Sherlock Holmes - Folge 71: Blaubarts Erbe

  • Titania Medien
  • Erschienen: April 2026
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Sherlock Holmes - Folge 71: Blaubarts Erbe
Sherlock Holmes - Folge 71: Blaubarts Erbe
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75°1001

Krimi-Couch Rezension vonJun 2026

Die Auferstehung einer Märchenfigur.

Sherlock Holmes und sein Freund und Chronist Dr. Watson sitzen gemütlich zusammen in der Bakerstreet 221b, als plötzlich eine völlig aufgelöste Mrs. Hudson vor ihnen steht. Ein Paketbote hat einen Koffer geliefert und dieser stinkt bestialisch. Sie vermutet, dass Holmes sich irgendwelche neuen Chemikalien hat liefern lassen und hat den Koffer geöffnet. Da drin befanden sich aber Frauenkleider und Mrs. Hudson ist empört. Watson beschwichtigt die Vermieterin und schickt sie lieber vor die Tür, da er ebenso wie Holmes schon ahnt, was in dem Koffer ist.

Blaubart ist zurück und sucht neue Opfer

In dem Koffer befindet sich wirklich Damenkleidung, doch leider nicht nur diese. Diese Damenkleidung ist getränkt mit alten Blutflecken, woher auch der Gestank kommt und einer Nachricht für Sherlock Holmes. Dabei handelt es sich um den Hilferuf von Lady Dungrave. Diese lebt in Schottland zusammen mit ihrem Mann und fürchtet um ihr Leben. Sie bittet in dem Brief aber, dass Holmes nicht direkt mit der Tür ins Haus fällt und inkognito ermittelt.

Da Holmes keinem Hilferuf mit einem damit verbundenen Rätsel widerstehen kann, macht er sich zusammen mit Watson auf den Weg nach Schottland. Im Zug berichtet er ihm von seiner Tarnung. Er selbst wird als gealterter Maler William Callow dort auftreten, während Watson als Callows getreuer Assistent auftreten wird. So stehen die beiden Ermittler also kurz darauf vor dem Anwesen von Lord Dungave, der sie auch gerne hereinbittet. Lord Dungrave ist nämlich ein begeisterter Anhänger von Callow und hätte gerne eines seiner Gemälde für das Esszimmer.

Als Holmes dann ein Gemälde vom naheliegenden See vorschlägt, wird Lord Dungrve eher still und verschlossen. Der See hat ihm, nach seiner eigenen Aussage, das Wichtigste im Leben genommen und soll daher nicht auch noch Einzug in sein Haus finden. Kurz darauf lässt er sich entschuldigen und lässt Holmes und Watson in der Gesellschaft seiner Frau zurück.

Auf diesen Moment hat man nur gewartet und schon bald beginnt Lady Dungrave mit ihrem Bericht. Wie in dem alten Märchen hat der Lord sie geheiratet und aus schlimmster Not gerettet. Als sie in dieses Anwesen gekommen sind, durfte sie sich überall frei bewegen, sie durfte das Turmzimmer aber nicht betreten. Das war ihr strengstens verboten. Eines Tages hat sie die Chance aber genutzt und mehrere Koffer mit blutiger Kleidung entdeckt, von denen sie einen zu Sherlock Holmes schickte. Seither fürchtet sie um ihr Leben.

Holmes und Watson versprechen das Rätsel zu lösen und beginnen auch bei der nächsten sich bietenden Möglichkeit mit ihren Nachforschungen. Dabei untersuchen sie nicht nur das Turmzimmer, sondern das ganze Grundstück von Lord Dungraves Anwesen. Was sie dort finden, ist mehr als verstörend und schlimmer noch als alles vorher befürchtete. Werden sie Lady Dungrave wirklich noch vor ihrem Ehemann retten können?

Zwei klassische Figuren im Wettkampf miteinander

Die aktuelle Staffel der „geheimen Fälle der Sherlock Holmes“ geht spannend weiter. Nachdem Marc Gruppe als Regisseur und Produzent in der letzten Geschichte die Welten von Sir Arthur Conan Doyle und R. Austin Freeman vermengt hat und dadurch ein völlig neues Abenteuer entstanden ist, gibt es für Fall 71 wieder eine Geschichte von Amy Onn.

Die Inspiration für dieses Geschichte lieferte ein alter Märchenklassiker der Gebrüder Grimm, der vor geraumer Zeit im Rahmen der Hörspielreihe „Gruselkabinett“ von Marc Gruppe und Stephan Bosenius vertont worden ist. Nun greifen sie das Motiv für Sherlock Holmes wieder auf und verpassen ihm einen ganz neuen Anstrich in der Kulisse des viktorianischen Englands. Natürlich ist die Handlung nicht komplett identisch, es wurden noch einige weitere Facetten hinzugefügt, damit die Geschichte auch für Kenner des Märchens spannend bleibt.

Dabei ist der Aufbau der Geschichte erneut kein klassischer „Whodunit“, da der Verdacht, wer der Täter sein kann, ja eigentlich schon sehr früh in der Handlung feststeht. Die Frage die in „Blaubarts Erbe“ eher im Mittelpunkt steht, lautet: „warum die Morde stattgefunden haben?“ - und damit einhergehend auch „wie viele Morde haben stattgefunden?“. Dieses große Rätsel gilt es von Holmes und Watson zu lösen.

Für die Umsetzung dieser Handlung konnten Gruppe und Bosenius erneut wieder auf Joachim Tennstedt als Sherlock Holmes sowie Detlef Bierstedt als Dr. Watson setzen. Diese sind seit der ersten Folge dabei und daher auch nicht mehr aus diesem Geschichtenkosmos wegzudenken. Vor allem die kleinen Wortspiele und Streitigkeiten zwischen den beiden Figuren sind immer hervorragend inszeniert und verpassen diesen teils doch sehr düsteren Geschichten noch eine kleine, aber feine Prise Humor.

Dazu kommen noch die hervorragend platzierten und für die Rollen ausgesuchten Stimmen von Regina Lemnitz als Mrs. Hudson, Christoph Jablonka als Lord Dugrave, Marie Bierstedt als Lady Dungrave, Lutz Mackensy als MacGregor, Axel Lutter als Mr. Oaks, Bert Stevens als Wirt, Stephan Bosenius als Kutscher und Constable, Peter Lonzek als Inspektor MacLeod sowie Marc Gruppe als Constable.

Ihnen allen gelingt es wieder, ein erstklassiges Hörspiel umzusetzen, welches irgendwie bekannt zu sein scheint, dann aber doch wieder nicht. Die Offenbarung am Ende ist ein wahrer Schocker und nicht nur Holmes und Watson müssen sich von der Vorstellung erholen.

Fazit

Die erste Folge der neuen Staffel hatte mich noch nicht so wirklich gepackt. Nun hat mich das Sherlock Holmes Fieber durch den Aufbau und die Umsetzung der Geschichte aber wieder komplett erwischt und ich freue mich schon auf die nächste Folge mit dem Titel „Der Aluminiumdolch“.

Sherlock Holmes - Folge 71: Blaubarts Erbe

Amy Onn, Sir Arthur Conan Doyle, Titania Medien

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