Sherlock Holmes - Folge 72: Der Aluminiumdolch
- Titania Medien
- Erschienen: Mai 2026
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Ein wahrhaft unmöglicher Mord.
Es ist mal wieder ein ganz normaler Tag für Sherlock Holmes und Dr. Watson, während die beiden in Holmes Wohnzimmer sitzen und sich über den Tee streiten. Erst als ihre Vermieterin Mrs. Hudson einen Gast hereinbringt, wird aus diesem gewöhnlichen Geplänkel der beiden Männer ein spannender Mordfall.
Bei dem Gast handelt es sich um Henry Curtis, der völlig verzweifelt ist. Seine Tochter wird des Mordes an seinem zukünftigen Schwiegersohn Alfred Hartridge bezichtigt und wurde von Inspector Lestrade ins Gefängnis gebracht. Mr. Curtis ist sich aber zu einhundert Prozent sicher, dass seine Tochter den Mord nicht begangen haben kann.
Ein unmöglicher Mord in einem verschlossenen Zimmer
Sogleich begeben sich Holmes, Watson und Mr. Curtis zum Tatort. Dort treffen sie nicht nur auf Inspector Lestrade, sondern auch auf den Pathologen Dr. Egerton, der die Leiche von Mr. Hartridge schon eingehend untersucht hat. Hartridge wurde beim Aufziehen seiner Uhr, die auf dem Kamin steht, von hinten mit einem Dolch brutal erstochen. Da Holmes genauere Informationen für die Ermittlungen benötigt, bittet er darum, den Dolch aus der Leiche zu entfernen.
Dieses Vorhaben ist aber nicht ganz so einfach, denn der Dolch steckt tief im Rücken des Toten. Scheinbar wurden beim Eindringen mehrere Rippen gebrochen, so dass der Dolch nun verkantet ist. Dieses deutet auf einen überaus starken Mörder hin und von der Position des Dolches an sich, auch auf einen Linkshänder. Als es dann endlich geschafft ist, den Dolch zu entfernen, erkennen die Umstehenden erst einmal, um was für eine perfide Mordwaffe es sich dabei handelt.
Der Dolch an sich ist aus ganz normalem Eisen gefertigt, während der Griff aus Aluminium ist, was eher seltsam ist. Nun beginnt Die wahre Arbeit von Sherlock Holmes, der beginnt, nicht nur die Leiche, sondern auch den Tatort an sich penibel zu untersuchen. Er macht dazu Fotos von Dr. Watson an der Stelle, wo die Ermordete zum Tatzeitpunkt gestanden haben muss, vermisst die Möbel und fertigt sogar eine Maßstabsgetreue Skizze an. Er nimmt Fingerabdrücke und lässt sich den Brief zeigen, den Lestrade dem Toten abgenommen hat. Aus diesem geht hervor, dass Mr. Hartridge erpresst wurde.
Nun ist die Frage, wer könnte außer seiner Verlobten noch etwas vom Tod von Mr. Hartridge haben. Schnell kommt Mr. Curtis auf Leonard Wolfe, den besten Freund des Ermordeten, der nach einem eher zwielichtigen Handel mit Hartridge als Alleinerbe des Vermögens eingesetzt wurde. Doch wie ist es ihm gelungen Mr. Hartridge zu ermorden?
Ein weiteres Kapitel aus den geheimen Archiven
Willkommen beim 72. Fall der „Geheimen Fälle des Meisterdetektivs“. Wie es in der Tradition der Serie steht, beinhaltet dieses Hörspiel eher unbekannte Fälle von Sherlock Holmes. Dabei sind diese Fälle nicht immer von Sir Arthur Conan Doyle, sondern auch von Amy Onn sowie R. Austin Freeman. Letzterer hatte zwar eigentlich einen anderen Detektiv als Protagonisten, doch mit ein wenig Anpassungen von Marc Gruppe von Titania Medien, entsteht daraus ein nettes Sherlock Holmes Hörspiel.
Diese Anpassungen betreffen diesmal aber nicht nur den Austausch der Hauptfiguren, sondern auch einiger Nebenfiguren und Handlungen. Im Gegensatz zur original Geschichte von R. Austin Freeman, handelt es sich bei dem Ermordeten um den Schwiegersohn und nicht um den Schwager. In Gruppes Adaption wird durch den Tausch der ermordeten Figur und der damit einhergehenden Tatverdächtigen die Gemütslage des Auftraggebers, Mr. Curtis, noch angespannter, was an dieser Stelle die Dringlichkeit bei der Tätersuche noch hervorhebt.
Für die Umsetzung der Geschichte konnte Marc Gruppe sowie sein Team von Titania Medien erneut auf die uns Hörern nun schon seit der ersten Episode bekannten Stimmen setzen. So ist Joachim Tenstedt wieder in die Rolle des Sherlock Holmes, Detlef Bierstedt erneut in die Rolle des Dr. Watson und Regina Lemnitz in die Rolle der äußerst neugierigen aber überaus großherzigen Mrs. Hudson geschlüpft. Diese sind nun schon seit dem ersten Fall dabei und haben die Figuren auch schon in der Vorgängerserie „Krimi-Klassiker“ verkörpert.
In weiteren Rollen kommen die Stimmen von Lutz Reichert als Inspector Lestrade, Lutz Mackensy als Henry Curtis, Bodo Primus als Portier, Christoph Jablonka als Dr. Egerton, Bene Gutjan als Büroangestellter sowie Stephan Bosenius als Kutscher dazu. Zusammen mit den gut platzierten Soundeffekten ist diesen wieder ein hervorragendes Kriminalhörspiel gelungen.
Doch auch wenn die Soundeffekte sehr gut platziert sind, gibt es zwei von diesen, die aus meiner bescheidenen Sicht sehr gut gemacht waren, mir aber ein wenig zu überproportioniert vorkamen. Da wäre einmal das herausziehen des Dolches aus dem Körper, was sich wirklich überaus martialisch anhörte, aber auch das Ablegen des Dolches auf dem Boden. Vor allem bei letzterem hatte ich eine viel größere metallene Waffe vor Augen – eher so etwas wie ein Degen. (Natürlich kann es sein, dass dieses Geräusch durch die unterschiedliche Zusammenstellung der Materialien zustande gekommen ist.)
Fazit
„Der Aluminiumdolch“ ist eine perfekte „Whodunit“ Detektivgeschichte, in der Sherlock Holmes wieder glänzen kann und am Ende den Mörder präsentiert. Natürlich ist er dabei wieder unfassbar überheblich und besserwisserisch, was natürlich passend zu der von Sir Arthur Conan Doyle erdachten Figur ist.

Sir Arthur Conan Doyle, R. Austin Freeman, Titania Medien





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