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Thomas Gisbertz
Kurzweiliger Krimi aus dem Erzgebirge

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Apr 2020

An einem Januarmorgen verschwindet die achtjährige Violetta Hartwig. Akribisch rekonstruiert die Polizei ihren Weg zur Schule und entdeckt Indizien, die auf eine Entführung hindeuten. Doch das Mädchen wird nie gefunden.

Zehn Jahre später verbringt Kriminalhauptkommissar Erik Donner ein paar Tage an diesem Ort und will dort eigentlich nur sein privates Unglück im Alkohol ertränken, als er von Violettas Cousine Linda Groß aufgesucht wird. Angeblich gibt es einen neuen Hinweis auf den Verbleib des Mädchens. Doch Donner glaubt nicht an die Aufklärung eines so alten Falls.

Die Schatten der Vergangenheit

Kriminalhauptkommissar Erik Donner ist nicht nur seelisch gebrochen, sondern nach einem Dachsturz auch körperlich entstellt, weswegen er von vielen nur „Kommissar Monster“ genannt wird. Annegret, seine Chefin und Lebenspartnerin, ist vor Kurzem verstorben, und Donner benötigt dringend eine Auszeit. Aber auch in der beschaulichen Gemeinde Pöhla am Rande des Erzgebirges findet er keine Ruhe. Nachdem er sich am Abend in der Dorfkneipe betrunken hat, wacht er morgens in einem Bett voller Blut auf.

Donner kann sich an nichts erinnern. Als dann auch noch Linda Groß tot in einem Supermarktcontainer gefunden wird, gerät Donner unter Mordverdacht. Was wusste Violettas Cousine, dass sie ermordet wurde? Der Täter ist offenbar skrupellos - und immer noch in der Nähe.

Berufliche Erfahrung

Polizist und Bestsellerautor in einer Person: Unter dem Pseudonym Elias Haller veröffentlicht ein Hauptkommissar aus Chemnitz seit Jahren erfolgreich Romane. „Polizist war immer mein Traumberuf. Schreiben ist meine große Leidenschaft“, so Haller. 2015 veröffentlichte er seinen ersten Thriller der Erik-Donner-Reihe „Tod und tiefer Fall“. Es folgten bisher fünf weitere Fälle um den eigenwilligen Kommissar im Amazon Verlag „Edition M“. Mit „Tod und kein Erbarmen“ schickt er Erik Donner nun zum siebten Mal auf Verbrecherjagd. 

Mit Hauptkommissarin Klara Frost erschuf der Autor 2017 eine neue Ermittlerin aus Leipzig. Hiervon sind bislang drei Bände erschienen.

Außerordentlich starke Nebenfiguren

Wer sich für Thriller-Literatur rund um Chemnitz interessiert, ist bei der Erik-Donner-Reihe genau richtig, auch wenn es den zynischen Kommissar diesmal ins Erzgebirge verschlägt. Das ist aber nicht die einzige Neuerung im aktuellen Band von Elias Haller. Der Autor bricht altbekannte Strukturen seiner Serie auf und stellt mit Sokrates Vogel eine Figur ins Zentrum der Handlung, die schon fast gleichwertig mit Donner die Rolle der Hauptfigur einnimmt. Zusammen mit dem unter Mutismus leidenden Albrecht Semmler leitet er das Kommissariat 77 (das es eigentlich gar nicht gibt), welches sich der Cold Cases annimmt. Vor Jahren hat Vogel für eine kurze Zeit sogar zusammen mit Donner beim K11 gearbeitet.

Vogel ist ein mehr als starrsinniger und selbstgefälliger Mensch, der täglich mit zahlreichen gesundheitlichen Einschränkungen und Beschwerden zu kämpfen hat. Da er vor vielen Jahren die Tochter eines Staatsministers der Justiz aus der Hand von Geiselnehmern befreien konnte, hat er quasi Narrenfreiheit und kann sich somit beruflich so gut wie alles leisten.

Die einen Kollegen halten ihn für ein Genie, für andere ist er nur ein Arschloch. Ihm zur Seite stellt Haller Lia Winter, eine selbstbewusste junge Frau, die sich vom schroffen, zynischen Tonfall Vogels nicht abschrecken lässt. Ihre besondere Stärke ist ihre schnelle Auffassungsgabe und ihre hohe Intelligenz. Beide Typen ergänzen sich sehr gut. Man darf schon jetzt gespannt sein, wie es mit Vogel/Winter weitergehen wird.

Etwas zu viel des Guten

Es wäre langweilig, wenn sämtliche Kommissare und Polizeibeamten immer nur stupide ihrer Ermittlungsarbeit nachgehen würden. Private und berufliche Probleme steigern zumeist den Unterhaltungswert der Romane. Hallers Figuren sind auf ihre Art aber fast alle außergewöhnliche Charaktere. So gut wie kein Ermittler ist ohne gesundheitliche und/oder psychische Einschränkungen.

Auch wenn die einzelnen Figuren sicherlich gut dargestellt und teilweise sehr unterhaltsam sind, überreizt Haller hier etwas, denn in der Fülle der skurrilen Protagonisten geht deren Besonderheit und Andersartigkeit unter. Auch hat man das Gefühl, dass bei der Chemnitzer Polizei sowie deren Amtskollegen aus dem Erzgebirge nur Menschen arbeiten, denen man aus ärztlicher oder psychologischer Sicht dringend die Dienstfähigkeit absprechen muss.

Flüssiger Erzählstil

Wenn man aber derlei Figurendarstellung mag, wird man bestens unterhalten. Auch in diesem Buch beruhen Teile der Geschichte auf wahren Begebenheiten aus dem Alltag Hallers. Man spürt, dass mit dem Autor hier ein Mann mit polizeilichem Background schreibt. Die Handlung ist insgesamt spannend erzählt, steht aber aufgrund der starke Betonung der Figuren nicht immer im Fokus. Dass darüber hinaus die Dialoge mitunter etwas albern wirken, mag vielleicht Geschmackssache sein. Besonders das Ende fällt aber etwas ab, da die Auflösung doch recht konstruiert wirkt. Man hätte dem Roman einen anderen Schluss gewünscht.

Fazit:

Wer sich für „Tod und kein Erbarmen“ aus der Erik-Donner-Reihe entscheidet, bekommt einen flüssig erzählten, durchaus spannenden Thriller, der aber besonders in der Figurendarstellung etwas zu viel will. Dadurch verliert die Handlung an Tempo. Der Roman ähnelt den letzten Bänden der Nordsee-Krimireihe von Klaus-Peter Wolf, da auch er zunehmend seine Handlung den Figuren unterordnet, und die Bücher in Witz und Schreibweise vergleichbar sind. Insgesamt ein solider, unterhaltsamer Thriller.

Tod und kein Erbarmen

Tod und kein Erbarmen

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