Denn du gehörst mir

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

- OT: You Don't Own Me

- aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet

- TB, 336 Seiten

- Bd. 6 [Laurie Moran]

Couch-Wertung:

65°
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Sabine Bongenberg
Wer soll nun dein Lieblingsmörder sein, liebes Publikum?

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Okt 2021

Es war ein recht normaler Tag, als der gut aussehende, charismatische Arzt Martin Bell erschossen wurde. Seine Kinder stritten sich im Wohnzimmer über ihr Spielzeug, seine Frau Kendra dämmerte im Schlafzimmer vor sich hin und die Haushaltshilfe Caroline hatte alle Hände voll zu tun. Das alles war nicht ungewöhnlich. Der Mord an Martin Bell, der in seiner Einfahrt in seinem teuren BMW erschossen wurde, kam aber wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel. Noch rätselhafter blieb bis heute, dass der Täter trotz intensiver Suche der Polizei nicht ermittelt werden konnte. Nun, nach fünf Jahren, ist mehr oder weniger Ruhe eingekehrt, wenn auch Martins Eltern Robert und Cynthia Bell immer noch davon überzeugt sind, dass ihre Schwiegertochter bei der Ermordung Martins die Hände im Spiel hatte. Aber wie will man sie jetzt noch überführen, wo doch alle Spuren im Sande verlaufen sind? Hier kommt Laurie Moran mit ihrer Sendereihe „Unter Verdacht“ ins Spiel, widmet sich doch dieses Format nicht aufgeklärten Kriminalfällen und konnte schon diverse Täter zur Strecke bringen.  

Mary Higgins Clark eine der großen, alten Damen des amerikanischen Krimis hat diesen sechsten Band um die Reporterin Laurie Moran gemeinsam mit Alafair Burke, der Tochter des ebenfalls berühmten Autors James Lee Burke verfasst. Dieses Buch erschien im selben Jahr, in dem Mary Higgins Clark auch selbst verstarb. Aus der Reihe um Laurie Moran dürfte nur noch der Band „Gebrochen ist dein Herz“ erscheinen, es sei denn, Alafair Burke führt das Label „Higgins Clark“ alleine weiter.

Wenn es während der Dreharbeiten herauskommt, ist das sehr viel schlimmer…

Laurie Moran, die in ihrem Leben viele Höhen und Tiefe erfahren hat, ist in diesem Buch in einem relativ ruhigen Fahrwasser angelangt. Mittlerweile muss sie sich mit den Problemen beschäftigten, die die neue Zweisamkeit mit ihrem Verlobten, dem neu ernannten Richter Alex Buckley, hervorrufen und die sich insbesondere auf Hochzeitsvorbereitungen, den Kauf einer neuen Wohnung und eine übereifrige Maklerin beziehen. Es muss so nicht überraschen, dass auch das Erzähltempo dieses Buches daher ein wenig gemäßigt ist. Große Abenteuer spielen sich derzeit nicht in Morans Leben ab und auch die Aufklärung des Cold Cases um den Mord an Martin Bell lässt sich eher behäbig an.

Dennoch überraschte mich in diesem Zusammenhang allerdings auch der offensichtlich felsenfeste Glaube der US-Amerikaner an die Macht der Fernsehshows. Deren Personal scheint wesentlich gründlicher als die örtliche Polizei zu arbeiten und daher oft zu triumphieren, wo die eigentlichen Ordnungshüter schon längst die Waffen streckten. Natürlich kann sich der Leser denken, dass bei einer solchen Show grundsätzlich ein gewisser Druck auf die beteiligten „Verdächtigten“ ausgeübt wird, denn sonst würden die ja wohl kaum in der Öffentlichkeit auftreten. Dennoch scheint dieser Fakt bei der Aufklärung eines Falls nur eine zu vernachlässigende Rolle zu spielen und die beteiligten Journalisten pfuschen frisch und fröhlich der Polizei ins Handwerk.

“Ich habe Laurie in Aktion gesehen. Ihr kriminalistischer Spürsinn kann sich mit dem der besten FBI-Agenten messen…“

Möglicherweise war aber auch den beiden Autorinnen das gedrosselte Tempo der Wohnungssuche und der Hochzeitsvorbereitungen ein wenig zu behäbig. Ich kann mir nämlich keinen anderen Grund erklären, aus dem die Handlung noch um eine Person erweitert wurde, die offensichtlich im Dunklen lauert und eine besondere Gelegenheit abwartet, um der Heldin ihr Glück abzutrotzen und doch noch übel mitzuspielen.

Die üblen Machenschaften dieses Missetäters bestanden allerdings in erster Linie aus wüsten Drohungen und untauglichen Versuchen doch noch in die Verbrechensstatistik einzugehen. Hier hätte ich mir doch eher gewünscht, dass dieser lieblose Appendix – wenn wir schon einmal im Cosy-Crime angekommen sind – doch lieber gegen paar weitere Stränge über Lauries Umfeld ausgetauscht worden wären. Im ganzen Hin und Her der Hochzeitsvorbereitungen scheint nämlich beispielsweise Lauries Sohn vollkommen in Vergessenheit geraten zu sein. Immerhin - gelegentlich wird noch von ihm berichtet, aber ansonsten scheint Sohn Timmy nicht mehr allzu sehr zu interessieren, zu wichtig ist doch mittlerweile, was Freund Alex von diesem oder von jenem hält.

Fazit:

Fans und Kenner des Lebens der Laurie Moran werden sich darüber freuen, an einem weiteren  Kapitel ihres Lebens teilnehmen zu dürfen, Neueinsteigern dürfte das Tempo dieses Buches doch ein wenig zu behäbig und einige Ansichten zu „amerikanisch“ oder vielleicht zu altmodisch sein. Higgins Clark und Burke haben dennoch einen soliden und in sich geschlossenen Krimi vorgelegt,  aber ich bezweifle auch, dass dieser Band zu den besten der Laurie Moran Reihe gehört.

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