Abgrund

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

Tina Flecken (Übersetzung)

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Jörg Kijanski
Die Handlung nimmt spät, aber dann gewaltig Fahrt auf

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2020

Ein Leichenfund in Bessastadir sorgt für Aufregung, zumal sich hochrangiger Besuch in Person des chinesischen Außenministers beim isländischen Präsidenten angesagt hat. Nicht auszudenken, wenn jemand aus seinem Gefolge einen Blick auf den Galgenfelsen auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht werfen würde. Dort baumelt ein Mann an besagtem Felsen; Eile ist angesagt, denn der Anblick könnte die Gäste verstören.

Bei der völlig unsachgemäßen Abnahme des Leichnams entdecken die Polizisten um Chefin Erla und Kommissar Huldar, dass es sich nicht, wie zunächst angenommen, um einen Freitod handeln kann. Denn wer würde sich zuvor mit einer Nagelpistole einen Nagel in die eigene Brust schießen?

„Ist das eine alte Hinrichtungsstätte?“
„Dem Namen nach zu schließen ja, auch wenn es keine schriftlichen Quellen über Exekutionen gibt. Soweit ich weiß, handelte es sich um die Hinrichtungsstätte des alten Thingbezirks von Kopavogur. Den Felsen kann man von Bessastadir aus sehen, sodass der Vertreter des dänischen Königs von zu Hause aus zuschauen konnte. Eine hübsche Sache.“

Die Ermittlungen laufen stockend an, doch bald ist zumindest die Identität des Mannes geklärt: Helgi Fridriksson, ein ehemaliger Hedgefondsmanager, der es in Amerika zu einem Vermögen brachte und vor einem Jahr nach Island zurückkehrte. In der Wohnung von Helgi treffen die Ermittler überraschend auf Freyja, die Leiterin des Kinderhauses, und den Sozialarbeiter Didrik vom Jugendamt, denn ein anonymer Anrufer teilte der Stadtverwaltung mit, dass sich in dieser Wohnung ein kleiner Junge in Not befände. Siggi heißt der Vierjährige, der verständlicherweise einen verstörten Eindruck macht.

Er kennt weder die Wohnung noch Helgi, auch seinen Nachnamen kann er nicht nennen. Die Suche nach seinen Eltern gestaltet sich äußerst mühsam, denn sie sind wie vom Erdboden verschluckt. Derweil erhalten Helgis vier beste Freunde einen Videoclip, der dessen Tod zeigt. Aber wer verschickte die Datei? Jemand aus ihrer Gruppe oder sollte ein Außenstehender Zugang zu ihrem extrem verschlüsselten System gefunden haben? Dann könnte der Täter womöglich über zahlreiche Videos stolpern, die für alle höchst unangenehme Konsequenzen hätte…

Bereits der vierte Fall der Huldar-Freyja-Reihe

Nach „DNA“, „SOG“ und „R.I.P.“ ist „Abgrund“ bereits der vierte Fall für das ungleiche Duo Huldar und Freyja, deren Wege sich immer wieder kreuzen. Dabei fühlt sich Huldar zu Freyja hingezogen und ist auf den attraktiven Didrik eifersüchtig, doch eine schon länger zurückliegende Nacht betrübt das Verhältnis zwischen den Beiden. Ähnlich ist die Lage zwischen Huldar und seiner cholerischen Chefin Erla; auch hier liegt ein wesentlicher Grund in einer verhängnisvollen Nacht. Zum Glück gibt es Lina, eine junge Studentin der Polizeiwissenschaft, die ein Berufspraktikum absolviert und Erla nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven geht, und folglich deren schlechte Laune abbekommt.

Während Huldars Privatleben weiter ereignislos dahinplätschert, gibt es für Freyja ein Problem, denn ihr Bruder Baldur wurde aus der Haft auf Bewährung entlassen. Noch übernachtet er in einer Resozialisierungsanstalt, doch bald muss Freyja ihren Platz in seiner Wohnung räumen. Ein Kumpel von Baldur, der in Kürze eine längere Haftstrafe antreten muss, bietet Freyja daher vorübergehend seine Wohnung an; allein sein ungewöhnliches Haustier schreckt Freyja ab.

Über die geheimnisvolle Vergangenheit von Helgi und seinen vier Kumpels soll nicht zu viel verraten werden. Aber die Spur führt in die Welt des Darknet und des Deep Web sowie zu attraktiven Frauen.

Fazit:

Erneut legt die isländische Erfolgsautorin einen spannenden Plot hin, der allerdings eine gewisse Anlaufzeit benötigt. Danach ist man wie immer in dem flüssigen Erzählstil sowie dem Mix aus Ermittlung und privaten Ereignissen gefangen und wähnt sich lange sicher, wie denn die Auflösung ausfallen wird. Doch Yrsa Sigurdardottir wäre nicht so beliebt, würde sie nicht durch die eine oder andere Wendung am Ende noch einmal groß auftrumpfen. So bleibt nach der Lektüre die Vorfreude auf den fünften Band, dessen Übersetzung hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft vorliegen wird.

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