Schwarzer Schmetterling

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Paris: XO éd., 2011, Titel: 'Glacé', Seiten: 557, Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2012, Seiten: 6, Übersetzt: Johannes Stecke

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Jürgen Priester
Glacé eingefroren

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mär 2012

Als Leser und/oder Rezensent freut man sich, wenn man in der Flut der Neuveröffentlichungen ganz unverhofft auf ein kleines Kleinod wie Schwarzer Schmetterling stößt. Im Februar diesen Jahres gab es fast 200 Neuerscheinungen in unserem Genre, im März waren es sogar über 200. Man könnte meinen, Verlage befürchten ein Ende des Krimibooms und hauen einfach alles raus, was im Entferntesten mit Mord und Totschlag zu tun hat. Von Schweinskopf al dente bis Kurbelwellen weinen nicht (Motorradkrimi) wird die Toleranz der Krimileser oftmals auf eine harte Probe gestellt. Schwarzer Schmetterling riecht auch verdächtig nach einem Fantasie-Titel ohne inhaltlichen Bezug. Dem ist aber nicht so. Der Roman beginnt nämlich mit einem ziemlich krassen Bild, das einem schwarzen Schmetterling ähnelt. Dennoch ist der französische Titel Glacé treffender, denn wir stoßen auf eingefrorene Seelen in eingefrorenen Landschaften und auf eine eingefrorene Rache. Kälte, Eis und Schnee verdichten die eh schon aufgeladene Atmosphäre in einer kleinen Stadt am Fuße der Pyrenäen. Vergangenes ist nicht vergessen und bricht sich in einer späten Rache bahn. Bernard Miniers Debütroman ist ein Psychothriller, der dieses Etikett auch verdient eines der ersten Highlights des noch jungen Jahres.

Die junge schweizerische Psychologin Diane Berg sucht privat nach Veränderung und beruflich nach einer neuen Herausforderung. Nach Studium, Promotion und ersten zeitlich begrenzten Stellen hat sie auf Vermittlung ihres Doktorvaters und Liebhabers eine Stelle am berühmt-berüchtigen Institut Wargnier in Frankreich angenommen. Diese am Fuße der Pyrenäen gelegene Anstalt hat sich auf die Behandlung psychisch schwerstgestörter Mörder und Triebtäter spezialisiert. Unter ihnen befindet sich im Hochsicherheitstrakt Dianes Landsmann Julian Hirtmann, der im Verdacht steht 40 Frauen ermordet zu haben. Der neue franko-kanadische Anstaltsleiter Xavier soll aus seiner Heimat neuartige, vielversprechende Therapieformen mitgebracht haben. Schon nach ihrem ersten Kontakt mit Xavier und einem Rundgang merkt Diane, dass sie hier alles andere als willkommen ist. Von neuen Therapieansätzen kann nicht die Rede sein. Patienten werden mit Psychopharmaka in Höchstdosierung ruhiggestellt und sogar innerhalb der umstrittenen Aversionstherapie mit Elektroschocks traktiert. Als Psychologin verfolgt sie ganz andere therapeutische Ansätze und Konfrontationen scheinen ihr vorprogrammiert. Diane sehnt sich zurück in die Schweiz. Sie fühlt sich einsam und verlassen in diesem abweisenden Gemäuer und die raue unwirtliche Winterlandschaft schlägt ihr zudem aufs Gemüt.

Zeitgleich mit Diane Bergs Ankunft im Institut wird auf der Bergstation der Seilbahn eines nahegelegenen Wasserkraftwerks der Kadaver eines jungen Pferdes entdeckt, als monströse Installation, die im diffusen Licht des Morgengrauens einem überdimensionalen schwarzen Schmetterling ähnelt, zur Schau gestellt. Da der Besitzer des Pferdes ein französischer Multimillionär mit weitreichenden Beziehungen muss sich unter anderem auch die Mordkommission Toulouse mit dem Fall beschäftigen. Deren bester Mann Commandant Servaz begibt sich vor Ort. Zusammen mit der smarten Irène Ziegler von der örtlichen Gendarmerie soll er die Hintergründe dieses makabren Schaustückes beleuchten. Der Fundort der Pferdeleiche wird genauestens erkennungsdienstlich analysiert und beim Abgleich mit der Gen-Datenbank kommt es zu einem erstaunlichen Treffer. Die DNA aus einer Speichelspur von der Wand der Seilbahnkabine ist identisch mit der des inhaftierten Schwerverbrechers Hirtmann. Das stürzt die Ermittler mächtig in Verwirrung, die sogar noch zunimmt, als wenig später beim ersten menschlichen Opfer ebenfalls ein Hinweis auf Hirtmann gefunden wird.

Menschen werden ermordet, Menschen verschwinden. Irgendein Fluch scheint über dem so überschaubaren Ort zu lasten. Obwohl die Ermittler schnell eine Verbindung zwischen den Opfern herstellen können und ihnen klar wird, dass die Gründe für die Verbrechen in der Vergangenheit zu finden sind, stehen sie vor einer schweren Aufgabe, denn nicht jeder ist der, der er zu sein vorgibt. So gerät mancher zu unrecht unter oder außer Verdacht. Um die Spannung zu erhöhen und um im richtigen Augenblick die Perspektive wechseln zu können, arbeitet Bernard Minier mit drei Ermittlungssträngen. Die offizielle Untersuchung bestreitet das Team Servaz/Ziegler, das von karrieregeilen Staatsanwälten und parteiischen Richtern in ihrer Entfaltung gebremst wird. Servaz´ Assistent Espérandieu verfolgt einen anderen Lösungsansatz und gräbt tief in den Weiten des Internet. Eher unfreiwillig trägt auch Diane Berg zur Lösung des Falles bei. Eigentlich ist sie auf der Suche nach der Herkunft dubioser Medikamente, die es selbst in einem Institut wie diesem nicht geben dürfte.

Bei Bernard Miniers Erstling Schwarzer Schmetterling stimmt einfach alles. Allenfalls könnte man infrage stellen, ob es möglich ist, die Leiche eines einjährigen Pferdes auf der Bergstation der Seilbahn zu installieren. Aber das ist nur eine Nebensächlichkeit.

Krimis und Thriller spielen ja gerne im Winter. Eis und Schnee schränken die Mobilität ein. Ermittler, Opfer, Verdächtige und möglicherweise der/die Täter bewegen sich auf engstem Raum, was per se einen enormen Spannungsdruck aufbaut. Die Vorgebirgslandschaft der Pyrenäen, in der der Thriller spielt, gehört zur Erfahrungswelt des Autors, denn dort ist er aufgewachsen. Wälder, Schluchten und schroffe Felsen, gepaart mit der winterlichen Atmosphäre, sind eine ideale Kulisse für dieses hintergründige Kammerspiel. Aber was nützt das beste Bühnenbild, wenn es nicht von einem adäquaten Ensemble bevölkert wird. Keine Bange, da hat der Autor vorgesorgt. Bis in die kleinste Nebenrolle sind seine Truppe mit interessanten Charakteren besetzt. Ein jeder hat eine Besonderheit oder ein kleines Geheimnis, das möglicherweise gelüftet wird oder auch nicht. Commandant Martin Servaz ist der Primus inter pares. Über dieses bisschen Latein würde er sich auch freuen, denn Lateinische Sentenzen gehören zu seinem Alltag wie auch die Musik Gustav Mahlers.

In der englischsprachigen Kriminalliteratur würde man ihn den "hardboiled detectives" zuordnen, in der französischen auf die Ähnlichkeiten mit Simenons Kommissar Maigret hinweisen. Servaz ist ein ruhiger nachdenklicher Typ, der sich nicht von der Hektik und dem Gezeter seiner Vorgesetzten aus der Fasson bringen lässt. Er geht unbeirrt seinen Weg und vertraut in kniffligen Situationen auf sein Bauchgefühl. Kurz gesagt, ein Mann, den man gerne wiedersehen würde. Und die Chancen stehen nicht schlecht, denn für Glacé bekam Bernard Minier den "Prix Polar du Meilleur Roman Francais ou Francophone".

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Letzte Kommentare:
05.11.2015 00:08:56
Frank

Etwas zu lang geratener, aber durchaus sehr spannender, gut geschriebener Roman.
Nachdem Grangé schon länger nichts meht vö hat. und ich durchaus Paralellen zu seinem Stil sehe (ist Minier ein Pseudonym ? ) endlich mal wieder ein gelungener Roman aus Frankreich.
Inhaltlich wurde ja bereits alles erwähnt.
Für mich einer des besten Krimis der vergangenen 3 Jahre, aber eben leider etwas zu ausführlich geschildert.
Daher (immer noch sehr gute) 90%

09.10.2015 13:07:29
Zottl

Nachdem meiner Meinung nach J-C Granges Werke in den letzten Jahren immer mehr an Substanz verloren haben, suchte ich etwas in dieser Richtung. Schwarzer Schmetterling von B Minier hat mich dahingehend nicht enttaeuscht. Wie schon mehrmals erwaehnt hat das Kopfkino auch bei mir hervorragend funktioniert. Die Geschichte wird sehr spannend aufgebaut und hat gut eingebaute Wendungen, die Personen werden ausfuehrlich beschrieben im grossen und ganzen sehr gelungen. Einziger Kritikpunkt von mir ist das Ende der Geschichte, das ich leider ueberzogen finde. Etwas weniger Action und nicht noch einen Schauplatz haetten besser in das Gesamtbild gepasst.

30.09.2015 21:24:48
Eli Kama

Dieses Buch war ausgezeichnet geschrieben u immer stimmig der Handlungen u Personen. Spannend bis zum letzten Satz.jetzt sind wir auf der Suche ob es schon verfilmt wurde. Danke f B. Minier für das schöne Kopfkino. Haben uns z.1. Mal laut vorgelesen während d Heimfahrt v d Côte Azur u blieben noch 3 h im Womo v d Haustür um es zu Ende zu lesen.

14.09.2015 09:27:18
kervraud

@meier13
Vielen Dank für den Hinweis auf Tom Wood; Er war noch gar nicht auf meinem "Autorenschirm" ;-) Habe spontan "Victor 1" gekauft.
Übrigens: Ich finde beide Bücher von Minier absolut prima!!! Allerdings spielt vielleicht auch meine Frankophilie eine Rolle. Minier gehört m.E. zu den Autoren, die man als schwarz oder weiß beurteilt...es gibt kein neutral. In meinem Bekanntenkreis wird er entweder mit "TOP" oder "FLOP" bewertet.

13.09.2015 18:24:02
meier13

Ein etwas ungewöhnliche Thriller, den ich mit nachlassender Begeisterung zu Ende gelesen habe. Mit zunehmenden zeitlichen Abstand kommt mir die Geschichte noch abwegiger vor, als während des Lesens und mittlerweile kann ich meine ehemals vergebenen 70° nicht mehr aufrechterhalten. Mein Fazit: kann man lesen, um mitzureden, alternativ die Zeit mit wirklich guten Thrillern verbringen (z.B. Tom Wood)

27.07.2015 00:13:00
Eule Buer

Ey, ich mag ja an sich keine französischen Krimis. Aber bei "Schwarzer Schmetterling" muß ich sowas von einer Ausnahme machen. Es war, neben einigen englischen Krimis, der beste Krimi, den ich seit langem gesehen habe. Ich kann diesen Krimi nur weiterempfehlen. Jeder, der diesen Krimi noch nicht gesehen hat, muß ihn sich ansehen. Ich habe ja alles geglaubt, was in diesem Film gezeigt wurde. Gelöst habe ich ihn als "Wohnzimmer-Inspektorin" ja überhaupt nicht. So muß jeder Krimi aufgebaut sein. Erst am Ende weiß der Zuschauer Bescheid. Und nicht schon nach einigen Minuten.

28.03.2014 08:50:33
Schneeglöckchen

Tolle Geschichte, die der Autor dem Leser auf knapp 700 Seiten präsentiert. In dieser Geschichte kommt vieles vor, was heutzutage brisant ist: Jugendgewalt, bei der die Jugendlichen ohne Empathie und Unrechtsbewußtsein sind, Agieren großer Konzerne, Umgang mit Menschen in der Psychiatrie und vieles mehr.
"Schwarzer Schmetterling" wird als Psychothriller bezeichnet. Ich finde, es ist eher ein Kriminalroman, in welchem psychisch gestörte Menschen vorkommen und eine große Rolle spielen.
Es geht rasant los und es werden viele Personen eingeführt. Da muß man dranbleiben und konzentriert lesen.Dann zieht sich die Geschichte etwas bis es von Kapitel zu Kapitel immer spannender wird, so daß es mir schwerfiel, mit dem Lesen aufzuhören.
Die Beschreibungen der winterlichen Berglandschaft der Pyrenäen sind gelungen, kommen aber doch ein wenig zu oft vor.
Mit dem Hauptermittler Martin Servaz ist dem Autor eine sympathische Figur gelungen. Aber warum müssen in nahezu allen Krimis die Hauptprotagonisten geschieden sein?
Interessant auch die Figuren Irène Ziegler und Espérandieu.
Mir haben sowohl Geschichte/Kriminalfall als auch der Schreibstil gefallen.
Allerdings hatte ich einige Male den Eindruck, daß der Übersetzer wohl wortwörtlich aus dem Französischen übernommen hat. So sind im Deutschen unübliche Ausdrucksweisen entstanden.
Alles in allem jedoch ein sehr lesenswerter Roman!

12.02.2014 22:30:37
Connie

Das Buch las sich nett und spannend dahin.
Kopfkino war vorhanden.
Aber ich fand nichts was ich nicht schon anderswo gelesen hätte. Immer wieder fand ich mich an Romane von Jean-Christophe Gangé erinnert oder an Bücher wie -das Schweigen der Lämmer- Von mir nur 75 von 100, denn der Stil ist sonst sehr nett

10.02.2014 18:46:02
Manfred Rathunde

www.derweissedrache.de

BERNARD MINIER „Schwarzer Schmetterling“ ,Knaur‘

Die einzige Spezies, die dem Menschen gefährlich werden kann, ist der Mensch selbst. Mit dieser Erkenntnis führt Minier den Leser in eine, seine, Welt ein. Und lange Vorträge hält er nicht. Er kommt gleich zur Sache. Das Böse hat viele Gesichter und Bernard zeigt zum Auftakt gleich mehrere. Und er übt gnadenlose Gesellschaftskritik, immerhin ist er ein engagierter Schriftsteller und kein Sklave der Politik. Da seine Zeit kostbar ist, knallt Minier dem Leser mal gleich ein paar Sachen um die Ohren und riskiert ein Schleudertrauma beim selbigen. Nun hat Commandant Martin Servaz einen besonderen Fall am Hals, Totschlag eines Obdachlosen durch drei gelangweilte Jugendliche, in unserer Gegenwart leider an der Tagesordnung. Von diesem wird er jedoch abgezogen. Er soll in den französischen Pyrenäen den Tod eines Pferdes untersuchen. Dieses gehörte einem Industriemagnaten, mit guten Beziehungen nach ganz oben. Und es wurde systematisch getötet und sehr dramatisch drapiert. Das ist nur der Auftakt zu einem ausgewachsenen Gruselkabinett. Neben diesem Ort des Verbrechens steht eine psychiatrische Klinik, geschlossene Anstalt, für Gewaltverbrecher, Hannibal Lecter lässt mal schön grüßen. Nur, nimmt sich der wie ein Ministrant aus, neben dem Charakter der hier die Schatten auf das Licht der lesenden Welt wirft. Bernard Minier tobt sich richtig aus. Er produziert einen Alptraum der sich gewaschen hat und reduziert die Hölle auf ein Wartezimmer beim Betriebsarzt. Mit seiner Handlung überrollt Bernard den Leser wie eine Herde wildgewordener Bisons. Zwischendurch heitert er die Geschichte etwas auf, an Humor fehlt es dem Mann anscheinend nicht, trotz seiner recht brisanten Literaturform. Nur bleibt im Mittelpunkt stehen, hier wurden Verbrechen begangen. Nicht die, welche in der Gegenwart passieren, sind ausschlaggebend, sondern hier gibt es einen roten Faden, der erst mal aufgedröselt werden muss. Werk des Wahnsinns oder Wahnsinnswerk, spannend allemal, ein Buch das einfach nur zu empfehlen ist, sich zu Gemüt zu führen. Wenn der „Schwarze Schmetterling“ spricht, dann schweigen nicht nur die Lämmer. (MRD)

ISBN 978-3-426-51166-4 680 Seiten 9,99 € (D) 10,30 € (A)

16.11.2013 22:52:33
Heinrich Vogelpohl

Ein absolut lesenswertes Buch. Spannende und immer wieder überraschende Handlungsstränge werden ergänzt durch die besonderen Persönlichkeiten der Beteiligten. Nichts wirkt an den Haaren herbeigezogen. Es bleibt zu wünschen, dass Commandant Servaz bald wieder einen neuen Fall übernimmt. Chapeau und auf ein Neues!

11.09.2013 06:38:13
carolook

Eigentlich war dieses Buch ein Tatort-Film in Schriftform. Immer wieder neue Szenen, fließende Übergänge und Spannung pur.
Hätte das Buch vielleicht 80 Seiten weniger gehabt, dann wäre es zu den besten Krimis geworden, die ich gelesen habe. Den Schluss fand ich ein wenig zähfließend.
Dennoch, jede einzelne Figur hatte ihre Aura und oftmals war eine Gänsehaut nicht mehr abzulegen.
Freue mich auf Nachschub von Bernard Minier und hoffe, ich muss nicht so lange darauf warten.

26.05.2013 13:47:54
Valerie Klement

ein spannendes und empfehlenswertes Buch es ist eine gute Geschichte super geschrieben , ich konnte es nicht aus der Hand legen so fesselnd geschrieben .
Ich hoffe es werden noch FortsetzungenkommenBernard Minier weiter so , man wird sicherlich noch viel von Ihnen zu lesen bekommen
Ich gebe 85 von100 Punkten )

23.01.2013 10:46:41
Torsten

Nach dem grossen Lob von KC war ich doch ziemlich enttäuscht von dem Buch.
Nicht dass es total langweilig gewesen wäre - die fast 700 Seiten lasen sich so dahin -, aber rückblickend waren es doch mindestend 300 zuviel.
Nach dem anfänglich sehr bizarren, ja fast gruseligem Setting war der tatsächliche Hintergrund doch verblüffend banal. Ja, die gesamte Handlung um das "Institut" war irgendwie aufgesetzt und unnötig, diente eigentlich nur zur Verwirrung - sowohl der Polizei als auch des Lesers. Vom völlig unglaubwürdigen Verhalten der Diana Berg mal ganz abgesehen.
Mitunter, ganz besonders zum Schluss hin, fand ich auch den Versuch einer besonders blumigen Sprache zur Beschreibung sowohl der Umgebung (man hat es ja irgendwann begriffen, wie beeindruckend und beängstigend die Berglandschaft nun sein soll), als auch der Befindlichkeit von Servaz sehr übertrieben und daher misslungen.
Wirklich sehr gestört hat mich übrigens das offensichtlich völlig fehlende Lektorat: Selten habe ich eine derartige Häufung von Schreibfehlern, ob nun Druck-, Übersetzungs- oder Originalfehler, in einem Buch bemerkt. Dazu kamen noch ein paar kleine flüchtige Logikfehler und Namensvertauschungen - mich hat das jedenfalls gestört.

27.12.2012 16:01:26
Peter Schneider, Dr.med.vet.

Das Buch ist zwar spannend geschrieben,jedoch ist die Handlung, die in Wirklichkeit nie geschehen könnte, "hirnrissig"!
So wie beschrieben könnte niemals ein Pferd aufgängt weden.
Die oft nach wenigen Absätzen folgenden Rückblenden und/oder Themenwechsel erinnern an modene TV - Flime,die zumeist häufige Schnittte bzw. Handlungswechsel im Minuten- oder gar im Sekundentakt zeigen. Einfach furchtbar!

06.08.2012 20:34:34
wendelin

Schroffe, eisige Gebirgslandschaft, eine Irrenanstalt für gefährliche Psychopaten und interessante Charaktere. Daraus hat Bernard Minier einen komplizierten Plot mit Tiefgang komponiert, wie es eben nur ein Franzose kann.

Dank jeder Menge falscher Fähten, spannend bis zuletzt. Schade, dass die Auflösung etwas zu konstruiert daher kommt.

Trotzdem von mir eine ganz klare Empfehlung!

27.05.2012 20:22:57
Schorsch

Ja. Das Buch ist schon empfehlenswert. Eine recht spannende Geschichte mit zwei Haupt-Handlungssträngen, die zeitlich parallel ablaufen. Dazu noch ein paar Nebenschauplätze, Rückblicke in die (teils abgründige) Vergangenheit der Protagonisten, eine echt gute falsche Fährte und ein bescheidenes Maß an intelligent gesetzter Brutalität, die in den heutigen Psychothrillern ja sonst leider häufig den roten Handlungsfaden bilden. Sehr schön sind auch die gewaltige Naturbeschreibungen, die einen Großteil des athmosphärischen Unbehagens bilden. Aber: Wer "Die purpurnen Flüsse" kennt - ob als Buch oder als Film mit Jean Reno - fühlt hier und da einige vergleichbare Elemente, die mich bei Bernhard Miniers "Schwarzem Schmetterling" dann doch ein wenig enttäuscht mit einigen Deja-Vu-Eindrücken zurücklassen (75 von 100 Punkten).

22.05.2012 16:14:35
Simone

Von mir gibt es 79 Grad für das Buch. Am Anfang zieht sich die Handlung etwas, kommt schließlich gut in Fahrt und wird sehr, sehr spannend. Enttäuscht bin ich etwas vom Schluß, dieser läßt für mich zu viele Fragen offen. Für mich schreit das Ende noch nach einer Fortsetzung. Nichtsdestotrotz ein absolut lesenswerter Krimi.

13.05.2012 21:35:56
Dani P.

Ich kann es nicht beschreiben. Das Buch war fesselnd, doch ich habe gedacht, dass es etwas gruseliger und aufregender ist. Stellenweise war es schon sehr spannend und man hat den Atem anhalten müssen.
Es ist sehr gut geschrieben, man findet schnell ins Geschehen und es ist schwer das Buch aus den Händen zu legen. Ich finde das Buch lesenswert und gebe 85Grad.