient wohl auch die selben Leser...

16.06.2012 23:27:41
meier13

Das Buch stand nahezu ein Jahr in meinem Regal und mir wird erst jetzt bewußt, welcher Schatz da schlummerte. Das seltene Gefühl, ein Buch zu lesen, bei dem subjektiv wirklich alles stimmt und das Lust auf weitere Geschichten des Chef de police macht, stellte sich recht früh ein. Obwohl ich die Geschichte in einen "vor der Demo" und "nach der Demo"-Teil einteilen würde, beide in unterschiedlichen Rhythmen geschrieben, bleibt der Spannungsbogen gleich hoch, die Dialoge (und Kochtipps) sind excellent und das Ende ist schlüssig. Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau.

31.03.2012 06:39:47
Gianni

Das Buch ist originell, witzig, mit einem charmanten Protagonisten. Die Geschichte ist gut erzählt, liest sich leicht. Bruno, als leidenschaftlicher Koch, versteht es seine Kochkünste unter Beweis zu stellen, das macht Lust auf mehr und gibt dem Buch eine gewisse Note. Schnell findet man sich am Ort des geschehens, kennt die Umgebung. Ländliche Idylle, die Dorfgemeinschaft, alles leicht und locker erzählt. E!ine Entdeckungsreise wert

24.03.2012 09:50:38
Torsten

In erster Linie ist der Roman kein Krimi, sondern eine Liebeserklärung des Schotten Walker an seine Wahlheimat Perigord.
Das ist ihm gut gelungen - die Beschreibung des wirklich reizvollen Landlebens in Saint-Denis und Umgebung samt seiner Bewohner ist wirklich beinahe malerisch schön, auch wenn ich mich häufig gefragt habe ob all das wirklich realistisch in einem 2900-Seelen-Städtchen untergebracht werden kann.
Alles weitere dagegen ist leider wirklich schlecht. Der Mordfall und die Ermittlungen geraten angesichts der Schilderungen des Lebens um Saint-Denis herum von Anfang an eher in den Hintergrund und zudem artet es für meinen Geschmack dann auch zu sehr in eine Geschichtslektion über Frankreich, die Resistance und weiteres während des 2. Weltkrieges aus.
Besonders ärgerlich fand ich dann auch die zahlreichen Logikfehler und Widersprüche besonders in den ohnehin spärlichen Teilen die sich mit der Ermittlung befassen: Z.B. sind alle Uhrzeiten der diversen erwähnten Tankvorgänge jeweils anders angegeben und auch unstimmig, Karim z.B. trägt mal die eine, mal eine andere Flagge und selbst das an sich unwichtige Detail, ob Jaqueline nun das Halbfinale oder das Finale erreicht hatte ist mal so, mal so angegeben. Für einen Krimi ist das einfach schlampig.

04.03.2012 17:35:04
textkanal

Material für acht weitere Romane... ich habe gelesen, dass Martin Walker Material für acht weitere Romane in der Schublade hat. Freu mich auf Band 4.Danke Mr. Walker.Nach meiner Erfahrung sollte man die Romane nicht mit leerem Magen lesen, denn zwei Beschreibungen von ausführlichen Gourmet-Orgien sind auf jeden Fall enthalten.Ein Anfänger ist Martin Walker auf keinen Fall, denn er ist jahrelang bereits als Journalist tätig gewesen und diese Kombination an intelligenter und gleichzeitig amüsanter, gemächlicher und "geschmackvoller" Schreibe ist momentan einzigartig auf dem Markt.PS: Warum sollte ein Schotte nicht können, was andere Engländer bereits vorgemacht haben (siehe Peter Mayle)? In der Provence leben - so wie im Buch auch - viele Neuansässige aus der anglophonen Welt.

02.11.2011 17:45:42
Angelo

Was ist das? Eine Mischung zwischen Donna Leon und Andrea Camilleri? Die Amerikanerin in Venedig und ihr Brunetti, oder der waschechte Italiano mit seinem Montalbano?Ein Schotte im Périgord mit dem Schwiegermüttertraum chef de police - Kann das gut kommen? Ich muss wohl noch den zweiten Roman lesen um mein Urteil zu bilden. Denn: Unangenehm war die Lektüre nicht. Wenn man das Beschauliche liebt, das Kleinstädtische, das Ländliche, wenn das Kleinbürger-Revoluzzertum gegen die EU-Bürokraten einen in seinen unterschwelligen Anarcho-Fantasien gegen die EU bestärkt, wenn man mal nicht hardboild Schocker-Literatur lesen will, dann kanns gefallen.Trotzdem: Mir scheinen die Sprache und die aufgebauten Bilder etwas zu künstlich, der Bruno etwas gar zu unbedarft, die kulinarisch-gastonomisch-erotischen Passagen gar zu abgekupfert (eben da lässt Camilleri, der Meister, grüssen).
Interessant ist die Geschichte, der historische Hintergrund, da habe ich Neues gelernt, aber da wechselt auch der Stil, er wird jounalistisch, faktisch, ein anderer Rhythmus prägt die Sprache.
Insgesamt etwas zu ruhig, zu lieblich, zu sehr mit Weichzeichner durchkomponiert.

18.09.2011 16:05:16
felinette

Erster Eindruck: Meine Güte – geht\'s noch betulicher? Und dieser Bruno: Zu gut, um wahr zu sein. Doch tapfer weitergelesen und ein paar Seiten später war vom ersten Eindruck nicht mehr viel übrig. Stattdessen erste Überlegungen: Schon lange nicht mehr in Frankreich gewesen, wird mal wieder Zeit! Martin Walker skizziert mit seinem Roman ein irdisches Paradies. Mit Schlange, versteht sich, sonst wär\'s ja kein Krimi. Und der Plot kann sich durchaus sehen lassen. Bruno wächst einem sowieso ans Herz, an seiner Art mit Menschen und Problemen umzugehen kann man sich ein Beispiel nehmen, sie ist so beispielhaft wie seine Art zu ermitteln. Und dass die schönen Dinge des Lebens eine große Rolle spielen, ist ebenfalls kein Nachteil. Jedenfalls habe ich „Bruno“ nach etwa 20 Seiten Anlaufzeit mit großem Vergnügen gelesen und mit Bedauern aus der Hand gelegt. Wird nicht der letzte Martin-Walker-Krimi gewesen sein…

30.08.2011 14:51:31
stevie

Große Spannung kommt beim Lesen dieser Geschichte nicht auf, aber sie macht Lust auf Frankreich, auf ein ruhiges und beschauliches Leben auf dem Land, ein Leben in dem sich nicht alles um "höher, weiter, schneller" dreht. Nett fand ich auch wie man in dieser Geschichte mit Charme und Cleverness mit so mancher EU Gesetzgebung umgeht. Nieder mit der Gleichmacherei! Es lebe Frankreich!
Zum entspannen und für Francophile durchaus geignet.

01.07.2011 18:43:02
Nys

Tja, da sieht man wieder, dass alles Geschmackssache ist. Meiner Ansicht nach enthält der Roman viele philosophische und historische sowie politische Gedanken, die man entweder explizit lesen kann oder zuweilen zwischen den Zeilen. Für mich das Buch absolut lohnenswert und es hebt sich von den typischen Krimis, die zur Zeit den Markt überschwemmen lobenswert ab.

21.05.2011 19:38:20
FraPe

Ich verstehe nicht, warum dieser Krimi bzw. dieser Autor in der Presse - und insbesondere hier auf der Krimi-Couch - so hochgehandelt wird. Ich habe mich selten bei einem Krimi so gelangweilt wie bei diesem. Der Plot liesse sich ohne weiteres auf einem Drittel der Seiten abhandeln, ohne dass man irgendwas vermissen würde.
Richtig ärgerlich fand ich dann aber die gespreizte Sprache und einige windschiefe Metaphern ... wobei natürlich auch der Übersetzer hier mehr Verbrechen begangen haben könnte als der Täter im Krimi.

08.02.2011 23:47:25
jwogeiger

Zugegeben, an ein Buch eines Nicht-Franzosen der seinen Roman in der französischen Provinz spielen lässt gehe ich nicht vorurteilsfrei heran. Leider gibt es genügend Beispiele von Mittel- oder Nordeuropäern oder gar Nordamerikanern die ihre mittelmäßigen Geschichten in den Mittelmeerraum verlegen um sie mit etwas Lokalkolorit und Atmosphäre anzureichern. Was bleibt ist eine Neuauflage der fast endlosen Reihe von italophiler, iberophiler oder eben frankophiler Schwärmerei. Damit wird eine schwache Geschichte zu einem gefühl- und stimmungsvollen Erlebnis stilisiert, und ist doch nichts anderes als Reiseprospektprosa.
Dieses Buch ist anders, denn der Plot ist tatsächlich interessant. Aber leider wird (anders als im Restaurant) nicht der schlechte Fisch mit viel Soße bedeckt, nein, der gute Fisch wird mit so viel schlechter Soße und billiger Garnierung versehen, dass einem der Appetit vergeht. Der Protagonist „Bruno“ ist kein Charakter, noch nicht mal ein Typus, er ist ein Abziehbild. Ehemaliger Soldat, ein Herz aus Gold, heftig von allen Mädchen des Dorfes umworben, seine große Liebe im Krieg verloren, ein Feinschmecker und der Inbegriff des französischen Liebhabers, nicht die platteste Eigenschaft wird ausgelassen. Nicht besser ergeht es allen anderen: der Bürgermeister ist ausgleichend, diplomatisch, ehrlich und mit allen gut, der Staatsanwalt karriereversessen und nur an den politischen Folgen interessiert, die EU-Beamten dumme Tölpel die man problemlos überlistet, die englischen Damen stilvoll aber auch sportlich und intelligent, die Holländer Drogenhändler, die verdächtige junge Frau ist Tochter geschiedener Eltern lebt bei ihrem wohlhabenden Vater und ist selbstverständlich sexuell pervers (was sich, oh heilige Einfalt!, in schwarzen Strümpfen, Strapsen und einer rasierten Scham(!) äußert – und weil sie auch noch FN-Anhängerin ist, bekommt der ans Bett gefesselte Liebhaber ein Hakenkreuz mit Lippenstift auf die Brust gemalt - unglaublich), drogenabhängig und verführt den armen, naiven Sohn des verdienten und angesehenen Arztes usw. usf. Kein Klischee ist zu billig, als dass es nicht auch noch Berücksichtigung fände. Aber es wird auch mit Klischees aufgeräumt: die Engländerinnen können nämlich sehr wohl kochen und das (fast) so gut wie die Franzosen. Der Autor lässt uns aber nicht nur an seinem etwas begrenzten Weltbild teilhaben (und er will internationale Unternehmen beraten?), er lässt es sich auch nicht nehmen uns noch seine vielfältigen Touristenerfahrungen, die er in Frankreich machen durfte, mitzuteilen. Da wird seitenlang aufgezählt, was der liebe Bruno zu seinem Einzug geschenkt bekam und detailliert geschildert was der Autor irgendwo über Essen und Trinken gelesen oder gehört haben mag. Darüber gerät die zu erzählende Geschichte völlig in den Hintergrund und der Leser ist schon beinahe überrascht, wenn sich Bruno ausnahmsweise wieder einmal mit dem Fall befasst. Der wird dann auch en passent gelöst und wegen des Konfliktpotentials auch gleich wieder vergessen.

19.12.2010 16:27:44
vifu

Durch seine, für die Litcologne 2011 angekündigte, Lesung fiel mir der 1ste Bruno-Krimi in die Finger. Das war mal wieder was eues Nettes! Zunächst dachte ich zwar, ach Peter Mayle lässt grüßen, aber dann entfaltete Walker doch so seinen eigenen Plot und vermittelt nebenbei auch noch etwas Geschichtshintergrund. Sehr schön! Frau ist schon gespannt auf Bruno´s weitere Entwicklung. Sehr empfehlendswert, auch wenn man ständig Apetit bekommt!

21.09.2010 22:35:05
mylo

Dieses Buch hat richtig Spaß gemacht es zu lesen und neben einem Krimiplot viel Interessantes über eine schöne Ecke Frankreichs, dem Perigord. Kulinarische Anregungen und Menschen die einfach menschlich sind mit allen Höhen und Abgründen. Die Kritiken die heir telweise angebracht wurden mögen vielleicht aus der einen oder anderen Sicht nicht ganz grundlos sein. Aber mal ehrlich, dies ist eine sehr unterhaltsame Krimiikost, die nebebei auch einiges Wissen über die dunkele Zeit der jüngsten franz. Geschichte vermittelt. Die Hauptfigur Bruno ist mir persönlich sehr sympatisch und ich freue mich sehr auf das nächste Abenteuer und den einen oder anderen kulinarischen Tipp.
Das sind 90 Punkte von mir.

14.08.2010 14:01:45
Frankreichliebhaber

Bei dem Inhalt des Buches handelt es sich nicht um einen "knallharten" Krimi. Wer das erwartet wird enttäuscht sein.
Das Buch zeigt eher ein Stück französische Lebensart.
Man kennt sich im Dorf, man hilft sich. Man wehrt sich gegen Eingriffe von außen mit Bauernschläue.

Essen und Trinken sind genauso wichtig wie die Freundschaft.
Alles ist vielleicht wie ein bisschen heile Welt, aber es macht Spaß davon zu träumen und sich einen Polizisten / Freund wie Bruno, chef de police zu wünschen.

05.08.2010 17:55:57
Peter Hillenbrand

Als liebhaber französischer lebensart und "connaisseur" der weine habe ich das buch mit grosser freude und spannung gelesen; auch wenn monsieur
Walker Schotte ist und das wagnis eingeht, sich über weine auszulassen, sollten wenigstens die korrekturleser ihn darauf hinweisen, dass der "PETRUS" es nie nötig hatte, sich "CHATEAU PETRUS" zu nennen. Und
monsieur Moueix, der Eigentümer der domaine, würde bei einer nennung eines "Chateau Petrus" not amused undindigniert zusammenzucken.

07.05.2010 17:55:51
schlage68

Frankreich.savoir vivre.Wein...Käse.Foie gras.Freundschaft.und dann dieses Krimi.ich habe dieses Buch sehr gern gelesen.in jeder freien Minute...bis es zu Ende gelesen war. Mein Schatz und ich sind Frankreich-Liebhaber und Geniesser französicher Küche und Lebensart.=)

Finde mich hier und da in der Begeisterung von Bruno wieder.

Seit 2 Tagen bin ich dabei den zweiten Fall von Bruno " Grand Cru" zu lesen.und bin wieder begeistert.würde mich über weitere Geschichten um den chef de police freuen.

08.02.2010 11:24:17
tassieteufel

Saint-Denise ist ein kleiner beschaulicher Ort im Périgord, hier ticken die Uhren noch anders. Bruno Courrèges als einziger Polizist hochtrabend Chef de Police genannt, genießt das ruhige
Leben, doch das ändert sich, als er an den Schauplatz eines Mordes gerufen wird. Ein alter Araber, der sehr zurückgezogen lebte, wird ermordet in seinem kleinen Haus gefunden, auf
seiner Brust ein Hakenkreuz eingeritzt. Der Tote war ein Harki, einer jener Algerier die im Krieg auf Seiten der Franzosen gekämpft hatten und dafür mit dem croix de guerres ausgezeichnet
wurde. Der Mord scheint also einen rechtsradikalen Hintergrund zu haben, doch das kann Bruno nicht so recht glauben, gab es doch in Saint-Denise nie Probleme mit den Rechten. Die Er-
mittlungen rufen aber übergeordnete Stellen auf den Plan und die haben vor allem die politischen Auswirkungen des Falles im Auge.
Wer knisternde Spannung und actionreiche Ermittlungen mag, wird hier nicht fündig, dafür strahlt das Buch viel Atmosphäre und Lebensfreude an den einfachen Dingen aus. Der Alltag der Menschen ist ruhig und gemächlich, hektisch wird es allenfalls, wenn die Bewohner mal wieder gemeinschaftlich gegen die EU Komissare vorgehen, deren Vorschriften ihrer Eßkultur arg zuwider laufen. Das nimmt auch Bruno nicht aus, der diese Trixereien noch unterstützt.
Doch die vordergründige Idylle trügt, denn kaum wird bekannt, das der Mord rassistische Hintergründe hat, zeigt sich, das nicht jeder im Ort erfreut über die Einwanderer ist.
Sicher ist Bruno der Typ Saubermann, den alle mögen, der alles richtig macht und der am Ende auch noch den Fall löst und dabei nicht mal den übergeodneten Stellen auf die Füße tritt. Vielleicht wirkt er dadurch nicht ganz glaubwürdig, doch irgendwie paßt er perfekt in die Geschichte und hebt sich auch wohltuend von all den geschädigten, gestörten und psychisch angeschlagenen Ermittlern ab, die sonst so die Krimilandschaft bevölkern.
Dem Leser wird auch noch ein Stück französisch-algerische Geschichte vermittelt, ebenso wie deren Schattenseiten und wunderschöne Landschaftsschilderungen und sehr anschauliche Beschreibungen der französischen Küche runden das Ganze gekonnt ab.

Fazit: liebenswerte, zum Teil schrullige Figuren und sehr viel ländliche-französische Atmophäre, ein flüssiger Schreibstil und ein gut durchdachter Krimiplot bescheren angenehme Lesestunden.

17.09.2009 04:26:45
Rainer

Bei "Bruno" von Martin Walker geht es mir wie beim Hamburgeressen: es macht Spaß, obwohl man ein durch und durch artifizielles Produkt und kein wirklich gutes Essen konsumiert. Walker hat den perfekten Frankreich-Punch gebraut - ganz aus der Sicht eines vor Ort lebenden britischen Touristen. Mit Peter Mayles Büchern oder dem genialen Stephen Clarke ("A Year in the Merde") findet man britische Autoren, die Frankreich wirklich besser verstehen. Nachdem ich "Bruno" gelesen hatte (natürlich in Frankreich in den einsamen Cevennen ;-) kamen mir im Nachgang schon Bedenken: Walker hält Frankreich für eine richtige Bananenrepublik! Die Geschichte ist psychologisch in vielen Punkten unstimmig. Letztlich Müll, aber schön garniert, damit es gut runtergeht.

17.08.2009 15:14:38
Montaigne

Ein im Perigord spielender Krimi mit viel Lokalkolorit - das wäre genau das, was mir als Frankophilen gefallen würde. Trotzdem ging ich mit einigen Vorbehalten an den Roman: mein Mißtrauen rührt daher, daß ich der Meinung bin, ein wirklich guter Roman könne nur schreiben, wer in Materie und Örtlichkeit daheim ist. Tatsächlich merkt man dem Werk die Touristenperspektive des Autors, offenbar ein Gegner der Europäischen Union, an. Der Roman ist eine Aneinanderreihung von Vorurteilen und Klischees. Die geschilderten Personen und Landschaften sind zweidimensional und blutleer. Alles was die bisherigen Beiträger an Negativem geschrieben haben ist richtig, und ich schenke mir daher die Wiederholung. Ich kann einfach nicht begreifen, wie man dieses Buch loben kann.

12.08.2009 14:55:06
housemeister71

Das Buch ist wie Urlaub.
Ein toller Krimi der aber nur zu einem Teil wirklich als sehr spannend angesehen werden kann. Vielmehr ist das Buch eine Liebeserklärung an das Périgord. Ich habe mich jedenfalls sofort heimisch gefühlt und würde gerne mehr über die Region und die dort lebenden Personen erfahren. Der Autor hat hoffentlich noch weitere Ideen, um den Polizisten Bruno zu beschäftigen. Die bereits in dem Buch enthaltenen Beschreibungen des Personals lassen jedenfalls noch einige Optionen zu. Mehr davon!

06.08.2009 09:55:26
metalesen

ich habe diesen diskreten Krimi sehr gerne gelesen - Bruno ist mir richtig ans Herz gewachsen. Bin schon gespannt, ob es eine Fortsetzung gibt. Endlich einmal kein kaputter Ermittler mit Schwermut, wie oft in den skandinavischen Krimis. Für jemanden, der Frankreich liebt - ein unbedingtes Muss. Landschaft und die französische Lebensart sind sehr gut beschrieben.

01.08.2009 14:41:33
H. Schneider

Ich habe das Buch gestern angefangen und heute beendet. Komplett gelesen!!
Das ist für mich ein klares Qualitätskriterium.
Bruno ist kein "kaputter Kommissar" wie viele "nordische Vertreter"; das finde ich richtig angenehm und entspannend.
Der Fall ist gar nicht entscheidend; wichtig aber die Erkenntnis, dass die Wlt und die Menschen nicht schwarz und weiß sind, sondern das es viele Grautöne gibt.
Die Landschaft und das Leben dort sind sehr authentisch erfasst.
Sehr empfehlenswert.

16.07.2009 18:52:12
meeresradlerin

Also ich bin von diesem Buch sehr begeistert. Endlich mal kein kaputter, melancholischer Kommissar, der ständig mit seinen eigenen "Dämonen" kämpft. Bruno ist eine durchweg sympatische Figur und dabei nie langweilig. Das Buch ist in einem sehr ruhigen Stil geschrieben, wenn man also auf Action steht sollte man es wohl lieber nicht lesen. Allen anderen kann ich es nur empfehlen.

13.07.2009 11:39:28
Spinnenflicker

Bruno Courrèges – einziger Polizist, Gourmet, Hobbykoch, Rugbytrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein Immigrant, Kriegsveteran aus dem Algerienkrieg, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Da das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die in der Résistance-Zeit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.
Vielen Dank an Marthe König und fritzken. Ich habe mich schon sehr gewundert. Mit dem Buch habe ich vor 6 Wochen angefangen und bin bislang erst auf Seite 24!!! Normalerweise brauche ich für so ein Buch max. 2 Tage, aber hier komme ich nicht weiter. Als Schlaftablette ist es aber nicht schlecht.

Gut, ich brauche mich also nicht weiter quälen, sondern lege das Buch tief unten ins Regal.

10.07.2009 14:55:42
fritzken

Auch ich habe mich eher gelangweilt. Stilistisch "bemüht", d.h. schlicht; ich hatte das Gefühl, der Autor sucht sich mit dem Périgord eine Marktlücke für Frankophile.

Teilweise habe ich mich über die Geschwätzigkeit sogar während des Lesens geärgert. Besonders "originelle" Idee: die eher etwas ungewöhnlichen Sexualpraktiken unter Rechtsradikalen. So stellt sich das in etwa Lieschen Müller vor, wie es da abgeht.

Ein wenig erstaunt bin ich über die im allgemeinen relativ guten Kritiken. Geschmäcker sind halt verschieden.

09.07.2009 14:12:12
brabra

Bruno, Chef de Police, ist ein ruhiger Krimi, voller kulinarischer Reize und ohne Perversitäten, wenn man nicht jeden Mord für pervers hält. Daß Gut und Böse nicht immer leicht zu tennen sind, daß die Vergangenheit selten so eindeutig ist, wie bestimmte Geschichtsbücher einen gleuben machen wollen und daß Rassismus leider Gottes nicht nur ein Problem weniger dumpfer Rechtsradikaler ist, das alles verpackt Mr.Walker in eine sonnendurchflirrte, wohlduftende Geschichte. Ich werde gerne von Brunos nächstem Fall lesen!

07.07.2009 16:45:30
Marthe König

Also ich bin der obigen Empfehlung von Wolfgang Weninger gefolgt und langweile mich zu Tode!(Wäre auch mal ein interessanter Mord...)
Ich bin auf Seite 225 und lese nur noch quer.
Wenn man keinen Krimi lesen will gibt es sicher auch noch andere Bücher über Frankreich. Ich bin frankophil aber hier finde ich nichts an Atmosphäre, was mir die fehlende Spannung ersetzt. Ich fühle mich an den heimischen Stammtisch versetzt, wo Regionalpolitik beschwatzt wird, die mich auch hier herzlich wenig interessiert. Was die Resistance angeht, so ist ja klar, wer die Guten und wer die Bösen sind. Und Ausländerfeindlichkeit ist auch kein bißchen spannend, wenn man dem Thema nicht einen anderen Aspekt abgewinnt.
Ich werde das Buch sofort wieder bei ebay verscherbeln, wo ich es auch gekauft habe.

06.07.2009 21:17:06
biblio

Stimmt - ist ein Krimi für Leser/innen,für die weniger die action und die Zahl der Leichen zählt,sondern die mehr Wert auf Atmosphäre legen.Ist eigentlich auch ein Buch für Frankreich-Liebhaber,die es nicht unbedingt" mit den Krimis haben" - sondern sich auf Urlaub einstimmen oder an Urlaub erinnern möchten.Stimmungsvolle Erzählung,schlüssige Charaktere - sicher kein großer Wurf,aber dafür ein sehr nettes Leseerlebnis!

09.06.2009 15:47:30
mimikrimi

Ich habe diesen leisen Krimi sehr genossen,Fernab von brutaler Action und blutigen Details lebt dieser Krimi von seinen wunderbaren Beschreibungen des Landlebens, jeder kennt jeden, der Polizist kennt seine Pappenheimer und plötzlich geschieht ein Mord. Da muß natürlich die Obrigkeit her,wie kann ein einfacher Dorfpolizist auf Verbrecherjagd gehen. Bruno Chef de Police führt seine Ermittlungen an den Oberen vorbei, mit eine Schläue,die eines Schwejks würdig ist. Bruno läßt sich nicht beirren, und mehr als einmal für er die Oberen an der Nase rum.