Exekution

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

- OT: The Fix

- aus dem Englischen von Uwe Anton

- TB, 560 Seiten

- Bd. 3 [Amos Decker]

Couch-Wertung:

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Sabine Bongenberg
Nichts für Ungeduldige

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Feb 2021

Es ist ein bedeckter Vormittag, als der unbescholtene Bürger Walt Dabney die farblose Aushilfslehrerin Anne Berkshire, die in ihrer Freizeit todkranken Kindern im Krankenhaus Geschichten vorliest, auf der Pennsylvania Avenue 935 in Washington DC erschießt. Immerhin – er vollbringt sein Verbrechen an prominenter Stelle, denn wer sich ein bisschen für die amerikanische Verbrechensbekämpfung interessiert, der weiß, dass das FBI unter dieser Adresse im Hoover-Gebäude residiert. Ein ebenso prominenter Mitarbeiter des FBI, Amos Decker, der Mann mit dem perfekten Gedächtnis, wird Augenzeuge dieses Mordes, und er lässt es sich nicht nehmen, die Tat selbst zu untersuchen. Warum bringt ein Familienvater, der bisher noch nie kriminaltechnisch in Erscheinung getreten ist, eine graumäusige Aushilfslehrerin um und nimmt sich anschließend selbst das Leben? Andererseits - warum konnte sich diese graue Maus eine fantastische Wohnung in Bestlage leisten? Und warum reißt der militärische Nachrichtendienst plötzlich die Ermittlungen an sich und behauptet, die nationale Sicherheit sei bedroht?

David Baldacci erzählt seinen dritten Roman um seinen ungewöhnlichen Helden Amos Decker mit einer Ruhe und Bedachtsamkeit, die ungeduldige Leser auf die Palme zu bringen vermag. Amos Decker, beschrieben als 1,95-Meter-Mann mit einer Vorliebe für fettiges Essen und schmuddelige Kleidung, erinnert gelegentlich an die Figur des „Duke Lebowski“ - wäre da nicht sein absolutes Gedächtnis. Da er seit einem Sportunfall unter anderem unter dem hyperthymestischen Syndrom leidet, kann er Erinnerungen an Episoden und Tage mit dokumentarischer Genauigkeit reproduzieren - natürlich in seinem eigenen Tempo und Rhythmus, und das ist eher ein behäbiger. Unglücklicherweise spricht Baldacci dieses phänomenale, absolute Gedächtnis aber den Lesern des Romans ab, denn anders lässt sich dessen ständige Erwähnung nicht erklären.

Behäbig und konservativ

Der Leser begleitet Amos Decker und seine Kollegin und WG-Mitwohnerin Alex Jamison bei den Untersuchungen dieses bizarren Verbrechers und muss ihnen über jede einzelne ausführlich erzählte Untersuchung und über jeden detaillierten Ermittlungsschritt gehend folgen. Das ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache, denn Baldacci ist niemand, der plötzlich auf Erkenntnisse aufspringt. Sein Team ermittelt sorgfältig und ausführlich; immerhin werden keine großen Cliffhanger eingesetzt, sondern Ermittlungsergebnisse dem Leser sofort offenbart. Damit entsteht aber kein Tempo. Es ist ein langer ruhiger Fluss, der die Ermittelnden hier durch die Untersuchungen treibt. Dennoch wäre es unfair, Baldaccis neuen Roman schlicht als „langweilig“ zu bezeichnen. Die einzelnen Fakten, die sukzessive zu den einzelnen Personen offenbart werden, sind schon spannend – aber manchmal wünschte ich mir doch, es ginge alles ein bisschen fixer. Sehr konservativ gewählt ist das Feindbild, das hier – man muss sagen: einmal mehr – zu Tage tritt: Natürlich sind es die Russen, und wenn die es möglicherweise mal doch nicht sind, sind es Bösewichte aus dem nahen Osten, die spionieren. Kurioserweise bleibt dabei aber die Frage ungeklärt, was denn eigentlich in all den Jahren Spioniererei und mit der ganzen Arbeit und dem ganzen Aufwand spioniert werden sollte. Als es auf den letzten Haupttwist zusteuert, ist das Ziel klar, und plötzlich kommt auch einmal eine Menge Bewegung in die Handlung, die man ihr schon gar nicht mehr zugetraut hätte. Aber was wurde vorher den Russen verkauft und warum? Eine Antwort bleibt das Buch schuldig.

David Baldacci gehört mit seinen Werken sicherlich zu den Urgesteinen des Thrillers und so vermag er auch mit einem mäßigen Buch zu fesseln. Dennoch kam ich nicht umhin, mich zu fragen, ob er nicht einige Entwicklungen einfach versäumt hat. So ist es mittlerweile gang und gäbe, dass eine Frau selbstbestimmt darüber entscheidet, ob sie mit einem Mann auch ganz kurz nach dem Kennenlernen eine Nacht verbringt, und – ja – es ist mittlerweile sogar ganz üblich, ihn danach NICHT zu heiraten. Nachvollziehbar war sicherlich auch, dass FBI-Agenten früher ganz aus dem Häuschen waren, wenn sie einen Termin beim Präsidenten hatten; in der heutigen Trump-Ära würde jeder engagierte Agent vermutlich eher entschlossen zu einer Krankmeldung greifen, um dieses Kennenlernen zu vermeiden. Ob die Russen tatsächlich noch immer den generellen und übermächtigen Feind verkörpern, sei an dieser Stelle auch zumindest in Frage gestellt - und das mit den gedopten Sportlern ist ja auch schon ein bisschen her.

Fazit

Baldacci hat ein konservatives Werk abgeliefert, und wer ein ruhiges Buch für eine längerfristige Bettlektüre sucht, der ist hier richtig. Wer aber auf der Suche nach ein bisschen Action und Spannung ist, der sitzt im falschen Kino.
 

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