Schwestern im Tod

Erschienen: Juni 2020

Bibliographische Angaben

Alexandra Baisch (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Martin Servaz muss eine alten Fall neu aufrollen

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jul 2020

Bernard Minier legt mit „Schwestern im Tod“ den bereits fünften Band der Serie um Kommissar Servaz vor.

Servaz ist geschockt, die Tote vor ihm ist die Frau des Schriftstellers Erik Lang und sie trägt ein Kommunionkleid. Schon in seinem ersten Fall vor 25 Jahren hatte er es mit dem Autor zu tun. Damals wurden zwei Schwestern tot aufgefunden, beide in Kommunionkleider gehüllt. Doch der Täter wurde ermittelt und bestraft – oder doch nicht?

Zurück zu den Anfängen

Die Kenntnis der Vorgänger aus der Serie wird nicht vorausgesetzt, könnte aber dennoch hilfreich sein. Anfangs werden immer wieder Anspielungen auf vorhergehende Fälle gemacht, und zum Schluss ist das Wissen um die private Vergangenheit des Kommissars durchaus von Nutzen. Miniers Plot ist geradlinig, obwohl er die Jahre 1988, 1989, 1992 und 2018 umfasst, aber eben fast ohne Rückblick oder Zeitenwechsel – alles wird, bis auf eine Ausnahme, der Reihe nach abgehandelt.

Und so begleitet der Leser auch den jungen Martin Servaz zum Haus seines Vaters und erfährt den Grund, warum aus dem Literaturstudenten der Polizist geworden ist, der nun als blutiger Anfänger den Mord an zwei Schwestern mit aufklären darf und der, viele Jahre später als Leiter der Mordkommission noch einmal mit diesem Grauen konfrontiert wird.

Ein Psychothriller mit ein bisschen Psycho und wenig Thrill

Leider schafft es Minier nicht, den Leser mitzunehmen. Vielleicht liegt es an seinem sehr gewöhnungsbedürftigen Stil, der oft stakkatohaft die Dialoge zerhackt, und die restlichen Passagen langweilig herunter erzählt. Vielleicht liegt es auch an den durchweg unsympathischen und völlig überzogenen Charakteren, die sich allesamt so arrogant-sexistisch artikulieren und handeln, dass man nur hoffen kann, dass die französische Polizei nicht wirklich so ist. Solche Kotzbrocken sind selbst in Büchern nur schwer zu ertragen.

Auch die Figur Erik Lang ist nicht unbedingt klar definiert. Sein Verhältnis zu den Schwestern wird gleich anfangs angesprochen, aber seine Beweggründe bleiben nebulös. Es ist ist schnell klar, dass er sehr manipulativ sein kann und, dass er mehr mit dem Tod der Frauen zu tun hat, als er offenbart.

Als Jahre später in seinem engen Umkreis ein gleichartiger Mord geschieht, ist eigentlich offensichtlich, dass er nicht so unschuldig war und ist, wie er tut. Dass bei dieser Konstellation nur wenig Spannung aufkommt ist abzusehen. Die Geschichte dümpelt so vor sich hin, punktuell blitzt ein psychologisches Element auf, aber von packendem Thrill kann keine Rede sein. Erst ziemlich spät kommt ein wenig Fahrt in das Geschehen, was aber durch den völlig überzogenen Schluss wieder zunichte gemacht wird.

Fazit:

Die langatmige und wenig spannende Geschichte zieht den Leser nie in ihren Bann. Mit „Schwestern im Tod“ hat Bernard Minier etwas für nur wirklich eingefleischte Fans der Martin-Servaz-Serie vorgelegt, alle anderen können ihre Zeit mit besseren Psychothrillern verbringen.

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